Warum ein Channa?

  • Hallo Ihr Verrückten,


    ich weiß nicht ob es hier rein passt, wenn nicht, dann verschiebt es bitte.

    Das Channas rein optisch ne Wucht sind, brauche ich euch ja nicht erzählen.

    Das die Tiere, vielleicht weil sie Räuber sind, ein interresantes Verhalten haben ist auch klar.

    Aber ich lese hier und auch in anderen Foren immer, dass die Channa "Persönlichkeit" haben oder "Besonders" sind.

    Könnt ihr mir bitte erklären was da auf mich zu kommt, wenn ich dann welche habe? Also was macht die so Besonders oder was meint Ihr mit Persönlichkeit?

  • Naja, "Persönlichkeit" im Sinne von unberechenbar würde ich jetzt sagen. Sowohl auf die Art als auch das Individuum bezogen. Cobalt blue z.b. waren bei mir in der Paarfindung sehr zivilisiert, bei einer Bekannten steht jetzt der 3. Versuch vor dem Scheitern (nach sich-gegenseitig-umlegen). Dirk Wojtkowiaks Cobalt blue Pärchen war wohl sehr zutraulich und "offen" im Becken unterwegs, meine sind eher zurückhaltend. Weiterhin: Ein harmonisches Paar kann sich nach Jahren ohne Zoff über Nacht umlegen. Einzeln gehaltene Tiere personalisieren sehr stark. Mein C. panaw kommt nur raus, wenn ICH vor dem Becken stehe bzw wird erst dann richtig betteln und nicht bei meiner Freundin, weil er weiß, dass ich der mit den Heimchen bin ;) Je nach Art sind sie auch in der Gruppe sehr zutraulich. Meine bleheri kann ich, wenn sie satt sind, theoretisch streicheln. Aber halt auch nicht jeden. Man kann bei Channa irgendwie nicht recht pauschalisieren, z.B. wirst du in Heikos Bericht und meinem Kommentar zu cobalt blue super viele Übereinstimmungen finden, aber ich würde mich hüten da etwas zu verallgemeinern. Im Prinzip ist es eine Wundertüte. Du kannst rabiate gachuas haben oder total friedliche asiatica, obwohl das komplette Netz das Gegenteil behauptet. Daher ist grade am Anfang die Gruppendynamik etwas ganz besonderes, wie ich finde.


    Mein persönliches Highlight: Das sind so Eigenbrötler, hassen sich in der Gruppe, kloppen, prügeln, etc. Sehen ja auch schon "grummelig" aus. Und dann: Als Paar zusammen stehen, friedlich sein und bei der Brutpflege die liebevollsten Eltern der Welt...


    Was solls werden bei dir?

  • Das klingt ja sehr interressant.

    Ich denke ich werde mir ne "einfache" Art zum Einstieg anschaffen, aber auf jeden Fall subtropisch. Ich lebe seit knapp 5 Jahren in Taiwan und an das Klima habe ich mich gut gewöhnt und kenne daher alle Jahreszeiten und könnte die in Deutschland gut darstellen. Ach ja hier gibt es auch Channas in der freien Natur und ja die werden hier auch gegessen.

  • Ja , da hat glaube jeder seine eigene Theorie Nick. Das kommt auch auf die Art an.

    Für einen Channaholiker vereint die Art wahrscheinlich alle Merkmale, die man an einem Fisch nur lieb haben kann.

    Zumeist zieht man sie bereits als Junggruppe groß. Junge Channas sind mit das Trolligste was es gibt. Besonders auf der Jagd nach lebenden Mülas.

    Weltmeister im Betteln sind sie von klein auf und das hält sich.

    Später, wenn sich ein Paar gefunden hat, erlebt man ein tolles Sozialverhalten. Alle Facetten einer Ehe. Man erwartet heißblütig die ersten Paarungsversuche, was bei den meisten Arten zum großen Spiel wird und absolut zum Spannen einläd.

    Ich sitz in meinem Keller auf der Couch und hab das Gefühl, ich werde beobachtet. Die stehen in ihrer Deckung und lassen einem nicht aus den Augen. Der Griff zum Kühlschrank löst dann bereits heftige Begeisterung im Becken aus.


    Zusammengefasst, es ist tatsächlich eine Kombination aus vielen Faktoren, die die Art so ansteckend macht. Aber die persönliche Beziehung die sich zwischen ihnen und ihrem Halter entwickelt, macht sie zu einem echten Familienmitglied.


    Mal ein Beispiel, für die von meinen Vorrednern beschriebene Unberechenbarkeit!




    Grüße Heiko

  • Hi Nick,

    der Vergleich von Ingo mit Katzen gefällt mir echt gut, weil er so treffend ist. Hier würde ich aber auch z.B. Großkatzen in die Vergleiche mit einbeziehen - eigentlich jeder Zeit elegant, wahnsinnig gut apadtierte Raubtiere, hübsch anzusehen und geschmeidig mit einem umwerfenden Zielbewusstsein etc. pp.

    Wenn du selbst erstmal welche pflegst, wirst du merken, was wir damit meinen - es wird einfach zur Sucht. Andere AQ-Fische mag ich auch gern und würde mir z.B. auch mal wieder gern ein schönes Paar größere Cichliden oder schöne Welse zulegen, aber das würde eben auch bedeuten, potenziellen Platz für eine evtl. neue Channa-Art zu opfern und das bringe ich z.Z. einfach nicht übers Herz... verrückt!

    Selbst Leute, die schon einmal Channa-mäßig hingeschmissen haben, fangen häufig trotz der ursprünglichen "Schnauze voll"-Meinung irgendwann wieder damit an.


    Ein weiterer Vorteil hängt sicherlich auch mit einem Umstand zusammen, der sich gut so ausdrücken lässt: die Gattung wurde in einer Fachzeitschrift mal als "Terrarien-Fische" bezeichnet. Sehr treffend, wie ich finde - die Einrichtung für ein Channa-Becken entspricht tatsächlich mehr der Einrichtung für ein 3d-Regenwald-Terrarium, nur halt mir Wasser drin; da kann sich der Pfleger richtig kreativ ausleben.


    Übrigens deine Frage "Warum ein Channa?" ist nicht ganz korrekt - bei einem bleibt es ganz selten.

  • Katzenmensch bin ich auch nicht unbedingt, zumindest was Hauskatzen angeht - der Vergleich passt aber total gut!


    Channa panaw kenne ich selbst gar nicht und die Haltung ist wohl nicht zu einfach - zumindest kenne ich keinen einzigen Nachzuchterfolg bei dieser Art, was meist auf unzureichende Kenntnis der Haltungsbedingungen und generell mangelndes Interesse bei potenziellen Haltern zurück zu führen ist. Auch ist die Individuendichte im Hobby wohl eher gering.

    Das alles kann natürlich auch eine ordentliche Herausforderung sein!


    Du hast ja noch Zeit dich zu entscheiden, welche Einstiegsdroge du wählst... kucke mal HIER .