Zudüngung von Nitrat und Phosphat

  • Hallo an alle,


    ich bin nach einer längeren Pause, mit einem Rio 125, wieder in die Aquaristik eingestiegen. Das Becken läuft seit ca. 6 Monaten. Hier ein paar Wasserwerte, mit JBL-Tests gemessen:


    Nitrit: <0,01 mg/l (Nitrit war in der Zweiten Woche mal kurz nachweisbar, mit 0,3 mg/l, was schnell wieder gegen 0 ging, sonst bis jetzt immer unter 0,01 mg/l)

    Nitrat: 5 mg/l (Ich dünge Nitrat zu, da sonst nicht nachweisbar)

    Phosphat: 0,1 mg/l

    Kalium: 9 mg/l

    Eisen: 0,03 mg/l

    PH: 7

    KH: 6

    GH: 14


    Und hier die Wasserwerte meines Versorgers: https://www.stadtwerke-weisswa…fbericht_PB2022000007.pdf


    Da ich mit dem Pfanzenwuchs unzufrieden bin, möchte ich mit Easy-Life ProFito nachhelfen. Da ich kaum Nitrat, wie auch Phosphat im Becken habe und dies in ProFito nicht enthalten ist, will ich nachdüngen, wieviel mg/l empfehlt ihr bei Nitrat und Phosphat?

  • mirhai

    Hat das Thema freigeschaltet
  • Da etwas Nitrat und Phosphat im Wasser ist, solltest Du zuerst das Verhältnis von Ca : Mg auf 4 bringen, Dein Leitungswasser hat 7 (71,4 mg/l : 10,2 mg/l)


    Dadurch können die Pflanzen die Nährstoffe besser aufnehmen.


    Bittersalz eignet sich dafür hervorragend.


    Wenn sich nach 4 bis 8 Wochen nix verbessert, würde ich mit etwas Eisendünger anfangen falls es Eisenmangelsymptome gibt


    Gibt es Mangelkennzeichen bei den Pflanzen und welche Pflanzen sind im Becken und wachsen gut / schlecht?


    Evt. ist auch eine Bodengrunddüngung die bessere Wahl.....

  • Hallo samsungv200,

    Da ich mit dem Pfanzenwuchs unzufrieden bin

    Was ist denn das Problem? Ein Bild wäre sehr hilfreich!
    Es ist schwierig eine belastbare Antwort zu geben, Licht, Temperatur spielen neben den Nährstoffen ja auch noch eine Rolle!;)
    Nach Deinen Werten erscheint mir CO2 mit 17 mg/l sowie Fe etwas wenig.
    Vielleicht auch mal den Nährstoffrechner ausprobieren/verwenden!

  • Erst einmal danke für euer Interesse...


    Ich fange mal von vorn an. Die Erstbepflanzung bestand aus vorwiegend schnellwachsenden Pflanzen wie Hornfarn, Sumpffreund u. ä. (Bild 1) Die Pflanzen wuchsen die ersten knapp 2 Wochen richtig gut, dann ließ das Wachstum nach, bis hin zum verkrüppeln, gelbe winzige Blätter und schlussendlich absterben. (Vermutlich hatten die Pflanzen noch einen Nährstoffvorrat des Vorbesitzers) Da ich anfangs zu viel Ferropol verwendet habe, wuchsen nun die Algen des Todes.

    Ich habe das Becken später gereinigt und neu bepflanzt (Bild 2). Einige Wochen war ich sehr zufrieden, bis das Wachsum erneut stagnierte und einige Pflanzen eingingen. Habe nun die verbliebenen Pflanzen umgesetzt und wie die restlichen Bilder zeigen, sieht das Aquarium nun aus. Ferropol hat bei richtiger Dosierung etwas zum Wachstum beigetragen, aber auch nicht wirklich durchgreifend.


    Nun habe ich vor, mit Bittersalz Magnesium aufzudüngen und Easy-Life ProFito sparsam einzusetzen.


    Die Beleuchtung (chihiros universal wrgb) läuft auf ca. 40%. Die Beleuchtungsdauer beträgt 9 Stunden, mit 3 Stunden Pause von 12 bis 15 Uhr. Wassertemperatur ca. 23 Grad.


    Edit: In Profito ist ja schon Magnesium enthalten...


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  • Hallo samsungv200:


    Zu Beginn würde ich nur sechs Stunden beleuchten (allerdings weiß ich dies mit 40 Prozent nicht).


    NPK düngst du nicht?


    Dass du im Verhältnis zu viel Eisendünger verwendet hattest, ist dir ja bewusst.


    Auf der anderen Seite: Für mich sehen deine Pflanzen ordentlich aus. Vielleicht braucht man nur Geduld.


    Und man hat halt nicht mit jeder Pflanze Glück, oder andersherum: Nicht jede Pflanze hat Glück mit uns. ;-)


    Zu deiner Frage:


    wieviel mg/l empfehlt ihr bei Nitrat und Phosphat?


    10 bis 25 mg/l Nitrat (NO3) - also mit dem Nitrat höher gehen! 5 bis 10 mg/l Kalium (K) 0,1 bis 1 mg/l Phosphat (PO4)


    Gruß


    Manu

  • NPK düngst du nicht?

    NPK-Dünger hatte ich auch schon im Hinterkopf. Bei der Suche nach Düngemöglichkeiten bin ich dann auf Easy-Life ProFito gestoßen, welches ich gestern erstmalig gedüngt habe, mit 3 ml Pro 100 Liter, mal sehen was daraus wird.

    Was ich noch vergessen habe, das Rio richt wenn ich das Becken geschlossen halte und dann öffne, kurz immer etwas nach Chemie., nicht wie typisches Aquariumwasser. Zusätzlich hat das Rio eine leichte Kahmhaut, die kommt und geht wie sie will. Meine anderen Becken (50 und 30 Liter) richen typisch nach Aquarium, obwohl das kleine Becken auch eine andauernde Kahmhaut besitzt.

    Seltsam, früher hatte ich solche Probleme nicht, Becken aufgebaut, Fische ohne Wartezeit rein ins Aquarium und das Ganze ohne jegliche Verluste, von Nitrit wusste ich damals in der DDR garnichts und es hat trotzdem funktioniert. Und jetzt, wo man alles genau machen will, hat man nur Probleme...


    Edit: ich habe gestern ein Video von "Joachim Mundt" auf YT gesehen, er ist der Meinung, dass das Calcium-/Magnesium-Verhältnis uninteressant ist, was meint ihr dazu?


  • Dein Becken sieht irgendwie sehr steril aus.


    Posthornschnecken würde ich unbedingt empfehlen.


    Auf einem Foto habe ich eine Schwimmpflanzendecke gesehen. Diese ziehen ganz viele Nährstoffe und nehmen den anderen Pflanzen auch das Licht.


    Beleuchtungspause ist Unsinn, auch wenn das fleissig durchs Netz geistert.


    Ich habe nicht ganz verstanden, ob Dir Deine Pflanzen nur zu langsam wachsen (sei froh, dann musst Du nicht so oft gärtnern) oder gar nicht.

  • Stickstoff würde ich über eine tägliche, ungefährliche(pH ! ), Dosierung von Ammoniumkarbonat düngen. Nitrat müsste von den Pflanzen erst energieaufwendig zu Ammonium reduziert werden.


    Phosphat findet sich, bei Fütterung, meist ausreichend.


    Kalium ist in vielen sogenannten Eisen(voll)düngern enthalten. Ein "Internetblick" in die LW-Analyse, hilft ebenfalls bei der Einschätzung.

  • Dein Becken sieht irgendwie sehr steril aus.


    Posthornschnecken würde ich unbedingt empfehlen.

    Bis jetzt habe ich alle Schnecken immer sofort abgesammelt, weil ich keine Schneckenplage im Becken haben möchte. Aber da ich die eh nie so ohne weiteres ganz los werde, unterlasse ich für eine Zeit das absammeln...


    Auf einem Foto habe ich eine Schwimmpflanzendecke gesehen. Diese ziehen ganz viele Nährstoffe und nehmen den anderen Pflanzen auch das Licht.

    Ich lichte die Schwimmpflanzen regelmäßig aus, so das diese ungefähr 5 - 10% der Wasseroberfläche einnehmen und ja, die wachsen tatsächlich recht schnell...


    Beleuchtungspause ist Unsinn, auch wenn das fleissig durchs Netz geistert.

    Da streitet man sich im Netz, ich selber kann weder was positives noch negatives darüber berichten, ich hatte aber eh vor, die Programmierung der Chihiros zu ändern...


    Ich habe nicht ganz verstanden, ob Dir Deine Pflanzen nur zu langsam wachsen (sei froh, dann musst Du nicht so oft gärtnern) oder gar nicht.

    Die Pflanzen wachsen lamgsam, teils verkrüppelt. Die Blätter sind alles andere als kräftig und viel zu klein. Man merkt, das etwas fehlt...

  • Ich bin mir gar nicht sicher, ob man immer so massiv düngen oder zwingend mit Dünger nachhelfen muss.


    Oftmals ergibt sich das mit dem Bewuchs so nach und nach von selbst, wenn das Aquarium stabil läuft, sowie der Besatz passt.


    Der Kot unser Aquarienbewohner ist oftmals vollkommen ausreichend.


    Manchmal braucht man einfach ein bisschen Vertrauen, noch mehr Geduld, sowie den passenden Bodengrund.


    Meine Axolotl vertragen z. Bsp. keinen Dünger, diese Aquarien deshalb dürfen nie gedüngt werden, sind zudem Kaltwasser - Aquarien & trotzdem wächst dort Javafarn.


    Auch bei Fischen & Garnelen soll man nur sehr bewusst und vorsichtig düngen.

    Zuviel Dünger führt u. a. zum Versagen lebenswichtiger innerer Organe, bis hin zur Bauchwassersucht.


    Gute Erfahrung habe ich - in meinen Aquarien mit Fischbesatz - mit direkter Düngung gemacht.

    Sprich z. Bsp. mit Düngerkapseln, die man direkt im Bodengrund, an den Wurzeln einbringt/positioniert.

    Bei mir haben sich z. Bsp. die Kapseln von Dennerle bewährt.

  • Hallo Wassermonster,

    Ich bin mir gar nicht sicher, ob man immer so massiv düngen oder zwingend mit Dünger nachhelfen muss.

    Das kommt darauf an, um welche Aquarienpflanzen es geht. Und mit wie viel Licht man arbeitet.


    "Immer" und "zwingend" ist zusätzliche Düngung nicht nötig. Wenn du hohen Fischbesatz hast und keine sehr hohe Lichtdosis, dann kann man sicherlich Pflanzen mit einfachem "Schwierigkeitsgrad" wie die meisten Cryptocorynen, Anubias, Javafarn, Hornkraut, Pogostemon quadrifolius, Bucephalandra usw. ohne zusätzlichen Dünger kultivieren.

    Man kann auf diese Weise herrliche Aquarien schaffen.

    Es gibt auch schöne Becken nur mit Laub, Steinen und Holz...


    Aber: Es kommt halt darauf an, welche Art von Aquaristik man betreiben möchte und um welche man redet.


    Wenn man Papageienblatt (Alternanthera reineckii 'Rot' ('Red'))

    dauerhaft in Rotfärbung haben möchte, dann wird es ohne zusätzliche regelmäßige Düngung und viel Licht schon schwieriger. Diese Pflanze ist halt nährstoffbedürftiger und lichthungriger als Hornkraut.

    Wenn man einen Glossostigma elatinoides-Rasen "immer" gesund und "zwingend" schön erhalten möchte, dann braucht es halt viel Licht, ausreichend Nitrat, Phosphat, genügend Eisen sowie Mikronährstoffe.


    Und wenn man Pogostemon stellatus nicht gelb oder weiß haben möchte, dann ist halt eine Düngung mit Mikronährstoffen bzw. Eisen nötig. Usw. usf.


    Auch bei Fischen & Garnelen soll man nur sehr bewusst und vorsichtig düngen.

    Zuviel Dünger führt u. a. zum Versagen lebenswichtiger innerer Organe, bis hin zur Bauchwassersucht.


    Gute Erfahrung habe ich - in meinen Aquarien mit Fischbesatz - mit direkter Düngung gemacht.

    Sprich z. Bsp. mit Düngerkapseln,

    Zu viel ist immer schlecht, siehe Paracelsus: "Allein die Dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei".


    Es gibt aber auch gute Erfahrungen mit Flüssigdüngern. Man sollte sie halt richtig anwenden, also sehr bewusst. Auch mit Düngerkapseln kann man mit zu viel ein Schlamassel auslösen.


    Zu viel Düngung ist so gut wie immer schlecht... man kann sich, falls Pflanzen zusätzliche Düngung benötigen, aber auch vorsichtig an das richtige Maß herantasten oder bewährte Werte anzielen. Einfach mal so Pi mal Daumen Dünger hineinschütten geht meist ins Auge...


    Gruß


    Manu

  • Hallo Stefan,


    Manchmal reicht es auch die Filterfläche zu reduzieren um den Abbau von Nitrat, Phosphat, Eisen etc. im Filter zu reduzieren

    Sehr richtig. Und aus dem selben Grund womöglich Filtermaterialien austauschen, zum Beispiel wenn man keinen Besatz hart am Rande hat, dann Siporax und Co. aus dem Filter heraus und auf groben Filterschwamm beschränken, den man wie oben beschrieben oft auf Geringfilterung reduzieren kann, den man oft auswäscht und auch aus dem Bodengrund oft Schlamm und Mulm absaugen (falls man das Becken pflanzenbetont fährt).


    Es kommt immer darauf an, wie man das Aquarium betreiben möchte... wenn man darin sehr viele Jungfische aufzieht und die oft füttern muss oder sonst eher Richtung Überbesatz fährt oder starke "Fresser" im Becken hat, dann ist das etwas anderes, als wenn man den Fokus auf mittelschwere Pflanzen legt.


    Gruß


    Manu

  • Hallo Thimo,

    Für mich. Fische und ihr Verhalten sprechen mich mehr an.

    Also ich sehe auf dem Foto Fische: Petitella bleheri (Synonym: Hemigrammus bleheri)


    Gruß


    Manu

  • Hallo,


    ich wollte mich nochmal abschließend melden.

    Ich habe nun einiges probiert was Düngung betrifft. Egal ob Profito oder Ferropol, es kommen immer wieder Bartalgen auf. Ich hatte im Rythmus von 14 Tagen 3 ml Profito (Rio 125) oder auch Ferropol gedüngt, immer direkt nach einem Wasserwechsel von 30 - 50%. Innerhalb von wenigen Wochen waren die Bartalgen da. Als ich die Düngung eingestellt hatte, ließ das Algenwachstum recht schnell nach, später erneut, mit noch kleinerer Dosis gedüngt, Algen ließen nicht lange auf sich warten, nun habe ich die Düngung komplett eingestellt.

    Im Rio 125 läuft seit 3 Monaten CO2, die Wirkung war relativ schnell zu sehen, was anderes dünge ich jetzt nicht mehr. Ferropol wie auch Profito landen im Müll.


    Unten habe ich ein paar Bilder eingestellt, die ersten Beiden zeigen das Rio 125, das dritte mein 30 Liter Aufzuchtsbecken und Nummer vier mein 60 Liter Becken.

    Eine Frage zu Bild Nummer 2, welches eine Cryptocoryne zeigt. Diese Pflanze hatte vor dem einpflanzen ganz langstielige grüne Blätter, ca. 15 cm langer Stiel, dann kam erst das Blatt. Diese Blätter sind nach und nach alle der Crypto Fäule zum Opfer gefallen, die jetzt zu sehen sind, sind alle nachgewachsen. Jetzt kurzstielig, was mir besser gefällt. Ich wundere mich allerdings, weil einige Blätte dunkelbraun sind, selbst die Ableger sind komplett braun, wie kann das denn sein? Eine ähnliche Farbe hat die Cryptocoryne im 60 Liter Becken, bei der das aber normal ist, die wurde so gekauft.


    Allgemein bin ich nun relativ zufrieden, die CO2 Anlage im Rio will ich nicht mehr missen. Unterhaltskosten sind auch recht niedrig, es ist noch die erste Sodastream-Flasche mit 425gr. in Gebrauch, die nun reichlich 3 Monate ihren Dienst tut. Eine neue Flasche kostet im Kaufland (Eigenmarke) unter 5 Euro, da kann man nicht meckern...


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