Mein Asienbecken ist geschrumpft ![]()
Nachdem mein 330 L asiatisches Gesellschaftsbecken 10 Jahre seinen Platz im Wohnzimmer hatte, wurde es Zeit für etwas Neues. Und entgegen dem üblichen Aquarianer- Trend ist das neue Becken nicht größer geworden als das alte, sondern etwas kleiner.
Statt Eheim (bzw. MP, wer die Firma noch kennt) Vivaline 330 mit seinen 150 x 50 cm (und 45 cm Höhe) steht hier nun ein Juwel Rio 240, mit 120 x 40 (50 cm Höhe), also rund 100 Liter weniger.
Die zweite Veränderung ist die Umstellung der Filterung von Außen - auf Innenfilter, denn ich nutze den eingebauten Bioflow Filter des Juwel Aquariensets.
Das Ganze hat gesundheitliche und praktische Gründe, und nebenbei passt das kleinere Becken proportional auch besser zu dem Raum, in dem es steht.
Der Besatz hat sich im Laufe der Jahre etwas geändert. Die Prachtbarben sind inzwischen ausgestorben (die meisten davon altersbedingt, sie wurden ca. 6 Jahre). Zwischendurch kamen die Celebes - Sonnenstrahlfische (Marosatherina ladigesi) dazu, deren Anzahl sich inzwischen auch von 11 auf 7 reduziert hat.
Dauerhaft vorhanden, und aktuell wieder aufgestockt, sind Querstreifen-Zwergbärblinge (Danio erythromicron) .
Und dann meine "Stars", die Art, die Priorität hat und an dem sich der Aufbau und die Bedingungen des Beckens orientieren - die marmorierten Prachtflossensauger, Sewellia marmorata. Diese halte ich schon seit 2016, und sie haben sich erfreulicherweise gut vermehrt, sodass jetzt 20 Tiere unterschiedlicher Größe unterwegs sind.
Ergänzt wird der Besatz noch mit Unmengen von Garnelen, Neocaridina davidii Farbmixe, Amanogarnelen, und Macrobrachium peguense (Rotscherengarnelen), sowie Geweihschnecken/ Napfschnecken/ Faunus/ PHS. Und ein Hoplisoma habrosus Rentnerfisch, der dauerhaft nach Asien übergesiedelt ist, lebt auch noch ![]()
So sieht es jetzt aus (rund zwei Wochen nach Einrichtung)
Die Pflanzen wurden aus dem Vorgängerbecken übernommen, was die Cryptocorynen erstmal nicht so mochten und Blätter gelassen haben (zum Glück keine regelrechte Cryptocorynenfäule). Für die Flossensauger gibt es jetzt eine Steinlandschaft, momentan sind sie auf den noch nicht mit Aufwuchs gefärbten Steinen bestens getarnt! Die Wurzeln wollen so gerne noch frei schwimmen, woran ich sie aber mit steingefüllten Strümpfen hindere ![]()
Auch der Bodengrund ist frisch, es ist Spielkastensand mit Körnung 0,2 - 2 mm, natürlich ohne Zusätze.
Beleuchtet wird das Becken mit einer Juwel Helialux Spektrum, also eine über Netzwerk steuerbare LED (mit 4 Farbkanälen weiß/ rot/ grün/ blau). Diese Spielerei habe ich mir und den Fischen gegönnt, denn hier kann ich sanfte Sonnenauf - und Untergänge sowie ein leichtes Nachtlicht programmieren, davon profitieren gerade die schreckhaften Sonnenstrahlfische.
Der Filter ist der eingebaute Bioflow (M) von Juwel mit einer nur leicht adaptierten Bestückung, ich habe nur die Ammonium und Kohlefiltermedien durch normale Schwämme ersetzt bzw mit dem biologischen Filtermedium "Cirax" ergänzt. In dem Filtergehäuse steckt auch der Heizstab, der die Temperatur auf 23 Grad hält, das hat sich im Verlauf so bewährt. Zusätzliche Strömungspumpe oder dergleichen gibt es erstmal noch nicht - ich hatte und habe nicht den Eindruck, dass die Flossensauger das so dringend brauchen, werde es natürlich beobachten.
Leider ist gleich zu Beginn die dazugehörige Filterpumpe ausgefallen, ich habe sie reklamieren müssen und erhalte Ersatz. Zum Glück hatte ich noch eine passende Pumpe als Backup liegen, manchmal bewährt sich das Horten von Aquarienzubehör halt schon ![]()
Der Umzug/ Umbau der Aquarien selbst ging relativ problemlos vonstatten. Aus dem alten Becken habe ich alles, was schwer ist oder kippen könnte (Steine, Wurzeln) herausgenommen und das Wasser bis auf ca. 1 /3 abgelassen. Dann nur die Sonnenstrahlfische herausgefangen und in eine 40 L Box gesetzt, weil die sehr panisch sind und herumgesprungen wären. Die Flossensauger und Bärblinge blieben drin. Das Ganze ließ sich dann innerhalb des Zimmers verschieben, wurde wieder aufgefüllt und die Fische wieder rein - der Außenfilter lief weiter.
So hatte ich keine Hektik mit der Einrichtung vom neuen Becken. Das wurde geliefert und von einer kleinen Dienstleistungsfirma hier aus der Gegend hochgetragen (3. Etage...), der Schrank aufgebaut und das Becken ausgerichtet - was witziger Weise nicht nötig war, es stand von Anfang an perfekt gerade! Im Außenfilter vom anderen Becken hatte ich vorher schon Filterschwämme für den neuen Filter einlaufen lassen, somit war das neue Becken prinzipiell gleich startklar. Nitrit habe ich nicht gemessen, ich gehe aber davon aus, dass es keinen Anstieg gab. Aus Zeitgründen zogen die Fische trotzdem erst eine Woche später um. Das fangen von Flossensaugern macht keinen Spaß, muss ich sagen - den Kerlen ist es völlig egal, ob sie noch im Wasser sind, die drücken sich schön platt gegen die Scheibe und sind nur mit Mühe dazu zu bringen, sich in einen Kescher fallen zu lassen! Zum Glück hatte ich Hilfe von meiner Mutter, die durch viele Jahre mit Aquarien wirklich sehr geübt darin ist, Fische zu keschern, sie kann das deutlich besser als ich ![]()
Was auch eine Herausforderung war, waren unzählige Garnelen, die auch noch im letzten bisschen Wasser und Mulm hockten. Das hat mich mehrere Tage gekostet. Ich habe nicht gezählt, aber es werden locker um die 1000 gewesen sein, die ich da umgesetzt habe. Seit die Prachtbarben weg sind, haben sie sich stark vermehrt, weil kaum mehr jemand den Garnelennachwuchs frisst.
Leider mit umgezogen sind wohl die Planarien. Ich habe mich gegen eine finale Behandlung/ Versuch sie auszurotten entschieden. Um sie endgültig loszuwerden, hätte ich Panacur einsetzen und meine Geweihschnecken und Napfschnecken opfern müssen. Da die Plattwürmer von den Rotscherengarnelen in erträglicher Anzahl gehalten werden, habe ich es dabei belassen.
Und für das nun leere 330 Liter Becken habe ich den perfekten Deal gefunden. Es wurde vom Inhaber der Dienstleistungsfirma übernommen, der mir das neue Aquarium transportiert hat
So kommt es auf seine alten Tage nochmal zum Einsatz und macht hoffentlich noch jemanden Freude.