Norbert N
Ich habe mehrere Franken kennengelernt, die haben das Ganze komplett anders erzählt & es gibt wohl auch eine ziemlich große Hassliebe zwischen den katholischen Bayern & den protestantischen Franken.
Die größte Beleidigung war für die Franken, wenn man sie Bayer nannte.
Und alle Franken haben erzählt, daß sie an den katholischen Feiertagen prinzipiell und ohne Ausnahme arbeiten müssen & ihre bayrischen Nachbarn ihnen das immer, mit einer gewissen Häme, unter die Nase reiben würden.
Einer der Franken, den ich mal während einer Kur kennengelernt habe, hat erzählt, daß die Bayern besonders gern an ihren Feiertagen in die fränkischen Gebiete zum shoppen, zum Friseur usw. fahren und sich dann köstlich über die Zwei - Klassengemeinschaft innerhalb des Freistaates Bayern lustig machen.
Er selbst war selbstständiger Handwerkermeister & auch seine Kunden fanden es immer mega praktisch, sowie unheimlich lustig, daß sie frei haben - er aber arbeiten und an Feiertagen Aufträge annehmen muss.
Und wer im bayrischen Teil arbeitet, aber in Franken wohnt, muss an den katholischen Feiertagen, entweder unbezahltes Frei nehmen oder jeweils einen Urlaubstag dafür opfern.
Das ist aber auch in anderen Bundesländern so geregelt. Meine katholische Kollegin, hat an wichtigen katholischen Feiertagen, auch immer einen Urlaubstag genommen, weil Sachsen - trotz katholischer Enklaven - eben vorwiegend protestantisch/evangelisch ist und dann alle Sachsen an den evangelischen Feiertagen frei haben.
Die ganz spezielle religiöse Zweiklassengesellschaft gibt's in Deutschland - glaube ich zumindest - nur in Bayern.
In allen anderen Bundesländern gibt's eine einheitliche Feiertagsregelung.
PS. Deine Ausführungen sind für mich aber sehr interessant, da sie schon noch ein anderes Bild malen, als ich es bisher kannte.