Beiträge von w4tel

    ein interview, das einiges an wissen voraussetzt und intensives reinhören in details verlangt. sehr oft wird von temporärer, zweckorientierter unterbringung z.b. für zuchtansatz und erstaufzucht gesprochen. es wird auch nicht immer der unterschied zwischen leben und überleben herausgearbeitet


    ich finde nicht, daß der zugang von frank schäfer, den ich übrigens sehr schätze, kontrovers ist. er ist pragmatisch. und zweckorientiert


    in diesem zusammenhang sind mir einige zeilen in erinnerung:


    "natur ist nicht gleich wohlbefinden. wir müssen realisieren, daß 90% der wildlebenden tiere einen ziemlich häßlichen vorzeitigen tod sterben ... das heißt nicht, daß ich diese biotopdaten, die ich vorgefunden habe, 1:1 in mein aquarium übertragen muß ... wenn man das tierschutzgesetz auf die freilebenden tiere übertragen würde, müßte man die natur sofort zusperren ... würden wir unsere tiere 'artgerecht' halten, würden wir alle im knast landen, denn das wäre grobe tierquälerei ... wenn ich ein 4 cm langes pangio in ein 200l-becken setze, das sehe ich, bis ich das aquarium ausräume, nie wieder, das tier ... für mich das große credo für nano-aquaristik ist tatsächlich ... bevor man sich mit dieser aquaristik grad im mini-mini-bereich ... auseinandersetzt, sich eine gute lebendfutterquelle aufzutun ... ganz kleine fische fressen sich nicht den ranzen voll, sondern sie essen den ganzen tag mini-mini-mengen ... auch da kommt's auf den fisch an. die fische, die mit einer fütterung einmal am tag oder alle zwei tage klarkommen, die gehören nicht in ein nano-aquarium"



    boraras hat er zwar zu hause, aber sie gehören für ihn offensichtlich nicht zu den nano-fischen. er pflegt dort offensichtlich hauptsächlich tiere mit extremen lebensbedingungen (wie die parosphromenus) oder solche (wie die zwerg-dornaugen), die dem üblichen aquarianer kaum zugänglich sind. mit den mehrfach angesprochenen annuellen killi-fischen auch eine sehr spezielle sparte der aquaristik, da die tiere praktisch nur schlüpfen um schnellstmöglich eier zu legen und wieder zu sterben - im gegensatz zu anderen, vielleicht weit kleineren fischen, die aber viele jahre in den becken verbringen



    noch eine persönliche ergänzung, weil das vom interviewer angesprochen wurde und auch mißverstanden werden kann: 'rundere' fische sind nicht zwangsläufig gesündere fische ; )

    die größten chancen, eine schöne population zu entwickeln, hast du den aussagen von erfolgreichen züchtern nach, wenn du einzelne pärchen in ziemlich veralgten behältern ansetzt, und diese dann anfangs auch für die aufzucht der jungtiere nutzt. die temperatur sollte da den sommer über kein problem darstellen


    meine ersten schwammen damals in 200l. so groß muß es ja nicht gleich sein, aber ein zumindest teilweise stark bewachsenes 100er sollte einer größeren gruppe herangewachsener doch zur verfügung stehen

    im außenbottich bei den platin-latipes. kleinlibellenlarven sind da einige drin


    auch wenn ich dem ziemlich entspannt gegenüberstehe, die große hätte ich schon gerne rausgefangen. nur ist der voll mit pflanzenmasse und algen. da würde - ohne ihn komplett auszuräumen - schon eine gehörige portion glück dazugehören

    'geisterfische' sind wohl deine neue leidenschaft ; )


    die hat den sommer nicht nur in meinen bottichen überlebt, sondern wuchert auch in der alten donau und in dem teich, aus dem ich sie bkommen habe


    dort müssen aus diesem grund sogar jeweils große mengen abgefischt werden

    ein seltenes foto eines meiner aichi ken. wenn er auch gar nicht das eigentliche motiv war und sich nur ins bild geschlichen hat



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    es bedurfte einer nochmaligen nächtlichen nachschau, um festzustellen, daß da gar nicht eine spinne an der wasseroberfläche auf der jagd ist, sondern daß sogar zwei im wasser ertrunken waren. um welche es sich dabei handelt, müssen die spezialisten herausfinden


    inzwischen werden sie schon wieder in den großen kreislauf eingegliedert

    ich bin mir nicht sicher, ob in meinen behältern - und dem miniteich - jemals jungfische durchkommen werden. sie sind voller leben - libellenlarven, wasserasseln, wasserkäfer, spinnen, ich entdecke täglich neues - und das soll ja auch so sein. sie alle haben zumindest ebensoviel recht, hier zu sein, wie fischchen, die den weiten weg von japan zu uns gefunden haben



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    ich konnte, nachdem meine population damals ausgelaufen war - und nach langem suchen, ein händler, den ich kenne, hat sie extra für mich mitgebracht - kürzlich ebenfalls wieder welche erhalten, noch winzig und nicht unbedingt billig. ich freu mich trotzdem


    sie leben in einem (absichtlich) ziemlich veralgten becken und sollen erstmal wachsen