Beiträge von Heiko

    Hi Günther,

    Das Argument mit dem saisonalen Wechsel der Becken wird immer wieder von einigen kritisch angesprochen und hat dabei sicher eine gewisse Berechtigung.

    Erfahrungsgemäß, und das betrifft nicht nur auranti sondern alle subtropischen Channas, ist das jedoch kein Problem.

    Ob Beckenwechsel oder sogar getrennte Boxenhaltung, beides wird von den meisten Channahaltern für die Überwinterung erfolgreich umgesetzt. Das kannst du letztlich auch in diesem Forum in einigen Beiträgen so nachlesen.


    Natürlicherweise unterliegen die Tiere wahrscheinlich noch einem viel drastischeren Wechsel der Umgebungsbedingungen in dieser Zeit, von einem Gewässer mit tropischen Temperaturen zu einer kühlen Erdhöhle in einem ausgetrocknetem Gewässer.

    Entscheident ist vielleicht, dass man den Wechsel der Umgebungsbedingungen, besonders der Temp im Herbst, irgendwie etwas langsamer anpasst. Also nicht von 25°C auf 16°C sofort runterkühlen.

    Ich gleiche die Temperatur langsam über 1-2 Wochen an und höre gleichzeitig auf zu füttern. Damit fang ich bereits in dem Wohnzimmerbecken an. Sobald man sieht, dass sich die Tiere im Verhalten darauf einstellen, Gruben anlegen und die Aktivität drosseln (bei auranti wird der Bock dabei führend sein) dann setzt ich sie in das noch etwas vorgeheizte ( ca. 20°C) Überwinterungsbecken um. Dort dann über 1-2 Tage aber die Temperatur auf die empfohlenen ca. 18-19°C runterschrauben.


    Ich hab mittlerweile das Gefühl, dass jüngere Tieren durchaus auch noch bei 18-19°C sehr aktiv sein können. Dann kann man auch mal auf 16°C runtergehen, um sie sozusagen in den Winterschlaf zu "zwingen"!

    Das ist immer etwas individuell abhängig von den eigenen Tieren und es gibt da auch unter den Experten unterschiedliche Erfahrungen mit der Temperatur. Ich hab mein Übetwinterungsbecken in der Garage mit einem elektrischen Thermoregler auf minimal 16°C begrenzt. Das haben sie dann auch durchaus für mehrere Wochen. Aus meiner Erfahrung ist das für auranti oder auch bleheri unkritisch, auch wenn von einigen diese 18-19°C propagiert werden.


    Den Revierwechsel im Frühjahr seh ich eher unkritischer. Der natürliche Wechsel zur Regenzeit mit gleichzeitigem Wasserpegelanstieg ist annehmbar gleichartig drastisch in der Natur.

    Erfahrungsgemäß ist dieser Wechsel, einschließlich Frischwasserwechsel, eher sogar paarungsauslösend bei den Subtroplern.

    Man muss sich da bissel rantasten und Erfahrungen mit den eigenen Tieren sammeln, ob man beide gleichzeitig umsetzt oder vielleicht sogar hintereinander. Das hängt auch etwas davon ab, wie sich das Dominanzverhalten innerhalb des Paares entwickelt hat. Ein größerer dominanter Bock, der sich von einer futtergierigen Dame im Frühjahr nicht stören lässt, ist da eher von Vorteil. Zumeist sind die Weibchen deutlich schneller am auftauen.


    In deinem Fall würd ich auf jeden Fall vor einer gemeinsamen Überwinterung die Tiere bei moderaten Temperaturen ( vielleich zwischen 20-22°C im Herbst erst nochmal kontrolliert im Wohnzimmerbecken zusammenführen und schauen, ob sie sich zusammenraufen, bevor du sie dann in das deutlich kleinere Überwinterungsbecken umsetzt.

    Je nach Temperatur deines Wohnzimmers kann dir dieser Kühler da siogar für eine kurze Zeit hilfreich sein.

    Mein Überwinterungsbecken für ca. 40cm Tiere ust 150x50. Ich weiß aber, dass manche auch erfolgreich noch kleinere Becken genutzt haben. Unter 100x50 solltest du aber nicht gehen und versuch jedem eine eigene Erdhöhle (Unterstand) zu bieten, auch wenn sie häufig dann sogar gemeinsam in einer sitzen können. Alternativ, um ganz sicher zu gehen, kannst du ja auch das Überwinterungsbecken zur Sicherheit noch mit einem Trenngitter versehen. In der Natur sollen ein Paar sich wohl in einem gemeinsamen Erdhöhlemsystem befinden. Dabei hat aber wohl jedes Tier seine eigene Überwinterungskammer (Zisterne).

    Ich hatte mal hier im Forum einen Link zu einer indischen Studienarbeit eingestellt. Ich weiß nicht, ob der noch funktioniert. Die Arbeit ist zumindest sehr aussagekräftig über die natürlichen Lebensbedingungen dieser Art!


    So viel Text, ich weiß, aber Erfahrungen lassen sich nun manchmal auch nicht stichpunktartig zusammenfassen!😉

    Ich hoff du kannst da was für dich mitnehmen.


    Grüße Heiko

    Hi Günter,


    Das klingt natürlich nach einem Plan, wobei das mit 300 Watt natürlich nicht ganz so klimafreundlich erscheint.

    Wäre es nicht einfacher irgendwo im Keller ein Becken 100x50 mit ordentlich Kies und einem halbierten Tontopf hinzustellen? Wie gesagt die brauchen in dieser Zeit kein großes Becken.

    Das schont dann vielleicht auch die Einrichtung deines Wohnzimmerbeckens in Bezug auf die Pflanzen und erhält dir den Showeffect im Wohnzimmer.


    Ich meine es ist deine Entscheidung und jeder muss da seine eigene Lösung für die Überwinterung finden. Aber meine Frau würde mir wahrscheinlich was husten, wenn ich ihr einen abgehängten 180x80 Klotz ins Wohnzimmer stellen würde, der auch noch Strom frisst!😂😉


    Grüße

    Naja, die Wasserflohreproduktion kann man bei entsprechender Fütterung durchaus so hochtreiben, dass du damit auch deine 400 Jungchannas temporär versorgen kannst. Zumindest würde es eine regelmäßige Abwechslung für Sie bedeuten.

    Aufwändig ist das eigentlich nicht besonders bis auf den täglichen Gang in den Garten zum keschern.

    Spirulina Pulver bekommst du für 10 € das Kilo in der Nahrungsmittel Abteilung.

    Langfristig muss man natürlich zufüttern. Ich habe meine pulchras und stewartii zusätzlich auch an Granulat gewöhnt.

    vielleicht lohnt es sich für dich auch mal ein paar Lebendfutterkulturen im Sommer im Garten anzusetzen Karsten!

    Ich hab derzeit 2 laufen, 1 Regentonne und 1 Mörtelwanne.

    Angeimpft im Frühjahr mit Cyclops und Wasserflöhen sowie etwas Teichschlamm.

    Jetzt tummelt sich da alles mögliche von Wasserflöhen, über rote und schwarze Mückenlarven, bis hin zu Glanzwürmern und sonstigem Getier.

    Gefüttert wird 1x/Woche mit Spirulinapulver und Hefe.

    Da kann man tgl. abfischen.

    Im Übrigen gibt es zur Überwinterung von Auranti unterschiedliche Theorien.


    Natürlicherweise überwintert ein Paar in einem gemeinsamen Kammer-, Röhrensystem im Boden.

    Bei entsprechenden Temperaturen ab 18-19°C hatte ich bisher noch keine Probleme mit einer gemeinsamen Überwinterung. Der Bock gräbt die Gruben für beide. Das Aggressionspotential nimmt deutlich ab.

    Es gab Leute, die haben ihr Paar zur Überwinterung gemeinsam in eine Styroporbox gesetzt.


    Colin ein sehr erfolgreicher Aurantizüchter senkt die Temperatur sogar noch tiefer auf unter 16°C, was aber bei den deutschen Experten eher kritisch gesehen wird.


    Die getrennte Überwinterung wird auch erfolgreich praktiziert. Ich seh dann nur im Frühjahr das Problem, dass sich das Paar erst finden muss. Der Gewöhnungseffekt über den Winter bleibt aus.

    Problematisch dabei ist immer, dass die Weibchen deutlich eher aktiv werden und dann durch Futterneid wieder sehr dominant werden. Es braucht dann einen kräftigen Bock, der das Temperament des Weibchens aushält und sich nicht verschüchtert verkriecht. Das war mein Problem dieses Jahr. Eine völlig problemlose gemeinsame Überwinterung, dann hatte der deutlich kleinere Bock sogar kurzzeitig Eier im Maul und wenige Tage später wieder verloren. Danach war die Dominanz des deutlich größeren Weibchens zu groß und er lag nur noch verschüchtert und versteckt in einer hinteren Ecke des Beckens. Die Dame im Fresswahn.

    Dominik Niemeyer meint sogar immer erst nach erfolgreicher Paarung füttern.


    Du tust sicher gut daran, die Tiere dieses Jahr erstmal weiter groß zu ziehen, insbesondere den Bock. Das ist auch aktuell mein Ziel bis zum nächsten Jahr.

    Die Dame sitzt in 150x50 und der Bock in 150x80 getrennt.


    Über die Überwinterung würd ich mir nochmal Gedanken machen. Ich werd meine beiden im Herbst wahrscheinlich wieder zusammenführen in einem gemeinsamen Überwinterungsbecken.


    Wo wird dein großes Becken stehen? Soll es zukünftig auch das ganzjährige Domicil bleiben? Dann ordentlich Sand zum Graben reinmachen.


    Grüße Heiko

    Die längliche Kopfform deutete von oben eher auf einen Bock hin. Zumal man kaum Unterschiede sah.

    Im Gegensatz zu den meisten anderen Channaarten haben bei Auranti die Damen den optisch breiteren Kopf, was aber im Wesentlichen nur ein optischer Effekt ist. Das Verhältnis von Kopflänge zu Kopfbreite ist bei den Weibchen kleiner. Also kurz und breit und dadurch ergibt die Seitenlinie des weiblichen Kopfes einen kleineren, schärferen Winkel unmittelbar hinter der Augenlinie.

    (auf dem Bild oben Weibchen unten Männchen)


    FB_IMG_1590479582021.jpg

    ( Copyrights bei Colin Dunlop)


    Zusätzlich sieht man den leichten Farbunterschied, das Weibchen dunkler und die höhere Ausweitung der goldenen Streifung über den Rücken der Böcke.

    Um weitere Aussagen zu treffen, waren die seitlichen Bilder noch sinnvoll, es gibt wohl auch Tiere ( insbesondere in Österreich😉) die sich wohl anhand der Kopfform nicht so einfach bestimmen lassen. Und da sieht es bei dir tatsächlich auf den unteren 2 Bildern der seitlichen Ansicht nach einem Weibchen aus.

    Wo du recht hast, Karsten, die Tiere sind noch recht jung und typische Geschlechtsmerkmale sicher noch nicht vollständig ausgeprägt. Das zeigt sich besonders bei der Kopfform jüngerer Exemplare.


    Also mein Tipp, es könnte mit beiden Geschlechtern passen! Gilt aber weiter zu beobachten!😉


    Grüße Heiko

    hi Max

    Wolltest du nicht noch ein drittes Becken aufstellen vielleicht solltest du die beiden noch mal für längere Zeit trennen und den Bock erstmal großfüttern? Ich denke das liegt am Grössenunterschied wahrscheinlich klappt es deshalb auch nicht mit dem Nachwuchs. Der hat wahrscheinlich zu viel Stress in den Becken durch das dominantere Weibchen!

    Ich hatte vor 2 Tagen mal nach WW mit Starterbakterien angeimpft. Desshalb hatte ich ihm gesagt, er soll nochmal 2-3 Tage warten, wenn es dann nicht besser wird, dann liegt es doch am Ast und er sollte ihn rausnehmen.

    Das Becken wurde erst kürzlich eingerichtet.

    ja Karsten, es sind die Enkel deines Paares.

    Der Rest schwimmt bei mir im Teich. Wir wollen mal die Unterschiede in der Entwicklung sehen am Ende des Jahres.


    Ich hoff nun für dich, Max, dass du aus dieser Gruppe endlich dein Pärchen bekommst. Mit den Jungtieren von Karsten hat es 2 Jahre gedauert, bus sie ausgewachsen und paarungsbereit waren. Also wieder Geduld angesagt. Das kennst nun ja schon.


    Und ja den Ast sollst du rausnehmen.


    Wir bleiben in Kontakt!


    Grüße Heiko

    Du hast die Zeit, 3x/d zu füttern, aber immer wieder Probleme deinen anderen Channaholikerpflichten regelmäßig nachzukommen?😁

    Wir sollten die Lockdownlücke vielleicht endlich mal wieder für ein Treffen nutzen!😁


    Schöne Tiere und wieder das Problem wohin in ein paar Wochen!😂


    Grüße Heiko

    Ja Max, mit Ehekrisen unter Channas muss man einfach rechnen. Meine pulchras haben dieses Jahr schon 2 Generationen Jungfische produziert und sitzen derzeit auch hinter einer Sichtscheibe.

    Die stewartii musst ich auch trennen, da der Bock die Jungen vor ihr bewacht und auf sie losgeht.

    Du hast dir diese Gattung selbst ausgesucht!😁


    Grüße Heiko

    Lesen nicht Mirko, aber einen ersten Ausblick kann ich mal geben.

    150x80x60 (LxTxH)

    Darunter kommen li. und re. nochmal 2 Becken 80x40 und 80x60.

    Das ganze stand schon 10 Jahre bei einen Fachgruppenmitglied. Ich hab nur die Eckverbinder ausgetauscht und es irgendwie in meinen Keller gequetscht!😁


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    Was macht dein Projekt?


    Grüße Heiko