Corydoras/Brochis Leopardus (Leopardpanzerwels) Geschlechtsbestimmung und Zucht

  • Hallo zusammen,


    Ich habe eine Gruppe von 12 Leopardpanzerwelsen, mittlerweile seit ca. 4 Monaten, und konnte vor ein paar Tagen zum ersten Mal das typische 'Verfolgen' der Weibchen durch eine Gruppe Männchen beobachten. Um einschätzen zu können, wann ich mit Eiern rechnen kann, müsste ich aber die Weibchen der Gruppe kennen und hätte diesbezüglich 2 Fragen:


    Erscheinen die Eier wie bei anderen Panzerwelsen hell im Körper (ich habe Metallpanzerwelse als Vergleich, die haben ja blassgelb-weiße Eier, die man gut sieht)? Denn ich kann nur dunkle Schatten bei einigen Tieren sehen, s. Bild (würde das rechte Tier als Weibchen einschätzen?, das ist bei ein paar Tieren aber noch dunkler, fast so dunkel wie das Muster)

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    Und kann man das Geschlecht auch an seitlichen Körpermerkmalen bestimmen (Flossenform und Länge, etc.)? Die Gruppe ist sehr scheu, von oben kann ich die Körperform, wie in viele Quellen als Merkmal beschreiben, daher leider nicht vergleichen. (s. Bild, ich würde sagen ein Männchen links und ein Weibchen rechts? Vom Muster sind alle Tiere gleich intensiv)

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    Bezüglich der Zucht habe ich bisher nur das Übliche für Panzerwelse gelesen, viel mit Frostfutter füttern, dann einen großen Wasserwechsel mit etwas kühlerem Wasser machen, Eier separat aufziehen. Falls jemand persönliche Erfahrungen mit dieser Art hat, oder allg. noch ein paar Tipps für Panzerwelse, würde ich mich aber sehr über Infos freuen!


    LG

  • Hallo,


    also mit speziell dieser Art habe ich keine Erfahrungen bezgl. Haltung / Zucht.


    Bei anderen Arten funktioniert die von Dir angesprochene Unterscheidung in der Draufsicht schon, was natürlich nicht immer so genau (direkt) möglich ist, wenn man z. B. ein gut bepflanztes Becken hat. Auch sieht man i. allg. nicht immer alle Tiere auf einmal, um die Gesamtzusammensetzung der Gruppe zu bestimmen.

    Aber eigentlich kann man auch seitlich so ein bisschen einschätzen, wie "kräftig" / breit ein Tier ist!? S' sollten natürlich voll ausgewachsene Tiere sein!

    Manche Arten haben in den Geschlechtern auch unterschiedliche Flossen.


    Nach meiner bescheidenen Erfahrung stellen die etwas weniger verbreiteten Arten (wozu ich auch die Deinigen zählen würde!?) aber schon etwas mehr Ansprüche bezgl. der Wasserhärte. Sicher je nach Art verschieden.

    Ich habe früher mein Wasser immer mehr oder weniger mit Regenwasser verschnitten. Als ich das nicht mehr machen konnte, waren die Eier bedeutend weniger gut (bis gar nicht mehr) befruchtet.

    Die Eier erst nach dem Absammeln in Weichwasser zu überführen dürfte vermutlich nichts mehr bringen.


    Aber; ich bin sicher nicht der größte Experte für Panzerwelse! ;)


    Wenn die Weibchen Laich angesetzt haben kann man das aber eigentlich nicht übersehen...

    Von daher sind Deine Tiere aber vermutlich auch noch etwas zu jung!

    Wichtig spez. bei Panzerwelse: genug Füttern!!!


    Was die Aufzucht betrifft, sagen wir mal so: es gibt sicher Fischlis die schwieriger groß zu bekommen sind... :)


    Ich hoffe weitergeholfen zu haben!


    der Jens

  • Hallo Jens,


    danke schonmal für die Tipps! Ich denke mit dem Wasser sollte es keine Probleme geben, das ist hier sehr weich, meine Funkensalmler haben sich auch schon mehrfach (ohne meine Hilfe oder einen Impuls) in einem anderen Becken mit ähnlichen Werten vermehrt und die Schmucksalmler im gleichen Becken wie die Leoparden laichen auch alle 1 - 2 Wochen.


    Zum Alter der Leoparden, ich denke sie erreichen gerade die Geschlechtsreife und das sind die ersten Eier, die die Weibchen bilden. Die Hormonumstellung werden die Männchen gerochen haben und daher das Verfolgen. Soweit ich gelesen habe, und das ist natürlich schlecht allgemein bestimmbar, da es auf viele Faktoren ankommt, sind die Leoparden eine eher schüchterne aber gesellige Art und das kann ich so bestätigen: die sind quasi nie alleine unterwegs und sowie man sich dem Becken auf unter 1 m nähert, sind die weg. Wenn man in Entfernung auf der Couch sitzt, ist alles ok, sie halten dann oft inne und beobachten mich und schwimmen abends als Gruppe durch das Becken, aber von oben werde ich die vermutlich nie sehen. Wenn ich das mit meinen C. aeneus vergleiche, die interessiert ja nichts.


    Ein Vorteil ist aber, dass man diese Tiere durch das individuelle Muster fantastisch auseinanderhalten kann und es waren immer die gleichen 3 Tiere, die den besonders dunklen Schatten gezeigt haben. Ich weiß, dass es bei anderen Arten auch gut über die Afterflosse bestimmbar ist, aber beim besten Willen sehe ich da keinen Unterschied und es wird auch für die Leoparden nirgends als Merkmal erwähnt.


    Bzgl. Füttern, ja ich hab schon gelesen, dass die wie ein Ofenrohr aussehen müssen (aber das funktioniert ja bei den meisten Fischen so:S) und für die Aufzucht habe ich eine super Anleitung von einer Züchterin aus Amerika, das sieht wirklich nicht schwer aus.


    LG Lilly

  • Hallo Lilly,


    man sollte immer bedenken, dass Panzerwelse seeehr alt werden können, die ältesten Aquarienfische die ich kenne! Ein einzelner Corydoras leucomelas zieht bei mir schon seit einem guten ¼ Jahrhundert seine Runden – sieht aber schon ein bisschen „klapprig“ aus.


    Und solche Arten werden meistens (folgerichtig) auch erst spät geschlechtsreif. Und ob daher Deine „Leoparden“ wirklich schon so weit sind?

    Ich würde sagen: einfach abwarten!


    Ängstlich – oder vielleicht besser schreckhaft – zu sein, trifft vermutlich auf die meisten Arten mehr oder weniger zu.


    Du kannst die einzelnen Exemplare an ihrem Muster auseinanderhalten??? Interessant! Da musst Du schon einen besonders guten Blick haben.

    Ich weiß nur, dass sich z. B. Zebras gegenseitig an ihrem Muster erkennen


    Naja, es gibt auch Arten (z. B. viele Salmler), bei denen es mit der Vermehrung nicht mehr so gut aussieht, wenn die potentiellen Eltern zu gut im Futter stehen.


    Tschüss

    Jens

  • Ja das stimmt natürlich, aber da sie, als ich sie gekauft hatte, zwischen 5 und 6 cm lagen (sie waren mir gerade wegen der Größe im Laden aufgefallen) und mit ca. 7 bis tw. 8 cm für die Weibchen ausgewachsen sind, kommt das denke ich hin. Die Gelege wachsen ja mit der Zeit auch noch weiter, verfolge ich gerade bei meinen L144. Die ersten Gelege hatten noch 13 Eier, jetzt sind es schon 40, genauso werden die Leoparden geschlechtsreif sein bevor sie ihre finale Größe erreichen.


    Das ist natürlich schwer einzuschätzen, aber nach den Erfahrungen, die ich auch über andere Foren gelesen habe, gibt es scheinbar ein paar Arten, die man an sich gewöhnen kann, wie z.B. aeneus und sterbai, andere wie C./Hoplisoma julii sind vom Charakter grundsätzlich schüchterner. Aber da wird auch die Aufzucht eine große Rolle spielen und man hat wenig Chancen das nachträglich zu ändern/gewöhnen. Stören tut es mich aber nicht, so oft gestikuliert man ja nicht wild herum.


    Das Muster ist wahnsinnig verschieden, man sucht sich einen charakteristischen Fleck auf jeder Körperseite, hab mir dafür extra eine Liste aufgemalt (auch damit man schnell sieht, falls bestimmte Fische fehlen) und hat einen super Überblick.


    LG

  • Hallo, Topaz,


    jetzt schon einige Jährchen wohnt bei mir eine ganz von selbst größer gewordene Gruppe Pandapanzerwelse. Meine Lieblinge!


    Was den Wunsch der Geschlechtsbestimmung der beiden fotografierten Welse betrifft, bin ich mir angesichts des wenigen Bildmaterials nur 'fast' sicher, daß das rechte Exemplar ein Weibchen ist.


    Beim linken Tier bin ich indifferent.

    Es könnte eventuell eher ein Männchen sein.

    ... Eventuell aber auch ein sich nur langsamer entwickelndes bzw. kleiner bleibendes Weibchen.


    Grüße

    Frank

  • Hallo Frank,


    bzgl. Füttern, sie bekommen ihre Corydoras-Futtertabletten erst, wenn das Licht komplett aus ist (kurz vor 21 Uhr), die können dann nur mit der Nase suchen und da sind die Leoparden besser, als alle anderen im Becken. Die beiden Barsche haben zwar eine super Farbsicht (gibt faszinierend viele Studien über Aequidens/Andinoacara pulcher und deren chromatische Retina-Plastizität), aber deshalb können sie im Dunkeln nicht gut sehen. Und wenn ich am Tag Frostfutter gebe, dann unter die sehr verwinkelte/flache Wurzelhöhle, in der sie meistens sind, da kommen die Barsche nicht ran und die Sammler fressen sowieso fast nie vom Boden, besonders nicht in den Höhlen.


    Zu den Bildern evtl noch als Info, es sind insgesamt nur 3 Tiere, der Leopard, der im ersten Bild links ist, ist im zweiten Bild das rechte Tier. Ich denke auch, dass das linke Tier im zweiten Bild relativ wahrscheinlich ein Männchen ist, es ist wirklich sehr schlank, andere Leoparden dieser Größe haben schon einen erkennbar kräftigeren Körperbau.


    Leider haben die Tiere auf den Bildern haben tatsächlich noch die größten Unterschiede der Gruppe, über andere Merkmale wie die Flossen (was ja bei deinen Pandas und meinen Metallpanzerwelsen auch geht), ist bei diesen leider nicht viel zu holen. Da sie aus zwei Bestellungen waren und in der zweiten Runde mehr Tiere mit feinerem Muster waren und daher sehr wahrscheinlich aus einer anderen Zuchtgruppe kommen, steht auch im Raum inwiefern die Proportionen genau einheitlich sind und wie genau es überhaupt möglich ist das Geschlecht hier zu unterscheiden (evtl. sogar allgemein bei der Art, denn wirklich eindeutig ist ein Merkmal wie der Körperbau erst bei richtig alten Tieren)...


    Die Eierfarbe/Erscheinung im Bauchraum könnte man vermutlich von allen Merkmalen noch am besten und eindeutigsten sehen. :/


    LG