Aquarium mit vielen Todesfällen

  • Wir haben seit September dieses 80 Liter Aquarium und es hat bereits diverse Todesfälle gegeben. Bislang gestorben sind 4 Neons, 8 Guppys, 1 Zebrabärbling, 1 Keilfleckbärbling und 4 Dornaugen.


    Wir haben sehr weiches Wasser, die Temperatur betr#ht 24 Grad.

    Im Aquarium befinden sich zur Zeit noch 2 Dornaugen, 1 Guppy, 9 Neons , Ein Antennenwels, ein Zierbinden Zwergschilderwels, 4 Keilfleckbärblinge und 4 Zebrabärblinge.


    Die genauen Wasserwerte kenne ich jetzt nicht auswendig, jedoch gibt es wenig Nitrat und kein Nitrit.



    33692-aquarium-jpg

  • Ich antworte mal hier, weil es hier das beste Gesamtbild von der Situation gibt. Vielleicht kann ein Admin das Thema mit dem Zebrabärbling schließen, um Verwirrung zu vermeiden.


    Was mir spontan auffällt bei der Beschreibung: Zuviel Fisch (zumindest vor den Todesfällen), zu viele gemischte Arten mit zu kleinen Gruppen bei den gleichen Arten.

    Die Fische, die am schlechtesten da hineinpassen, sind die Zebrabärblinge. Für diese agilen Schwimmer ist das Becken viel zu klein!

    Also schonmal der erste Rat - diese nicht mehr aufstocken, und auch die Guppys nicht. Sondern bei den "Neons" als Gruppenfisch für Mitte/oben bleiben. Da wäre noch zu klären, ob es Neonsalmler sind, oder rote, schwarze, blaue Neons? Die Haltungsansprüche unterscheiden sich nämlich!

    Die Keilfleckbärblinge sind ok, müssen bei der Beckengröße aber auch nicht sein. Ein Antennewels ist ok. Die Peckolita vittata sind auch Gruppentiere. Welse sind nicht mein Gebiet, vielleicht kann jemand was dazu schreiben, ob eine Gruppe davon in das Becken passen würde, oder ob man es lieber bei dem einen Tier belässt/dieses abgibt, wenn die Probleme ausgetanden sind.


    Für alles andere braucht es noch Informationen:

    • wie viel und was wird gefüttert?
    • wie oft und wieviel Wasser gewechselt?
    • hartes oder weiches Wasser (Werte wären schon gut zu wissen)
    • sind in letzter Zeit neue Fische dazugekommen?
  • Wir haben sehr weiches Wasser. Die Fische werden einmal am Tag mit Terramin Flakes gefüttert. Wasserwechsel mache ich eher unregelmäßig, die Nitratwerte waren jedoch nie besonders hoch. Der letzte Zugang war der Antennenwels und 5 Rennschnecken, welche ich vergessen hatte zu erwähnen.

    Weiches Wasser ist gut - wenn es nicht durch eine Enthärteranlage so weich ist. Weißt du, ob sowas bei euch verbaut ist?


    Einmal am Tag füttern ist prinzipiell auch gut. Menge? Wie schnell ist das Futter weg, nachdem du es reingegeben hast? Und, wichtig, deine Welse brauchen zusätzlich anderes Futter. Sie sind (vor allem der Ancistrus) auf pflanzlich/harte Fasern angewiesen, dafür gibt es extra Welstabs für Pflanzenfresser ("Pleco Tabs"). Davon solltest du auch welche geben. Nicht zu viele - je nachdem, ob die anderen Fische da mit drangehen, auch entsprechend weniger Flockenfutter dann.


    Unregelmäßige Wasserwechsel - NICHT GUT. Es geht hier nicht nur um Nitrit und Nitrat, sondern auch um andere Stoffe, die sich ansammeln. Kein Filter der Welt kann das verschwinden lassen, das muss beim Wasserwechsel rausgeholt werden. Und zwar jeweils mindestens 50% Wasser wechseln, sonst kumulieren die Stoffe.

    In Zeiten, wo es Probleme gibt, ist das einmal wöchentlich angeraten, um das Wasser möglichst sauber zu halten und die Keimlast zu senken.


    Speziell in der aktuellen Situation mit kranken Fischen würde ich folgendermaßen vorgehen: Entweder ein großer Wasserwechsel, ca. 70% Wasser tauschen. Oder, noch besser, an zwei aufeinanderfolgenden Tagen mindestens 50%. Dabei gut auf die Temperatur vom Wechselwasser achten, damit es nicht zu viel ausgast, das kann auch Probleme machen.

    Und dann sowas wie Seemandelbaumblätter und/oder Erlenzapfen ins Becken geben, die keimtötende Wirkung haben. Es gibt auch fertige Mittel mit Seemandelbaum Wirkstoff, z.B. das "Catappa" von Easy Life. Hat den Vorteil, dass du dann die richtige Dosis im Wasser hast.

    Momentan sehr sparsam füttern, Fische sterben eher an Überfütterung als dass sie verhungern.


    Der Filter ist ein Innenfilter, richtig? Wie oft und wie wird der gereinigt?

  • Wir haben hier sehr Weiches Oberflächenwasser, die Wasserwerke mischen sogar ein wenig Kalk zu, damit das Wasser nicht zu sauer ist, Wasserenthärtung ist hier Überflüssig. Den Filter mache ich ungefähr einmal im Monat grob Sauber, sa das möglichst viele Bakterien erhalten bleiben. Für die beiden Welse habe ich die Holzstücke im Becken. Welstabs hatte ich bislang noch nicht gehabt, es ist nicht mein Aquarium, ich kümmere mich nur hauptsächlich darum.

  • Also das mit dem Wasser ist traumhaft für die meisten Fische (außer Mollys, aber die sind ja nicht drin)

    Die Pleco Tabs würde ich zusätzlich noch besorgen, oder den besorgen lassen, dem das Becken gehört.

    Auf längere Sicht dürfen auch mehr Pflanzen in das Becken, dann fühlen sich alle Bewohner wohler und sicherer.

    Und ansonsten, Stichwort "Beckenhygiene". Regelmäßig Wasser wechseln!

    Und auch den Filter würde ich häufiger reinigen. Die Filtermedien im abgelassenen Aquarienwasser ausdrücken, dann schadet es auch nicht, wenn man das bei jedem Wasserwechsel mitmacht. Bitte auch darauf achten, dass alles durchgängig ist am Pumpenkopf - setzt sich bei Innenfiltern schnell zu, oder es verklemmt sich eine Schnecke drin.

  • Jein. Es nutzt nichts, wenn der Filter selten "gestört" wird, aber der Durchfluss so schlecht ist, dass die Bakterien darin gar nicht die richtigen Bedingungen finden (nämlich eine gewisse Strömung). Falsch wäre, den Filter wöchentlich unter fließenden heißen Wasser gründlich zu spülen, um mal ein krasses Beispiel zu nennen. Aber die Schwämme kurz in Aquarienwasser durchspülen, um den Durchfluss zu gewährleisten, das schadet wirklich nicht. Und da schreibe ich aus jahrelanger Erfahrung, meine Innenfilter behandle ich (nach einigem Lehrgeld) genau so.

    Innenfilter sind da auch etwas anders als Außenfilter. Letztere haben viel mehr Volumen und Platz für Filtermedien, und meist auch größere Schlauchdurchmesser.

  • Hab nochmal über Oehrchens entsprechende Aussagen zur gezielten Besatzregulierung im derzeitigen 'Problem'-Becken nachgedacht.


    Aufgrund der gewichtigen Faktoren, daß die beiden gleich genannten Arten unter ihnen zusagenden Bedingungen ja von Natur aus besonders langlebig sind, das aktuelle Aquarium für sie zu klein und zudem nicht passend strukturiert ist, und sie stets in einer artspezifisch ausreichend großen Gruppe gepflegt werden sollten, würde ich zumindest die Dornaugen und den Zierbinden-Zwergschilderwels in gute Hände abzugeben versuchen.

  • Wobei die beiden Dornaugen jetzt nicht "weh tun". Die schätze ich so ein, dass sie auch zu zweit nicht weiter leiden.

    Bei den Peckolina weiß ich es wie gesagt nicht, habe ich noch nie gehalten oder bewusst erlebt.


    Momentan sollte aus diesem Becken sowieso nichts abgegeben oder neu dazugesetzt werden. Erstmal müssen alle Bewohner wieder fit sein und das Aquarium stabil laufen.

  • Moin Alex ! Also ich finde es schon ganz toll, das du dich kümmerst ! Fehler können wir in diesem Hobby

    alle machen, schade dann nur auch um die Tiere... Tipps hast du ja nun in dieser Runde schon reichlich bekommen,

    nun geht es dann schnell an die Umsetzung- das die Basis wieder im Lot ist ! Und dann wirst du hoffentlich auch

    wieder Freude an deinem Becken haben. ATTACKE !! Schönen Tag, Claus*coffee*:daumen hoch:

  • ... Momentan sollte aus diesem Becken sowieso nichts abgegeben oder neu dazugesetzt werden. Erstmal müssen alle Bewohner wieder fit sein

    Beim Zebrabärbling mit dem extrem prallen Bauch wage ich die Aussage, daß diesem auch durch eine schrittweise Verbesserung gerade der Hygiene des Hälterungswassers (z.B. durch regelmäßigere, große Wasserwechsel) höchstwahrscheinlich nicht mehr zu helfen sein wird. Und daß er irgendwann dann einfach verstirbt.


    Etwas womöglich Vergleichbares hatte ich über einen längeren Zeitraum hinweg betrachtet mehrere Male bei immer nur einzelnen Schwarzen Neon.

    Alle übrigen Bewohner waren da jeweils völlig symptomfrei und unverändert putzmunter gewesen, und blieben es die ganze Zeitspanne lang bis zum nächsten, einzelnen erkrankten Neon in der Folge auch.


    Interessant wäre es, zu wissen, welche Symptome im einzelnen all die Fische gezeigt haben, die bis dato in Alex' Aquarium verstorben sind.

    Falls sie denn überhaupt alle äußerlich erkennbare Symptome zeigten, und nicht einfach 'ohne jede Vorwarnung' spurlos verschwanden.


    Was im Hinblick auf die wünschenswerte Verbesserung aller möglichen Pflegeparameter im betreffenden Becken noch gar nicht diskutiert wurde, ist die meines Erachtens offenbar schon 'chronisch' gewordene, viel zu einseitige Fütterung ohne jede Abwechslung im Speiseplan.

  • Mir fällt zu diesem Thema gerade ein: die sog. „Neonkrankheit“ habe ich vor Jahren einmal so erlebt, dass sie meinen großen Bestand an roten Neons fast komplett dahinraffte – andere Salmler (z. B. schwarze Neons) wurden erstaunlicherweise nicht befallen.


    UND: Alle meine Dornaugen die ich zeitgleich hatte wurden ebenfalls (ich glaube sogar noch schneller!) in den Dornaugenhimmel abberufen!


    Wenn ich mich recht erinnere war es die „Falsche Neonkrankheit“, die anscheinend auch nicht näher verwandte Arten befällt – andere dagegen komplett verschont,


    wundert sich

    der Jens

  • Was im Hinblick auf die wünschenswerte Verbesserung aller möglichen Pflegeparameter im betreffenden Becken noch gar nicht diskutiert wurde, ist die meines Erachtens offenbar schon 'chronisch' gewordene, viel zu einseitige Fütterung ohne jede Abwechslung im Speiseplan.

    Ich meine, bereits im Guppy-Thema eine einstweilige Nulldiät vorgeschlagen zu haben.


    Akut kann der Alex außer das Füttern bleiben zu lassen und dafür die Wasserhygiene in den Blick zu nehmen m.E. nicht viel tun. Ansonsten warte ich in Ruhe mal die Großaufnahmen einzelner Tiere ab. Haben wir schon Härteparameter, die uns was sagen oder die Temperatur?

  • Sehe keinen Grund, für eine Nulldiät, im Gegenteil.

    Würde die "Min-Flocken" um ein gutes, feines Granulat, FD-Futter und die erwähnten Plecochips, ergänzen. Dazu ein flüssiges Multivitaminpräparat, + ein Huminstoffmittel(dieses auch regelmäßig übers Wasser verabreichen), zur Futteranreicherung.


    Das Becken sieht auch eher nach Nährstoffmangel aus(vermutlich Makronährstoffe).


    Wie lange wird beleuchtet, womit (der Wasserfreund "macht lange Hälse") ?


    Die Echinodorus braucht eine Wurzeldüngung. Möglicherweise raspelt auch der Ancistrus an den Blättern.


    Sind Schnecken im Becken ? Bei dem groben Bodengrund, würde ich immer zu Turmdeckelschnecken raten. "Posthörner" gerne dazu.


    Man sieht dem Becken deutlich an, dass da ein Anfänger zugange war. Keine Struktur, Deko irgendwie reingelegt, Pflanzen unfachmännisch "reingesteckt".

    Gute Fachliteratur, als Basis, sei empfohlen.