Beiträge von Heiko

    Die von dir angesprochenen Pflanzen ( Wassernabel, Hornkraut, Wasserpest) sind eigentlich recht anspruchslos. Gehören aber zu den schnellwachsenden Pflanzen und treten natürlich erheblich in Konkurenz zueinander. Ggf können sie sich gegenseitig Nährstoffe klauen und damit ihr Wachstum unterdrücken. Außerdem benötigen sie ausreichend Licht.


    Hornkraut wird einfach auf die Wasseroberfläche gelegt. Probleme gibts bei saurem, huminreichem Wasser, dann löst es sich auf. Mal nachlesen, die brauchen einen gewissen Anteil an Kieselsäure im Wasser. Auch zu warmes Wasser ist für die problematischer.


    Der Wassernabel wird ebenfalls an der Oberfläche gehalten. Ein kleiner Teil der Pflanze kann emers wachsen, das fördert ungemein und die Blätter werden deutlich größer und kräftiger. Ich lege ihn in der Regel auf eine Korkröhre. Dann wächst er von allein ins Wasser. Am Besten mit deinem Händler sprechen. Die bekommen ihn als emers gezogene Pflanze. Sofort bei Lieferung abholen damit er gar nicht erst submers gehalten wird. Ansonsten ist die Umstellung wieder etwas problematisch und die Blätter können vertrocknen.


    Wenn du beide Pflanzen im Becken hast, dann wäre Wasserpest oder auch Nixkraut nicht mehr notwendig. Das wäre dann wirklich Konkurenz.


    Unter diese Pflanzen kann man dann ggf Anubien, Farne usw. setzen. Die sind weniger lichtbedürftig. Wachsen aber auch super emers.

    Desshalb sind meine Channabecken in der Regel nur zu 2/3 befüllt. Mit der Zeit wachsen Anubias und Schwarzwurzelfarne zu einen kleinen Teil aus dem Wasser.


    Ich arbeite auch gern mit Valisnerien in Channabecken. Kommen auch mal mit etwas weniger Licht aus. Nicht zu feinen Sand nutzen.

    Cryptocoryne pontederiifolia hat sich in meinen Channabecken als besonders robuste Pflanze bisher sehr gut gemacht. Due dürfen aber nicht ganz so dunkel stehen.


    Channa gachua kommt gewöhnlich aus eher klaren steinigen Bächen. Werden in Felshöhlen und unter großen Steinen gefunden. Das kann man entsprechend im Becken auch so einrichten.

    Da man in der Regel nur 2 adulte Fische im Becken hat und die auch eher sparsam füttert, kann bei diesen schnellwachsenden Pflanzen schon mal ein Nährstoffmangel auftreten, wenn die richtig das Wuchern anfangen. Dann einfach mal Eisen, Nitrat messen. Das kann man dann ggf. mal nachdüngen.

    Aber CO2 brauch man in solchen Setups eigendlich nicht.


    PS: Das zusätzliche Atmungsorgan neben den Kiemen nennt man Suprabranchialorgan bei Channa. Vergleichbar dem Labyrithorgan der Labyrinthfische (Bettas, Makropoden, Guramis, Buschfische und Co)


    Grüße

    Hallo Robbsen

    Channas sind immer noch Fische und haben keine Lungen.

    Eigentlich braucht es in einem Channabecken keine CO2 Anlage.

    Ich hab selbst noch nicht gehört, dass die Tiere gleich daran ersticken, solang noch genügend Sauerstoffsättigung im Wasser vorhanden ist.

    Das Luftatmen brauchen die Tiere vor allem in der Natur, wenn sie nur noch in irgendwelchen sauerstoffarmen Restlöchern hocken.



    Grüße Heiko

    Nehmt es mir nicht übel, aber ich zähle in dem Becken jetzt schon 7 Pflanzenarten, dann kommt noch das Moos und der Javafarn dazu. Das reicht doch erstmal für 126l.

    Ich wurde das jetzt erstmal lassen und schauen, wie es sich die nächsten 4 Wochen entwickelt. Die Limnophila li., sobald sie über die Wassersäule hinaus wächst, einfach auf 1/3 abschneiden und dann die abgeschnittenen 2/3 einfach daneben in den Boden stecken. Normalerweise sollte das Schnell gehen. Die leichten Braunalgen jetzt in der Einlaufphase werden sich wieder geben.

    DIe Guppys könnten sich auch vermehren, und dann?

    Was soll dagegen sprechen, Aquarienfischen auch mal ihren Fortpflanzungstrieb zu gönnen.


    Wenn man es vermeiden will, dann die Laichröhre regelmäßig ausleeren.

    Ancistrus ist einer der am häufigsten gehaltener Aquarienfisch. Die Jungtiere sind sowas von niedlich und werden in der Regel auch vom Einzelhandel abgenommen. Von Katja kannst du sogar eine Schleierflossenform bekommen, wenn dir sowas gefällt.

    Braun, gelb, weiß oder rot ist auch noch eine Entscheidung, die du treffen musst.


    Aus meiner Sicht, spricht da nichts gegen. Mirko hat sich wahrscheinlich auch nur auf das Geschlechterverhältnis bezogen. Zur Not halt gleichgeschlechtliche Verteilung.


    Grüße Heiko

    Nur der Erfahrung halber, da ja einuge Nachzuchten von denen letztes Jahr in Umlauf gekommen sind.

    Ich hab die Elterntiere und eine 6er Gruppe Jungtiere ca. 8-10 cm seit 2-3 Monaten in der WR in meiner Garage. Durchschnittlich 12-14°C. Aktuell aufgrund der Witterung sogar bei 10°C. Macht man sich schon Gedanken drum. Aber bisher alles gut. Die Tiere sehen gesund aus. Der Bock hatte jetzt ca. 4 Monate Futterpause und wird jetzt langsam aufgetaut. Geht auf ca. 20°C ins Kellerbecken.


    Das ganze soll bitte sicher kein Paradebeispiel für eine schonende WR sein, aber man sieht mal was stewartii so verträgt.

    Von asiatica kennt man das Potential ja.


    Grüße Heiko

    Hi Karsten,


    Wie groß war der noch mal? Wenn du den mal anbietest ich habe hier noch ein einzelnes Weibchen ca 30cm sitzen. Könntest du gegebenfalls gleich mit anbieten oder du willst es haben.

    Ich höre erstmal mit aurantii auf, da hat sich jetzt ein Pärchen obscura in dem vorgesehenen Becken eingefunden.


    Grüße Heiko

    Christian Kanele hatte damals mal einen Vortrag über seine Reise nach Nordost Indien den FO verschiedener subtropischer Channaarten gehalten. U.a. war er am FO von c. andrao und hat die Tiere vor Ort gefunden.

    Er meinte, die Damen fand er in Gruppen in den vegetationsreichen ( Gras/Schilf) Bereichen. Die Böcke hockten eher einzeln in teils sehr tiefen Höhlen.


    Bei andrao hört man das tatsächlich immer wieder.

    Auch Maik ( Flussmonster ) hat diese Erfahrungen gemacht. Selbst die Vergesellschaftung mit microctenopoma fasciolatum hat geklappt und die Buschfische hatten Nester, die Andrao Jungtiere.


    Ich weiß halt nicht ob man das auch in jedem Fall empfehlen sollte, ob man von solchen Voraussetzungen von Beginn an ausgehen sollte.

    Ich denke persönlich, es kommt immer bissel auf das Becken an, auf die Geschlechterverteilung.

    Desshalb hab ich auch geschrieben, "grundsätzlich" eher nicht!


    Grüße Heiko




    PS: Den Notenschnitt schaffst Du locker!
    "Sprach der Lehrer!"😂

    Diese Beispiele sieht man immer wieder im Netz. Die Vorstellungen der Tierpflege in Asien weichen doch des öfteren von unseren ab. Leere Becken mit viel Fisch.

    Ich will das gar nicht verteufeln. Für die Besitzer sind das zumeist geliebte und umsorgte Haustiere. Zumeist sehen die Tiere zwar überfüttert aber auch gepflegt aus.


    In dem Beispielvideo sogar eine Vergesellschaftung von micropeltes mit maruloides. Auch das ist des Öfteren zu sehen. Selbst mit weiteren Arten von südamerikanischen Räubern, Welsen oder Nordamerikanischen Knochenhechten.

    Wahrscheinlich verlieren solche großen Channaarten, bei hoher Besatzdichte und guter Fütterung ihr Revierverhalten und eine Paarbildung ist eher nicht möglich. Dann klappt sowas wahrscheinlich.

    Wenn man sowas kritisiert fühlen sich die Besitzer zumeist sehr betroffen und gekränkt, da sie offenbar wirklich sehr viel Liebe und Pflege damit verbinden.

    Eher weniger!

    Es gibt Arten, wie bleheri oder andrao, die vergleichsweise lang bis zur Geschlechtsreife und Paarbildung brauchen. Da werden Gruppen immer durchaus über 2-3 Jahre gepflegt.


    Aber spätestens mit der Paarbildung kommt es auch bei diesen Arten irgendwann zur Auflösung der Gruppe.

    Es gibt auch Einzelberichte wo Leute auch adulte Tiere, ich kenne das sogar bei pulchra oder asiatica ( Pharao ) über mehrere Jahre in einer Gruppe pflegen. In diesen Gruppen ist aber auch zumeist die Paarbildung ausgeblieben. Möglicherweise liegt es an der Geschlechterverteilung oder ,gerade bei subtropischen Arten, an einer dauerhaft warmen Haltung. Manche dieser Fälle sind echt nicht so recht zu erklären.

    Aber man sollte aus diesen Beispielen nicht darauf schlussfolgern, dass eine Gruppenhaltung grundsätzlich möglich ist. Die Betreffenden sind eher meist etwas verwundert darüber, dass sich kein Paar findet, denn das ist zumeist das Ziel.


    Nochmal zu pulchra.

    Es gibt seit 1-2 Jahren eine etwas abweichende, sogenannte pulchra red, Variante. Wir haben diese Art in unserer Grupoe auch vertreten. Sogar aktuell Nachwuchs. Anfangs dachten wir, die werden sich genauso wie sonstige pulchra entwickeln. Akso Endgröße bis um die 30 cm.

    Aktuell sieht es aber so aus, dass due Tiere doch etwas ruhiger sind und im Wachstum eher nicht so kräftig sind. Das muss man natürlich jetzt über die nächsten 1-2 Jahre noch weiter beobachten. Aber so ein Bauchgefühl und die ersten Erfahrungen sprechen ein wenig dafür.

    Vielleicht wäre das eine mögliche Art im nächsten Jahr für dich und dein 120x50.


    Grüße Heiko

    Hallo Luis


    Bei 18°C kann man sich im Übrigen auch mit einigen subtropischen Arten beschäftigen. Es muss nicht immer die Überwinterung in Boxen sein. Entscheidend sind Futterpause, ggf. Temporäre Absenkung des Wasserstandes und entsprechende Einrichtung, Höhlen usw.

    Bei der Beckengröße kannst du dich mit Arten bis ca. 25 cm beschäftigen. Für Pulchra wirds langfristig schon bissel eng, zumal auch nicht ganz ohne.


    Tatsächlich würde ich dir eher eine chanba gachua Art für den Anfang empfehlen. Schau mal im Forum unter thailändischen TH 03/02 oder indischen spec. blue bengalen. Letztere gibt es auch in einer farbmutierten Form, die hier im Forum unter "gescheckt" beschrieben wurde.


    Einzeltiere sind natürlich schwerer zu vermitteln. Aber nicht selten haben Halter auch mal ein Tier aus einem bestehendem Paar verloren und suchen dann das passende Einzeltier. ( ganz häufig immer wieder durch Beckenflucht was bei eurem Abdeckungsprojekt besonders zu beachten ist) Gruppen auch von 3-6 Tieren werden natürlich bevorzugt. Um so kleiner die Gruppe, um so eher wird natürlich nach der Geschlechterverteilung gefragt.


    Was du als Anfänger auf jeden Fall nicht machen solltest, die irgendwelche Einzeltiere besorgen und daraus eine Gruppe oder Paar zusammenstellen. Da brauchs schon Erfahrung mit der Gattung.


    Also bis zum Projekt, ruhig hier das Channa-Portal mal durchstöbern. Solltest du da nichmal auf spezielle Fragen stoßen, kannst dann nochmal in dem Thema nachhacken.


    Neben der schon empfohlenen Lektüre von Pascal wäre noch die Seite Channamania von Dominik Niemeyer zu empfehlen.


    Grüße Heiko

    Wenn schon meine Schiebescheiben angesprochen werden, sollte ich nochmal erklären, wie es dazu kam.


    Bis dato hatte ich auch immer mit Einzelscheiben oder Matten gearbeitet.

    Wenn man aber Tiere hat, die ständig im Verhalten wechseln, mal harmonisch, paarungswillig oder agressiv territorial, dann hat man irgendwann die Nase voll vom rein und raus. Gerade in der Phase des wieder Zusammenführens brauchte ich mal eine schnelle flexible Variante. Daher das Schiebescheibensystem. Machte es halt einfacher.


    Ich geb Karsten recht, die durchsichtige Scheibe, auch in veralgter Form führt aber zu permanten Revier-, Balz und Drohverhalten. Besonders auch beim eigentlich unterlegenen Tier welches anstatt Demut dann sogar mehr auf Verteidigung der eigenen Reviergrenzen an der Scheibe umstellt. Eine harmonische Zusammenführung wird langfristig eher erschwert. Zusätzliche Pflanzen oder Wurzeln als weiterer Sichtschutz haben in dem Bereich auch nicht wirklich eine Chance, wird immer wieder freigeräumt.


    Die Matten beruhigen tatsächlich erfahrungsgemäß deutlich besser. Ein zusätzlich eingebrachter Übergang durch ein Rohrsystem lohnt sich auch. Diesen kann man, ähnlich wie mein Schiebesystem, schnell und flexibel mit einem runden Stück Matte verschließen.


    Aus meiner Sicht bei permanent problematischen Paaren tatsächlich, auf die langfristig bezogene Verhaltenänderung, die wirksamste Variante.

    Aber halt optisch nicht immer so der Hingucker. Und ein raus und rein der Matte ist da auch nicht gerade praktikabel.


    Die Korkröhren helfen bekanntlich immer.

    Aber wenn es richtig kracht, dann gibt es einfach Arten, die das auch nicht aufhält. Das andere Tiere wird bis aufs Verderben gesucht. Bei mir z.B. wenn das pulchra Paar Junge führt.

    Viel kann man auch über die Temperatur regeln. Pulchra wird bsw. Über 25°C ruhiger.


    Ich persönlich habe auch den Verdacht, dass es Arten gibt, die möglicherweise doch keine dauerhaften Paare bilden, sondern sich die beiden Geschlechter nur zur Paarung zusammenfinden. Dann auch in einer gemeinsamen Interaktion mit der Aufzucht der Jungtiere verbleiben. Außerhalb davon aber eher getrennte Wege gehen.

    Gerade saisonale Habitatveränderungen zwingen manche Arten sicher auch besser miteinander austzukommen, wenn das Wasser fällt und die Lebensräume wesentlich kleiner werden, sinkt das aggressivere Revierverhalten.

    Kennt man ähnlich auch bei anderen Tieren, z.B. Krokodilen.


    Auf jeden Fall muss man sich in der Haltung von Channas auf sowas vorbereiten und es ggf. Einrichtungstechnisch mit einplanen, gerade wenn man keine Möglichkeiten für Ausweichbecken hat. Eine gut strukturierte Einrichtung ist schon mal Grundvoraussetzung, wenn man nicht ständig mit solchen Trennungen arbeiten will.


    Grüße Heiko

    Hallo Carsten,


    Vorab danke für deine Antwort!

    Da sieht man mal wie unterschiedlich Aquarianer ihr Hobby verstehen und das ist auch gut so.

    Es gibt die Schuppenzähler, die Mendelssohns, die " kleine graue Fische" Liebhaber, die Pretatoren-Jäger, die Vergesellschafter, die Biotopler, die Aquascaper, die Expressionisten und die " niedliche, bunte Fischis" Fütterer.

    Und im Laufe meines aquaristische Lebens habe ich selbst sogar die Kategorien öfters mal gewechselt.


    Aktuell gehöre ich etwas zu den Mystikern, die ihre Becken eher sehr dunkel gestalten und wo man den Fisch manchmal suchen muss. Das bereitet manchem Gast bei mir echt Kopfzerbrechen, wie man sich so einem Hobby hingeben kann, wo man den Fisch zweimal am Tag sieht.😂


    Nein alles gut, solang man das Gefühl hat dass da noch eine gewisse Verantwortung dahinter steht, kann ich mit jeder Kategorie Leben.


    Ich habe das bei dir jetzt so verstanden dass du die polymorphe Variabilität einer Art oder Auch Gattung studieren möchtest und da einfach mehr willst, als jeden Tag nur in ein Stillleben zuschauen und Fische zu füttern. Eine Freundin von mir versucht immer einigen Arten die langen Schleierflossen an zu züchten, da muss man auch erstmal mit klarkommen. Ich mein, wahrscheinlich experimentiert die Natur am Ende genauso herum und ist in ihrer Selektion dann eher noch drastischer mit den Maßnahmen für Fehlschläge.


    So jetzt höre ich aber auf euer Thema mit meinen sinnlos Gedanken weiter zu stören! Ich lese lieber mit.


    Viele Grüße Heiko

    Ich will jetzt überhaupt nicht ketzerisch rüberkommen und ehrlich gesagt kenne ich mich in eurem Fachbereich überhaupt nicht aus, ich schaue halt immer gerne mal in fremde Reviere rein! Man wird ja nicht blöder dabei!

    Wo liegt der Reiz an solchen Hybridzucht? Ist es das bloße Interesse, ob man ein genetisches Merkmal in irgendeiner Form auf andere Arten vertragen kann, ist es eine Spielerei oder eigener Forscherdrang ( wie der Chemiebaukasten unsere Jugend) oder möchte der ein oder andere einfach seinen einzigartigen Fisch im Aquarium haben?

    Bitte mich nicht vorwurfsvoll zu verstehen und auch keine endlos Diskussion entfachen, ich weiß dass das Thema manchmal etwas kontrovers diskutiert wird.


    Mich interessiert nur mal euer Antrieb dahinter.

    Bei den meisten wird es ja nicht um wirkliche wissenschaftliche Forschungsarbeit gehen, oder stehen da echte Gemeinschaftsprojekte mit wissenschaftlichem Erkenntnisgewinn dahinter?


    Grüße Heiko

    Alles gut, ich seh das gar nicht als Ärger, oder hobby ! War nur ne Diskussion. Ich glaube auch, dass wir bissel aneinander vorbeigeredet haben.

    Das man in solchen Becken, mit hohem Futterumsatz auf den Nitratwert achten muss, sind sich glaube alle einig. Brauch man meist gar nicht messen sondern erkennt der erfahrene Aquarianer meist schon an gewissen Folgeerscheinungen.

    Die Frage is halt nur, ob die Auswirkungen auf die Gesundheit der Fische unmittelbar mit dem Nitrat selbst oder eher mit damit automatisch verbundenen anderen Faktoren ( Nitrit, Keimbelastung, sonstige Schadstoffe oder vieleicht sogar auch Verfettung durch Mästung von Zuchtfischen ( Forellen) zusammenhängen.

    Wenn ich mir das durchlese und richtig verstehe, dann gehts aber im Wesentlichen nur um die Regelung der Nomenklatur (Namensgebung)

    Mindestkriterien für die eigentliche wissenschaftliche Arbeit, welche Methoden, welche Prüfungsverfahren find ich da nicht. Steht nur da, dass eine Beschreibung in der Publikation enthalten sein muss.


    Ich hatte da mal eine Diskussion mit dem Herrn Bleher drüber, der da auch seine Kritik drüber geäußert hat und besonders oft fehlende Peer Review Verfahren in einigen Publikationen kritisiert hat.

    Nicht für umsonst bedarf es häufig späterer Revisionen, gerade wenn neue Methoden, wie z.B. eine genetische Untersuchung, eine tatsächliche Artabgrenzung wiederlegen können.


    Aber wie gesagt, bei dem Thema bin ich eigentlich raus. Man hört halt nur immer wieder Kritik an diesem System, die offenbar an einzelnen Stellen nicht ganz unbegründet erscheint.

    Hi,


    Halt ich immer etwas für kritisch, wenn man allgemein von "wissenschaftlichen Untersuchungen/Studien" spricht. Das machen einige politische Fraktionen zur Genüge.


    In meinen Recherchen habe ich stets gefunden, dass es bezogen auf Nitrat kein direktes toxisches Wirkprinzip gibt, zumindest unterhalb der üblichen Grenzwerte, sondern dass es sich hier mehr um einen indirekten Indikator für weitere damit verbundene Schadstoffbelastungen und Keimdichten handelt.


    Sicherlich hast du Recht, dass in natürlichen unbelasteten Gewässern die Nitratwerte im Allgemeinen weit unter 10 mg/l liegen.

    Gerade Schwarzwasser, wo Diskus und Skalar herkommen, weißt eher Werte im Mikrogramm auf.


    Die Güteklassen der Gewässer werden aber wie angesprochen durch verschiedene Faktoren und nicht ausschließlich durch den Nitratgehalt festgelegt.


    Aquaristisch ist das aus meiner Sicht somit nur bedingt übertragbar.

    Wenn wir von Wildfängen aus Schwarzwasserhabitaten sprechen, dann geb ich dir recht sollte man deutlich stärker auf den Nitratgehalt achten. Aber auch da ist der Nitratgehalt bezogen auf die Vitalität der Fische nur als indirekten Indikator für weitere und tatsächlich ungünstige Faktoren für zu verstehen.


    Ergo, ich gebe dir völlig recht, dass wir uns nicht an den oberen Grenzwerten ( < 50 mg/l) orientieren sollten und deine Empfehlung 10 mg/l gerade für sensible Arten genau richtig ist. Trotzdem würde ich mir im Fall von Stevens Becken erstmal bei 25 mg/l noch keine übertriebenen Sorgen machen aber natürlich im Auge behalten.


    Die Frage ist tatsächlich, in wie weit man hier außerhalb von Besatzdichte gegensteuern kann. Mit gehäuften Leitungswasserwechseln in Bezug auf den reinen Nitratgehalt erreicht man annehmbar nicht viel. Das hängt vom Leitungswasser ab, was bekanntlich durchaus schon Werte von 20-30 mg/l aufweisen kann. Aber man reduziert z.B. Keimdichten damit was gerade für diese Schwarzwasserfische durchaus sinvoll ist.


    Nitratfilter oder schnell wachsende Pflanzen reduzieren zwar effektiv das Nitrat/Phosphat , wirken sich aber nur bedingt auf die Keimbelastung im Wasser aus.


    Ich halte das Setup von Steven auch bei dem aktuellen Nitratwert weiter für gut. Gebe aber zu bedenken, dass der Besatz größer wird, der Futterumsatz ggf. noch steigt. ( wobei Jungfische möglicherweise in der Bilanz vieleicht sogar problematischer sind?) und

    häufiger WW mit Leitungswasser bei dem Volumen erstmal der Wasserrechnung erklärt werden muß. Zudem andere förderliche Faktoren, wie pH und natürliche Huminsäuren, durch WW immer wieder verändert werden, was mir persönlich bei diesen Arten weniger gefällt.


    Ich möchte nicht wissen, wo die Werte in einigen Malawi oder anderen Gesellschaftsbecken Becken liegen, wahrscheinlich häufig über 50 mg/l, wenn man manches Algenwachstum sieht. Hier würd ich eher mal den Finger heben und auf die Wasserbelastung hinweisen.

    Das Problem bei einigen aktuellen Neubeschreibungen ist häufig das fehlende Peer Review vor Veröffentlichung.

    Veröffentlichen kann man wahrscheinlich viel, aber ob es am Ende auch die Anerkennung findet, steht auf einem anderen Papier.

    Zumindest versuchen die Inder bei den aktuellen Neubeschreibungen auch immer eine genetische Artabgrenzungen mittels DNA Vergleich aufzuzeigen.


    Ich bin da jetzt gar nicht so firm drin und müsste mich auch erstmal informieren, ob es gewisse Prüfkriterien einer zentralen Stelle oder Gesellschaft gibt, denen man sich vor einer Veröffentlichung stellen muss.

    Wahrscheinlich wird da aber auch nur formal die wissenschaftliche Methodenwahl auf nationaler Ebene geprüft.


    Vielleicht gibt es ja mal eine Revision der gesamten Gattung! Ansätze dafür mit den entsprechenden genetischen Untersuchungen hatten wir schon. Irgendwo hier im Forum auch hinterlegt.

    Da war mir nur noch in Erinnerung, wie breit sich verschiedene gachua Arten da in die Systematik eingereiht haben.

    Die kingsleyae werden sie nicht aktiver machen, sondern eher noch schüchterner.


    Wie groß war denn dein Becken?


    Man muss halt auch bisschen aufpassen. Grundsätzlich funktioniert diese Vergesellschaftung zwar, aber die besetzen z.T. auch die gleichen Reviere.

    Die Leos sind im Vergleich zu den kingsleyae deutlich ruhiger, weniger schlimm aktiv und nicht so ruppig untereinander. Dafür aber wie beschrieben nutzen Sie ähnliche Unterstände wie die Parachanna. Das heißt Platz braucht man in dieser Vergesellschaftung auch.


    Im übrigen dein aktuelles Problem, dass die parachanna den Flösslern das Futter klauen, wird dir bei den Buschfische noch stärker auffallen. Die sind extrem gierig und verachten auch keine großen Portionen, wie z.b. ganze Garnelen, Regenwürmer, Fisch und Muschelfleisch.


    Also ich würde das tatsächlich von der Beckengröße abhängig machen ob diese Vergesellschaftung überhaupt noch Sinn macht. Channa Becken Becken sind nun einmal eher stillleben, außer wenn's ums Futter und Revierkämpfe geht.