Möglichkeit für Artenbecken

  • Hallo liebe Leute,


    danke sehr für Eure Ratschläge. Mein 240l Kaltwasseraquarium hat sich erholt. Der neue Filter ist bedeutend besser und bringt auch jede Menge Sauerstoff in das Wasser, der Mulm wird angesaugt.

    Die Temperatur ist jetzt im Winter auf 16°C und die Pflanzen fangen an zu wachsen.

    Als Pflanzenaquarium habe ich jede Menge Zeit für die Gestaltung und möchte alles richtig stabil haben, ehe ich Fische dazu gebe.

    Wäre das nicht eine Gelegenheit, um ein richtiges Artenbecken zu machen?

    Was meint Ihr? Die Pflanzen wollte ich noch richtig wachsen lassen, dann für den Anfang ein paar goldene Körbchenmuscheln einsetzen.

    Hättet Ihr für die Fische Ideen, oder wäre ein Artenbecken zu anspruchsvoll?

    Herzliche Grüße Euch allen und viel Glück und Gelingen beim Hobby von Steffen

  • Hallo, Steffen,


    ich finde es grundsätzlich erstmal schön, daß Du bezüglich Deines 240 Liter-Aquariums hier weiterhin motiviert 'am Ball bleibst'. :thumbup:


    Bevor Du Dich jedoch der Frage 'Artbecken, oder nicht?' zuwenden kannst, müßtest Du unbedingt erstmal 'das Elementare' angehen.

    Nämlich das schrittweise 'Einfahren' des Beckens. Will heißen, das Aquarienwasser 'voll fisch- bzw. aquarienbewohnertauglich zu machen'.


    Parallel dazu wäre auch die eine oder andere, nicht ganz unwichtige 'Detailfrage' zu klären.

    - Etwa die filtergesteuerte Strömungsstärke des Wassers (treibt aktuell vermutlich eher zuviel für die Pflanzenatmung notwendiges, gelöstes CO2 aus)

    - Eine deutlich bessere, sinnvollere Verteilung der eingesetzten Pflanzen

    - Die Veränderung der Positionen der beiden, großen Wurzeln (könnte man durchaus 'optimieren' ;))


    Jetzt bin ich aber erstmal still.


    Alles Gute

    Frank

  • Hallo Steffen,


    wie wäre es mit einem Artbecken für Dreistachlige Stichlinge?

    Mit ein weinig zusätzlichen Beckenoptimierungen wäre das ein schönes Becken für eine Gruppe Stichlinge. Wenn ja, dann 2-3 Weibchen mehr als Männchen. Die Männchen zeigen während der Balz einen roten Bauch und blaue Augen. Die Männchen bilden Reviere und verteidigen diese gegen andere Männchen.

    Deshalb muss der Boden gut strukturiert sein.


    Viele Grüße Andy

  • Für die Rundschwanzmakropoden (Macropodus ocellatus) in der Balkonwanne mußte ich im letzten Sommer nur gut viereinhalb Monate lang permanent Lebendfutter vorrätig haben.

    Und dabei war es ja nicht mal nötig, sie tagtäglich zu füttern.


    Ich persönlich fand das, parallel zu den sonstigen Aufgaben und Herausforderungen im Alltag, mit der permanenten Sorge um die Futterbeschaffung selbst über diesen kurzen Zeitraum hinweg bereits anspruchsvoll. Und ehrlich gesagt irgendwann dann auch nervig.


    Dabei komme ich hier in der Stadt, wenn man denn einen gewissen Aufwand nicht scheut, eigentlich jederzeit an Lebendfutter heran.

    Selbst kultivieren kann ich es in unserer relativ kleinen, übersichtlichen Wohnung nicht. Da steigt mir schnell meine Frau auf's Dach!


    Wie aber ist es für jemanden, der in punkto Lebendfutter in einer Art 'strukturschwachen Region' lebt?

    Ich würde einen solchen Faktor auf keinen Fall unterschätzen.


    Darum würde ich - es ist auf Sicht nur förderlich für den Spaß an der Sache ^^ - Aquaristik immer so einfach wie nur möglich und nötig betreiben.

    Und Steffen darum lieber Kaltwasserarten vorschlagen, die sich mit einer Kombination aus Trocken- und Frostfutter, und nur gelegentlich Lebendfutter, gut ernähren lassen.


    Nur, Kaltwasser im Wohnbereich (draußen auf dem Balkon wäre das dann doch noch ein bißchen was anderes) ist nicht meine Baustelle!

  • Ich schieße jetzt einfach mal einen Vorschlag aus der Hüfte, Steffen.


    15 Kardinalfische (Tanichthys albonubes) als Alleinbesatz für Dein 240er.

    Die machen von ihrem Wesen her immer schön Betrieb!

    Sind normalerweise robust, und einfach in der Pflege.


    Und wenn Dein Becken von der Strukturierung her am besten noch optimiert wird, und auch ein bißchen Glück mit im Spiel ist, kommt dort dann vielleicht sogar der eine oder andere Jungfisch aus spontanen Ablaichakten durch.


    Als Startbesatz und 'Universal-Putztrupp' würde ich mir ein paar Schnecken holen, die auch kühleres Wasser vertragen, und am besten noch dekorativ sind.

    Ich bin jetzt allerdings nicht der Schneckenexperte.


    Mehr Tierisches würde ich dort nicht einsetzen.

  • Ich schieße jetzt einfach mal einen Vorschlag aus der Hüfte, Steffen.


    15 Kardinalfische (Tanichthys albonubes) als Alleinbesatz für Dein 240er.

    Das ist eine gute Idee, ich würde da aber nicht unter 25 anfangen. Junge kommen in einen Artenbecken bei dichter Bepflanzung fast immer durch. Die Alten stellen ihren Nachwuchs kaum nach, was man von den größeren Jungfischen nicht sagen konnte die stellten der zweiten Generation Jungfische nach. Das sind jedenfalls meine Erfahrungen. Wenn die Temperatur langsam abkühlt dann vertragen Kardinale auch 15° C ohne Probleme. Im Futter sind sie auch nicht wählerisch. Kleines Lebendfutter sowie Frostfutter und auch Trockenfutter wird gefressen.


    VG Dieter

  • Hi,

    die Körbchenmuscheln sind tropisch und mögen es etwas wärmer. Da sind normale Teichmuscheln sogar besser geeignet. Die brauchen aber was zu futtern - am besten gezielt zufüttern. Filter einmal am Tag kurz aus, und Staubfutter geben.

    Als Schnecken kämen Kahnschnecken (Theodoxus fluviatilis ) in Frage, wenn man sie irgendwo bekommt. Oder stinknormale Spitzschlammschnecken ("Yoda Schnecken"), die aber zwei "Haken" haben - sie fressen bestimmte Pflanzen an, und sie bringen, wenn sie aus Teichen stammen, gerne mal unerwünschte Bewohner wie Planarien mit.

  • Das ist eine gute Idee, ich würde da aber nicht unter 25 anfangen.

    Hallo, Dieter,


    von der Gruppenstärke her würde ich bei 'Kardinälen' ja eigentlich auch eher 25 bevorzugen.


    Da ich jedoch nicht weiß, wie die Stoffwechselprozesse bei den Fischen, Pflanzen, Schnecken, Mikroorganismen bei einer Wassertemperatur von derzeit nur 16 Grad jeweils ablaufen bzw. sich im Wechselspiel biologisch auswirken werden, dachte ich mir, man sollte zumindest zum Start vielleicht besser erstmal mit einer kleineren Gruppe beginnen - und in der Folge genau beobachten.


    Grüße

    Frank

  • Hallo Frank,


    bei 16 Grad Wassertemperatur würde Ich keine Fische, auch nicht Kardinalische einsetzen. Ausser man weis die Fische kommen aus einen Becken was ähnliche Temperaturen hat. Sonst ist der Temperatursprung in meinen Augen zu groß.


    VG Dieter

  • Hallo, Dieter,


    wenn man die Fische langsam und behutsam von 'warm' zu 'kühler' angleicht, sollte das eigentlich zu machen sein.


    Mitentscheidend ist natürlich auch die Höhe der aktuellen Hälterungstemperatur bzw. die Höhe der Differenz, die es hin zu den besagten, niedrigen 16 Grad zu überbrücken gilt.

    Schwimmen die Kardinäle aktuell z.B. bei üppigen 24, 25 Grad, würde ich das auch nicht machen.

    Schwimmen sie aktuell allerdings bei nur 20 Grad, würde ich es machen.


    Wenn Fische sich langsam auf wechselnde Temperaturen (fallend wie steigend) einstellen können, tolerieren sie desöfteren eine erstaunliche (Temperatur)Bandbreite.

    Und draußen, so zumindest meine bisherigen Erfahrungen, scheinen sie per se 'um Einiges härter im Nehmen zu sein', als sie es (bei etwa vergleichbaren Bedingungen) in einem herkömmlichen Aquarium wären.


    Viele Grüße

    Frank

  • Sollte Steffen sich wirklich für Kardinalfische als Besatz entscheiden, würde ich mir an seiner Stelle doch mal einen Regelheizer zulegen, und das Aquarienwasser bis zum Sommer hin permanent auf 22, 23 Grad aufheizen.

    Dann fällt den Fischen die Umstellung und Eingewöhnung ins neue Zuhause einfach viel, viel leichter.


    Im Sommer würde ich dann den Heizer ausschalten, aus dem Aquarium entfernen, und das Aquarium, solange man selbst es für wünschenswert hält, auch in der kalten Jahreszeit bei Raumtemperatur weiterbetreiben.


    Den Fischen fiele wie gesagt so die Eingewöhnung bedeutend leichter.

    Und man hätte als Pfleger auch ausreichend Zeit, sie in Ruhe kennen-, sie von ihrem täglichen Fitneßzustand her einschätzen zu lernen.

  • Moin,


    ich betreibe ebenfalls 3 Becken ohne Heizung. Tiefsttemperatur bisher war 18°C.

    (Besatz steht in meinem Profil)


    Als Vorschlag für o.g. Artenbecken würde ich Gobio Gobio für die Bodenregion und Notropis lutrensis für den Schwimmraum vorschlagen.

    Das ist dann zwar kein reines Artenbecken, kommt dem aber sehr nahe.

    Möchte man in Europa bleiben, evtl statt der N. lutrensis eher Rhodeus amarus.


    Vllt kannst dein Becken an der hinteren Scheibe noch mit Styropor o.ä..dämmen um den Temperaturverlust zu minimieren.

  • hej nach ü40 jahren aquaristik, eigtl immer noch am lernen

    vorschlag: da du eine art heimischen bachlauf gestaltet hast, was denkst du über "schlammpeitzger" (auch in subtropischen locations) die sind hübsch und auch als NZ erhältlich , ebenfalls die gründlinge....schnecken....?

    grüße aus FR

    Hallo, Anne,


    seit dem Posten seines Startbeitrags war Steffen nicht mehr im Forum angemeldet.

    Keinerlei Reaktion seinerseits auf erhaltene Antworten.


    Bleibt ihm aus der Ferne mitfühlend nur zu wünschen, daß er dann beim Betreiben seines ambitionierten Kaltwasserprojekts mit dem gewählten Besatz sinnvollerweise mehr Verantwortungsbewußtsein und echtes Interesse an den Tag legen möge.


    Viele Grüße

    Frank