Microgeophagus altispinosus NZ

  • Das schöne an Altispinosa ist, dass die im Pflegeverlauf immer schöner werden. Auch sind sie langlebiger, friedlicher und robuster, als ihre bekanntere Schwesterart, der Ramirezi.

    Im Handel zeigen die jungen Tiere leider noch nicht viel ihrer späteren Pracht.

    Bei der Pflege lohnt es sich, auf eine gute Huminstoff-Spurenelementversorgung, zu achten.

  • Hallo Jan..


    Die Abgabe von Nachwuchs gestaltet sich öfters etwas zäh oder schwierig, zudem möchte man ja auch, daß die Tiere in gute Hände kommen.


    Als ich vor einigen Jahren Axolotl - Nachwuchs hatte, gab's anfänglich einige total euphorische Interessenten, die unbedingt Tiere haben wollten und es sich letztendlich plötzlich anders überlegten, weil Haltungsansprüche, Lebensdauer der Tiere oder prinzipiell die Entfernung/Abholung nicht passten.


    Ähnlich Faktoren könnten auch bei Deinen Tieren eine Rolle spielen, nur das vielleicht die euphorischen Vorab - Interessenten ausgeblieben sind.


    Man muss immer etwas Geduld haben und sich auch auf eine etwas längere Verweildauer einstellen.

  • Kann ich bestätigen, die sind echt schön und robust. Umso weniger verständlich, dass die Abgabe nicht ganz einfach ist. Wenn ich das richtig einschätze, gibt's die auch nicht an jeder Ecke, aber Kleinanzeigen und Forum hier bringen nicht die erwartete Nachfrage.

    Hast Du schon mal bei Zoohändlern im Raum Leipzig nachgefragt, ob sie vielleicht Interesse an Nachwuchstieren von Dir hätten?


    Die Nachfrage nach den bolivianischen 'Schmetterlingen' ist seit jeher sehr überschaubar.

    Diese Art schaffte es nie, auch nur ansatzweise solch einen Hype auszulösen wie ihr optisch einfach deutlich 'knalligerer', jedoch von Natur aus kurzlebigerer und in der Pflege zudem heiklerer Vetter aus Kolumbien und Venezuela.

  • Ich glaube nicht, daß es an der Optik liegt, nicht Jeder bevorzugt "knallige" Fische und direkt unauffällig kann man die Bolivianer auch nicht bezeichnen.


    Vermutlich liegt es an ganz anderen Faktoren.

    Aufgrund der hohen Energiepreise sind viele Aquarianer auf Kaltwasser - Fische umgestiegen, haben sich von Aquarien getrennt oder haben sich sogar komplett aus der Aquaristik zurückgezogen.


    Dazu kommt auch noch, daß nicht Jeder die Möglichkeit hat, die Fische direkt beim "Züchter" abzuholen und nicht Jeder nimmt gern längere Wegstrecken in Kauf, sei es aus persönlichen Gründen oder um den Aquarienbewohnern Stress zu ersparen.


    Die Meisten halten deshalb nach Tieren im näheren Umkreis Ausschau, außer es besteht die Möglichkeit der Anlieferung.


    Ich gehöre auch zu den Leuten, die halt nicht einfach mal so z. Bsp. nach Leipzig oder nach Berlin fahren können, schon allein aufgrund der Berufstätigkeit & der privaten Pflegesituation.


    PS. Die Nachzucht einigen Läden zur Übernahme anzubieten, halte ich aber für eine gute Idee.


    Man bekommt zwar wohl nicht immer Geld dafür, aber meistens wird's mit Gutscheinen oder Gratis - Futter ausgeglichen.

  • Ich glaube nicht, daß es an der Optik liegt, nicht Jeder bevorzugt "knallige" Fische und direkt unauffällig kann man die Bolivianer auch nicht bezeichnen.


    Vermutlich liegt es an ganz anderen Faktoren.

    Aufgrund der hohen Energiepreise sind viele Aquarianer auf Kaltwasser - Fische umgestiegen, haben sich von Aquarien getrennt oder haben sich sogar komplett aus der Aquaristik zurückgezogen.

    Guten Morgen, Jana,


    was konkret bzw. was auch den Bolivianischen Schmetterlingsbuntbarsch angeht, hat dessen seit langem beobachtbare niedrige Beliebtheit meines Erachtens nichts mit der tatsächlichen, rückläufigen Zahl an praktizierenden Aquarianern zu tun, und nichts mit einem 'gewissen' Erstarken anderer pflegerischer Schwerpunkte im Hobby (Aquascaping; Kaltwasser).


    Wenn man sich im Vergleich allein die Häufigkeit der Verfügbarkeit im Handel beim 'Altispinosus' wie beim 'Ramirezi' anschaut, dann fällt auf, daß der Letztgenannte ganz allgemein weit öfter angeboten, und mit Sicherheit auch weit öfter verkauft wird.


    Ich führe die deutlich größere Beliebtheit des 'Ramirezi' zum einen auf die außergewöhnlich breit gefächerte und intensive, stark an schwimmende 'Juwelen' erinnernde Farbenpracht beider(!) Geschlechter zurück.


    Zum zweiten suggeriert der Körperumriß des 'Ramirezi', ganz besonders dessen Kopfregion, nach dem aus der Psychologie bekannten Kindchenschema, daß eben dieser Fisch außergewöhnlich 'liebenswert', ja 'süß' sei!

    Solch eine (eher unterschwellig wirkende) Art der Wahrnehmung beeinflußt mit Sicherheit Kaufverhalten signifikant.


    Drittens neigt man wohl dazu, bei einem kleiner bleibenden Fisch, hier im Vergleich dem 'Ramirezi', davon auszugehen, diesen a) selbst in den weitverbreiteten, kleinen Gesellschaftsaquarien von deutlich unter 100 Litern noch gut pflegen zu können. Und b) zu meinen, 'kleine' Fische seien von Natur aus nun mal 'friedlicher' und 'umgänglicher' als größer werdende.


    Die unter a) und b) angesprochenen Annahmen erweisen sich in der 'harten' Praxis jedoch oft genug als falsch.

    Da ist sprichwörtlich aber bereits 'das Kind in den Brunnen gefallen'. Will heißen, der betreffende Fisch bereits für ein nicht passendes Becken und/oder für einen nicht passenden 'Bei'besatz gekauft und mitgenommen.


    Grüße

    Frank

  • Hallo Franc,

    Danke für deine detaillierte Analyse, das ist wirklich interessant! 😄

    Ich denke, du hast recht: Die Popularität von Ramirezi übertrifft bei weitem die des Bolivianischen Schmetterlingsbuntbarsches, und die Psychologie hinter der Fischwahl wird oft unterschätzt. Die leuchtenden Farben und das „niedliche“ Design beeinflussen Entscheidungen oft unbewusst stark.

    Ein praktischer Punkt: Es ist ein klassischer Fehler zu glauben, dass ein kleiner Fisch automatisch friedlich oder leicht zu halten ist. Selbst Ramirezi benötigen stabiles Wasser, gute Filterung und passende Mitbewohner. Fehler passieren schnell, vor allem bei zu kleinen oder überfüllten Aquarien.

    Für alle, die weniger bekannte Cichliden wie den Bolivianischen Schmetterling halten wollen, gilt: sich gut über Verhalten und Bedürfnisse informieren kann echte Enttäuschungen vermeiden. Die Seltenheit kann sogar ein Vorteil sein, da diese Fische oft mehr Respekt von denen erhalten, die sich wirklich für ihre Ansprüche interessieren.

  • Alexy9


    Du hast die entscheidenden und die 'delikaten' Punkte rund um den Ramirezi gut zusammengefaßt.


    Dessen ausgesprochene Kurzlebigkeit darf man zudem nicht vergessen bzw. unterschätzen.


    In den Anfangsjahren meiner nach wie vor andauernden, biografisch insgesamt dritten, aquaristischen 'Periode' bin ich diesem schwimmenden Juwel aus dem nördlicheren Südamerika beim Fischkauf wiederholt 'verfallen'!


    Ich kaufte die Buntbarschzwerge immer paarweise.

    Der Großteil der Tiere verstarb mir aus - für mich damals - ungeklärter Ursache schon innerhalb der ersten sechs, vielleicht maximal neun Monate nach dem Kauf.

    Mein Ramirezi-'Methusalem', ein Einzelexemplar, wurde als bereits adultes Tier gekauft ab dem Kaufdatum gerechnet eineinhalb Jahre alt.


    Irgendwann war ich es dann endgültig leid, diese optisch außergewöhnlichen Fische stets so schnell auf's Neue zu verlieren.

    Fortan ließ ich die Finger von diesen Zwergen. Bis zum heutigen Tag.

    Auch zukünftig werden sie mir nicht mehr ins Becken kommen.


    Nun bevölkern erheblich weniger spektakuläre, sozial ausgesprochen verträgliche und in der tagtäglichen Pflege sehr dankbare Arten mein Gesellschaftsaquarium.

    Aufgrund ihrer mit der Zeit offensichtlich gewordenen Langlebigkeit sowie ihrer anderen Vorzüge sind sie mir ganz von selbst zum geliebten 'Stammpersonal' geworden. 😊

    Diesen besonderen Status werden sie auch behalten...


    Grüße

    Frank

  • ... Mein Ramirezi-'Methusalem', ein Einzelexemplar, wurde als bereits adultes Tier gekauft ab dem Kaufdatum gerechnet eineinhalb Jahre alt.

    Hab mich in dem oben (selbst) zitierten Punkt unglücklich ausgedrückt.


    Jener Ramirezi wurde bei mir eineinhalb Jahre älter im Vergleich zu dem, was er an mir unbekannter Lebenszeit beim Kauf sowieso schon auf dem Buckel hatte.

  • Noch ein Nachtrag.

    Es sei mir vom Themenstarter bitte nachgesehen und gestattet... 😄


    Die durchweg kleiner bleibenden Buntbarscharten, die ich im Laufe der Zeit gepflegt hatte, hatten es in der Summe letztendlich nicht geschafft, bei mir als Pfleger derart nachhaltig und überzeugend Werbung für sich zu machen, daß ich dauerhaft bei diesen Fischen geblieben wäre.


    Ich orientierte mich auf Sicht in bestimmten Teilen des Gesamtbesatzes neu, und blieb mit stetig wachsender Überzeugtheit dann letztlich bei ganz anderen Fischen als (auch) Buntbarschen 'hängen'.


    * Verspäteter Nachtrag:

    In den frühen Jahren stand 'der Bolivianer' sehr wohl weit oben auf meiner Liste an interessanten, pflegenswerten Fischen.

    In jener Phase konnte ich aus Platzgründen aber keine Becken stellen, die auch für ihn ausreichend geräumig gewesen wären.

    Als ich es dann irgendwann konnte, war der Gesamtbesatz jedoch zwischenzeitlich so ausgewählt und eingespielt, daß ich davor zurückschreckte, noch eine mir in der Praxis unbekannte Buntbarschart dazu zu setzen.

    Vielleicht hat der eine oder andere Aquarianer in der Hinsicht ja ähnliche Erfahrungen gemacht. *


    Ich möchte hier wirklich nichts gegen Buntbarsche an sich sagen.

    Sondern vielmehr, daß man als Buntbarschpfleger wohl ein Stück weit geboren sein muß...


    Grüße

    Frank


    - Ende off topic -