Hallo Kristina,
mit Sewellia lineolata hast Du eine gute Flossensauger-Art für den Einstieg. Sewellia lineolata ist in Vietnam sehr weit verbreitet und wahrscheinlich auch die häufigste aller bisher bekannten 170 Flossensauger-Arten.
Bei der Gattung Sewellia handelt es sich um tropische Fische, die durchaus höhere Temperaturen vertragen. Eine Beckenkühlung wirst Du ganz sicher nicht für diese Art benötigen. In einigen Flussabschnitten in Vietnam und Laos wurden z.T. bis zu 30 °C gemessen und auch im heimischen Aquarium überstehen die meisten Sewellia diese Temperatur kurzzeitig, sofern sie gesund sind.
Bei Flossensaugern haben viele diese Ideologie im Kopf: Kühle Temperaturen, extreme Strömung, viele Steine und praktisch keine Pflanzen.
Aber wenn man sich näher mit Flossensaugern beschäftigt, stellt man fest, dass es große Unterschiede beim Temperaurspektrum, Strömung, der Nahrungsaufnahme und auch bei der Nachzucht gibt.
Die optimalen Temperaturen für Sewellia-Arten liegen zwischen 22 - 26 °C. Sie vertragen auch etwas kühlere und auch kurzzeitig etwas höhere Temperaturen.
Wenn das Wasser dauerhaft "zu kalt" ist, stellen sie das Laichen ein. Sewellia lineolata lassen sich recht einfach vermehren. Ohne großes Zutun. Ein Wasserwechsel mit kühlerem Wasser reicht meist schon aus, wenn die Temperatur danach langsam wieder ansteigt. Deine etwas höhere GH wäre für eine Nachzucht von Sewellia-Arten kein Problem. Und Flossensauger stellen, bis auf wenige Ausnahmen, ihren Nachwuchs nicht nach.
Die meisten Sewellia-Arten kommen auch ohne größere Strömung aus und es reicht oft die Filterströmung. Viele Halter schwören auf eine Strömungspumpe, aber sie ist für diese Gattung nicht zwingend notwendig. Wichtiger ist die Sauerstoffkonzentration, die mit zunehmender Temperatur auch wieder fällt. Hier sind Luftsprudler sehr vorteilhaft.
Die Art des Bodengrundes ist für Sewellia-Arten eher zweitrangig, da sie wie Pseudogastromyzon etc., keine Gruben zum Laichen anlegen. Viele runde Steine und verschieden große Flusskiesel sind aber Pflicht. Die Steine können ruhig Faustgröße haben. Und - wichtig - diese nicht zum Säubern der Algen rausnehmen. Im Aufwuchs auf den Steinen finden Flossensauger ihre Nahrung. Ebenso auf Pflanzen, die meiner Meinung nach in einem Flossensauger-Becken nicht fehlen sollten.
Wenn Du Begleitfische wie z.B. vietnamesische Kardinalfische einsetzen möchtest, sollten diese zuerst im Becken einziehen. Die Flossensauger ganz zum Schluss, wenn das Becken gut läuft. Schnecken und Garnelen wären je nach Art auch kein Problem, sofern sie mit den Wasserparametern klar kommen.
Viele Grüße Andy