Nitrat Probleme

  • Hallo,


    bin neu hier deshalb ein Gruß an alle.


    Ich habe seit einen Jahr ein Meerwasser Becken. Habe seit Anfang an das Problem das ich zu viel Nitrat im Becken habe.

    Wert ist bei ca. 80. Abschäumer läuft gut. Reaktor mit Zeolith läuft. Fische sollten nicht zu viel sein.

    Hat jemand einen guten Tipp das in den Griff zu bekommen.

    Habe schon von RedSea NO3 PO4 X probiert mit dem Ergebnis das ich eine Bakterien Explosion hatte.

    Bin für alle Hinweise dankbar.


    LG

  • Hallo Dennis,

    auch von mir ein herzliches willkommen.

    Ich habe mir erst mal Deine Aquarienbilder angeschaut und da muss ich sagen, die Tiere stehen eigentlich recht gut da, Algenprobleme sehe ich nicht, die auf eine hohe Nährstoffbelastung hinweisen könnten. Für LPS und Weichkorallen ist ein Null Nitrat Aquarium keine gute Idee.

    Also habe ich mir Gedanken gemacht, wie sich 80mg/L Nitrat seit Anfang an erklären lassen. Spontan fällt mir nur ein:

    - Ausgangswasser ist stark belastet, also das Wasser für den Wasserwechsel. Hier wäre durch eine Osmoseanlage ein großer Schritt zur Verbesserung der Ausgangsbedingungen. Eventuell das Ausgangswasser nach der Osmose zusätzlich über Kati-und Anionensäule vollentsalzen.

    - der Wassertest ist ungeeignet oder die Messmethode ist falsch. Hier würde ich einen anderen, für Meerwasser geeigneten Test versuchen und möglicherweise machst Du irgendwo Fehler beim Mixen der Testreagenzien?

    - Messfehler vermeiden, in dem man sich Referenzen erstellt. Das sind definierte Wassermengen, in dem eine definierte Menge Nitrat eingebracht wird. Hier kann man sich eine Reihe verschiedener Verdünnungsstufen herstellen und den Istwert der Testreagenz mit der Referenz vergleichen.

    - Nitratabbauende Bakterien durch Alkohol / Essig o.ä. Mitteln im Aquarium pflegen. In der Regel ist bei Problemen mit Nitrat / Phosphat eine mangelnde Kohlenstoffquelle die Ursache. Der Begriff Redfieldverhältnis, also P-N-C Anteile müssen in einem bestimmten Verhältnis zueinander stehen, sollte man immer beachten.

    - Futtermittel und deren Zusammensetzung verändern. Hier würde ich auf Futtermittel setzen, die eine möglichst niedrige Eiweißmenge beinhalten und dafür mehr Fette in der Zusammensetzung. In der professionellen Fischzucht geht man genau diesen Weg um die Wasserbelastung deutlich zu reduzieren. Nun sind in Deinem Aquarium keine Massen an Fischen vorhanden aber auch am Besatz sollte man überlegen, ob ein optimieren möglich ist. Und das ist aus meiner Sicht der Fall. Ich will Dich nicht kritisieren (ich habe auch diese Fehler gemacht) aber Doktorfisch, Kofferfisch usw. werden in kurzer Zeit sehr schnell wachsen und reichlich Stoffwechsel haben die auch! Abgesehen davon hast Du die Tiere ohne Partner und da zeigen die Tiere niemals das was sie so drauf haben! Paar- oder Gruppenhaltung ausgewählter Tiere haben ein Verhaltensschema, was das I-Tüpfelchen Deines Aquariums ausmachen könnte. Zum Beispiel die Haremshaltung von Zwergkaiserfischen mal so als Denkanstoß.

    - Salatfütterung, Obstfütterung, ein bewährtes Mittel für viele Aquarienfische. Aber auch hier verbergen sich erhebliche Nitratmengen. Ich empfehle hier auf Wildkräuter und Pflanzen zu setzen, die ohne Dünger wachsen. Löwenzahn- im Frühjahr geerntet kann man einfrieren und hat lange Zeit ein ganz hervorragendes Futter.

    - Teilwasserwechsel, regelmäßig oder noch besser permanent Wasser wechseln (in kleinen Schüben) täglich ist auch ein probates Mittel unerwünschte Konzentrationen an Nährstoffen zu begrenzen.

    Ich hoffe einige Ansätze sind hilfreich um geeignete Maßnahmen zutreffen.