Wie erkennen Fische ihre Art...???

  • Hallo Forum...


    Ich mach hier mal ein Thema auf, das mich schon lange beschäftigt. Wer möchte, kann hier gerne eigene Ideen dazugeben...
    Die Frage ist:
    "Wie erkennen Fische ihre eigene Art, wenn sie NICHT unter Ihresgleichen aufgewachsen sind...???"


    Dabei sollte man sich vor Augen halten, dass, je höher entwickelt die Art, das irgendwie nicht mehr so selbstverständlich zu sein scheint.
    Wie komme ich darauf...
    Als Beispiel meine Schmerlen, die Yunnanilus. Wenn ich alle paar Wochen den Mulm in dem 2Meterbecken absauge, sammele ich den zusammen mit dem Wasser in einer Wanne, eigentlich zum Blumengiessen. Zweimal schon tauchte dann paar Tage später eine Schmerlenlarve drin auf, die bis zur Grösse von anderthalb Zentimetern dort aufwachsen durfte. Setzt man die dann ins Becken zu den anderen Fischen, schwimmt der Fisch sofort zu seinen Artgenossen! Selbst wenn dort verschiedene Welse oder andere Schmerlen da rumhuschen...
    Wieso??? Er hat keinen Spiegel! Hat noch nie sehen können, wer er ist, wie er aussieht!!!
    Das funktioniert natürlich auch bei fast sämtlichen anderen Fischarten, selbst wenn sie unter fremden oder ähnlichen Arten aufgewachsen sind...
    Gibt man ihn in ein Becken, wo neben seiner eigenen Art noch andere Arten sind, wird er stets seine eigenen Artgenossen bevorzugen...


    Und das, was daran nun noch merkwürdiger ist . . .
    Die niederen Arten, alles was unter den Fischen steht, für die scheint das ebenso selbstverständlich zu sein...!!!
    Aber alles, was über den Fischen steht, sprich Amphibien, Reptilien usw. bis zu uns, desto problematischer wird es!!!
    Bei Amphibien und Reptilien geht das noch. Vögel hingegen sind dann sehr oft fehlgeprägt. Viele Arten der Säugetiere erst recht!!! Sogar Menschen, die ohne menschlichen Kontakt aufwachsen, erkennen ihre "Artgenossen" nicht mehr, siehe Wolfskinder und ähnlichen...
    Warum? Sind wir einfach immer blöder, je höher entwickelt wir sind???
    Viel Spaß beim Nachdenken . . . !!! ; )


    Lg
    manu

  • Hallo Manu,


    sehr wissenschaftlicher Ansatz 8-)
    Sollte darauf jemand eine plausible Antwort kennen, dann ist er Prof.Dr.Dr. sowieso :D


    Warum höher entwickelte Spezies es sich immer schwerer macht, liegt wohl an der hohen Entwicklung!


    ^^weiß, ist jetzt eher nicht wissenschaftlich ausgedrückt.


    Dennoch mal ein Beispiel aus meiner Erfahrung mit den 2 Panzerwelsarten Corydoras similis und Corydoras napoensis:


    Beim Futter suchen, beim Ruhen, beim Balzen, egal immer... sind jede Art für sich unterwegs. Eines Nachts durfte ich die Similis in einer Formation, wie soll ichs beschreiben? Also aufgestellt wie die Kegel beim Kegeln und die Napoensis alle quer verstreut. Wohlbemerkt nachts! Eine Art ruht, die andere sucht Futter. Heute balzen die Einen und morgen mit Verlass erst die Anderen.


    Alles so auffällig, dass ich mich dazu festlege. Und genauso machen es die Salmler, Harnischwelse,Barben und Regenbogenfische bei mir.


    Zu Deiner Frage: ich kann noch nicht s zu Aufwuchs sagen, aber zum Thema Aufstocken. Denn da ist es genauso. Gleiches sucht sich Gleiches!
    Hier im Gegensatz zur Physik! Ich denke das die Erfahrungen hier alle gleich sind! Aber die Antwort zum Warum!? Die suche ich auch!


    VG
    Mirko

  • Naja, wenn die unter Artgenossen aufwachsen, könnte man ja noch sagen, die sind von "ihresgleichen" geprägt worden. Schwimmen quasi zu den Fischen hin, die sie von klein auf gesehen haben...
    Schwarmfische schliessen sich daher sehr oft artfremden Fischen an, wenn keine Individuen ihrer eigenen Art vorhanden sind.
    Aber das Phänomen ist eben, dass, selbst wenn der "Eine" unter Artfremden aufwächst, oder ganz alleine - - -
    Auf irgendeine phänomenale Art und Weise erkennt er seine eigene Art sofort, selbst wenn er sie noch nie in seinem bisherigen Leben gesehen hat . . .
    Und das sucht nach einer Erklärung. : )


    Lg
    manu

  • Hi,
    ich denke, der "genetischer Code" und damit das artspezifische Verhalten ist schon ziemlich mächtig, gerade je "niedriger" ein Tier beschaffen ist. Beispiele und Gegenbeispiele:
    - viele Singvögelmännchen können zwar "singen", müssen ihren art-/mundartlichen Gesang aber über relativ lange Zeit erlernen - oft von älteren Männchen, um sich erfolgreich mit Weibchen paaren zu können
    - von Schlupf an allein aufgezogene Vogelspinnenweibchen der meisten Arten akzeptieren nur Männchen der eigenen Art als Partner, wenn er sich durch Klopf- und Bewegungsmuster RICHTIG zu erkennen gibt
    - es gibt Menschen, die genetisch mit einer "Gesichtsblindheit" geschlagen sind (oft ohne das selber zu merken!) - die erkennen in schweren Fällen nicht einmal die eigene Familie auf Fotos; normalerweise macht sich das aber in der mangelnden Fähigkeit bemerkbar, mimische Emotionen nicht deuten zu können
    - viele aus Handaufzuchten stammende Papageienarten erkennen ihre Artgenossen später nicht als potenzielle Partner an - während die meisten Schwarmfische das können :D
    - Erdkrötenmännchen versuchen sich im Frühjahr mit fast allem zu verpaaren, was ihren Weg kreuzt
    - ...
    Die Liste kann man sicher noch unendlich erweitern, wenn man die Zeit dazu hat. Interessant ist so ein Verhalten allemal. Ich habe auch mal überlegt, woran Fische ohne offensichtlichen Dimorphismus das andere Geschlecht erkennen - Geruch, vom Menschen nicht wahrnehmbare Lichtspektren,...?
    Interessant!!!