Wieviele Schwimmpflanzen verträgt ein Aquarium?

  • Hallo, liebe Forengemeinde..


    Bisher gab es nur ein Aquarium, in dem gelegentlich die Schwimmpflanzen wucherten, aber nun hat es vollkommen überraschend auch noch ein weiteres Aquarium erwischt.


    Nun habe ich die Sorge, daß der dicke Pflanzenteppich vielleicht zuviel des Guten sein könnte & für die Fische schädlich bzw. tödlich.


    Ich habe nun schon 2 x gegärtnert und die Pflanzen auf meine anderen Aquarien verteilt.

    Aber die Lücken sind sofort wieder zugewachsen.


    Habt Ihr einen Tipp für mich? Welche Erfahrungen habt Ihr mit Schwimmpflanzen gemacht?

  • Ich würde mir weniger Sorgen darum machen, dass ein Zufiel an Schwimmpflanzen für

    die Fische schädlich bzw. tödlich

    sein könne. Im Gegenteil, viele Fische mögen Selbige sogar als Deckung bzw. Unterstand, und fühlen sich sicherer.

    Außerdem entziehen sie dem Wasser Nährstoffe, und beugen so einer evtl. Algenplage (vielleicht, etwas) vor, z. B. in der Einfuhrphase.


    Das Problem dürfte eher die Beschattung von anderen Pflanzen sein - auf die man meisten mehr Wert legt!

    Ich habe übrigens eigentlich immer Schwimmpflanzen; muss sie aber natürlich regelmäßig etwas eindämmen.


    der Jens

  • Es kommt natürlich auch etwas darauf an, ob man Fische hat, die Luftsauerstoff benötigen zum atmen, dann könnte es eventuell kritisch werden, oder eben, wenn die anderen Pflanzen nicht genügend Licht für eine ausreichende Sauerstoffversorgung des Beckens bekommen. Ich trommle immer ein wenig mit den Fingern auf die Schwimmpflanzen, damit die Garnelen raushuschen, und sammle sie dann mit den Fingern ab. Geht bei mir dann auf den Komposthaufen. Je nach Jahreszeit und Temperatur ist das alle 2 - 4 Wochen notwendig. Die Garnelen und Fische finden immer was zum fressen in den Wurzeln der Schwimmpflanzen, deshalb mag ich sie, und hab sie in allen Becken.

  • Wie meine beiden 'Vorredner' sehe ich - mit geringfügigen Einschränkungen - ausschließlich Vorteile in der Pflege (gutwüchsiger) Schwimmpflanzen.

    Wasserlinsen, eine Einschränkung, sollten es allerdings nicht unbedingt sein.


    Man sollte einzig regelmäßig dafür sorgen, daß die Oberfläche nicht komplett zuwuchert ('ausdünnen'; die zweite, na ja 'Einschränkung'). Und gegebenenfalls lichtbedürftige Arten weiter unten nicht permanent zu stark beschattet werden.


    Kuriose Anmerkung.

    Da die Schwimmpflanzen bei mir kein bißchen interessiert, an welcher Stelle ich für die Schwarzen Neon von ihnen bestens akzeptiertes, gut aufschwimmendes Futter gebe, muß ich vor jeder Fütterung die betreffende Stelle erst ausreichend auslichten. Damit alle Salmler auch direkt an dieses Futter kommen.

    (Außerdem gibt es für sie natürlich auch noch vergleichsweise langsam absinkende Futtersorten.)


    Dieses Auslichten ist, wenn aufschwimmendes Futter dran ist, komischerweise immer nötig.

    Auch dann, wenn ich alternativ eine andere Stelle für die Fütterung wählen würde.

    Und das, obwohl ich wirklich konstant darauf achte, daß die Schwimmpflanzen nie die ganze Oberfläche komplett zuwuchern, sondern genug 'Lücken' bleiben.

    Doch da die Salmlergruppe von der Zahl her recht ordentlich ist, braucht es dann halt auch eine ordentlich große Freifläche.


    Als 'Lösung' ganz auf Schwimmpflanzen zu verzichten, käme nie in Frage!


    * Ende des 'Kuriosums' *

  • Es gibt schon ein "zu viel" an Schwimmpflanzen. Nämlich dann, wenn sie den Gasaustausch an der Oberfläche behindern, und/ oder die restlichen Pflanzen so abschatten, dass sie absterben. Tatsächlich braucht es dafür schon wirklich viele Schwimmpflanzen, ich denke da so an Schwimmfarn, der schon in doppelten Lagen übereinander wächst...

    Rein optisch gefällt es mir bei meinen Aquarien am besten, wenn nur ca. 50 - 70 % der Oberfläche mit Schwimmpflanzen bedeckt sind. Darum sammle ich sie regelmäßig ab. Bei solchen, die lange Wurzeln bilden (Froschbiss z.B.) kürze ich auch die Wurzeln ein.

    Sonnenbad hast du es schonmal mit einem Futterring aus Moosgummi oder Kunststoff versucht? Gibt es in verschiedenen Größen, meistens mit Saugnapf zum Fixieren. Ich finde, das funktioniert ganz gut (die aus Moosgummi etwas besser). Wahlweise kannst du die Schwimmpflanzen darin ein- oder aussperren, um freie Fläche für die Fütterung zu haben.

  • ... Sonnenbad hast du es schonmal mit einem Futterring aus Moosgummi oder Kunststoff versucht? Gibt es in verschiedenen Größen

    Da es unter den Schwarzen Neon beim Fressen ganz, ganz unterschiedliche 'Temperamente' gibt, füttere ich bevorzugt großflächiger, damit auch die langsameren oder mäkeligeren Exemplare auf jeden Fall genug abbekommen.

    Das funktioniert tatsächlich gut so.


    Nichtsdestotrotz, besten Dank für Deinen Tipp.

    Ich werde interessehalber mal googeln, in welchen Größen es Futterringe denn so gibt. Und, ob da für meinen Bedarf vielleicht etwas mit dabei wäre.

  • Es gibt schon ein "zu viel" an Schwimmpflanzen. Nämlich dann, wenn sie den Gasaustausch an der Oberfläche behindern...

    Selbst bei einer Oberflächenbedeckung durch Schwimmpflanzen von maximal Pi mal Daumen um die 90 Prozent sollte meiner Einschätzung nach immer noch ein ausreichend guter Gasaustausch zwischen Wasser- und angrenzendem Luft'körper' sicher gewährleistet sein.


    Sofern denn die Oberfläche gleichzeitig, zumindest an einer Stelle im Becken, durch Technik permanent ausreichend stark (aber auch nicht zu stark) bewegt wird.

    Und zudem darauf geachtet bzw. vorgesorgt wird, daß sich keine Kahmhaut bilden kann.


    Je nach gerade aktuellem Auslichtungsgrad sind in meinem Aquarium beständig schwankend immer zwischen 60 und 90 Prozent der Oberfläche von Schwimmpflanzen (Salvinia) bedeckt.

  • Nachtrag


    Ich habe im unteren Bereich gewollt keine besonders licht- und nährstoffhungrigen Pflanzen.

    Diese tolerieren auch eine (zeitweise) stärkere Beschattung seit Jahren ohne irgendwelche Probleme. - Sofern man sie denn in Ruhe wachsen und machen läßt, und als Pfleger nicht zuviel an ihnen rumfummelt.


    Hinzu kommt noch, daß ich regelmäßig, eher sparsamer dosiert, flüssige Huminstoffe ins Wasser gebe sowie permanent reichlich getrocknetes Walnußlaub in einer bestimmten Aquarienecke zu liegen habe.

    Beides färbt das Wasser sichtbar ein, 'verdunkelt' es bis zu einem bestimmten Grad.

    Auch das hemmt das artspezifisch langsame, aber stetige Wachstum der Pflanzen nicht.


    Die Salvinia ganz oben wuchert und wuchert - als erklärter Hauptnährstoffzehrer - zu meiner Freude sowieso, als gäbe es kein morgen.

  • So..nun will ich mich mal wieder melden..


    Also mit wuchender Salvinia muss man extrem vorsichtig sein.

    Ich weiß mittlerweile, daß dadurch schon ganze Fischbestände verendet sind.


    Scheinbar unterbindet Salvinia die Sauerstoffzufuhr im Aquarium & auch im Gartenteich (Sommer).


    Vielleicht war Salvinia auch am Tod meiner schon erwachsen Axolotl - Nachzuchten Schuld.

    Die Wasserwerte waren damals vollkommen unauffällig, die Axolotl auch nicht krank und dennoch sind alle Tiere gleichzeitig verendet.

    Es gab damals auch keine schlüssige Erklärung dafür - wobei ich Salvinia schon in Verdacht hatte, aber es gab eben damals keinerlei weitere Beweise oder ähnliche gelagerte Fälle.


    Meine Salvinia ist letzten Herbst eingegangen oder die Goldfische haben sie verspeist 🤔


    PS. Ich habe heute rigoros die Schwimmpflanzen ausgedünnt und in ein anderes Becken umgesiedelt.

    Das steht aktuell - voll eingefahren - leer, weil die Axolotl, die ich aus Essen bekommen sollte, leider nicht zu mir gefunden haben und vermutlich auch nicht mehr zu mir finden werden. 😰

  • Hallo Sonnenbad,


    Selbst bei einer Oberflächenbedeckung durch Schwimmpflanzen von maximal Pi mal Daumen um die 90 Prozent sollte meiner Einschätzung nach immer noch ein ausreichend guter Gasaustausch zwischen Wasser- und angrenzendem Luft'körper' sicher gewährleistet sein.


    Kommt darauf an, wie sauerstoffbedürftig die Pfleglinge sind. Ob es "Reisfeldbewohner" oder Lebewesen aus dem Oberlauf eines schnell fließenden chinesischen Baches sind...


    Flossensauger würde ich so nicht halten.


    Kommt auch darauf an, ob man z. B. mit Venturi-Düse oder Luftheber Luft in das Wasser unter den Schwimmpflanzen einbläst oder nicht...

    Fadenfische kein Problem (wobei auch die an Luft kommen müssen und daher eine unbedeckte Stelle brauchen).


    Je nach gerade aktuellem Auslichtungsgrad sind in meinem Aquarium beständig schwankend immer zwischen 60 und 90 Prozent der Oberfläche von Schwimmpflanzen (Salvinia) bedeckt.

    Unter sommerlichen Bedingungen (viel Licht, Wärme) sind bei 90 Prozent Salvinia-Oberflächenbedeckung einen Tag später 100 Prozent bedeckt. Das ist mir zu riskant, daher lasse ich es so weit nicht kommen.



    Gruß


    Manu

  • ... Fadenfische kein Problem (wobei auch die an Luft kommen müssen und daher eine unbedeckte Stelle brauchen).

    Meine verschiedenen Stämme von China-Makropoden (M. ocellatus) schwammen in den jeweiligen Jahren in ein und demselben, ohne Technik betriebenen Mörtelkübelmodell draußen auf dem Balkon sogar häufig unter einer 'fast' geschlossenen Schwimmpflanzendecke (andere Aquarianer hätten dazu vielleicht sogar gesagt, 'komplett' geschlossen).


    Es gab nie Ausfälle, auch keine kümmernden Exemplare zu beklagen.

    Alle waren jeweils über den gesamten Zeitraum, über den ich sie hatte, uneingeschränkt fit.

  • Hallo Sonnenbad,


    ... Unter sommerlichen Bedingungen (viel Licht, Wärme) sind bei 90 Prozent Salvinia-Oberflächenbedeckung einen Tag später 100 Prozent bedeckt. Das ist mir zu riskant, daher lasse ich es so weit nicht kommen.

    Ich pflege ja nun seit Jahren schon, und unverändert gerne ganz bestimmte, identisch gebliebene Allerweltsarten.

    Das 'Allerwelt' ist, auch wenn es im ersten Moment so klingen mag, nicht im Mindesten despektierlich gemeint.


    Der im Pflegealltag gewachsene Gesamteindruck ist, daß man selbst sich insgesamt zwar vielleicht eher langsam, aber doch zunehmend noch besser - gerade in nicht unwichtigen Details - auf die Bedürfnisse wie auch auf die 'Toleranzen' seiner Lieblinge einzustellen, und diese zu erfüllen bzw. zu respektieren weiß.


    Im Hinblick auf die vorhandene, recht hohe Schwimmpflanzendichte kann ich sagen, daß diese den gepflegten Arten unter den gegebenen Gesamtbedingungen keine Probleme bereitet. Man diesbezüglich also nicht zum Eingreifen gezwungen ist.

  • Kommt auch darauf an, ob man z. B. mit Venturi-Düse oder Luftheber Luft in das Wasser unter den Schwimmpflanzen einbläst oder nicht...

    Fadenfische kein Problem (wobei auch die an Luft kommen müssen und daher eine unbedeckte Stelle brauchen).

    Hallo Manu,


    Ich kann mich da Sonnenbad nur anschließen, man müsste schon einen zentimeterdicken Teppich haben, damit das Labyrinther stören würde, die finden eigentlich immer ein Luftloch, eine kleine 2x2 mm Lücke reicht völlig für das kleine Maul.


    Zu Arten wie Flossensaugern, die aus sehr strömungsreichen Flüssen kommen würde ich sowieso immer mechanisch Sauerstoff zur Verfügung stellen, unabhängig von Schwimmpflanzen, denn alleine die Diffusion über die Oberfläche ist quantitativ nicht vergleichbar mit dem Einströmen von Sauerstoff (dann wäre eher die Frage, wie gut die Schwimmpflanzen ein Becken mit Strömung vertragen).
    LG

  • Das Thema 'Dichte einer Schwimmpflanzendecke' möchte ich jetzt auch nicht zu breit treten.

    Lediglich nachträglich gemachte Aussagen in Bezug auf die China-Makropoden fotografisch kurz dokumentieren.


    Mörtelkübel auf dem Balkon (2024)

    IMG_20240816_113112_edit_2404725556923.jpg


    Zwei neugierige Macropodus ocellatus.

    Damit man sie überhaupt zu Gesicht bekommt (zeigefreudig vom Wesen her sind sie ja), mußte ich für das Foto die Oberfläche erst etwas 'freiräumen'.

    IMG_20240623_111203.jpg

  • Hallo, liebe Forengemeinde...


    Ich möchte das Thema mal wieder aufgreifen und noch einige Erfahrungen einbringen.


    Eine zu dichte Schwimmpflanzendecke kann durchaus zum Tod von Fischen, Wirbellosen und auch Amphibien führen.

    Sauerstoffmangel.


    Zudem kommt nur relativ wenig Licht bis zum Bodengrund, alles wirkt dunkel, gedämpft und die Wasserbewohner sind dadurch natürlich schlechter zu beobachten.


    Tote Tiere, vorallem kleinere Fische oder Fischarten sind in einer dichten Pflanzendecke schwerer zu entdecken/zu finden.


    Gleichzeitig ist eine dichte Schwimmpflanzendecke auch eine großartige Kinderstube und scheinbar auch gut für das Aquarien"Klima".


    Aktuell habe ich für mich festgestellt, daß eine dichte Pflanzendecke auch die Wasserwechsel - Intervalle verlängert und man oftmals wochenlang gar keine Wasserwechsel durchführen muss.


    Ein Aquarianer mit dem ich auf einer anderen Plattform ins Gespräch kam, teilt meine Erfahrungen.

    Er gibt nur immer, je nach Verdunstung, etwas Frischwasser dazu und dünnt regelmäßig die Pflanzendecke aus, damit wieder etwas Licht die Bodenpflanzen erreicht und die Fische genügend Sauerstoff aufnehmen können.


    Wasserwechsel und Mulmen braucht man bei Aquarien mit dichter Pflanzendecke nur aller 4 - 12 Wochen, meint er.

    Eine Erfahrung, die ich wiederum durchaus teile und bestätigen kann.


    Ich dünne u. a. meine Pflanzendecke auch aus, damit ich meine Fische besser füttern kann.


    Aktuell wuchern meine Schwimmpflanzen regelrecht und werden auch extrem groß.

    Aber auch die anderen Wasserpflanzen entwickeln sich noch immer prächtig.

    Ich führe es auf ausreichend Nährstoffe und (vermutlich) optimale Beleuchtung zurück.