Meine Becken: Grüne Hölle und Paradies für Perlen

  • Das hier sind die beiden Becken, die ich zZ. fahre.



    Grüne Hölle


    Das erste ist ein 160l Walstadbecken, wobei ich einen HMF einsetze und auch mal Wasser wechsle. Insofern ist das nicht ganz nach Lehrplan. Der Bodengrund besteht aus Teicherde und Kiesabdeckung. Ich beleuchte mit ca. 16lu/l, verwende keine Düngung und kein CO2. Ev. werde ich mal gezielt etwas Eisen zugeben. Das Holz ist Kiefer aus dem Wald. Das Becken steht seit Ende Februar 2019.


    Besatz:

    2 Paar Honigguramis

    4 x Rote Phantomsalmler

    Viieeele Blasen- und einige Geweihschnecken


    greenhell.jpg



    Weils so lustig ist, hier ein Bild wie es vor 5 Monaten aussah.


    aquaday1.jpg




    Paradies für Perlen

    Das zweite Becken steht erst seit einigen Wochen. Vor ein paar Tagen sind allerliebste Perlhühner eingezogen, die mir Hyperheide dankenswerter abgegeben hat. Wie man sieht sind das Meister im Versteck-Spielen. Das Becken ist eine Sonderanfertigung in den Maßen 1,10 x 0,25 x 0,25m, beinhaltet also ca. 70 l. Bodengrund ist Sand, gefiltert wird über HMF. Das Fensterbankbecken wird über Tageslicht beleuchtet (Nordfenster), zusätzlich hab ich noch ca. 900 Lumen LED-Stripes als Zugabe. Die künstliche Beleuchtung werde ich spätestens im September noch um rote Plant Grow LEDs ergänzen. Montag ziehen dort noch weitere Fische ein, ich will aber noch nicht verraten um welche es sich handelt. ;) Das Becken ist durch die Lichtverhältnisse und Reflektionen etwas schwierig zu fotografieren. CO2 und Dünger kommen nicht zum Einsatz, Das Holz ist Erle aus dem Wald.



    perlparadise.jpg

  • Hallo Frank,


    zu dem Perlen-Paradies hab ich paar Fragen ;): Ist das ein fertiger Holzrahmen gewesen, an dem du LEDs befestigt hast oder hast du den gebaut? Hast du mal überlegt, die HMF-Matte mit Moos bewachsen zu lassen, also so, dass das Moos dann auch emers oben auf der Matte wächst? Überhaupt wäre eine Moosecke für die Perlhuhnbärblinge schön. Sobald die Männchen alle am Balzen sind, sind Moos-Plätze immer besonders umkämpft und begehrt. Gefällt mir ansonsten sehr gut. Ich hoffe, die Perlhühner verstecken sich nicht die ganze Zeit. Meine sind mittlerweile gut konditioniert und kommen immer in den freien Bereich und an die Scheibe, wenn ich vorm Becken stehe. Das dauert ne Weile, aber wird sich bei dir dann sicher auch einstellen.

    Achja, wie kommen sie mit der Strömung zurecht?


    Liebe Grüße

    Heide

  • Hallo Heide,


    den Rahmen habe ich selber gebaut. Das sind schwarze Siebdruckplatten. Die Kanten habe ich mehrfach geölt. Die Seiten sind mit dem Oberteil verschraubt, das Teil kann man komplett abnehmen.


    Moos - ja da hast du recht, danke, muss ich noch etwas anlegen.


    Die Perlhühner haben mit der Zirkulation bislang kein Problem. Sie schwimmen natürlich nicht direkt an den Filterauslass, nutzen aber ansonsten eigentlich sehr lebhaft das gesamte Becken. Wobei sie eher seltener direkt unter der Oberfläche schwimmen. Sie sind auch besonders schreckhaft, wenn ich von oben komme. wenn man ein paar Minuten vor dem Becken sitzt, kommen sie raus. Ev. ändert sich das noch, wenn die Valisnerien an der Oberfläche fluten. Bislang treiben die aber in die Breite, ich denke das kommt noch. Erstmal ist die Familie angewiesen, vor dem Becken nicht rumzuhampeln. ;) Es ist mir leider nicht gelungen die PHBs zu zählen. Ich komme immer bis Neun spätestens dann schwimmen sie durcheinander. Verluste habe ich aber auch nicht entdeckt. Sie fressen auch gut. Bei "Gefahr" tauchen sie alle in der Sumpffreundhecke ab, dafür war die ja auch gedacht.


    Temperatur habe ich auf 22 Grad eingestellt, das scheint ihnen auch gut zu gefallen.


    Also soweit alles im grünen Bereich. Morgen kommen noch ein paar Tiere dazu. Vorher mache ich noch einen TWW.


    Gruß

    Frank

  • Hallo Frank,


    ich finde beide Becken beeindruckend! Wirklich schön.


    Noch mehr beeindruckt mich, dass du nicht ideologisch/fundamentalistisch von einem Missionierungseifer durchdrungen bist, hier eine einzige/deine Art der AQ-Kultur als Maß aller Dinge anzusehen, sondern sehr offen für alle möglichen pragmatischen Anregungen bsist und deine Kultur als Alternative vorstellt. Jedes Becken kann "scheitern", mir gefällt der ergebnisoffene Ansatz.

  • Danke für die netten Worte, Stefan. :)


    Ich sag mal so, wir lernen alle noch dazu und niemals aus. ;)



    Der HMF ist übrigens ein Langsamfilter. Man braucht dazu nicht unbedingt eine starke Strömung, etwas Zirkulation reicht. In der Matte siedeln sich Filterbakterien an, es ist sogar besser, wenn das Wasser langsam durch die Matte fließt. Es gibt eine sehr gute Webseite zu dem Thema:


    http://www.deters-ing.de/Filtertechnik/Mattenfilter.htm


    Es ist aber nicht zwingend notwendig sich da durch zuarbeiten.


    Ob das ein HMF für einen Kübel sinnvoll ist, keine Ahnung, aber warum eigentlich nicht. Es gäbe aber auch auch fertige HMF inkl. Gehäuse, so etwas kann man überall rein stellen und technisch wäre das auch im Außenbereich möglich. Als Alternative gibt es aber noch andere biologische Filtermedien, die man in jedem Innen- oder Außenfilter benutzen kann. Da gibt es Materialien, die noch ein viel größere Oberfläche haben als eine Matte. zB. das hier:

    https://www.biohome-filter-material.de/

    Das wird sogar für Teiche benutzt.

  • Wobei sie eher seltener direkt unter der Oberfläche schwimmen. Sie sind auch besonders schreckhaft, wenn ich von oben komme. wenn man ein paar Minuten vor dem Becken sitzt, kommen sie raus.

    Hallo Frank,


    dass sie nicht sehr oberflächennah schwimmen, ist übrigens ganz normal. Sie bevorzugen schon eher das untere Drittel. Jungfische sind da flexibler. Je jünger die sind, desto weiter oben schwimmen sie.

    Wenn ich gefrorene Mückenlarven füttere, dann halten sich die Perlhuhnbärbling-Weibchen ausnahmsweise auch direkt unter der Wasseroberfläche aus, um die Larven aufzupicken, die auf dem Wasser schwimmen.


    Ich habe übrigens auch die Erfahrung gemacht: Wenn man über dem Becken hantiert und dabei das Licht von oben abschirmt, bekommen sie Angst. Das ist vielleicht auch bei vielen Fischen so, oder? Immerhin bedeutet das Gefahr von oben. Wenn das Licht plötzlich ausgeht, hab ich auch schon panische Reaktionen beobachtet - vermutlich aus demselben Grund.


    Was für Fische sollen denn noch kommen? Vielleicht sind die dann ja weniger senibel und können die Hühner bisschen rauslocken.


    Liebe Grüße

    Heide

  • Hi Heide,


    heute ist eine Gruppe "Vietnamesische Kardinalfische" eingezogen. Das sind sehr schöne und klein bleibende Kardinäle.


    Die beiden Arten sollen sich sehr gut vergesellschaften lassen. Der Besatz reicht dann auch, mehr Fische werde ich nicht einsetzen. Otos, Zwergpanzer oder Dario Dario waren hier mal angedacht. Aber es bleibt jetzt mal bei den kleinen Gruppenfischen. 5 Turmdeckelschnecken sind auch noch dazu gekommen.


    Die Kardinäle sind schon etwas selbstbewußter (es sind aber auch schon fast ausgewachsene Exemplare mit 2 bis 2.5 cm) und zeigen sehr schönes Schwarmverhalten. Witzigerweise hängen sich die großen PHBs direkt in den Schwarm mit rein und schwimmen mit. Die kleinen PHBs sind jetzt erstmal im Dickicht verschwunden, aber das wird schon.


    Und ja denke ein Schatten von oben wird ganz natürlich als Gefahr aufgefasst.


    Grüße

    Frank

  • Hallo Frank,


    Du hast ein wirklich schönes Becken für die kleinen Asiaten.

    Perlhuhnbärblinge habe ich auch.

    Du schreibst, dass deine nicht direkt unter der Oberfläche schwimmen.

    Wie oben steht, ist dein Becken nur 25 cm hoch. Wenn Du die Sandschicht noch abrechnest, bleiben max. 20 cm Höhe.

    Wenn die Perlhuhnbärblinge bei dir 10 cm unter der Wasseroberfläche schwimmen, schwimmen sie also in der Beckenmitte.

    Meine schwimmen meistens 10 cm unter der Oberfläche, direkt unter den flutenden Blättern der Cryptocoryne aponogetifolia (Becken 100 x 40 x 50 cm hoch).

    Normalerweise mögen sie keine große Strömung.

    Aber die Strömung vom Innenfilter scheint meine überhaupt nicht zu stören.

    Die Nahrung (Flockenfutter, Mückenlarven etc. ) nehmen meine auch direkt unter der Wasseroberfläche an, nie auf dem Boden.


    Und wie Heide schon geschrieben hat, biete den Kleinen noch Javamoos an.

    Dass kann gerne ein großer Batzen sein. Auch an verschiedenen Stellen.


    Und dass mit dem "Schatten" von oben kann ich bestätigen. Das mögen auch die anderen Fische nicht, außer ein paar bodenorientierte Fische vielleicht.


    Viel Freude mit deinen kleinen Asiaten und dass sich bald Nachwuchs einstellt.


    Viele Grüße,

    Andy

  • Danke, Andy!


    Die Sandschicht ist nur so 1-2 cm dick, außer links und rechts. Aber natürlich hast Du recht, die Mitte des Beckens ist quasi kurz unter der Oberfläche.


    Mit der Strömung hatte ich auch etwas Bedenken. Ich habe eine 500l Pumpe dran, die habe ich soweit es geht gedrosselt. Die habe ich so eingestellt, das eine relativ gute Oberflächenbewegung für gute Zirkulation und effektive Sauerstoffanreicherung entsteht. Es ist also keine richtige Strömung wie man sie mit einer Strömungspumpe erzielt.


    Bis jetzt sehe ich da keine Anzeichen an den PHB die dagegen sprechen. Es ist jetzt nicht so, dass die Tiere nur in bestimmten Ecken hocken. Ich werde das aber auch weiter beobachten. Sollte da der Eindruck entstehen, dass sich die Fische unwohl fühlen, werde ich was unternehmen.


    Mit Nachwuchs würde ich jetzt erst in einigen Monaten rechnen, wenn alles auch noch dichter zugewachsen ist. Aber um das Moos kümmere ich mich kurzfristig.


    Gruß

    Frank

  • Hallo Frank,


    das mit den Kardinalfischen hattest du mir ja schon erzählt. Ich muss mal besser zuhören :roll:. Ich würde ja gern mal Fotos sehen! Vor allem davon, wie sich die Perlhühner dann mit in die Gruppe mischen! Ich nehme mal an, dass das, was die Google-Suche bei den Vietnamesischen Kardinalfischen ausspuckt, wieder nur die besonders schönen Männchen beim Balzen sind und sie in "echt" nochmal anders aussehen.


    Liebe Grüße

    Heide

  • Hallo Heide,


    ja, die Fotos die man so von den Kardinälen findet sind halt immer stark vergrößert und natürlich in Imponierstellung und von Vorzeigetieren. Die sind halt im richtigen Leben echt klein, und man sieht das im Aquarium nicht ganz so.


    In das Aquarium passen sie ganz wunderbar, da sie sehr schönes Schwarmverhalten zeigen. Es ist auch eine ganz gute Ergänzung zu den PHB, da die PHB zwar auch zwischendrin Gruppenverhalten zeigen, aber dann auch individueller sind und überwiegend in kleinere Gruppen fallen oder zu zweit unterwegs sind.


    Die beiden Arten kann man übrigens laut üblicher Quellen sehr gut bei niedriger Temperatur halten, und beide haben keine besonderen Anforderungen an das Wasser. Wir Berliner haben ja hier immer das Problem mit dem Betonwasser...


    Die PHBs sind jetzt immer mehr aufgetaut. Beim kleinsten Anzeichen von etwas ungewöhnlichem sind sie allerdings weg. Mal sehen, wie ich das fotografiere.


    Was meint ihr, ich will am Wochenende so drei Moos-Plätze an verschiedenen Stellen schaffen. Wie groß sollte so eine Moosfläche sein?

  • Was meint ihr, ich will am Wochenende so drei Moos-Plätze an verschiedenen Stellen schaffen. Wie groß sollte so eine Moosfläche sein?

    Hallo Frank,


    wenn jede Moosfläche ca. handgroß ist, ist das für den Anfang schon ausreichend.

    Javamoos vermehrt sich auch ganz gut. Manchmal dauert es etwas, bis es sich im Aquarium eingewöhnt hat.


    Siehe hier: Taxiphyllum barbieri


    Viele Grüße,

    Andy

  • Hallo Frank,


    die sehr niedrige Temperatur kann ich bei den Tanichthys micagemmae bestätigen.

    Ich hatte eine Gruppe im Freiland und habe beim eigentlichen Abfischen einige Exemplare vergessen.

    Als ich mir dann eine Portion Moos für zu Hause aus dem Mörtelbottich holen wollte - zu der Zeit eine dünne Eisschicht auf der Wasseroberfläche!!! - habe ich ein Kardinälchen darin bemerkt.

    Ich habe daraufhin den Bottich komplett leer gemacht und noch mehrere sehr muntere Fische herausgefangen.