Habe Planarien im Garnelen Becken, Tipps von Euch erwünscht.

  • Hallo Volker , normal sollte man Planarien auch an der Scheibe sehen .

    Man nennt sie ja auch Scheibenwürmer .

    Ich mache viel mit Pflanzen , verkaufe und kaufe nur gelegentlich , nicht im großen Stiel . Ich tausche auch ,

    Das Kreuz an der Sache ist , dass Pflanzen oft Dinge mitbringen . Für mich bedeutet dies , dass Neuankömmlige erst einmal genau untersucht werden , mit temperiertem Wasser abgespült werden . Dann in einem Quarantänebecken gehältert werden , da man z.B Schneckeneier aber auch andere Kostbarkeiten nicht unbedingt sofort entdeckt . Mein Quarantänebecken ist ein leeres 30 Literaquarium ohne Bodengrund , mit Filter und Heizung . Die Hoffnung ist dass man z. B. frisch geschlüpfte Schnecken sehr frühzeitig erkennen kann . Trotz aller Vorsichtsmassnahmen ist dies alles nicht perfekt . Dann hat man in einem Quarantänebecken immer noch die Möglichkeit die Chemiekeule als letzte Möglichkeit einzusetzen. Ich habe aus dem was mir in der Vergangenheit schon passiert ist die Lehre gezogen und mache mir lieber am Anfang etwas Arbeit und habe dann keine Kathastrophe .

    Grüsse Armin

  • Ich habe aus dem was mir in der Vergangenheit schon passiert ist die Lehre gezogen und mache mir lieber am Anfang etwas Arbeit und habe dann keine Kathastrophe .

    Ich war da in der Vergangenheit auch eher etwas zu sorglos und das Ergebnis waren div. Krankheiten und halt Planarien. Heute bin ich da vorsichtiger und schätze auch die Quarantäne.

  • Hallo,


    ich hatte mir Pflanzen von privat gekauft, sahen toll aus, könnte die Ursache gewesen sein. Die Wurzel bei Dehner gekauft, war nicht vorgewässert. Lag eine Nacht im heissen Wasser. Die Steine hatte ich ausgekocht. Aqua-Sand heiss ausgespült. Kein Frostfutter o.ä., da bleiben nun denke ich nur die Pflanzen.


    Hatte gelesen, das die Planarien sich an frisch gehäuteten Garnelen vergreifen, das dürfte erklären, warum bei den ausgewachsenen Garnelen nur noch wenige vorhanden waren, dafür mehr kleine Jungtiere.


    Es waren auch definitiv Planarien und keine Scheibenwürmer, da sie die typische dreieckige Kopfform besaßen.


    Liebe Grüsse

    Holger

  • Planarien bekämpfen


    Panacur / Fenbendazol


    Einen Versuch machte ich mit Panacur. Der Wirkstoff Fenbendazol behindert den Zellstoffwechsel und die Ausbildung des Spindelapparates bei der Zellteilung in den Eiern. Die Würmer sterben, wenn sie dem Mittel über einen Zeitraum von mehr als drei Tagen in ausreichend hoher Konzentration ausgesetzt sind.

    Ich habe eine Tablette mit 500 mg Wirkstoff zerdrückt und in 1,6 l warmen Wasser so weit aufgelöst, wie es möglich war. Nach dem Aufschütteln der Suspension kam in jedes Aquarium 2 ml pro Liter Aquarienwasser. Eine Tablette habe ich so auf 800 l Wasser verteilt. Die Dosierung betrug also 0,625 mg Fenbendazol pro Liter Wasser. Nachdem in einem Testbecken die Planarien schnell reagierten und die Schnecken keinerlei Schäden zeigten, wendete ich das Medikament in allen unseren Aquarien an. Es gab dabei keine Todesfälle durch das Mittel. In den Aquarien waren Melanoides tuberculata, Thiara scabra, Pomacea diffusa, Pomacea glauca, Pomacea canaliculata, Marisa cornuarietis, Taia naticoides, Faunus ater, Brotia herculea, Radix balthica, Helisoma duryii, Planorbella scalaris,Bithynia tentaculataund Physella acuta. Die Pianoschnecken (Taia naticoides) brachten in der Behandlungszeit sogar Jungtiere zur Welt, die ebenfalls keine Auffälligkeiten zeigten. Auch Garnelen, Krebse und die Fische wurden nicht erkennbar geschädigt.

    Nach einer Woche habe ich dann das Wasser gewechselt und glücklicherweise keine Planarien mehr gefunden. Einige Tage später starben recht plötzlich einige Apfelschnecken und auch viele Turmdeckelschnecken. Ich vermute, dass durch die Zersetzung der Planarien Giftstoffe frei wurden, die den geschwächten Schnecken den Rest gegeben haben. In den Aufzuchtbecken von Pomacea diffusaund Pomacea glaucain denen es keine sichtbaren Planarien gab, die aber zur Sicherheit prophylaktisch mitbehandelt worden waren, gab es nämlich keine Ausfälle. Man sollte also besser wiederholt das Wasser wechseln, um die Reste der toten Planarien zu entfernen. Der übrige Schneckenbestand fing nach der Panacur-Behandlung schnell wieder an sich zu vermehren.

    Da meine 30 Rennschnecken und die 20 Fruit Snails bereits vor der Panacurbehandlung durch Planarien und Egel getötet worden waren, kann ich zur Wirkung dieses Wurmmittels auf Neritidae nichts sagen. Schneckenegel werden durch Panacur definitiv nicht abgetötet.


    Schlußfolgerungen


    Wenn die Planariendichte in einem Aquarium mit Wirbellosen zu groß wird, ist eine Bekämpfung mit chemischen Mitteln nicht mehr zu vermeiden. Wenn keine Jungtiere mehr heranwachsen und sogar Alttiere sterben, überwiegt der Nutzen gegenüber dem möglichen Schaden. Wie effektiv die Bekämpfung ist hängt, zum Einen von dem verwendeten Bekämpfungsmittel und zum anderen von der Planarienart ab. Einige Planarienarten vermehren sich nur asexuell durch Teilung und andere Arten legen Eier. Bei eierlegenden Planarien ist eine Nachbehandlung der Aquarien nach etwa zwei bis drei Wochen sinnvoll, um sicher auch eine mögliche Folgegeneration zu bekämpfen. Panacur hat sich bei mir als schneckenfreundliches Bekämpfungsmittel bewährt.

    Durch die toten Planarien werden aber Stoffe frei, die den Schnecken schaden. Bei sehr starkem Befall ist es darum sinnvoll, möglichst viele Würmer vorher abzusaugen oder mit einer Planarienfalle fangen, um diese Belastung so gering wie möglich zu halten. Auch tägliche Wasserwechsel während der Behandlung helfen. Dann muss aber entsprechend nachdosiert werden.

    Zum Zeitpunkt der Behandlungen waren in meinen Aquarien keine Raubschnecken, Nixenschnecken und auch keine Tylomelania, so dass ich keine Aussage zur Wirkung auf diese Arten treffen kann. Alle behandelten Schneckenarten habe kurz nach der Behandlung mit Panacur wieder angefangen sich zu vermehren.