Colisa lalia mit Nachwuchs im Mörtelkübel

  • Schönen Tach,

    hab mir im Mai ein Paar Zwergfadenfische gekauft, weil ich sie hübsch find (die wildfarbenen) und ich sie noch nie hatte ;).
    Am 30. Mai sind sie dann in eine Mörtelkübel in den Garten eingezogen, wo sie seitdem unbetreut ihr Mörtelleben führen.
    Schon kurz darauf hatten sie ein Nesthochhaus aufgetürmt.

    Heute nun habe ich zufällig ein paar Juvenile bemerkt. Sie haben sich aber darin vermehrt und die heute sichtbaren Jungfischken von 9 bis 10mm SL zustande gebracht. :))
    Da sie also so bis 4 Wochen seit Eibalage alt sein müssten, haben sie ihre Eier entweder in einem Temperaturtal abgelegt (wenn sie 5 Tage bis zum Freischwimmen gebraucht haben) oder in dem dann folgenden kurzen Temperaturhoch von bis zu 22°C (wenn sie bis zum Freischwimmen nur 3d gebraucht haben).
    Seitdem wachsen sie aber offensichtlich ganz brav weiter, obwohl seitdem der Sommer ein gruseliger vorgezogener Herbst hier ist (nahezu Dauerregen).

    Hab natürlich gleich einen Beobachtungseintrag bei mir gemacht, wo ich die 2 rausgefischten zeige und den temperaturverlauf des Wassers im Mörtelkübel:
    Wen diese Details interessieren:
    https://erabo.de/aqua/Bestand/4243#comment-764

    Kennt sich eigentlich hier jemand mit der Wachstumsgeschwindigkeit der Zwergfadenfische genauer aus, so quantifizierbar?

  • Hallo Erich,


    ich habe zwar keine nachvollziehbare Aufzeichnungen, aber ich vermute das die Tiere schon älter sind.

    Eiablage also deutlich vor dem "Kälteeinbruch".


    Das C. lalia den Kälteeinbruch um den 10. Juli überhaupt überstanden haben freut mich, gibt es Anzeichen von "Schnupfen" bei den adulten?


    Die JF sehen für mich etwas "mitgenommen" aus, ich drücke die Daumen das sie sich gut entwickeln. Tiefe Temperaturen in den ersten Tagen haben bei mir bei einigen Labyrinthern im Freiland leider zu Fehlbildungen bzw. Defekten geführt.

  • Die Adulten sehen nicht verschnupft aus.
    Den Jungen fehlt es evtl an Kleinfutter, etwas mager.

    Deutlich vor Kälteeinbruch...
    Wachsen jungen C. lalia denn so langsam?

    Ich kann mal wieder die Unterwassercam reinhängen, um evtl. mehr zu sehen was drin los ist.
    wenn ich so versuche was zu sehen, verschwinden die kleinen immer blitzschnell nach unten ins diesige.

  • Ok, hab mir die Frage nach der Wachstumsgeschwindigkeit C. lalia über Originalartikel aus deren Region geklärt:
    Kurz sie sit extrem variable:
    In Singapur unter konstant sehr warmen Verhältnissen von 27°C bis 30°C brauchen sie 4 Monate bis zur Erwachsenengröße (vermehrungsfähigen).
    In ihren ursprünglichen Herkunfstgebieten wie z.B. den temperierten Regionen Nord-Ost-Indiens benötigen sie ein ganzes Jahr bis zur geschlechstreifen Größe. Sind als bei ihrem 1. Vermehrungsversuch immer mindestens 1 Jahr alt.

  • Das C. lalia den Kälteeinbruch um den 10. Juli überhaupt überstanden haben freut mich, gibt es Anzeichen von "Schnupfen" bei den adulten?

    Warum vermutest du "Schnupfen?" bei den Adulten?
    bei diesem Kälteeinbruch betrugen die Tageshöchsttemperaturen an 2 Tage so um die 17°C und die Nachttiefsttemperatur zwischen 13°C und 14°C.
    rund um diese tiefere Senke lagen sie bei in [14°C, 19°C].
    C. lalia kommt ursprünglich aus den nörlichen und nord-östlichen Gebieten Indiens.
    Schaut man sich die Wassertemperaturen des Brahmaputra in Assam zur regenarmen, also kühlen Zeit an, ist sie bestimmt von der Schneeschmelze. Zu dieser Zeit leben die C. lalia in schwärmen in den großen Flusssystemen. Das flache (schnell erhitzende Wasser suchen sie zur Regenzeit und eigentlich nur für die Brut auf, da das typischerweise Überschwemmungsgebiete sind die dann sehr reich an Winzignahrung sind.
    Zur kühlen Zeit liegen die Wassertemperaturen des Brahmaputra in den Distrikten wie Dibrugarh, Lakhimpur, Dhemajimeist so zwischen 10°C und 16°C. Und das natürlich wegen der starken Durchmischung und der großen Wassermengen nicht sonderlich vom Tagesgang der Lufttemperaturen beeindruckt. Aber sebst diese würden es nur in der Nacht kälter machen, wenn sie könnten, denn die Lufttemperaturen dort können zu dieser Zeit unter 8°C und teilweise auf 2°C bis 4°C absinken, sind also nachts wahrscheinlich sogar deutlich niedriger als die Wassertemperatur in der sich die C.lalia aufhalten.
    Aber selbst die Wassertemperatur kann in besonders klaren Nächten in flachen Rand-Bereichen unter 10!C bis 8°C fallen (Laut Central Water Commission (CWC) of India, hydrologische Studien und Seasonal Variations). Das betrifft die Monate Dezember, Januar, Februar, somit 3 Monate lang.

    In Relation dazu, ist das kleine Kältetal im Mörtelkübel für die Adulten kaum nennenswert, will mir scheinen.
    Was es für die Juvenilen der 9mm SL-Größenklasse jedoch bedeutet haben kann, weiß ich nicht. Wird sich dann zeigen, wenn sie groß werden.

  • Moin Erich ! Lese wirklich mit Spannung deine Berichte über die Fäden ! Bin ja auch am Überlegen, Kübel stehen

    hier genug rum und auf der Terrasse habe ich noch meine Zinkwanne 90 Liter mit Grün aber ohne Besatz.

    Ich schaue mal - muss nur immer auf den Fischreiher achten, der ist hier in der Nachbarschaft sehr fleissig.

    Schönes Wochenende, Claus*coffee*:cool :

  • Zweimal hatte ich (jeweils ein anderes) Colisa lalia-Pärchen im Maurerkübel draußen auf dem Balkon. Die wildfarbenen.

    Dort fütterte ich umständebedingt regelmäßig mit Lebendfutter zu.

    Ein Schaumnest konnte ich in der ganzen Zeit nie entdecken.


    Die Fische blieben jedes Mal vom Einsetzen bis hin zum Herauskeschern im Frühherbst komplett unsichtbar. Optisch hatte man also nie irgendetwas von ihnen. - Der maßgebliche Grund, warum ich diese Labyrinther outdoor, zumindest in nur von oben einsehbaren Behältnissen, nicht mehr pflegen würde.


    Im Herbst präsentierten sich diese Fische 'beim Wiederauftauchen' in bester Kondition.

    Die Männchen zudem wunderschön gefärbt. So, als seien sie gerade in Balzlaune.


    Zeitweilige saisonale Minimaltemperaturen um 10 Grad wurden ohne erkennbare Probleme toleriert.

  • Foxi
    also Die Fadenfische, auch C. lalia weil in großen Massen vorkommend steht in Indien auf dem Speisezettel und soll gut schmecken.
    Warum bist du so egoistisch und gönnst den Reihern kein indisches Menü?
    Schönes Wochenende nach Greven, sach mal, von da aus müsstest due doch Bielefeld sehen können oder? Das solls ja nicht geben, konntest du es schonmal beobachten?


    Ein Schaumnest konnte ich in der ganzen Zeit nie entdecken.

    ...

    Optisch hatte man also nie irgendetwas von ihnen.

    Bei mit hatte das C.lalia-Paar direkt nach dem Einsetzen am 1.6.25 eine gigantische Nestburg aus Wasserlinsen aufgetürmt, worklich gut 2cm aus dem Wasser ragend, fast eine kleine Biberburg :)
    ---
    "Nie was gesehen":
    Nun ja, das denke ich gilt für jeden Fisch der bei Verstand ist und draußen leben muss. Wird man nicht gesehen, wird man auch nicht so leicht ein Snack.
    Die Juvenilen allerdings, nachdem ich sie nun einmal entdeckt habe sind mit etwas Geduld recht verlässlich wieder zu entdecken.

  • Ach.. in dem Zusammenhang, wenn auch nicht C.lalia:
    hab heute den total mit Wasserpest verkrauteten Mörtelküber meines Betta smaragdina-Päärchens stark ausgelichtet, damit wieder etwas mehr sich und Sonne bis zum Bodengrid scheinen kann.
    Dabei kam dann ganz kurz ein kräftiges propper rundliches Betta smaragdina schnell mal zum Lufthohlen hoch. Zu Kurz, um wirklich zu entscheiden ob es ein gut genährtes Männchen oder Weibchen war aber vollkommen ausreichend, dass ich mich nicht mühsam mit Unterwassercam in den Existenznahcweis begeben muss. Also die beiden existieren auch brav weiter im Mörtelkübel der ungefähr den Gleichen Temperaturverlauf hatte wie die C.lalia. Und wie gesagt, sehr "Meister Propper".
    Die haben aber keine Junge, leider.
    Is aber nicht schlimm, da ich von diesem Paar ja im letzten Jahr im Aquarium n Dutzend Junge groß gezogen habe.

  • Na, beim Schriebn des B.smaragdina-texts taten mir die Nachwuchssmaragdina aus dem Kellerbecken echt leid ;(.
    Und da ich heute eine verweisten bis auf 5cm Wasserstand ausgetrockneten Mörtelkübel wieder mit Wasser aufgefüllt hatte, dachte ich mir:
    Da könnte eines der Nachwuchspäärchen jetzt in dieser anstehenden warmen Woche Sommerurlaub machen.
    Gedacht, getan: Es ist jetzt ein Mörtelkübel mit nem letztjährigen Nachwuchspäärchen besetzt. Mal sehe, ob sie vor lauter begeisterung schnell Nachwuchs produzieren ;).

  • ... hab heute den total mit Wasserpest verkrauteten Mörtelküber meines Betta smaragdina-Päärchens stark ausgelichtet, damit wieder etwas mehr sich und Sonne bis zum Bodengrid scheinen kann.
    Dabei kam dann ganz kurz ein kräftiges propper rundliches Betta smaragdina schnell mal zum Lufthohlen hoch

    Dasselbe galt für die C. lalia, die ich als fischige Urlauber in der Balkonwanne hatte. Die wurden dort allesamt rundlicher und propperer, als sie zum Zeitpunkt des 'Raus'setzens waren.


    Sie vermittelten einem als Pfleger nicht im Geringsten den Eindruck verweichlicht gewordener 'Mobbelchen'.

    Tolerierten ohne sichtbare Probleme sogar Temperaturen um 10 Grad. Und 'Hitze' deutlich über 30 Grad ja sowieso.


    Im Herbst beim Herausfangen mußte ich die Freigänger bei extra abgesenktem Wasserstand regelrecht aus dem entstandenen Schlick 'graben'.

  • IMAGE_1597311718612_7588612725356756231.jpg

    Macropodus ocellatus gab sich beim Schaumnestbau nicht sonderlich Mühe. Das da auf dem Foto war nicht mehr als 'Einfachstbauweise'!

    Auch die Gefahr des entdeckt-Werdens war zu hundert Prozent gegeben.


    Mindestens zweimal gab es massig winzige Schlüpflinge draußen - von verschiedenen Alttieren.

    Die wurden schneller weggefressen, als ich kucken konnte.

    Ich hatte jedes Mal darauf spekuliert, daß vielleicht einige wenige durchkommen würden.

  • Die verschiedenen M. ocellatus-Kleinstgruppen, die ich so insgesamt pflegte, blieben von der körperlichen Verfassung her im Vergleich zu den outdoor stets nur als Einzelpärchen gehaltenen C. lalia vergleichsweise schlank.


    Vielleicht lag das daran, daß ich für das jeweilige Zwergfadenfisch-Duo das Futter regelmäßig schlicht zu üppig portionierte. Und mir das mit der passenden Portionierung bei den Makropoden insgesamt besser gelang.

    Vielleicht.


    Nach meinen Erfahrungen sind Makropoden im besonderen Kontext der Pflege outdoor weitaus weniger scheu als die ansonsten auch 'harten' und 'sehr toleranten' Colisa.

    Von Ersteren hat man als Pfleger in optischer Hinsicht auf jeden Fall etwas.

    Von Letzteren, soweit mir bekannt ist, leider nicht.

  • Nun ja, das mit der Einfachbauweise ist nicht so ganz richtig.
    M.ocelatus baut keine Schaumnester in der Form und mit dem Zweck wie es die Gabelschwanzmakropoden oder auch Colisa lalia tun.
    Bei letzteren dient das Schaumnest zum Aufbewahren und pflegen der Eier bis zu Schlupf, was während dieser Zeit recht viel arbeit dem Männchen kostet. Ich hatte mal Gabelschwanzmakropoden im Gartenteich bei der Brutpflege beobachtet, Gottschen war das eine Schinderei für das Männchen im Vergleich zu dem arbeitssparsamen Weg der Rundschwanzmakropoden.: Andauernd Luft schöpfen, zum Nets Blasen machen und das immer so fort.

    Die Rundschwanzmakropoden haben ein ganz anderen Pfad begonnen:
    Ihr Nest dient eigentlich nur als Orientierungspunkt für die eigentliche Eiablage und das erstmalige sicherstellen der Eier. Bei mir im Aquarium dienten dazu immer nur einige wenige Blasen als Nestmarkierung.
    Ist die Eiablage endgültig beendet, hat das Nest seine rudimentäre Schuldigkeit getan. Dann werden die Eier vom Männchen nach und nach zu kleinen blasenlosen Paketchen miteinander verklebt und als leicht zu transpotierendes Päckle in der Nähe des ursprünglichen Blasennests zwischen Pflanzen versteckt. Die sind dann nicht mehr allzu gut von meinen Augen findbar ;)

    Diese mehreren kleinen Päckchen werden dann vom Männchen betreut, ab und an mal ins maul genommen und wieder ausgelegt bis sie schlüpfen. Eine recht entspannte Tätigkeit. Die Gabelschwanzmakropoden schafften im Teich nur vereinzelte Junge groß zu kriegen, die Rundschwanzmakropoden aber bevölkern so nen Teich zügig. Daran gemessen ist die neue und arbeitssparendere Strategie der M. ocellatus klar erfolgreicher - abgesehen davon, dass ich sie auch interessanter finde -.


    Wer hat denn bei dir die Jungen gefressen?
    Bei mir frisst "keiner" die Jungen. Selbst wenn ich wie letztes Jahr mal ein Pärchen in nen Mörtelkübel setze, um zu sehen was draus wird, kann ich im Herbst eine Mischung von unterschiedlichen Jungtieren und dem Elternpaar rausholen.

    Das Männchen frisst seine Jungen nicht, im Gegenteil, es betreut sie auch noch nach dem freischwimmen.
    Überzählige Weibchen allerdings, die konnte ich schon dabei beobachten, wie sie mit viel Versteckspiel und Tricksen sich an die Nester der Paare ranmachten und diese regelrecht plünderten, das waren aber die Eier.

  • Nach meinen Erfahrungen sind Makropoden im besonderen Kontext der Pflege outdoor weitaus weniger scheu als die ansonsten auch 'harten' und 'sehr toleranten' Colisa.

    Von Ersteren hat man als Pfleger in optischer Hinsicht auf jeden Fall etwas.

    Von Letzteren, soweit mir bekannt ist, leider nicht.

    Wenn du mit Makropoden die Gabelschwanzmakropoden meinst, dann stimme ich dir irgendwie zu.
    meinst du aber die Rundschwanzmakropoden, dann sagen mien dazu was anderes. In den Teichen sehe ich sie nur, weil je Teich gut 100 Tiere unterwegs sind aber selbst dann sind sie verschwunden, wenn ich zu ungeduldig unruhig bin.
    Im Mörtelkübel habe ich nur die Larven und älteren Juvenilen gesehen. Das Elternpaar hatte ich erst beim Rausfangen im Herbst sicher als existent bestätigen können.