Erkrankung Maronibarsch

  • Hallo!


    Das erste Mal in meinem Aquaristikleben habe ich kranke Fische. :hmm:


    Meine Maronis haben lange, weiße, 8 cm lange, dünne Fäden aus dem After hängen. Welche Erkrankung kann das sein?

    Lange, weiße, fädige, schleimige Kotfäden, die nicht abreißen und mehrere Zentimeter lang werden, ChatGPT tippt auf

    Darmflagellaten (Hexamita / Spironucleus)


    Die Fische stehen größtenteils an der Oberfläche, schwimmen nur gelegentlich.

    Woran würdet ihr denken?


    Maroni krank

    Video hab ich angehängt.



    Gruß, Dirk

  • Danke!


    Ich war ratlos, hatte mich daher an ChatGPT gewandt, die auf die gleiche Diagnose getippt haben.


    Vorgestern Abend hatte ich dann mit der Behandlung angefangen, bisher ist noch keine deutliche Besserung eingetreten.


    Trotzdem habe ich noch einmal nachgefragt, denn (noch) ist auf KI kein Verlass.


    Das empfohlene Medikament ist wegen des EU „Verbotes“ nicht mehr erhältlich.

    Daher hatte ich mich vor dem Verbot ausreichend mit zig Präparaten eingedeckt.

    Gab eine heftige Diskussion darüber in einem anderen Forum, wo viele eine Schnappatmung bekommen habe, da ich hamstere.

    Ich schrieb dann, dass ich mit meinem Geld machen kann, was ich will und dass das meine Sache wäre.


    Danach kam dann Corona und dann wurde mir klar, was das Problem dieser Leute war.


    Gruß,

    Dirk

  • Hallo!


    Frostfutter könnte es sein, da weiß man ja nie…


    Auf jeden Fall hilft das Mittel seit ca. 2 Stunden, kein Fisch hechelt mehr, aber sie fressen noch nicht.


    Der lange Kotfaden ist kürzer, dünner und fast transparent. Ich habe Hoffnung!

    Morgen mache ich Wasserwechsel und schmeiße den UVC-Klärer für einige Tage an!


    Gruß,

    Dirk

  • Vitamine, Knoblauch, Probiotika, via Futter, und reichlich Huminstoffe ins Wasser, wären Zusatzempfehlungen meinerseits.

    Optimale Belüftung, während Medikation, sollte Standard sein.


    Könntest die Parasiten, mit neuen Fischen/Pflanzen, eingeschleppt haben ?


    Das Problem bei Flagellaten, es gibt gefährliche, schnell krankmachende(bei dafür anfälligen Arten) Arten, die meisten sind jedoch eher Kommensalen des Darmes, die, erst bei einer Veränderung der "Darmflora" zu ihren Gunsten, zur krankmachenden Massenvermehrung neigen.


    Von daher wäre es, u.a., auch wichtig zu wissen, was du konkret fütterst.

  • Hallo, liebes Aqua-Völkchen!


    Ich hatte Fehler gemacht, werde sie jetzt mal aufzählen:


    1. ChatGPT macht oft falsche Angaben. Flagl (Metronidazol( kann man zwar benutzen, aber die Dosierung war falsch: Nicht 60 mg, sondern 1 g/100 l ist die richtige Dosierung. Und nicht 3 Tage, sondern 8 Tage!

    Aber auch damit liegt die Heilungsrate keinesfalls bei 100 %.

    Ich hatte als Behandlungstage wegen zu niedriger Dosierung verloren.


    Nur 2 meiner 5 Maronis haben es wohl überstanden, schlechtes Ergebnis.


    Esha Produkte sollen noch weniger bringen, hier ein Link zu dem Video, insbesondere die Kommentare sind interessant:



    Es gibt frei verkäuflich das Medikament eines großen Diskuszüchters, nicht preiswert, aber das hält sogar angebrochen 5 Jahre (35 Euro)

    Da diese Züchter Fische im Wert von -zigtausend Euro im Keller haben, habe ich etwas Vertrauen zu seinem Medikament.

    Auch hier ein Video:



    Insgesamt gesehen muss man sagen, Vorbeugung (was war der Fehler?) ist besser als die Behandlung.

    Interessanterweise blieben alle Panzerwelse, Otocinclus, Guppys und Schnecken von der Infektion verschont.


    Gruß,

    Dirk

  • Metronidazol (Flagyl) ist ein Medikament, das für den Einsatz am Menschen gedacht ist, aber selber Wirkstoff, wie in den wesentlich teureren Fischmedikamente, die es in Deutschland ausserdem nicht meht zu kaufen gibt.


    Kleiner Tipp:

    In mehreren EU-Ländern gibt es Medikamente, die in Deutschland mal wieder verboten sind. Der Import (da EU) ist also gesetzlich. Nur das Porto kostet halt.


    MfG

  • Stehen die Anweisungen zur richtigen Dosierung nicht auf dem Beilagenzettel der Medis?

    Auf die würde ich vertrauen, nicht auf irgendwelche KI Programme.

    Leute....

    Bei Esha GDEX sind im Beipackzettel sogar falsche Informationen enthalten. Und nicht mal ein Hinweis darauf, dass nach 7 Tagen die Behandlung wiederholt werden muss.

  • Nachtrag:

    Hatte eben ein Telefongespräch mit einem Kollegen darüber, dass das von mir eingesetzte Medikament nur anaerob wirkt (ohne Sauerstoff), das Aquarienwasser aber aerob ist, sodass die Wirkung nicht optimal sein kann.

    Optimal wäre es, das Lieblingsfutter 10 Minuten in eine Lösung des Medikaments zu legen und es dann zu verfüttern.

    Leider fressen viele erkrankte Tiere nicht mehr, sind dann fast alles Todeskandidaten.


    Da gibt es noch eine letzte Alternative:

    Den Fisch herauszunehmen, einige Milliliter der Lösung ins Maul zu spritzen.

    Hatte ich nicht dran gedacht.


    MfG

  • Hatte eben ein Telefongespräch mit einem Kollegen darüber, dass das von mir eingesetzte Medikament nur anaerob wirkt (ohne Sauerstoff), das Aquarienwasser aber aerob ist, sodass die Wirkung nicht optimal sein kann.

    Meines Wissens wirkt Metronidazol u.a. gegen anaerobe Bakterien.

    Die Aussage deines Kollegen ist, wenn man mal drüber nachdenkt, auch recht abwegig.

  • Nö.


    Abwegig warum? Im Magen-/Darm Trakt befinden sich anaerobe Bakterien.

    Ist außerdem die letzte Maßnahme, bevor man aufgibt.


    Ich habe jedenfalls meine Erfahrungen gesammelt, und weiß jetzt, wie ich frühzeitig effektiver behandele.


    :feuer4:


    Daher sind weitere Diskussionen unerwünscht, evtl. Fragen beantworte ich per PM gerne.


    Gruß,

    Dirk

    *ü*

  • Klar gibt es im Verdauungstrakt auch anaerobe Bakterien, aber in einem grundsätzlich aeroben System.


    Prof. Bremer hat, bzgl. Flagellaten, nachgewiesen, dass diesbezüglich unauffällige Diskus, durch Rinderherzfütterung, innerhalb 14 Tagen, einen Massenbefall zeigten.


    Die Erklärung war, unverdauliches Kollagen, und Fette, verlangsamen die normale Darmpassage derart, das vermehrt Gärprozesse(anaerob) entstehen.

    Erst das ermöglicht dann, normal harmlosen Darmkommensalen, wie bestimmten Flagellaten, die letztlich krankmachende Massenvermehrung.


    Eine sinnvolle Behandlung ist letztlich nur möglich, wenn die Flagellaten auch mikroskopisch bestimmt werden.


    Je nach Befund, ergeben sich dann auch Behandlungszyklus/Dosierung.


    Es muss natürlich auch auf eventuelle Ursachen geschaut werden(s. o.), um keine immer wiederkehrenden Symptombehandlungen durchzuführen, welche unweigerlich die Resistenzbildung fördern.


    Leider stehen wir, hauptsächlich durch unbelehrbare, Warmblüterfleisch fütternde, Diskuszüchter verursacht, genau vor dieser Problematik.

  • Leider stehen wir, hauptsächlich durch unbelehrbare, Warmblüterfleisch fütternde, Diskuszüchter verursacht, genau vor dieser Problematik.

    Ja, ein gutes haben ja diese Verbote:


    Es muss viel mehr Wert auf Prophylaxe gelegt werden.

    Kein Frostfutter mehr, das aus Süßwasser stammt, hochwertiges Futter, gelegentlich Kuren mit Dr. Bassleers Biofisch Food lapacho usw.


    Trotzdem werden diese rigiden Verordnungen vielen Fischen das Leben kosten, da kaum jemand zum Tierarzt geht, die noch dazu meist weniger Ahnung von dieser Materie haben, als ein engagierter Laie.


    MfG