Pflanzen für Schwarzwasser-Aquarien

  • Mal eine Frage in die Runde.

    Ich hab ein Becken mit stark getorftem Regenwasser eine KH von 0-1 und einen pH von 5. Bisher sind mir alle Farne ( Kongo und Schwarzwurzel) , der genoppte Wasserkelch, eine Wasserähre und Wassernabel eingegangen. Die V. gigantea schlägt sich noch wacker, aber kommt auch nicht so richtig ausm A.... , neue Triebe sind Fehlanzeige.

    Der Echinodorus bleherae hab ich jetzt mal ein kleines Lehmbett verpasst wurde immer blasser. Neue Blätter zeigen sich jetzt wieder, bleiben aber auch deutlich kleiner.

    LED Licht hab ich aufgrund des braunen Wassers von 50% auf 80% hoch genommen. Dies hat jedoch nur das Wachstum von Pinselalgen ausgelöst, was mich bei dem weichen Wasser sehr wundert. Die brauchen doch auch Gerüstkalk?


    Hat jemand Erfahrungen mit so weichem Wasser. Ich brauch etwas robustere, größere Pflanzen, ruhig auch bis an die Oberfläche, da meine Pleurophthalma gern unter der Vegetation stehen oder durch die Pflanzen schwimmen und dünbere Halme schnell abknicken.

    Ich hätte noch an einen Lotus gedacht. Der wächst doch auch in jedem Schlammloch in Thailand.


    Grüße Heiko

  • Is noch gar nicht so extrem.

    Ich hab 2 Channaarten (pleurophthalma und bankanensis) die ursprünglich auf den Indonesischen Inseln beheimatet sind. Ihr ursprüngliches Habitat in den Sümpfen und Kanälen hat Wasserwerte noch unter einem pH von 5.

    Pleurophthalma wurde bisher in der Aquaristik noch nicht nachgezogen. Annehmbar auch weil eher selten derartige Wasserwerte angeboten wurden. Ich hab ein sehr schön harmonisierendes adultes Paar , welches auch bereits Paarungsverhalten gezeigt hat und ich verfüge über eine große Regenwasserzysterne. Zur Eiablage bauen sich diese Tiere eigentlich Pflanzennester an der Wasseroberfläche. Ich hab das ganze bereits mit Gartenbambus probiert und sie haben diesen sehr gut angenommen. Sind immer wieder zusammen rein geschwommen. Leider verliert der geschnittene Bambus innerhalb von 1-2 Wochen schnell die Blätter wird gelb und fängt an zu stinken. Das Becken/Filter wurden ganz schön belastet. War ne Menge Arbeit die einzelnen Blätter wieder vom Boden abzusaugen. Ich suche nun etwas langlebigeres. Künstliche Pflanzen wurden nicht so gut angenommen.


    Ansonsten ist mir klar, dass Schwarzwasserbecken eigendlich keine Pflanzen beinhalten.


    Heiko

  • Hallo Heiko,


    ich würde es dann auch eher mit Schwimmpflanzen, bzw. Sumpfpflanzen versuchen, die oben am Beckenrand eingehangen werden.


    Falls Du es mit Froschbiss oder Hornkraut versuchen möchtest, ich könnte was abgeben.

    Das Hornkraut würde ich aber nicht einpflanzen. Ich nehme dafür immer einen Keramik-Futterhaken und befestige es damit.


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  • Erstmal Danke an euch. Bist ein Schatz Manu, dass du für mich auf Recherche gehst. Ein Problem ist sicher dabei, dass ich Temperaturen von 28-32°C in dem Becken hab. Froschbiss hab ich auch ausreichend in meinen Becken. Hab aber die Erfahrung gemacht, dass zu hohe Temperaturen der Pflanze nicht so gut tun.

    Ähnlich das Hornkraut.

    Die Binsengewächse oder die Krebsschere sind bei geschlossenem Becken dann auch eher ungeeignet. Dann müsst ich den Wasserspiegrl drastisch senken und meine 2 Dicken hätten dann nicht mehr soviel Schwimmraum.

    Ich werds weiter probieren. Die Schwimmfarne sind glaube noch sehr wiederstandsfähig. Oder ich besorg mir mal sone Wasserhyazinthe. Die wachsen doch in den Tropen auch wie Unkraut. So 10 cm Wasserstand könnt ich sicher noch absenken, dann hätt ich ca. 20 cm bis zur Beckenabdeckung.

    Mal schauen.


    Grüße Heiko!

  • Hi,


    evtl. ist auch Ceratopteris cornuta ne Möglichkeit, die ist bei mir im Schwarzwasser (Betta persephone, Betta coccina usw) gut gewachsen, allerdings war das Wasser nur Bernsteinfarben. (aber auch mit ph 5 auf Leitwert unter 50µs) und nicht Cola-Farben.


    Wichtiger als extremer Huminsäuse-Eintrag scheint in den meisten Fällen häufiger Wasserwechsel und geringe organische Wasserbelastung zu sein.(Pinselalgen) Interessant ist, das auch Mulm und Wurzelholz Stickstoffverbindungen und ähnliches ausstoßen, den Leitwert anheben.. Fische aus Schwarz-Fließgewässern finden das meist nicht so schön. Zumal durch regelmäßige Regenfälle ja selbst in tropischen Sümpfen das Wasser regelmäßig ausgetauscht wird. Während es in unseren Becken steht und durch die organischen Materialien "vermoddert" => "Schwarzwasserkompost "


    Welchen Leitwert hat dein Channabecken?


    gruß tobi

  • Leitwert kann ich leider nicht messen Tobi.

    Die Huminsäuren hab ich nur zugegeben, um den pH irgendwie runter zu drücken. Mein Regenwasser hat einen pH zwischen 6.4 und 6.6.

    Wasserwechsel mach ich eigentlich alle 2 Wochen. Mulm hab ich sogut wie keinen im Becken. Bei 700l ist das immer ne Menge Wasser zum Wechseln.

    Die Pinselalgen haben mich auch gewundert. Ich hatte vorher null Pinselalgen und kurz nachdem ich die LED neu programmiert hab, traten sie plötzlich auf. Muss aber auch dazu sagen, dass ich aufgrund der Trockenheit und dem Gießverhhalten meiner Frau im Garten etwas sparsamer im Juni mit Wasserwechsel war. Kann durchaus sein, dass bei dem Futterumsatz der großen Fische auch der Nitratwert etwas angestiegen war. Vielleicht hat das in Kombination das plötzliche Algenwachstum begünstigt. Sind auch keine Nitratnutzer ( schnell wachsende Pflanzen) im Becken drin.


    Ich werd mal sehn wies weiter geht.

    Danke für deine Hinweise!


    Grüsse Heiko

  • Hallo Heiko,


    hier mal eine kleine Liste von Oberflächenpflanzen:

    • Aeschynomene fluitans
    • (Flutende Schampflanze)
    • Alternanthera aquatica
    • (Schwimmendes Papageienblatt)
    • Ceratopteris cornuta
    • (Gehörnter Hornfarn)
    • Ceratopteris pteridoides
    • (Schwimmender Hornfarn)
    • Hygroryza aristata
    • (Schwimmreis)
    • Phyllanthus fluitans
    • (Schwimm-Wolfsmilch)
    • Pistia stratiotes
    • (Muschelblume)
    • Ricciocarpos natans
    • (Schwimmlebermoos)
    • Salvinia auriculata agg.
    • (Artengruppe Kleinohriger Schwimmfarn)
    • Sowie alle anderen Salvinia Arten


    Eventuell auch möglich (Abt. Stengelpflanzen)

    • Hydrilla verticillata
    • (Grundnessel)

    Gruß Martin
    Als ich ein junger Mann war, merkte ich, das von zehn Dingen, die ich tat, neun fehlschlugen. Ich wollte kein Versager sein und arbeitete zehnmal so viel.
    (George Bernard Shaw (1856-1950), irischer Schriftsteller)

  • Einen niedrigen ph-Wert ohne all zu starke Färbung habe ich mit Schwarztopfgranulat aus dem Gartenteichbedarf hinbekommen.

    Osmosewasser und ne handvoll Granulat und der ph Wert ist abgerauscht.


    Bzgl. der Saisonalität von Wasserparametern, kann eine Modderphase (Trocken-Zeit) und dann wiedrum eine "Verdünnungsphase" (Monsun-Zeit) den Ausschlag für eine Vermehrung geben.

    Wenn es im Herbst also wieder feuchter ist, kannst du dann ja mal nen paar Wochen ordentlich wechseln.


    Ich könnte mir auch vorstellen, dass wenn du Ablaichmopps aus Fransengarn (Klick) und Korken bastelst (Klack) die Wasserbelastung senken kannst und zugleich auch keinen Aufriss wegen der Pflanzen machen musst.


    mfg tobi