Ich kann aus eigener Erfahrung bestätigen dass (etwas größere) Hechtlingsarten ihre Aufgabe als „friedliche Räuber“ sehr gut erfüllen können. Allerdings weiß ich nicht so ganz genau was Du mit „Vittata“ meinst - Peckoltia vittata?
Ich bin mir nicht ganz sicher, aber haben Harnischwelse nicht gerne mal Dornenfortsätze in den Flossen, um das Gefressen werden durch kleinere Predatoren zu verhindern, denen sie dann im Halse stecken bleiben? Siehe auch unsere heimischen Stichlinge oder Flussbarsche.
Ansonsten sollte man aber grundsätzlich bei der Vergesellschaftung von allen Hechtlingen vorsichtig sein. Alles sehr friedliche Arten (zu Beifischen, die sie größenmäßig nicht mehr runter bekommen…
), mit Ausnahme der Angehörigen der Gattung Pachypanchax vielleicht.
Aber alle können im Verhältnis zu ihrer Größe unverhältnismäßig große Brocken herunter bekommen!
Wenn man so wie ich als ehemaliger Angler einmal gesehen hat, wie weit unser (im Prinzip ziemlich „baugleicher“) heimischer Hecht sein Maul aufreißen kann, und was der für große Köder- bzw. Beutefische verschlingen kann… Man muss das schon selber einmal erlebt haben, sonst glaubt man es nicht.
Jedenfalls sollte die Vergesellschaftung von Hechtlingen grundsätzlich gut überlegt sein. Streifenhechlinge als eine der größten Arten können z. B. Fische im Format von ausgewachsenen Guppymännchen problemlos fressen. Sind aber natürlich auf Grund ihrer Beflossung auch leichte Beute…
Vor Jahren hatte ich als ziemlicher Anfänger eine, nennen wir es mal „Überpopulation“ von Limia melanogaster. Ich bin zwar nicht gerade der größte Fan von Lebendgebärenden, aber von dieser Art bin ich bis heute begeistert!
Jedenfalls haben die zur „Populationsbegrenzung“ dazu gesetzten Streifenhechtlinge ihre Aufgabe sehr gut bewältigt, und nach ein paar Monaten musste ich mir Gedanken machen wie ich meinen Bestand an Jamaikakärpflinge durch extra gesetzte trächtige Weibchen erhalten konnte. Und wenn die Hechlinge solche rasanten Schwimmer wie Jamaikakärpflinge erwischen, auch schon halbwüchsige Tiere, erbeuten sie auch jeden anderen „maulgerechten“ Fisch!
Aber auch kleinere Arten sind nicht ganz ohne. Ich hatte einmal in einem Gesellschaftsbecken mit den (sehr schönen!) Epiplatys roloffi ein paar überzählige Nothobranchius-Männchen eingesetzt. Die Nothos waren fast ausgewachsen, und die E. roloffi sind ja doch „nur“ so ca. 7-8 cm groß (Streifenhechtlinge werden sicher ein paar cm größer!).
Jedenfalls habe ich mir da keine großen Gedanken gemacht – bis die E. roloffi anfingen die Nothos „anzupeilen“! Ein paar der Prachtgrundkärpflinge konnte ich noch retten, andere jedoch waren bereits beim Versuch sie herunterzuwürgen zu schwer verletzt.
Aber so ein bisschen war ich da selber Schuld…
Nach meinigen obigen Zeilen könnte der geneigte Leser nun der Meinung sein, dass von Hechtlingen grundsätzlich eher abzuraten sei. Dem ist aber ganz sicher nicht so.
Aber:
- Größenmäßig passende Beifische wählen.
- Wenn neue (kleinere) Fische zu Hechtlingen zugesetzt werden: Hechtlinge vorher gut füttern – satte Jäger sind schlechte Jäger!!! Und blasse, panisch im Becken herumschießende Neuzugänge wecken automatisch den Jagdinstinkt. Man denke nur an eine Katze, vor deren Nase etwas ungeschickt herumflattert.
- Im Zweifelsfall die Hechtlinge vor dem Einsetzen von kleineren Neuzugängen herausfangen, und erst nach der „Akklimatisierung“ der Neuen wieder einsetzen.
Außerdem gehören auch solche wirklich entzückende Winzlinge wie Ringelhechtlinge zur Familie, die (vermutlich?) nicht einmal einem frisch geborenen Guppy etwas anhaben können.
Und manchmal braucht man eben auch „friedliche Räuber“ in jeweils passender Größe…
So, der Beitrag ist mal wieder viel länger geworden als eigentlich geplant… 
denkt sich
der Jens