Wärmestau Aquarium - die heimliche Gefahr im Sommer

  • Hallo, liebe Forengemeinde.. *ü* ..


    Aktuell haben wir ja unerträgliche Außentemperaturen, die auch unsere Wohnungen nicht abkühlen lassen und zudem eine ernsthafte Gefahr für unsere Lieblinge im Aquarium darstellen.


    Die Gefahr, das Fische und Wasserlebewesen im Aquarium, vorallem mit geschlossener Abdeckung, verenden - ist momentan sehr groß.


    Ich habe Anfang der Woche vollkommen unerwartet und ohne vorherige sichtbare Anzeichen, 4 Fische, aufgrund von Wärmestau & Hitze, verloren.


    Gestern schrieben mir Bekannte ziemlich aufgewühlt, daß in der Einrichtung/Kindertagesstätte ihrer Enkel, alle Fische urplötzlich verstorben und die Kinder, sowie Betreuer, dementsprechend geschockt sind.


    Aus dem Freundeskreis meines ältesten Kindes kamen ähnliche Horrormeldungen.


    Aufgrund meiner eigenen leidvollen Erfahrung kann ich nur raten, entfernt Eure Abdeckungen oder öffnet sie zumindest an einigen Stellen und reduziert unbedingt Eure Schwimmpflanzen.

  • Es ist doch keine heimliche Gefahr. Es ist Sommer und fast jeder merkt, dass es wärmer ist.


    Ich weiß, nicht jeder kann seine Wohnung adäquat kühlen.


    Hier mein Vorgehen:


    früh vor 8 die Fenster zu!

    Rolladen runter.

    Ventilatoren an.

    Türen im Haus möglichst zu halten. (Vor allem Heizlastige Räume / Küche mit Kühlschrank/Herd/Wasserkocher/...)



    Abends zZ. ab 22Uhr Fenster auf und durchlüften.


    Es helfen auch die Tricks mit nassen Handtüchern.

    Hier war auch schon oft das Durchlaufkühler-Thema besprochen.


    Dein Hinweis die Abdeckungen zu öffnen ist auch gut! Gilt aber nicht bei den springfreudigen Fischen.

    Hierzu gibt es bei mir ein Becken abgedeckt mit Kaninchendraht.


    Stellt Eure Aquarienheizer entsprechend runter oder aus. Wer kann, plant Klimaanlagen.


    Und zu guter Letzt noch der Klassiker!


    Wasserwechsel.


    VG

    Mirko

  • die von mirko angesprochenen wasserwechsel sind ein wesentlicher beitrag, um die wasserqualität und damit auch die sauerstoff-sättigung zu verbessern. zusätzlich in heißen räumen eine luftpumpe kann hilfreich sein


    in halbwegs gepflegten und nicht überbesetzten becken vertragen die fische, wnn sie nicht aus augesprochenen kaltwasser-regionen kommen, fallweise höhere temperaturen meist bei weitem besser als die pflanzen


    in notfällen - vor allem dort, wo die außentemperaturen auch in der nacht nicht runtergehen - kann es auch hilfreich sein, gekühte wasserflaschen ins becken zu stellen

  • Falls Jemand den Ansatz mit "kalten Dingen im Aquarium zum runterkühlen" in Betracht zieht, ist eine kleine Rechnung im Vorfeld, gern mit ChatGPT, empfehlenswert...


    Egal ob es kalte Flaschen, Kühlelemente oder Eisblöcke sind....


    Physik ist kein Teufelszeug!



    Wer die wirkliche Ursache bei Fischsterben in Verbindung mit erhöhten Temperaturen ermitteln möchte, könnte mal die Sauerstoffsättigung bei unterschiedlichen Temperaturen ansehen, über den Zustand des Filters und der Mulmmenge im Becken nachdenken, die Fische beobachten und dann entsprechend handeln.


    Wer bis hier gelesen hat und zu alldem keine Lust hat:

    - sauerstoffzehrender Dreck im Becken in Verbindung mit temperaturbedingtem geringen Sauerstoffgehalt ist mein Favorit

    - Wasserwechsel mit kühlem Frischwasser mit Lufteintrag (Düsenrohr) ist der nächste Schritt bzw. die Sofortmaßnahme wenn es eilt


    Die Kimaanlage läuft, zieht 700 W, die Solarmodule liefern gerade mehr als ausreichend Energie und die Dachbewässerung reduziert den Wärmeeintrag ins Haus drastisch.


    Aber ich bin ja auch ein Langweiler...

  • Aber ich bin ja auch ein Langweiler...

    Nö, Stefan, bist du nicht. Jetzt langweile ich...


    Meine PV, gerade Einspeisegedrosselt heizt den Wechselrichter auf 50°C.


    Hab mal meine Wärmebildkamera ausgepackt und alles gecheckt.


    Bei den Aquarien sind die LEDs die Temperaturtreiber mit 34°C. Das Wasser ist sehr träge und hat momentan im EG 25,9°C.

    Bei den AQs im KG, wieder die LEDs die Temperaturtreiber 50W LED Strahler 49°C und heizt das darüber liegende Becken auf 27°C.

    Regelheizer funktionieren, alle ausgeregelt.


    Wen es interessiert. Holzbank im Freien, direkte Sonneneinstrahlung 51°C,

    Straße einfacher Asphalt 55°C, Pflastersteine grau Hof 47°C, Pflastersteine rot Gehweg 52°C, Kieselsteine 64°C - je direkte Sonneneinstrahlung mittags 12Uhr!


    In meinem Haus sind es die Fensterrahmen, die 34°C durchlassen. Wie oben schon geschrieben Rolladen außen alle unten.


    Wände innen 24°C, Kühlschrank hinten 42°C, PC/Laptop 45°C, Netzteile 54°C, Katze 34°C am Kopf, HiFi-Anlage 36°C, Fließenboden 23°C, Raumtemperatur 25°C, Luft außen 37°C, Eisengeländer 60°C, Erdreich im offenen Keller 17°C.


    Allgemein kann ich sagen: alle Gegenstände die von der Sonne angestrahlt werden sind heißer.

    Ventilatoren machen einen guten Job und verwirbeln alles. Luftzug kühlt und sind gegen die Aquarien gerichtet.


    Klimaanlagen sind geplant, da ich momentan zu viel Strom habe. Aber Anschaffung wird in den Winter verschoben...


    Die Sicherung vom E-Hybrid Auto 35°C bei 2,4kW Ladeleistung (andere Sicherungen 23°C) der digitale Zähler 42° bei momentan 5,3kW Gesamtverbrauch.


    Sauerstoffpumpe im Sommer ins AQ wurde früher schon so gemacht.


    Ein wenig Optimismus und Hoffnungsschimmer, nächste Woche bei uns nur noch 23°C und nachts unter 16°C angekündigt.


    Wünsche allen noch einen schönen Sommer!


    VG

    Mirko

  • Hallo Mirko,

    hattest Du den Emissionswert in der Wärmebildkamera für die unterschiedlichen Oberflächen angepasst für vergleichende Messungen und die zu messenden Stellen beschattet während der Messung?


    Den PV-Wechselrichter würde ich kühlen, passiv über aufgeklebte Kühlkörper oder aktiv über einen Ventilator.


    10 K Temperaturerhöhung halbiert die Lebensdauer der Elektronik, speziell der Kondensatoren


    Ich habe bei unterschiedlichen Wechselrichtern beide Lösungen umgesetzt, der Ventilator (DC: 12 V) wird über einen DC-DC-Wandler aus einem PV-Modul versorgt und läuft demnach nur, wenn das Modul Leistung liefert. Ich hab außschließlich Modulwechselrichter, keine Stringwechselrichter


    Unsere Betondachziegel auf dem Westdach haben am Nachmittag ohne Wasserkühlung über 70 °C, unter den Dachziegeln waren über 55 °C (Endwert des Funkthermometers).


    Die Wasserkühlung des Daches macht es nur feucht, es läuft fast kein Wasser in die Regenrinne. Alle 10 Minuten für eine Minute. Damit bleibt es unter den Dachziegeln unter 33 °C und die Räume unter dem Dach sind deutlich angenehmer. Außerdem kann man Abends die Dachflächenfenster öffnen, ohne das heiße Luft reinkommt.



    Frohes optimieren und messen!

  • Hallo Stefan,


    zur WBK wurde nichts optimiert. Die einfache "Mustool MT13s" passt relativ genau die Temperaturen an. Ist keine ProfiWBK, aber ich konnte zuverlässig Wärmebrücken erkennen. Zeigt auch Höchst- bzw Tiefsttemperaturen auf dem Bild an. Bei Aquarienscheiben oder Spiegeln ist es eh immer ein Raten. Da hilft es schräg drauf zu messen. Der WR, ein Goodwe10kt, hat Konvektorkühlung. Aber habe heute auch einen Ventilator drunter gelegt - Nach einer h nur noch 37°C. Aufm Dach hab ich noch gar nicht gemessen. Wird morgen bei uns interessant. Es sind 42°C angekündigt!


    Mit meiner WBK konnte ich auch schon die Feuerwehr unterstützen und nach dem Brand die Glutnester in Balken schnell zeigen. Der Trupp mit der Feuerwehr eigenen ProfiWBK kam erst 20min später an. Zeigte exakt die gleichen Temperaturen wie mein Gerät an.


    Gönnt Euren Fischen morgen einen kleinen WW oder Eiswürfel :-)


    VG
    Mirko

  • ... wobei dir sicher nicht entgangen ist, stefan, daß die kühlkörper nur ein baustein - der letzte - in einem gesamtpaket waren, das auch alle anderen punkte beinhaltete


    aber es schadet sicher nicht, nochmals deutlich drauf hinzuweisen, daß sie alleine es nicht richten werden

  • Eigenbaudachkühlung:

    Je Dachhälfte einen Gartenschlauch mit Löchern versehen und am First befestigt.

    Lochabstand = Abstand der Vertiefungen der Betondachziegel.


    Absperrbares Y-Stück um auch nur eine Dachseite bewässern zu können und je Strang ein Einstellventil zur Durchflußbegrenzung.


    Durchfluß so eingestellt, das nach einer Minute Bewässerung die Dachfläche feucht ist.


    Bisher lief die Bewässerungssteuerung über einen "Bewässerungscomputer" von Lidl,der ist nun intern undicht und wird durch ein wlan-fähiges Ventil von Aliexpress ersetzt und in die Hausautomatisierung eingebunden.

  • Mein Aquarium hatte in den vergangenen Tagen vor dem gestern durchgeführten, großen Wasserwechsel - analog in der Bodenzone gemessen - eine Wassertemperatur von 32, knapp 33 Grad.


    Überrascht war ich schon - es gibt darin an zwei Stellen permanent eine gewollte, sichtbare Bewegung des Oberflächenwassers -, daß die Fische in dieser ungewöhnlich heißen Phase zu keinem Zeitpunkt eine erhöhte Atemfrequenz zeigten.


    Im Aquarium befinden sich als Langzeitbesatz insgesamt zwar relativ viele Fische und Amanogarnelen, aber gleichzeitig vergleichsweise wenig tierische Biomasse. Weil es sich durchweg um kleinbleibende und zudem alteingesessene Arten handelt.


    Das Aquarium ist, die Oberfläche (Schwimmpflanzen) mit eingeschlossen, gut bepflanzt.

  • P.S.

    In der Oberflächenzone, dort messe ich aber nie, wird es jüngst dort gewiß noch ein bißchen wärmer als 'unten' gewesen sein.


    Für mich entscheidend ist für die quantitativ weit überwiegenden, langen Phasen im Jahr, in denen man ein Aquarium mit tendenziell (etwas) wärmebedürftigeren Arten gezielt heizen muß, durch Messung genau genug zu wissen, wie warm es 'ganz unten' in der insgesamt 'kühlsten' Zone eines Beckens ist.

  • Bei mir würden auch 30 Grad in Nanobecken erreicht. Bisher haben es alle überstanden. Selbst die, die beim großen Stromausfall am Jahresanfang auch 15 Grad überlebt haben. Ganz schöne Bandbreite, die ausgehalten wird. Wenn das Winzlinge wie Zwergkärpflinge aushalten, sollte es uns doch auch gelingen. 😉 Nun scheint es ja aber vorerst vorbei zu sein.

  • Ich bin echt froh, dass wir unser Erdgeschoss mit elektrisch betätigten Fassaden-Rollläden ausstatten ließen. Unser Wohnzimmer, in welchem das Aquarium steht, hat eine Fensterfront auf der Südseite. Früh am Morgen hatten wir in den letzten Tagen im ganzen Haus immer alles schön durchgelüftet (bis auf letzten Sonntag; da hatten wir schon am frühen Morgen Temperaturen nahe 30°C).


    Wenn die Rollläden dann nach dem Lüften bis auf einen kleinen Spalt runter gefahren wurden, damit alles schön beschattet wurde und die Wohnzimmertür tagsüber möglichst geschlossen blieb, stiegen die Raumtemperaturen im Wohnzimmer nie über 25°C! Das war dann abends nicht nur für die Aquarienbewohner sondern auch für uns recht angenehm!

  • Apropos Breite der artspezifischen Temperaturtoleranz


    In Teilen des natürlichen Vorkommens des allseits bekannten Marmorpanzerwelses (Hoplisoma paleatum) sind die Gewässer in den (härteren) Wintern oberflächenvereist.


    Vivaristisch gesehen bedeutet das, daß 'der Marmorierte' grundsätzlich sowohl für die Haltung in Outdoorbottichen/in kleinen Teichen als auch für die im Kaltwasser- wie im Warmwasseraquarium gleichermaßen geeignet ist.

    Mit einer möglichen Temperatur'range' von 4 Grad bis hoch zu mindestens 35 Grad Celsius.


    Meine Pandapanzerwelse - Hoplisoma panda - haben bei gut 33 Grad Hälterungstemperatur ja noch nicht mal mit der Wimper gezuckt.

    'Der Marmorierte' ist diesbezüglich von Natur aus auf jeden Fall nochmal härter im Nehmen.


    Was aber nie bedeuten darf, daß man es bei der Pflege dieser Tiere dann fahrlässig an allen Ecken und Enden schleifen läßt!

  • Ich denke mal, mit kleineren Becken kann man schneller Probleme bekommen. Bei meinen 840 Liter sind bisher keine 2°C Erhöhung eingetreten. Dazu kommt, dass die Ausströmer meines Filters (Fluval FX6) so eingestellt sind, dass die Wasseroberfläche ständig bewegt ist. Das kühlt bzw. versorgt das Becken mit Sauerstoff.

    Als ich noch ein Meerwasserbecken hatte (250LIter) da hab ich schon ab und zu fast 30 Grad gehabt. Da habe ich mir mit Eiswürfeln geholfen.

  • rudi


    Ich denke, das ist immer die Frage, wie lange eine krasse Hitzeperiode so insgesamt anhält.

    Und wie sehr sich die sommerliche Hitze in dem Raum, in dem das Aquarium steht, dann konktet aufzustauen und zu halten beginnt.

    Unter solchen Umständen werden sich auch Aquarien im hohen, dreistelligen Volumenbereich dann doch nach und nach deutlich aufzuheizen beginnen...


    Mit der gestrigen Temperaturspitze hatte mein Aquarium (ca. 270, 280 Liter netto) in der Bodenzone gute 10 Grad mehr als normal.

  • Wir hatten im Wohnzimmer 28°C und das Aquarium ebenfalls. Außer dem Filter läuft nur noch der Skimmer. Da hält die zusätzliche Wärme noch in Grenzen. Am nächsten Wochenende geht es weiter mit den Temperaturen über 30°C.

  • Also bei uns hat es ja im Sommer recht oft über 40°C - und nachts auch gelegentlich über 30°C. Da unser Haus völlig unisoliert ist und wir auch keine Klimaanlage im Wohnbereich haben, steigt da die Temperatur des Wassers gut über 30°C an.

    Ich habe ja jetzt nur Guppys, aber ich denke dass auch für die diese Temperaturen schon grenzwertig sind.


    Ich habe daher immer einige 0,5l-Plastikflaschen mit Wasser gefüllt im Gefrierschrank. Wenn ich davon 2 Stück in mein 60 cm-Becken packe, sinkt die Temperatur um 2-3°C. Das hält dann so 2 Stunden an - dann wechele ich an sehr heißen Tagen die Flaschen aus.


    Mit diesem "System" bin ich bislang gut über die letzten beiden sehr heißen Sommer gekommen.


    Ich mache auch häufiger WW (eigentlich nur des Sauerstoffs wegen), aber das Wasser aus der Leitung ist bei uns halt auch nicht wesentlich kälter.