Chinesische Rotbauchunke

  • Hallo zusammen,


    meine Bombina orientalis haben im August gelaicht:

    Danach gab es noch mehrere Laichakte bis in die zweite Septemberhälfte hinein.

    Sie hatten übrigens keine Überwinterung, sondern haben den Winter im Zimmer verbracht bei einer Tiefsttemperatur von vielleicht 17°C.

    Heute haben die ersten ihre Metamorphose abgeschlossen:

    Wenn alles gut geht, dürften es an die 40 von ihnen werden.


    Gruß, Klaus

  • Das entscheide ich, wenn die Kleinen Verkaufsgröße haben, bis dahin kann ja noch einiges schief gehen. Die sind ja außerdem nicht so anspruchsvoll, dass ich 40 Stück nicht unterbringen könnte. So ein Unkenaquaterrarium ist aus einem Aquarium, einem Holzrahmen mit Gaze und LED-Röhre als Deckel, einem Schwammfilter, einer Handvoll Nixkraut aus einem Aquarium und etwas Korkrinde und Moorkienholz ja schnell eingerichtet.

    Und "mein" Händler hat zwar sein Sortiment auf die Landschildkröten-Nachzuchten des Seniorchefs, Bartagamen, Axolotl, Zwerkrallenfrösche und gelegentlich Wasserschildkröten reduziert, aber das vor allem deswegen, weil die Marge nicht stimmte und die Großhändler Mindestbestellwerte verlangen, die dazu führen, dass die Tiere dann monatelang im Laden hocken und Strom- sowie Futterkosten verursachen. Aber wenn ich denen eine handvoll Unken anbiete, womöglich in Kommission mit Rücknahmegarantie, könnte da durchaus was gehen.

  • Danke Klaus... :)


    Das mit den Unken finde ich interessant! Kannst du vielleicht etwas mehr aus deinen Erfahrungen mit denen erzählen?


    Ich hatte mich als Teenie sehr dolle im Naturschutz engagiert. Allerdings bie im Verein, nur privat.

    Hier in Leipzig entstanden zu der Zeit viele Neubauten. Grünau... Paunsdorf etc. Der Boden ist sehr sandig. Und wenn die Arbeiten über den Winter nicht abgeschlossen wurden, gab es im Frühjahr entsprechend viele kleine Pfützen, Tümpel und Teiche. Diese wurden dann leider sehr oft von Molchen und Unken für die Eiablage genutzt.

    Gingen zur gleichen Zeit die Bauarbeiten weiter, wurde darauf natürlich keine Rücksicht genommen und die Tümpelchen wurden zugeschüttet, mit Planierraupe eingeebnet usw.

    Um wenigstens einige Tiere zu retten, hatte ich die Kaulquappen und Molchlarven zuhause großgezogen, und die umgewandelten Tiere meinem damaligem Bekannten vom Nabu zum Freisetzen mitgegeben.

    Zu der Zeit entstand bei mir die Faszination für unsere heimischen Amphibien.

    Aber da eine Überwinterung bei mir nie möglich war und ist, verbat ich mir eine dauerhafte Heimtierhaltung unserer Arten.

    Hab mich danach und seitdem dann eher gänzlich den wärmeliebenden Fischen zugewandt. :)


    Von deiner Unkenart kenne ich im Prinzip gar nix. Lediglich, daß es sie gibt. Für mich wäre es interessant zu hören, was du so über deine Tiere berichten kannst. Wieviel Platz die brauchen, was die bei dir an Futtertiere mögen, ob und wie du die überwinterst, wie das Terrarium bei dir gestaltet ist...

    Scheint ja alles zu passen! 🤗

    Die Kleinen sind da das Sahnehäubchen . . . :)


    Lg

    manu

  • Hallo Manu,


    man kann die Unken wie oben geschildert halten mit dem Nachteilen der schlechteren Belüftung und der Bedienung von oben (Greifvogeleffekt). Ich halte sie in einem Nagerheim aus Glas, das ich allerdings zusätzlich mit Silikon abdichten musste. Offenbar geht der Hersteller (der die Undichtigkeit aber auch kommuniziert) davon aus, dass umgeschüttetes Trinkwasser oder Urin vom Substrat gebunden werden. Die Grundfläche beträgt 60 cm x 40 cm, die Höhe bis zu den Türen beträgt 12 cm, der Wasserstand 8 bis 9 cm. An beiden Seiten befinden sich ca. 15 cm hohe Lüftungslochbleche und oben in der Ecke ein ebenso breites. Praktisch ist, dass die Scheibetüren auf einem Glasstreifen laufen, der über den Wasserteil ins Becken ragt. Zudem befindet sich ein senkrechter Glasstreifen an den Laufschienen. Diese Konstruktion hindert die Unken zuverlässig daran, spontan aus dem zu Arbeiten geöffneten Becken zu springen. Daher ist auch der Wasserstand 1 bis 2 cm unter den Schiebetüren, damit die Unken nicht verzweifelt dort Luft zu holen versuchen und damit ich sie besser betrachten kann.

    Hinten habe ich eine mittelfeine Filtermatte eingebaut, die unten an der Rückwand anschließt und dann etwa 10 cm schräg nach vorne geht. Dieser Landteil ist mit grobem Sand und Filterschaumstücken gefüllt und mit teils zuvor bewurzelten Stecklingen von Wachsblume, Kletterfeige, Kanonierblume und einem Zwergphilodendron bepflanzt. Die Wurzeln der Wachsblume sind jetzt nach zwei Monaten bereits durch den Schaum gewachsen. Ein kleiner Luftheber tröpfelt Wasser aus dem "Landteil" in den Wasserteil. Der Landteil hat auch einige höhere Erhebungen, die vollständig abtrocknen. Beleuchtet wird mit einer Casalux LED-Unterbauleuchte mit 8 W und einem Workzone LED-Strahler mit 15 W, zusätzlich beheizt wird nicht, so dass die Temperatur im Winter recht kühl ist, aber im Sommer auch 30°C erreicht.

    Am Boden des Wasserteils liegen 5 mm dicke schwarze Schieferplatten, die Zwischenräume enthalten etwas Sand. Wurzeln und Korkröhren strukturieren ihn und geben einem aus dem Wasser ragenden Echinodorus halt. Außerdem beginnen Wassermoose, sie zu bewachsen. Föutende Nixkraut- und Wassernabeltriebe geben den 2,3 Unken und ihren Kaulquappen Halt. Letztere fische ich immer mal ab, bevor die Vorderbeine durchbrechen, und setze sie in ein etwas kleineres, ähnlich eingerichtetes Becken, in dem ihre Eltern herangewachsen sind.

    ob und wie du die überwinterst


    Sie hatten übrigens keine Überwinterung, sondern haben den Winter im Zimmer verbracht bei einer Tiefsttemperatur von vielleicht 17°C.

    An Futter gibt es: Waffenfliegen*, mit Gammelfleisch in einer Falle gefangene Schmeißfliegen verschiedener Arten (nur im Sommer), Große Fruchtfliegen*, Ofenfischchen*, Regenwürmer, Landschnecken, Mehlkäfer und ihre Larven, Wachsmotten* und ihre Larven, was mir so in Haus und Garten an "Ungeziefer" ;) und Spinnen über den Weg läuft.

    Die Kaulquappen bekommen Fischflockenfutter und Frostfutter (Wasserflöhe, Mückenlarven). In ihrem Becken sind auch Schnecken (Turmdeckel-, Posthorn, Blasen-), in dem der Eltern zum vorbeugenden Schutz der Eier keine.


    Im Prinzip kann man alle Unkenarten gleich halten, allerdings kommen laut Zuchtberichten die beiden europäischen Arten ohne Überwinterung nicht zur Fortpflanzung. Aber das wurde ja von der Chinesischen Rotbauchunke auch behauptet.


    Gruß, Klaus

  • Ich bin begeistert! Alles richtig gemacht . . . ! 🤗

    Werd ich mir auf jeden Fall merken . . .


    Die Unken sind faszinierende Amphibien. Lebhafter als die Kröten. Zumindest sah ich das so bei den Jungtieren, im Vergleich.


    Noch 'ne Frage.

    Zur Paarungszeit haben unsere Unken ja die typischen 'Unkenrufe'. Deine auch?

    Kann man dabei noch schlafen...? ;)


    Lg

    manu

  • Ja, sie rufen. Ob man dabei schlafen kann, hängt auch vom Terrarium ab - und vermutlich vom Alter. Als Student habe ich bei Unkenrufen schlafen können, heue bin ich ganz dankbar, eine Wohnung mit mehreren Zimmern zu haben. Je nach Konstruktion und Einrichtung des Terrariums dringt der Schall unterschiedlich weit.

    Wenn Du leise Unken möchtest, solltest Du Dich nach der Riesenunke umschauen. die sind deutlich leiser als die Chinesische Rotbauchunke oder die Gelbbauchunke. Die Rufe der Rotbauchunke habe ich noch nicht erlebt.