Zucht von Amanogarnelen

  • Lass es sein, Ronny, es ist zu umständlich und meist nicht von Erfolg gekrönt...

    Es haben sich auch bei uns schon welche damit befasst, auch ich selbst, aber ....

    Das Lesen des Zuchtberichts der Logemänner reicht völlig aus zur

    Befriedigung diesbezüglicher Neugierden...

  • Dank Home-Office konnte ich mich damit jetzt einmal intensiver beschäftigen. Larven gab es genug, nur sind sie mir zu tausenden eingegangen. Ab dem 10ten Tag ging in der Regel das Sterben los, jeden Tag reduzierten sie sich auf etwa die Hälfte. Ich habe mich durch alle Parameter durchgetestet, und konnte ein paar Mythen ausräumen:


    Wasserchemie

    • Salinitätsbedingte Dichteschwankungen werden erstaunlich gut toleriert. Extrembeispiel waren einige Larven, deren Umgebung in der Petrischale sich auf ca 60 aufkonzentriert hatte, und deren Färbung bereits von transparent auf milchig-weiss umgeschlagen war. Nachdem unter der Stereolupe zu sehen war, dass sie die Beinchen noch bewegt haben, habe ich die Salzlake in der Petrischale vorsichtig (aus osmotischer Sicht jedoch immer noch zu schnell) wieder verdünnt. Ab 40 wurden sie wieder transparent und aktiv. "Normale" Schwankungen der Salinität (ich habe mich bemüht, einen Bereich von 25 bis 32 einzuhalten, einzelne Behälter hatten verdunstungsbedingt jedoch auch mal bis zu 36).
    • Sowohl das "steinharte" Berliner Leitungswasser als auch demineralisiertes Wasser "funktionieren" zusammen mit einer preiswerten Meersalzmischung. Teuer bringt keinen Vorteil.

    Futter:

    • Phytoplankton funktioniert als Erstfutter, das große Sterben beginnt ab dem 10.Tag.
    • Liquizell genauso, Das JBL Artemio Flüssigfutter weniger. Es scheint weniger konzentriert als Liquizell, und wurde daher möglicherweise zu hoch dosiert, jedenfalls war es jedesmal eine der schnellsten Methoden die Larven umzubringen (die Charge war frisch).
    • Spirulina funktioniert, aber genauso wie bei Phytoplankton und Liquizell beginnt ab dem 10. Tag das große Sterben.
    • Zooplankton wird allem Anschein nach nicht gefressen, stellt eher eine Nahrungskonkurrenz dar. Die Larven wirken von grüßeren Mengen Zooplankton (unbestimmt, aus einer Wasser/Bodengrundspende eines laufenden MW-Beckens) eher belästigt. Das war noch einer der besser laufenden Versuche, bis die mitimportierten Spaghettiwürmer sich mitnichten als friedliche Detritusverwerter, sondern viel lieber als eifrige Jäger herausstellten! Das Biest kroch in der Ecke des Beckens hoch, in die die Larven von der leichten Strömung getrieben wurden, und angelte sich mit den Leimrutententakeln eine nach der anderen... Am nächsten Tag waren es dann 5 Spaghettiwürmer und kein Larve mehr. Schade, denn das war der Ansatz, der - wohl auch wegen Wechselwassers aus dem MW-Becken, am weitesten gediehen war.
    • Durchbruch war die Kombination von lebendem Phytoplankton und Polytase/Biozyme. Damit kommen fast alle durch.

    Der Text liegt jetzt seit einer Woche im Editor, ich komme nicht dazu ihn fertigzuschreiben, und die der Firefox zieht fast allen Speicher. Bevor ich ihn abschiesse, schicke ich ersteinmal ab was ich bereits geschrieben habe - in den naechsten Wochen werde ich leider kaum dazu kommen, den Rest zu ergaenzen, aber das kommt noch!


    Glaeser - Becken - Larvenkreisel:

    Fahrplan: