Betta enisae

  • Hallo Mike Cookie, ich nutze nochmal dein Vorstellungsthread.

    Du scheinst ja ein Experte in Sachen Betta zu sein, vielleicht kannst du mir noch einen Rat geben.


    Ich hab seit ca. 1 Jahr ein adultes Pärchen von Betta enisae bei mir sitzen.

    Die Tiere sind recht groß, top gesund, und untereinander recht streitsüchtig, wobei es bei mir zu keinen größeren Verletzungen kam. Am Anfang wars eher das dominante Weibchen, jetzt is der Bock Chef im Ring.


    Ich hab sie schon in Leitungswasser und Regenwasser von 22-28°C gehalten. Derzeit mal in etwas stärker huminangereichertem Regenwasser, wobei gem. Internetrecherche far nicht so weiches, saures Wasser empfohlen wird.

    Futter gibts hauptsächlich Insekten und Frostfutter, sind da gar nicht wählerisch Balz-/ Imponierverhalten des Bockes konnt ich bereits häufig beobachten, wenn es denn welches war, da es irgendwie immer im Streit endet.

    Sie sitzen stets im Artenbecken. Hatte die Tiere auch schon mal getrennt für paar Wochen gehalten. Das funktioniert bei Channas immer mal als Paarungsstimulation ganz gut.


    Dabei fiel mir auf, dass der Bock in Gesellschaft eher sehr scheu wird, trotz der imposanten Größe.


    Ich hatte leider bisher keinen Erfolg mit Nachwuchs. Irgendwie klappt es nicht.

    Ich hab das Paar bereits an ein befreundetes Fachgruppenmitglied ausgeliehen, der in Sachen Bettas eigentlich sehr erfahren ist und öfters schon mit Kühne unterwegs war.

    Auch bei ihm hats nicht funktioniert, die Tiere kamen eher noch zerstrittener und zerrupfter wieder . Er meinte die sind einfach zu alt, wobei wir das tatsächliche Alter der Tiere auch nicht genau kennen.


    Bilder hab ich hier im Forum schon mal gepostet.


    Vielleicht hast du ja schon Erfahrung mit Enisae und hast noch einen Tipp für mich.


    Grüße Heiko

  • Ich selber hatte enisae noch nicht aber einige anderen aus diesem Komplex.

    Nicht ganz falsch ist die Aussage, dass ältere Tiere weniger produktiv sind bis hin zum Einstellen.

    Was ich aber raus lesen kann, hast Du nichts falsch gemacht, kannst aber noch etwas anderes ausprobieren.

    Erstmal zu den Wasserwerten:

    ein Ph um 6,5 bis neutral ist völlig ausreichend. Andere Werte sind hier wesentlich wichtiger.

    Ein Leitwert unter 20 sollte angestrebt werden.

    Sofern der Kh fast nicht mehr messbar ist und der Gh dann so um 1 ist, passt das schon mal.

    Was jetzt folgt ist subjektiv und hat beim triggern schon oft geklappt, ist aber keine Erfolgsgarantie.

    Das Paar in ein 54 Liter Becken separieren.

    Feiner sowie dunkler Bodengrund.

    Stark bepflanzen und mit z.B. versteinertem Holz oder was sonst zur Hand ist, soviel Versteckmöglichkeiten wie möglich bieten.

    Ich selbst nehme noch hohle Baumröhren, welche ich so einbringe, dass der Bock sich zu 2 Richtungen daraus entziehen kann, wenn nötig.

    Zugänge sind hier leicht bepflanzt oder mit Laub versehen.

    Oberflächenbepflanzung, wie Froschbiss oder Salvina minima dicht einbringen.

    Beleuchtung ausschalten oder auf ein Minimum dimmen, sofern möglich.

    Viel Laub einbringen, Eiche/Capata/Rotbuche und auch Erlenzapfen.

    Eine Temperatur zwischen 22 und 24 Grad einhalten.

    Versuche das Wasser in dem Zeitraum mal mit Sauerstoff anzureichern ohne dabei starke Strömungen zu erzeugen.

    Ich würde dann Anfangs bei der Fütterung auf Enchys, in Maßen, zugreifen.

    Die Tiere sind scheu und reagieren empfindlich auf Störungen und Stress, wie auch pugnax, kuehnei, u.s.w.

    Daher auch nicht unter 54 Liter gehen, damit das Paar sich aus dem Weg gehen kann.

    Sollte es dazu kommen, dass der Bock dicke Backen hat, wird er sich sofort zurückziehen und verstecken.

    Nun liegt es an Dir auszuprobieren, ob das Weib ihn in Ruhe lässt oder zu sehr stresst, um entsprechend zu reagieren.

    Ich selbst vermeide es, das Weib zu entfernen. Es sei denn es gibt keinen anderen Weg.

    Das entstehende Schwarzwasser ist nicht zu unterschätzen und sollte sein teil tun.

    Was den Sauerstoff anbelangt folgendes: Bei Schaumnestbauern ist ja bekannt, dass sich in den ersten Wochen nach Schlupf, sich das Labyrinthorgan entwickelt.

    Bei Maulbrütern passiert das bereits im Maul des Bocks, ist also eine Unterstützung.

    Abschließend mal ein Statement in eigener Sache!

    Ich mache bei meiner Zucht kein Geschiß mit Technik und anderen Krempel.

    Ich halt nichts davon Tiere um jeden Preis groß zu ziehen, welche dann nahezu steril aufwachsen und beim ersten Keimdruck die Grätsche machen.

    Hauptsache die Kohle stimmt! Gibt einige davon und man kann gar nicht soviel essen, wie man kotzen möchte!

    Wer schwach ist, stirbt!

    Bringt nichts, um jeden Preis Fische aufzuziehen, die nach Abgabe dann eh verenden, sofern man diese dann nicht in Watte packt.

    Hat für mich nichts mit Arterhaltung zu tun.

    Wie haben es denn die alten Aquarianer geschafft?! Die hatten all diesen Klimbim nicht und waren auch erfolgreich!

    Ich stapfe ja auch nicht durch Kalimantan und verteile Heizstäbe in den Biotopen, wenn es mal kühler wird.

    Auch werde ich da kein UVC Klärer reinfeuern oder Medikamente, wenn der Keimdruck steigt.

    Ich werde auch keine Weiber abfischen, weil die evtl. in den Biotopen den Böcken auf den Sack gehen...macht doch keiner!

    Auch ist es in vielen Biotopen derart dunkel, dass Sonnenstrahlen nichtmal die Wasseroberfläche erreicht, wozu dann also eine Festbeleuchtung?

    Was man tun kann, die Becken so zu strukturieren, dass genügend Platz und Ausweichmöglichkeiten entstehen.

    es gibt auch Arten, z.B. Betta livida, ich hatte 4 Bruten mit ca. 300 bis 500 Jungtieren. Diese fingen an ab 5 mm Größe sich gegenseitig zu dezimieren, bis ca. 50 Tiere über blieben.

    Diese sind aber stark und haben sich durchgesetzt und erfreuen jetzt fachkundige Züchter der IGL.

  • Falls es im Artbecken nix wird könnte ein wenig "Unterhaltung" durch andere Beckenbewohner die Ehekräche beseitigen. Hat bei mir ein paar mal funktioniert, schlimmer wurde es bei den Tieren nie.

    Meine B. simplex laichen im Gesellschaftsbecken eher schneller wenn das Weibchen andere Tiere wegjagt aus dem Laichbereich und die Verteidigung des brütenden Männchens ist auch intensiver als bei Duohaft.

  • Ich halte simplex in einer Gruppe in einem 300 Liter Becken, die haben da genug zu tun andere Fische wegzujagen.

    Die Aussage kann man fachlich so nicht stehen lassen.

    Das sind subjektiv bewertete Einzelfälle und möchte dies außenstehend nicht werten.

    Halte ja solche Arten ( B. simplex) nicht zu 1/1. Ebenso wie bei Betta rubra als Beispiel.

    Halte bei solchen Arten rein gar nichts von Gesellschaftsbecken.

    Du wirst diese Art, meiner Meinung und Kenntnisse nach, in einem Gesellschaftsbecken nicht adäquat und erfolgreich ziehen!

    Große Arten, wie pugnax, cracens, kuehnei, picta und weiß der Geier was, sind bei mir entweder im Artenbecken bzw. zu 1/1 gelungen.

    Mache das jetzt seit 1975 (spez. Labyrinther) und lerne täglich Neues; aber das macht mich stutzig.

    Bitte keine Fragen stellen, wenn dann später doch autonom fiktiv, schon im Vorfeld, eine Meinung des eigenen Vorgehens gebildet wurde.

    Das führt zu Fehlverhalten derer, welche nicht aufmerksam lesen oder aus Unwissen Inhalte nicht wirklich richtig werten können.

    Nicht böse sein aber mein Studiengang war nicht Philosophie ;)

    Ich stelle Fragen, wenn ich etwas nicht weiß und Hilfe brauche.

    Wenn es dann jemand aus eigener oder wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen weiß wie, dann folge ich dem oder lass es.

    Frage ja auch nicht nach dem Weg, wenn ich mich dann doch anders allein durchschlage und Aussagen derat in Frage stelle.

    Aber stelle mein Gegenüber durch solche posts nicht schon im Vorfeld als bedingt glaubwürdig hin.

    Denn das suggeriert soetwas auf den Punkt. Bewußt oder unbewußt ( was in jedem Fall schade wäre).

    Wenn ich etwas nicht weiß, und das ist recht viel, dann sage ich das auch so, bevor ich mit Mutmaßungen mein Gegenüber und dessen Lieblingen sogar schaden könnte.

    Mal wirken lassen im Gesammtbild. wirkt recht schwammig.

    (dies ist kein Angriff, wer mich kennt, weiß das ich auf den ein oder anderen recht stark polarisierend wirke, weil ich ohne Umschweife sage, was ich denke, bin kein Politiker oder Diplomat aber stets bereit zu einem Dialog, sofern dieser eine vernünftige Basis hat.)


    Liebe Grüße

  • Hi Mike und Stefan!😉


    Die Frage kam ja von mir und war auch völlig ernst gemeint.


    Ich hab ja nun, wie beschrieben, so einiges mit den Tieren schon veranstaltet. Aber bis auf solche nachfolgende Aktivitäten gabs bisher nichts.

    Schau mal wie du das deuten würdest. Ich denke es ist nur Imponierverhalten des Bockes. Wie gesagt, es endete bisher immer im kurzen Gekloppe.



    Das aktuelle Becken, seit ca. 4 Wochen, ist ein Paludarium mit ner Grundfläche von 45x45 und 15 cm hinten 10 cm vorn Wassersäule. Das Wasser ist aufgrund des Xaxims sehr dunkel, weich (reines Regenwasser) und sauer pH 5.8. Und von Oben gibts ausreichend Deckung und Beschattung Im hinteren Bereich mit einer größeren Höhle. Nur leichte Zirkulation im Becken durch einen Minifilter.

    Optisch gehts den Tieren eigentlich gut und sie halten sich fast ausschließlich an dieser kleinen Frontscheibe im flacheren Teil auf und stehen gern im Javamoos.

    Der Bock ist sehr dominant gegenüber dem Weibchen, besonders wenns ums Fressen geht.

    Mit der Temp. bin ich derzeit noch recht niedrig ca. 22°C Raumtemperatur. Ich möcht die sich da jetzt noch bissel einleben lassen, dann nochmal WW und Temp. hochnehmen, vielleicht so um 2-3 °C.

    Also paar Empfehlungen von Mike sind da glaube schon umgesetzt. Mit dem O2 muss ich mal sehen einen kleinen Sprudler mit einbringen. Das is nun der nächste Versuch, mal ganz anders als bisher im stark bepflanzten aber auch glasklarem Becken.


    Stefan bzgl Gesellschaftsbecken, wie gesagt, da war der Bock der grösste, kräftigste Fisch mit den schnellsten Hasenfüßen. Ich glaub das ist bei den beiden tatsächlich keine gute Idee.


    Mal noch paar Bilder vom aktuellen Becken. Lässt sich durch das Gegenlicht schlecht fotografieren. pardon


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    Grüße Heiko

  • Hallo Heiko,

    ich meinte nicht das sie in ein Gesellschaftsbecken sollen sonderns das evt. ein oder zwei andere Beckenbewohner für eine Änderung des Verhalten sorgen könnten.

    Zum Beispiel Guppies, die nach meiner Erfahrung mit der Körpersprache der Bettas nix anfangen können


    Der Hinweis auf meine B. simplex in meinem Gesellschaftsbecken war nur ein kleiner Hinweis bzgl. meiner Beobachtungen.

  • Also, Becken bzw. Volumen zu klein.

    Was mich irritiert, er imponiert und sie verhält sich von der ersten Sekunde an dominant wie ein Bock und signalisiert sofort Stärke und hat keine Lust auf den Bock!

    Und sie ist das dominante Tier und setzt das auch durch.

    Dann sieht es so aus als sei der Fundort der Tiere Sanggau?!

    Bis dato habe ich Weiber der Art ohne den typischen Kopfstreifen und derat Kehlsackfärbung nur aus dem Fundort gesehen. Kann mich irren aber wäre ja möglich.

    Lasse mich da gerne Belehren, da es nicht zwingend meine Baustelle ist.

    Subjektiv gesehen, würde ich andere Partner anbieten.

    Ich hatte mal pugnax, picta, simplex und kuehnei, wo Weiber genauso derb abgegangen sind und es hat ums Verrecken nicht geklappt.

    Die Weiber hätten es mit jedem Bock getan, nur eben mit diesem einen speziellen nicht!

    Ich denke jedoch, dass der Ansatz eines größeren Beckens, eine Menge dicker Luft rausnehmen könnte, indem die Tiere sich zurückziehen können und sich nicht so sehr auf der Pelle kleben. was unweigerlich zu solchen Handlungen führen kann.

    Eine Menge Stressfaktoren kommen zusammen.

    Wenn all das nicht hilft, andere Partner!