Mein neues Aquarium, das drumherum

  • Technik am Aquarium - oder der lange Weg ein Aquarium zu verkabeln.


    Release 2015 - 2017


    Arduino – ein Computer am Aquarium – so war mein Artikel eigentlich geplant. Doch nachdem die ersten Kapitel geschrieben wurden kamen mir Bedenken, ob ich Euch tatsächlich dafür begeistern kann. Daher möchte ich Euch zunächst an einen sehr bemerkenswerten Vortrag von Gerhard Rau erinnern, den er den Titel „Der Aquarianer im Urlaub“ gab um einige Überlegungen für den störungsfreien Betrieb und damit wichtigen lebenserhaltenden Systemanforderungen mehr Aufmerksamkeit zu widmen. (1)


    Nach diesem Vortrag habe ich damals mein Aquarium einen Stresstest unterzogen (so heißt das wenn man einen Versuch unternimmt, autarke Funktionen zu prüfen, wie weit ein Ausfall von Systemen ohne größere Schäden riskiert werden kann). Kommt einen bekannt vor, nicht wahr? Das Resultat war jedenfalls ernüchternd. Keine drei Tage wäre das gut gegangen! Das führte dann zu technischen Änderungen, die zumindest einige der wichtigsten Störquellen entschärfte. Der Traum einer technischen Überwachung mit Rückfallebenen und Signalisierung bei Störfällen konnte zwar teilweise umgesetzt werden, befriedigend war das trotz einiger Verbesserungen nicht. Gerhard Rau hatte damals in seinem Vortrag mögliche Wege aufgezeigt wie so etwas konzipiert sein müsste; bei deren Umsetzung zum damaligen Zeitpunkt wären die Kosten freilich aus dem Ruder gelaufen. Heute haben wir eine ganz andere Basis und technische Komponenten als zum Zeitpunkt seines Vortrages.


    Neben der Zuverlässigkeit müssen solche Steuerungen u.a. sehr flexibel auf konkrete Anforderungen des jeweiligen Aquariums anzupassen sein. Waren Obsoleszenz von Hard- und Software, Medientechnik, Verständnis in solche Steuerungen und die Investitionen vor wenigen Jahren eine Hemmschwelle, so haben sich diese Bedingungen innerhalb der letzten Jahre entscheidend zugunsten der Anwender verändert. Meiner Aussage, ob Investitionen in solche Projekte Sinn machen, habe ich Euch in der Vergangenheit vorgestellt. Heute kann ich den damals vertretenen Standpunkt aufgeben, weil sich (aus meiner Sicht) vernünftige Alternativen aufzeigen. Die rasanten Veränderungen der Technik innerhalb weniger Jahre machen das möglich!


    Meine Vorstellung das Aquarium einige Zeit mit vielfachen Funktionen betriebssicher aus einer zentralen Kommandostelle zu gestalten, schien zunächst unlösbar zu sein. Von einem Kollegen wurde mir zufälligerweise ein interessantes Konstrukt vorgestellt. Arduino, ein Microprozessor mit einer „offenen Software“. Als ich das Gespräch auf mein Aquarium brachte und einige meiner Vorstellungen darlegte, wurden u.a. die ersten Überlegungen mit solch einer Steuerungstechnik diskutiert. Nach einigen Tagen Bedenkzeit habe ich dann einen ersten Plan für die Aufgaben was das Ding zu machen hat, formuliert und die Frage gestellt ob das umsetzbar ist:

    • Kann ich selber mit solch einem Gerät so umgehen, dass ich ohne große Vorkenntnisse in die Steuerung und Regelprozesse eingreifen kann um Parameter zu ändern?
    • Ist es möglich, dass ein beauftragter Pfleger relevante Aspekte auf einen Blick erkennt und mit Abhilfe bei Problemen, ohne umfangreiche Unterweisungen oder gar Vorkenntnissen reagieren kann – ohne Schäden zu machen?
    • Wie löst man das mit vertretbarem Aufwand?
    • Wie kann ich das Aquarium kontrollieren, wenn ich eine Woche oder länger nicht vor Ort bin?
    • Welche Zeitreserven muss ich bei Störfällen einplanen bis konkreter Handlungsbedarf entsteht?
    • Welche Extras kann ich mir erlauben ohne Angst vor einem Ausfall von Komponenten alles aufs Spiel zu setzen?
    • Ist die Technik unempfindlich und Ausfall sicher?
    • Macht das alles Sinn?

    Nun ja, über manche Überlegungen kann man immer diskutieren; mir erscheinen sie jedenfalls so wichtig, dass sie letztendlich in das „Pflichtenheft“ aufgenommen wurden. Dazu gehören:

    • Lichtsteuerung von mehreren Beleuchtungsarten, teilweise gedimmt
    • LED und Leuchtstofflampen als Hybridleuchte
    • Automatischer Teilwasserwechsel
    • Verdunstungsausgleich
    • Heizung / Lüftung mit frei programmierbaren Schaltschwellen und Grenzwerten
    • Alarmfunktionen bei Abweichung von Pegel- und Temperaturwerten
    • Alarm Signalisierung auf Funktelefon, PC über WLAN
    • Programmierung über WLAN Schnittstelle
    • Eine Display Anzeige wichtiger Parameter und Alarme
    • Reserven für Extras wie Messketten, Dosierpumpen u.a.
    • Pumpensteuerung der Wasserbewegung im Aquarium: Variable Intervalle und Intensität, Softanlauf bei Pumpen, Niedervolttechnik und frei programmierbar
    • Kompensationen bei Stromausfall mittels Minimaltechnik
    • Überwachung mittels Videotechnik in HD und das ganze auch sichtbar „außer Haus“

    Diese Aufgaben kann dieser Kleincomputer übernehmen, wobei der letzte der genannten Punkte zu einem späteren Zeitpunkt umgesetzt wird. Dafür ist eine separate Hard- und Software erforderlich, die allerdings wiederum mit dem Kleincomputer kommunizieren soll. Ziel ist eine langzeitig autarke Funktion und Fernüberwachung des Aquariums mit bescheidenen Mitteln zu ermöglichen. Und so komme ich gleich zu einer wichtigen Überlegung: Macht dieser technische Aufwand tatsächlich Sinn und wie bei allen technischen Geräten stellt sich die Frage, was passiert wenn an der Steuerung eine Fehlfunktion auftritt. Welche Rückversicherungen müssen eine Katastrophe verhindern und welcher Aufwand ist hier zu betreiben. Diese Fragestellungen könnten bei einer fehlerhaften und unzureichenden Planung fatale Folgen haben. Und leider sind Sicherheitsbedenken auch bei einer Kommunikation über Internetverbindungen nicht zu ignorieren. Jede dieser Techniken birgt Risiken die gut abgewogen werden müssen.


    Allerdings bringt die Technik durchaus einen Nutzen, sei es der Aquarianer ist im Urlaub, beruflich einige Tage außer Haus oder es soll ein Krankenhausaufenthalt überbrückt werden, so sind die Komponenten der Anlage in der Lage, das Aquarium und seine Insassen mit Hilfe der Technik am Leben zu erhalten. Der Besatz eines Aquariums, besonders eines Seewasseraquariums, ist nicht ohne weiteres einfach zu ersetzen oder zu beschaffen. In dem kleinen Volumen unserer Aquarien können Schwankungen chemischer und physikalischer Parameter hervorgerufen werden, die den Tieren das Leben schwer macht oder den Verlust der Tiere nach sich ziehen kann. Eine vernünftig konzipierte Technik und ein schnelles Eingreifen des Pflegers kompensieren kleinere Haltungsfehler und genau dafür bietet sich dieser Kleincomputer an. Gerade bei Kleinstaquarien sollte die Stabilisierung physikalischer und chemischer Parameter mit sinnvollem Equipment eine Überlegung wert sein, weil hier die zu erwartenden Schwankungen sich viel stärker auf die Tiere auswirken.


    Die Basiskomponente


    Ein Kleincomputer namens Arduino ist das Herz der Aquariumsteuerung. Sie hat um sich herum verschiedene Schnittstellen wie digitale Ein- Ausgänge, Pulsweitenmodulation, Stromversorgung, USB Port usw. mit denen der Computer schalten und walten soll und kann. Es gibt ihn in verschiedenen Ausführungen- auch in kleinerer Form. Einiges an Zubehör wie verschiedene Sensoren, Funkuhr, WLAN Schnittstelle, Treiber für Relais und ein Display werden noch benötigt. Die Software muss selbst programmiert werden, da der Rechner kein Betriebssystem besitzt. Keine Angst, alle Komponenten bis hin zu fertigen Programmen kann man dafür im Netz finden und lizenzfrei installieren. Die Zubehörkomponenten, sogenannte Shield, sind einfach aufsteckbar und das ganze ist wie ein Baukasten konzipiert. Alles ist ausgesprochen preiswert und so benötigt man etwa 30,-€ für die Hauptkomponente. Die Shield sind, wenn man auf chinesische Artikel zugreifen kann ebenfalls ausgesprochen preiswert! Zusammen sind alle meine Komponenten für die Steuerung im zweistelligen Bereich geblieben...


    Die Software stelle ich auf Anfrage für eine Nachnutzung als Download zur Verfügung, so dass jeder sich Komponenten für seine eigenen Projekte erschließen kann.
    Etwas mehr Geld habe ich für Sicherungsautomaten und die Relaistechnik ausgegeben, da das in einem Schaltkasten verbaut werden soll und mir dieses Ordnungsprinzip am besten zusagt. Ähnliche Komponenten (u.a. Relaisplatinen als Shield) kann man übrigens für Arduino schon fertig kaufen; sie werden dann auf der Grundplatine aufgesteckt.
    Das entspricht dem Prinzip der Zentralisierung der Steuerung und der räumlichen Trennung vom Aquarium. Hantieren am Aquarium birgt bekanntermaßen die Gefahr des Stromschlages; Kondens- und Spritzwasser sind auch eine häufig unterschätzte Störungsquelle und Übel. Haustiere und Kinder haben an elektrischen Bauteilen keinen Zugang. Viele Komponenten haben bunte Lichter verbaut und das ist verlockend... Also wie bei der Hausanlage schön unter Verschluss gehalten, sorgt für sicheren Betrieb und da zentral angebracht, für einen beauftragten Pfleger leicht zu überschauen und notfalls zu bedienen. Alles zusammen soll eine Lebenserwartung von 10 Jahren erbringen. Das ist nach meinen Erfahrungen die Zeit, bis man sich ein neues Aquarium anschafft und wichtige Komponenten erneuert werden müssen.


    Überwachung


    Die Überwachung mittels Sensoren erfordert in bestimmten Situationen neben der Funktion der Steuerung eine Signalisierung bzw. Alarmierung bei Abwesenheit des Pflegers. Die Signalausgabe wird auf dem Display angezeigt, auf der alle Steuerbefehle und Zustände angezeigt werden. Da die Größe des Display begrenzt ist, wird zum Teil mit Tabellen gearbeitet.


    Sie zeigen die Steuerbefehle an, die Tabelle zeigt 1 für „Ein“ und 0 für „Aus“ des angesteuerten Aggregates. Die Tabelle ist für einen beauftragten Pfleger nicht weiter interessant sondern nur die Alarmmeldungen. Das ist für mich eine Hilfe bei Fehlfunktionen und der Fehlersuche zwischen Hard- und Software, da sie in Echtzeit die Ansteuerung der Ein- und Ausgänge anzeigen.


    Nicht in Tabellenform sondern als normal lesbare dagegen erfolgt die Ausgabe Uhrzeit und Temperatur auf dem Display. Werden Sollwertüberschreitungen oder kritische Pegel durch die Steuerung erkannt, wechselt die Anzeige in den Klartext des zu beseitigenden Fehlers. Das kann eine Aufforderung sein Wasser nachzufüllen oder abzupumpen oder wenn Temperaturwerte kritische Bereiche erreichen. Alarme werden gleichzeitig akustisch ausgegeben.


    Die Ausgabe der Steuerungsdaten und die Alarme werden nicht nur auf dem Display angezeigt sondern gleichzeitig über WLAN dem Computer oder einem Telefon übermittelt. Alarme kommen also auch bei Abwesenheit an die richtige Adresse. Zusätzlich kann auch ein Bild des Aquariums abgerufen werden, aber das ist noch nicht umgesetzt. Jedenfalls ist bei Bedarf auch diese Funktion mit dem Handy oder dem Computer abrufbar.


    Eingriffe in die Steuerung


    In der Regel erfolgt die Programmierung der Steuerung über das WLAN, alternativ kann man die USB Schnittstelle benutzen. Daten sendet Arduino mit einer beliebig programmierbaren Rate der Aktualisierung. Diese Daten werden zunächst auf eine „interne Homepage“ des Arduino geschrieben und dann gesendet. Erfolgt der Datentransfer im Minutenabstand, kann man die Ereignisse zeitnah auf dem Computer sehen. Nicht nur das, auch eine Fernabfrage über das Handy ist damit möglich. Jederzeit ist es möglich, am Computer in die Steuerung einzugreifen, Parameter zu ändern und an den Arduino zu senden. Den direkten Zugriff auf die Steuerung außerhalb der Wohnung versuche ich weitestgehend zu vermeiden und zu schützen.


    Das Programm


    Wie ich in der Einleitung beschrieben habe, erfolgt die Programmierung durch den Anwender in einer einfachen Variante der Programmiersprache C oder C++. Diejenigen die etwas mehr zur Programmierung erfahren möchten, werden im Internet fündig. Programmdateien, Beispiele und Benutzerhandbücher sind auch in deutscher Sprache vorhanden.



    Damit müsstet Ihr in der Lage sein, für Euch eine Variante auszudenken oder wer mag, kann mit den Programm von mir experimentieren. Das ganze ist nicht wirklich schwierig oder unverständlich.


    Peripherie


    Die Beleuchtung


    Die Lampe ist ein Umbau einer Solar 4 Star Leuchte weil ich mit diesem Produkt nicht wirklich zufrieden bin. Ein Teil der Vorschaltgeräte besitzt jetzt einen 10V Steuereingang, der zum Dimmen der Leuchtmittel vorgesehen ist. Eine kleine Steuereinheit neben der montierten Vorschaltelektronik sorgt für lange Dimmzeiten von mehreren Minuten; alles ist recht einfach gehalten und seit über 10 Jahren funktioniert die (Eigenbau) Steuerung tadellos in Betrieb. Aber auch dafür könnte man ein spezielles Shield einsetzen, weil der Arduino nur 5V Steuerspannung ausgibt. Dieser als Shield ausgeführte DC-DC Wandler kostet etwa 3,-€ und ist damit sogar noch billiger als die von mir benutzte Kondensator Relais Beschaltung...


    Pumpen


    Bei meinem neuen Aquarium hatte ich ursprünglich die Absicht, die bisher verwendete Technik weiter zu verwenden. Der Verschleiß einiger Pumpen, zum Teil der Betrieb mit Netzspannung unter Wasser und die mangelhafte Steuerungsausrüstung mit wenigen Festprogrammen und der unvertretbare Stromverbrauch der alten Modelle waren der Grund neue Pumpen zu beschaffen. Es sind 24V Gleichstrompumpen, bei denen das bekannte 50 Hz Brummen und das rattern beim einschalten der alten Pumpen fehlt. Eine Wohltat für Mensch und vor allen für die Tiere! Hier habe ich mich bewusst für ein Produkt entschieden, bei dem ich die werksseitig vorgesehene Steuerung umbauen kann um den Arduino diese Funktionen zuzuweisen. Der Controller der Pumpensteuerung bleibt erhalten, lediglich die Bedientasten wurden durch Optokoppler ersetzt. Das Preis-Leistungsverhältnis dieses Produktes stimmt und 50% der Stromkosten wird bei einer vergleichbaren mechanischen Leistung der mit 50 Hz betriebenen Pumpen eingespart. Bedenkt man, dass Pumpen rund um die Uhr laufen, ist das ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor. Weitere Einsparungen ergeben sich, wenn die Pumpen überwiegend im Teillastbereich betrieben werden, so dass ich hier im Vergleich mit meinem alten Aquarium deutlich die Kosten senke und die Amortisation innerhalb kürzester Zeit erfolgt.


    Leider ist Stromsparen mit Leuchtmitteln, egal welcher Bauart, wie bei den Pumpen nicht zu erreichen und das ist nach wie vor der Hauptkostentreiber am Seewasseraquarium.


    Heizung / Kühlung


    Bei den Komponenten der Heizung habe ich mich noch nicht entschieden. Bisher musste ich auch in den Wintermonaten das Aquarium nie heizen. Anders ist es mit der Kühlung. Nach meinen bisherigen Erfahrungen wurde mittels Kleinlüftern immer die ausreichende Kühlung gewährleistet. Auf jeden Fall werden Heizung und Lüftung mit 12 Volt betrieben. Ich benutze aber Lüfter die für eine Betriebsspannung von 24V ausgelegt sind; bei 12 Volt Betrieb gibt es keine übermäßig störende Geräusche bei ausreichender Kühlleistung. Temperatursensoren werden mit Harz Salzwasser tauglich gemacht und dürften ewig halten.


    Verdunstungsausgleich


    Am Aquarium sind mehrere Sensoren installiert. Sinkt der Wasserstand wird die Steuerung eine kleine Pumpe einschalten und das verdunstete Wasser ersetzen. Gleichzeitig wird ein Teil des Verdunstungswassers genutzt um Calcium dem Aquarium zuzuführen. Der Verdunstungsausgleich findet nicht statt, wenn die Steuerung den automatischen Wasserwechsel ausführt.


    Teilwasserwechsel


    Es ist vorgesehen, durch täglichen Teilwasserwechsel das Volumen des Aquariums innerhalb einer bestimmten Zeit auszutauschen. Die Steuerung erfolgt durch eine Zeitvorgabe des Arduino. Dazu sind mehrere Schritte abzuarbeiten. Zunächst wird zu einem bestimmten Zeitpunkt ein Magnetventil geöffnet, dabei wird die Menge des ablaufenden Wassers gemessen. Ist die Sollmenge erreicht, schließt das Magnetventil und die Förderung von frischem Salzwasser erfolgt so lange, bis der Sollpegel im Aquarium erreicht ist. Verschiedene Sensoren überwachen den Steuerungsablauf; sie sind zum Teil doppelt ausgeführt um das Versagen eines Sensors zu registrieren und um Probleme zu vermeiden, die damit zusammen hängen. Auf keinen Fall darf Wasser aus dem Aquarium unkontrolliert austreten. Die Förderpumpen und das Magnetventil dürfen selbstverständlich nicht arbeiten, wenn die Vorratstanks leer und der Auffangbehälter voll sind.


    Nach Abschluss aller Installationsarbeiten ist es Zeit für ein erstes Resumee. Rückblickend muss ich sagen, dass der Aufwand dafür doch weit unterschätzt wurde. Beim Aufbau der Anlage wurden immer wieder Änderungen an der Schaltung vollzogen, einige Komponenten weggelassen oder neu hinzugefügt. Das muss zudem bei dem Aufwand entsprechend dokumentiert werden und bindet nicht nur Mittel sondern auch Zeit und verzögert die Inbetriebnahme des Aquariums. Der Praxistest und Bewährungsproben stehen ja auch noch aus...


    Die verhältnismäßig wenigen Komponenten und scheinbar simple Funktion der Steuerung lassen den Aufwand für einen Außenstehenden nicht sichtbar werden. Immerhin habe ich positive Einschätzungen von Freunden, wenn sie ihre Anlagen daheim vergleichen. Ob es Anlass ist Veränderungen vorzunehmen? Wir werden sehen. Ich rede mir immer ein einen einzigen Zweck zu verfolgen: Der Optimierung der Haltung der Tieren und eine gewisse Kompensation bei Ausfall des Pflegers. Wie schon geschrieben, ausgelegt ist die Lebensdauer der Anlage für 10 Jahre.


    1 Anmerkung: Gerhard Rau ist ein leider verstorbenes Mitglied unserer Fachgruppe und mein langjähriger Freund. Er hat 1997 einen Vortrag zur Technik am Aquarium gehalten; er war die Basis meiner derzeitigen Überlegungen der Konzeption eines neuen Aquariums

  • Hört sich alles sehr kompliziert an für einen technischen Laien. Wenn man dann noch die ganze Technik sieht, ist man gänzlich überwältigt. Ich war jedenfalls sprachlos.


    Bin gespannt, ob das alles auch im laufenden Berieb so funktioniert, wie es gedacht ist. Dietmar wird bestimmt berichten. Wie wahr: "Die verhältnismäßig wenigen Komponenten und scheinbar simple Funktion der Steuerung lassen den Aufwand für einen Außenstehenden nicht sichtbar werden."


    Dieser Beitrag hat ja eine Menge Arbeit gemacht. Man muss ihn wohl mehrfach lesen. Finde ich sehr gut.

  • Vielen Dank,
    das ist aber das vorläufig letzte Aquarium! Und da wollte ich kein Improvisieren und alles was es so an leidvollen Erfahrungen gibt, vermeiden. Wasser schleppen, komplizierte Schriftstücke für eine Vertretung schreiben, eine wirkliche Hilfe bei Alarm und der ganze Kram. Das Ding zeigt dann auch die Telefonnummer an, wenn ich außer Haus bin. Wie geschrieben, solche Sachen sind jetzt möglich; das war vor noch nicht allzu langer Zeit ein Traum. Den Testlauf hat die CPU Steuerung 100% bestanden... Am schlimmsten war die Verkabelung der Komponenten.
    Praxis ist was anderes, da wird sicher die eine oder andere Macke noch auszubügeln sein.
    Sollte das mal erneuert werden müssen, dann setze ich richtig auf SPS und Peripherie an einem BUS. Es gibt ja nichts was man nicht besser machen könnte.
    LG Dietmar

  • Hallo miteinander,

    endlich habe ich das Ding auf die Reihe bekommen. Nach vielen Experimenten und frustrierenden Erlebnissen hatte sich das WLAN Modul als Störenfried entpuppt. Nun denn eben ohne erst mal. Wieder ein Problem gelöst und es stellt sich die Frage ob es wirklich so sinnvoll ist sich von CPU Technik derart abhängig zu machen. Es hat Vor- aber auch Nachteile. Es kommt immer darauf an, was die Zielstellung sein soll und das was mir vorgestellt habe ist doch schon ganz schön aufwändig.

    Ich möchte noch mal in Erinnerung rufen: Mindestens 10 Tage autarker Betrieb mit täglichen Teilwasserwechsel, Verdunstungsausgleich, 7 verschiedene Lichtsteuerungen, Temperaturregelung (Heizung + Kühlung), Überwachung auf "einen Blick" für einen beauftragten Pfleger mit Notfalltelefon usw.

    Die Wassertemperatur auf dem Bild ist nicht real, weil der Sensor zur Simulation aufgeheizt ist.

    Solange kein Stromausfall das ganze lahm legt, ist das schon eine feine Sache...

    LG Dietmar

  • Gestern war die Präsentation meines neuen Aquariums vor den Mitgliedern unserer Fachgruppe. Erfreulicherweise konnte ich einige Tiere in ihrer ganzen Pracht vorweisen und auch die Technik hat funktioniert. Interessanterweise wurde die Technik zwar zur Kenntnis genommen aber eher als selbstverständlich...

    Unser verstorbenes FG Mitglied Gerhard Rau hatte die Vision solch eine Technik für die Aquaristik zu konzipieren vor etwa 15 Jahren in einem Vortrag "Der Aquarianer im Urlaub" vorgestellt. Freilich war zu dieser Zeit im Traum nicht daran zu denken sich so etwas als Privatmann umzusetzen.

    Seine Frau Ingrid hat nun meine Anlage sehr wohlwollend zur Kenntnis genommen und sich sehr gefreut, dass Gerhards Träume nicht in Vergessenheit geraten sind.

    Bewundert wurde die Keramik, die Falk mir für mein Aquarium gebastelt hat sowie die eigenwillige und eher unkonventionelle Gestaltung der Dekoration, die von den sonst oft zu sehenden "Steinhaufen" abweicht und durchaus mit professionellen Arbeiten der Aquarienkeramik mithalten kann; meiner Meinung nach, sie sogar noch übertrifft. Mittlerweile kann man Naturgestein und Keramik im Aquarium nicht mehr auseinanderhalten. Leider habe ich noch keine Fische im Behälter. Das muss bis nach meinem Urlaub warten.

    Die ersten Zuchtansätze mit Zooplankton laufen. Komischerweise gelingt die Vermehrung calanoider Copepoden besser als die "Allerwelts" Copepoden der Gattung Tigriopus und Tisbe.

    Der Geheimtip für die Calanoiden ist ein Trockenfutter; Spirulina oder auch als Hobbyzell bekannt sowie gebrauchtes Aquariumwasser!!! Auch das wurde staunend zur Kenntnis genommen.

    Rainer hatte mir kürzlich aus seinem Fundus eine Menge Zuchtaquarien spendiert. Langsam wird es Zeit die Anlage aufzubauen und dann rückt der nächste Schritt, die Zucht von Wirbeltieren wieder ein Stück näher.

    Auch hier muss ich sagen: Einfach machen ist die Devise.

    Wie Ihr seht habe ich noch eine Menge vor und von den tausend Ideen die ich habe ist hoffentlich die eine oder andere sinnvolle dabei.

    Wir werden voneinander lesen.

    LG Dietmar

  • Hallo Rainer,

    vielen Dank! Ich hatte voriges Jahr den Termin für die Besichtigung gesetzt, da war noch nichts von allem umgesetzt. Die vielen Jahre Leerstand haben ein gewisses Phlegma nach sich gezogen. Und ohne den gesetzten Termin wäre das heute noch der Fall! Also klotzen war Pflicht und so ist es was geworden. Und es bewahrheitet sich immer wieder- ein Seewasseraquarium ist einfacher als ein Süsswasseraquarium einzurichten und zu betreiben!

    Das Nanoaquarium ist nicht vergessen. Gegen Ende des Jahres werde ich das dokumentieren.

    @all, das wird ein Seewasser Aquarium mit 15 Litern Brutto, etwas für die die vielleicht mal sich mit dem Gedanken beschäftigen sich diesen Sachen zu widmen. Und es wird kein Budget gesprengt, weil viel Selbstbau angesagt ist. Viele Haushaltartikel werden zweckentfremdet und kein Geld den Händlern in den Rachen gesteckt. Lasst Euch überraschen.

    Heiko , ich bin etwas verwirrt. Meist Du mit dem Becken mein Aquarium? Ich hoffe doch!

    Ja Bilder mache ich auch noch, schon weil es mir gelungen ist, tolle Tiere zu ergattern. Es ist trotz des jetzigen Zustandes immer noch ein Aquarium im Aufbau; immerhin lassen sich jetzt schon die Grundzüge der Konzeption erahnen. Leider ist ein reines Karibenaquarium ausgesprochen schwierig zu besetzen und der eine oder andere Kompromiss erst mal geduldet. Mit viel Geduld wird das eines Tages umgesetzt sein.

    LG Dietmar

  • Hallo Ingo,

    ich hoffe Du bekommst einen Rückfall und machst Dir wieder eine Nudelkiste!

    Im September gehts mit der Fachgruppe an die Ostsee Tiere fangen. Einige halten sich ausgesprochen gut im tropischen Aquarium. So die hübsche Palaemon elegans oder Schnecken. Auch der Meersalat ist von den Fischen sehr begehrt. Selbst ein kräftiger Schuss Ostseewasser bekommt dem tropischen Aquarium sehr gut. Etwas, was man mit dem künstlichen Seewasser nicht hinbekommt.

    Ich sehe schon, ich werde das Aquarium in die Galerie einstellen müssen. Aber das ist nichts gegen das was man live sieht.

    LG Dietmar