Crenicichla atabapo red 2 und Hero severum red spotted

  • Hallo Forum,


    Ich möchte mal mein kleines Südamerika vorstellen.
    Becken ist ein Juwel 450l (150x50) mit 2x Sera LED Beleuchtung, inkl. Dimmer für Sonnenauf- und untergang in Rot.
    Der Filter ist eine etwas eigene Kreation.
    Ich habe vor einen Eheim professionell 3 einen Sera Pond 6000 Druckfilter vorgeschaltet.
    Somit ist der Eheim eigentlich nur die Förderpumpe!


    Das Becken ist eher als Bachbecken mit moderater Strömung, viel Wurzeln und Pflanzen eingerichtet.
    CO 2 wird über den Filter eingespeist.


    Der aktuelle Besatz:
    6 x Crenicichla atabapo red 2 (Wildfang) ca. 12-15cm
    4 Hero severum red spotted
    4 Zonancistrus spec. L52 (Butterfly Pleco)
    1 Wabenschilderwels (Pterygoplichthys gibbiceps)


    Zusätzlich haben sich 4 Netz-Pinselalgenfresser (Crossocheilus reticulatus) nach Südamerika verirrt.
    Die waren einem Freund zu groß geworden.


    Wer jetzt aufschreit, dass die Atabapos ca. 35-40 cm groß werden und die Heros auf Dauer auseinander nehmen, hat absolut recht!
    Es handelt sich noch um eine Jungtiergruppe, die derzeit völlig harmonisch im Becken zusammenlebt. Die juvenile Körpermusterung (Streifung) soll später verschwinden, was sich bei den 2 größeren Exemplaren auch schon andeutet.
    Die Heros wurden anfangs ganz schön attackiert. Nach einer Woche waren aber die Verhältnisse geklärt und jetzt läufts ganz gut. Die anfänglichen Bisswunden an den Schwänzen verheilen jetzt sehr schnell und gut und es sind keine neuen hinzugekommen. Die Heros haben´s offenbar begriffen, dass sie im Oberwasser bleiben sollen. Dort ist ja eigentlich auch deren üblicher Aufenthaltsort.
    Bezüglich Futter gibts keine Probleme. Die Futtersticks der Heros schwimmen an der Oberfläche und werden von den Atabapos ignoriert.


    Fütterung der Atabapo war anfangs echt ein Problem. Sie nahmen Futter nur zögerlich und wenn es sich nicht bewegt hat, wars uninteressant. Nur Lebendfutter. Nach 2 Wochen Fasten hab ich dann echt Futterfisch besorgen müssen, da ich Angst hatte, dass mir die Kerle verhungern.Die Regenwürmer waren schneller im Kies verschwunden, als dass sie sie überhaupt bemerkt hätten.
    Ich habe das Gefühl, der einzelne große Wabenschilderwels hat ihnen dann irgendwann das Frostfutter schmackhaft gemacht. Die waren natürlich immer daran interessiert, an was der da rumspielt und haben ihm dann irgendwann das Futter vor dem Maul geklaut. Seither nehmen sie sehr gut Krill, Garnelen, Bachflohkrebse ausm Frost. Auch Regenwürmer werden jetzt nach langem Suchen gefunden. Zum Glück kommen die Rotwürmer immer wieder nach paar Minuten aus dem Kies gekrochen. Mittlerweile buddeln die Atabapos sogar nach Ihnen und reißen sie dann aus dem groben Kies. Scheint Ihnen Spass zu machen.


    So ihr merkt, ich bin ganz begeistert von denen.
    Dafür gibts im Herbst dann auch ein größeres Becken. 200x60 sind geplant. Dann sind hoffentlich auch die Kritiker zu frieden. Langfristig soll sich aus der Gruppe hoffentlich ein Pärchen herauslösen.


    Wer Anregungen oder sogar Erfahrungen mit Crenicichla hat, immer her damit. Sind meine ersten.


    Zum Schluss noch paar Bilder und ein kleiner Clip mit schlechter Auflösung! Ich bin Aquarianer und kein Fotograf!


    Grüße Heiko


  • Kleines verspätetes und beschämendes Update zum Projekt und Anekdote zum Thema Nitritpeak für Andreas alias WhiteBeard.


    Das beschriebene Projekt lief ca. 8 Monate stabil, die Crenichichla wuchsen prächtig auf von 10/12cm auf gut 15/16 cm.
    Nun kam die Urlaubszeit im Juli 2017 und das stabile System musste mal 14d allein klarkommen. Für die tägliche Fütterung habe ich den netten Nachbar in Menge und Futtersorten eingewiesen.
    1 Tag vor dem Urlaub kam ich auf die blöde Idee nochmal einen umfangreichen Wasserwechsel durchzuführen. Einmal begonnen kam eins zum anderen, die Wurzeln raus, Pflanzen verschneiden, Bodengrund richtig aufgewühlt und abgesaugt. Letztlich wurde ein fast 100% Wasserwechsel durchgeführt.
    Diese Arbeit dauerte ca. 5 h an. In dieser Zeit kam ich überhaupt nicht auf die Idee, den Filter weiter zu durchströmen. D.h. er war komplett stillgelegt.
    Mein Filtersystem war genauso überdimensioniert wie mein Vorhaben, dass Becken einer kurzfristigen Grundreinigung auszusetzen.
    Vor einem Eheim proffessionell 3 Außenfilter hatte ich seit ca. 1, 5 Jahren einen Sera Teichfilter für 6000l vorgeschaltet. Der hatte bereits gut Filterschlamm im Filtermedium angesetzt. Wurde bis zu diesem Zeitpunkt nie von mir gereinigt.


    Nun gut. Am Folgetag war noch allles in Ordnung. Den Fischen gings gut, Wasser war klar. CO2 Anlage stabil und Temperatur im Normbereich. Dann machten wir uns auf die Reise.
    Nach weiteren 24h ( ges. 48h nach WW) war noch alles in Ordnung. Weitere 12h später morgens plötzlich der Anruf, alle Tiere sind tot und Wasser ist eingetrübt. Alle Tiere hieß 6 chrenichichla ca. 15 cm, 1 Wabenschilderwelse ca. 20 cm, 4 Butterfly Plecos, 4 Heros.
    CO2 Indikator war im grünen Bereich. Filter lief, Temp. ok.
    Ich konnts nicht glauben und hatte keine Ahnung was passiert war.
    Ich habe dann per Telefonansage alle toten Fische herausholen lassen. Ansonsten sollte nichts am Becken verändert werden. Eine Woche später war das Wasser wieder völlig klar. Ich habe dann mal 5 Neons einsetzen lassen ohne weiteren Wasserwechsel oder sonstige Veränderungen am Becken. Die Neons erfreuten sich bester Gesundheit auch noch 1 Woche später nach meiner Rückkehr aus dem Urlaub. Ich habe dann alle Wasserwerte gemessen, die mein Serakoffer her gab. Nichts auffälliges.


    Was war nur passiert?


    Meine persönliche Erklärung, ich habe mit der Grundreinigung und dem langem Stillstand des Filters wahrscheinlich dafür gesorgt, das insbesondere die aeroben Bakterien im Filter abgestorben sind. Dies wird sicherlich eine extrem große Biomasse toten Filterschlamms in das System eingebracht haben. Da der Filter derart überdimensioniert war, wird das Verhältnis Filter zum Beckenvolumen (400l) zu einen unverhältnismäßig hohen Eintrag an anorganischen Stickstoffverbindungen ins Wasser geführt haben.
    Ich konnte es später natürlich nicht mehr nachweisen, aber vermute, dies hat zu einem Nitritpeak (Atmungsgift) nach ca. 48h geführt. Etwas anderes wäre für mich, mit dem schlagartigem Absterben aller Fische innhalb von wenigen Stunden nicht erklärbar. Oder hättet ihr noch eine Idee?
    Der Filter hat sich dann natürlich nach einer Woche wieder selbst regeneriert, das Wasser ist aufgeklärt und die Neons fühlten sich wohl in dem gleichen Wasser, in dem noch 1 Woche zuvor 15 große kräftige Fische gestorben sind.


    Schlussfolgerung für mich: - - überdimensionierte Filterung birgt unter bestimmten Vorraussetzungen auch ein hohe Gefahr für einen Filtertod
    - keine kompletten Grundreinigungen in einem stabilen System
    - Filter beim großen Wasserwechsel, wenn möglich immer laufen lassen
    - Webcam im Urlaub im Aquarium installieren gamer , damit man stets einen Kontrollblick auf seine Liebsten hat.


    War eine sehr lehrreiche und teure Erfahrung für mich.
    Aber man soll ja nicht immer heile Welt posten, sondern auch eigene Fehler zugeben, damit andere sich ggf. daraus etwas mitnehmen können.


    @Admin: das Projekt kann sozusagen damit geschlossen werden.
    Jetzt schwimmen 2 channa aurantimaculata in dem Becken.


    Grüße Heiko

  • Danke Armin.
    Wenn man aber schon so viele Jahre in der Aquaristik zu Hause ist, greift man sich manchmal an den eigenen Kopf, warum einem so etwas dann trotzdem noch passiert.
    Desshalb bleib ich auch irgendwie bei den Channas. Die sind resistenter in solchen Dingen. Außerdem sind die Becken zumeist nur mit 2 Tieren besetzt. Ist pflegeleichter! :korrekt:

  • ...2 Tiere? Was sind denn da die anderen Schwimmlinge :löl:


    Aber toll sieht das schon aus!

  • ...ja snaju :löl:

  • Danke für die Blumen.
    Ich gebs ja zu, die beiden waren anfangs beharrliche Futterverweigerer. Ich wollte nach ein mehreren Wochen die Futteraufnahme etwas stimulieren.
    Das sind tatsächlich Futterguppys vom einer Börse gewesen. Unter diesem Namen wurden sie angeboten.
    Derartige Begrifflichkeit findet man sogar auf Stocklisten im Großhandel.
    Die Channas hatten kein wirkliches Interresse an denen gezeigt. Die Guppys haben sich sogar massiv vermehrt. Ich hatte ca. hundert kleine Guppys nach 3-4 Wochen.
    Erst nachdem ich 3 größere Leopardbuschfische vorübergehend in dem Becken unterbringen musste, nahm der Bestand drastisch bis auf null ab.


    Grundsätzlich füttere ich keine lebenden Fische und gebe jedem Recht, der hier jetzt nachdrücklich protestiert. :grumble:
    Natürlich können subtropische Channas auch mehrere Monate mal ohne Futter auskommen. Es wäre also nicht mal dringend notwendig gewesen nach den paar Wochen Protestfasten.


    War mir auch gar nicht so bewusst, dass das auf dem Video zu sehen war. Sorry! blackeye


    Grüße Heiko

  • Hallo Heiko,
    faszinierende Tiere und ein tolles Aquarium. Sehr schön!
    Ich denke, niemand wird Dir hier vorwerfen lebende Wirbeltiere anzubieten. Auch wenn es in D nicht gestattet ist, ich kann die Verzweiflung verstehen, wenn die Tiere partout nicht an Futter zu bringen sind. Das sind Kopfschmerzen, die ich nicht haben möchte.
    LG Dietmar