Es geht los - Rio 180

  • Interessant wie sich das Verhalten der Fische durch so einen Umzug verändert. Von den gestreiften Dornaugen war leider nur noch eine übrig (von 7), die anderen sind still und heimlich verschollen. Diese eine war im alten Becken scheu und nur selten sichtbar. Jetzt ist sie immer ganz vorne mit dabei. Sehr aktiv und nicht mehr scheu...


    Meine zwei roten spitzschwanzmakropoden verhalten sich auch anders. Die eine jagd gelegentlich die andere. Abends hat diese immer wenig Farbe am Körper. Nach der Nacht ist sie wieder dunkel. Ich finde auch, dass sie eine deutliche Wölbung am Bauch habt. Was meint ihr ist die Ursache? Stress? Neue Rangfolge aus kämpfen? Es sind zwei Männchen oder?PXL_20240415_195947793.jpg

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  • Hallihallo,


    Kann mir zu den spitzschwanzmakropoden noch jemand was sagen? Unter euch hat sie dich auch der ein oder andere schon gehalten.


    Eine der beiden ist am Abend wirklich sehr blass. Der Bauch weiter wie auf dem Bild sehr gewölbt. Sie wird von der anderen gejagt. Zur Fütterung kommen aber beide. Was kann ich noch verbessern? Froschbiss ist da. Eine Höhle und Steinaufbauten zum verstecken...


    Freue mich über Rückmeldung


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  • Hallo Paula,


    ein sehr schönes Becken hast du da!


    Möglicherweise ist es jedoch von der Gestaltung her nicht für Makropoden optimal, sondern eher für frei schwimmende Fische. Zu den Spitzschwanzmakropoden speziell kann ich zwar nichts sagen, jedoch zu Paradiesfischen, die ihnen sehr nahe verwandt sind. Vielleicht hilft dir das ja.


    Die Paradiesfische lebten bei mir einzelgängerisch, auch bei Haltung von Männlein und Weiblein. Sie haben sich nicht gegenseitig verletzt, zeigten aber auch keinerlei Interesse aneinander. Falls die Spitzschwanzmakropoden ein ähnliches Verhalten an den Tag legen wie die Paradiesfische (was ich natürlich nicht sicher weiß), ist dein Rio 180 für zwei Tiere möglicherweise schlichtweg zu klein. Meine lebten damals zu zweit auf einer dicht verkrauteten Grundfläche von 70 x 120 cm sowie im Sommer im Gartenteich und das war okay.


    Falls du ein geeignetes Ausweichbecken hast, könntest du die beiden trennen und prüfen, ob es dem blassen Tier damit besser geht.


    Unabhängig davon wäre für diese Tiere eine dichtere Bepflanzung bis zur Oberfläche und Schwimmpflanzen empfehlenswert, damit sie sich nicht ständig sehen müssen. Meine Paradiesfische liebten dichtes Kraut und lebten darin sehr oberflächenorientiert. Im Gartenteich hielten sie sich bevorzugt in seichten, vollständig verkrauteten Randregionen auf, durch die sie teilweise eher krochen und sich schlängelten als schwammen. Pflanzenloses Freiwasser, wie dein Becken ihnen bietet, haben sie gemieden.


    Die Paradiesfische habe ich zudem stets in unbeheizten Becken gepflegt und im Gartenteich auch bis zehn Grad Wassertemperatur problemlos draußen gehalten.


    Ich hoffe, ich konnte dir ein paar Anregungen bieten.

  • Hallo Schmerle,


    ich danke für deinen Beitrag.

    Ich denke mehr Oberflächenbepflanzung wird bestimmt helfen, den Gedanken gehe ich auch bereits. Von der ersten Portion Froschbiss ist leider viel eingegangen. Habe mit noch einmal was besorgt und hoffe jetzt, dass es sich vermehrt. Wasserlinsen will ich im neuen versuchen zu vermeiden, sie sind so lästig....


    Ob meine roten spitzschwanzmakropoden mit den paradiesischen aus deiner Erfahrung vergleichbar sind bzw. in wie fern, weiß ich nicht. Meine nutzen verstecke auf jedenfalls, in Dichte Bepflanzung gehen sie eigentlich aber nicht. Eher im ritzen und Höhlen. Manchmal komme ich ans Becken und es ist keine sichtbar. Wenn sie mich bemerken, kommen allerdings meistens beide nach vorne.


    Ansonsten benötigen sie definitiv wärmeres Wasser, also mindestens 23 Grad, besser mehr. Es wird empfohlen sie paarweise oder in Gruppen zu halten. Sie sind eigentlich wirklich friedlich. Das von mir beobachtete jagen ist auch nicht so extrem und hinterlässt keine direkten Spuren. Aber eben schon auffällig. Ich habe die zwei ja bereits eine Weile und es so nie beobachtet. Von der Größe her sollte mein Aquarium eigentlich auch passen. Online habe ich Angaben von 60 bzw. bei Gruppenhaltung 100 l gefunden. Und die schwimmfläche hat sich ja eigentlich vergrößert. Das Lido hatte zwar 20 Liter mehr, aber nur weil es so hoch ist.


    Ich denke, ich werde online noch einmal nach einer Höhle suchen, die ich mit Saugnäpfen an die Rückwand anbringen kann. Für Kampffische gibt es ja einiges.


    Viele Grüße

    Paula

  • Heute Abend habe ich wieder die zwei beobachtet...

    Erst war ich erfreut, weil beide gut gefärbt aussahen. Aber sie haben die ganze Zeit an einander gehangen. Teilweise friedlich, aber auch teilweise sehr ruppig. Immer so mit dem Mund auf einander zu. Das ganze hinter der Wurzel, also nicht so super einsehbar. Aber ich glaube einer hat jetzt ein trübes Auge... Es irritiert mich schon, dass sie immer friedlich miteinander waren und die Lage sich so durch das neue Aquarium verändert hat...

  • Angaben auf breitgefächerten Seiten - insbesondere von Verkaufsportalen - sind oft mit Vorsicht zu genießen, da sie in der Regel von berufsmäßigen Textern geschrieben werden, die immer wieder voneinander abschreiben, und nicht von Aquarianern. Besser sind daher Erfahrungsberichte langjähriger Halter, Homepages von Spezialisten, die sich auf diese Art/Gattung beschränken oder der direkte Austausch mit Haltern der Art. Vielleicht findest du mit Suchbegriffen wie "Spitzschwanzmakropode Erfahrungsberichte" bessere Antworten?


    Auch die zielgerichtete Suche nach ihrem natürlichen Habitat in freier Wildbahn kann aufschlussreich sein. Das englischsprachige Internet ist dabei oft ergiebiger als das deutschsprachige.


    Es irritiert mich schon, dass sie immer friedlich miteinander waren und die Lage sich so durch das neue Aquarium verändert hat...

    Viele Labyrinthfische bilden Reviere. Falls das für Spitzschwanzmakropoden ebenfalls gilt, was ich aufgrund des Schaumnestbaus vermute, sind die alten Reviere mit dem neuen Becken obsolet und müssen neu ausgehandelt werden. Im Moment hat das unterlegene Tier wenig möglichkeiten, "bequem" aus dem Blickkontakt des Rivalen zu entschwinden, es muss sich aktiv verstecken, anstatt einfach hinter einer Pflanzenwand unbehelligt seinem Alltag nachgehen zu können.


    Dass sie sich in den Höhlen am Boden verbergen, zeigt nach meiner Einschätzung an, dass die Bepflanzung ihnen wirklich noch zu mager ist, denn eigentlich sind Makropoden als Schaumnestbauer immer oberflächenorientiert (im Gegensatzu zu maulbrütenden Labyrinthfischen wie Betta rubra, die sich gern durch Laubdecken am Boden schlängeln). Das wirst du vermutlich dann sehen, wenn die Bepflanzung dicht genug ist, da wird keiner mehr in einer Höhle leben wollen. :)


    Schau mal, was ich auf die Schnelle zu ihrem natürlichen Habitat gefunden habe, auch dort wird von dichter Schwimmpflanzendecke und stark bewachsenen Seitenarmen in Flüssen gesprochen, was dem Paradiesfisch dann wieder recht ähnlich wäre:


    Link


    Ich denke, ich werde online noch einmal nach einer Höhle suchen, die ich mit Saugnäpfen an die Rückwand anbringen kann. Für Kampffische gibt es ja einiges.

    Mehr Versteckmöglichkeiten anzubieten, ist erstmal gut. Aber ich würde dir empfehlen, das Geld in Pflanzen zu investieren, die bis zur Oberfläche reichen. Vielleicht möchtest du ja deinen Valisnerienwald etwas erweitern? Muschelblumen wären auch einen Versuch wert, da sie aufgrund der Wurzelschleier, die sie ausbilden, effektiven Sichtschutz in Oberflächennähe bilden.


    Aber ich glaube einer hat jetzt ein trübes Auge...

    Stress schwächt das Immunsystem, ich möchte hier aber nicht sagen, dass das allein der Grund sein muss. Wie alt ist er denn? Meine Betta splendens sind im Alter immer erblindet, auch wenn sie ansonsten noch fit waren, und wurden von mir dann per Hand mit Mückenlarven gefüttert. Wenn möglich, stell doch gern ein Foto ein, dann schaue ich mir das mal an.

  • Hallo Schmerle,


    Ich danke dir für deine Bemühungen und deine Unterstützung!


    Meine spitzschwanzmakropoden habe ich als Nachzuchten von privat gekauft. Ich hatte also die Gelegenheit mich ausgiebig mit dem Vorbesitzer zu unterhalten und auch dessen Becken zu bestaunen. Von ihm hatte ich die Informationen. Wobei meine Idee diese Fische zu halten hier aus dem Forum kam. Ich muss vielleicht noch einmal meinen alten thread durchlesen, aber ich meine da riet man mir auch zu einer Gruppe usw... Damals für mein Lido 200.


    Aus meinen eigenen Beobachtungen muss ich sagen, dass sie sich auch im teilweise sehr stark bepflanzen Lido gerne in den Steinspalten aufgehalten haben. Sie sind da immer durch die ritzen durch geschwommen und haben eine damals extra angeschaffte Höhle auch gerne angenommen. Auch wenn die Pflanzen noch nicht so dicht sind, darin halten sie sich auch jetzt gar nicht auf.


    Ich habe zwei betta Höhlen bestellt, sie kommen morgen. Ich werde mindestens eine hinter die Pflanzen eher oberflächenorientiert anbringen.

    Dann haben sie Boden und Oberflächen Versteckmöglichkeiten.


    Umsetzen ist jedenfalls eigentlich keine Option. Ich habe noch ein unbeheiztes Rio 240. Aber abgesehen davon, dass ich da mit der Temperatur unsicher wäre, sind sie sehr schwer zu fangen. Die 2. Spitzschwanzmakropode habe ich erst erwischt, als keine Pflanze und kein Stein mehr im Lido war. Dagegen waren die Dornaugen leicht zu fangen. Der Stress für den Fisch war bestimmt auch nicht gut. Dabei habe ich mit natürlich viel Mühe gegeben es behutsam abzustellen.


    Wie alt meine Tiere sind weiß ich leider nicht. Der Vorbesitzer hatte verschiedene Jahrgänge an Nachwuchs und ausgewachsen waren sie bereits.


    Vielleicht liest einer der Ratgeber von damals ja auch diesen Beitrag und teilt mit uns nochmal seine Erfahrungen :)

    Ich Versuche später noch ein Foto vom trüben Auge zu bekommen, ich danke dir schon einmal fürs drüber schauen.


    Viele Grüße

    Paula