Wie kälteresistent sind Guppy's?

  • Da lasse ich mich ja mal überraschen, wie meine Guppys auf die mehrwöchige "Kältekur" reagieren.

    Da (auch) Guppies landauf, landab weit überwiegend in einem vergleichsweise konstant hohen und zudem relativ engen Temperaturspektrum gepflegt werden, stellt sich die Frage, 'in welchem Temperaturbereich beginnt für diese Fische denn tatsächlich die Kältekur?'...

  • Au weia, deine Zimmertemperatur ( -20 Grad Celsius) deutet auf Kältekammer hin...🤣

    Es wurde ja schon darauf hingewiesen :) aber ich möchte es nochmal deutlicher machen ;)

    ~: Die Tilde steht in der Regel für "ungefähr (gleich)"
    -: Das Minuszeichen markiert in der Regel negative Werte

    Wichtig bei Zitaten detlev ist also auch die zittrige Hand korrekt mitzuzitieren :)))

  • Was immer diese wertend qualitative Klassifizierung dann sachlich bedeuten soll:

    25° und mehr: sehr warme Haltung, schnelles Wachstum der Jungfische, kürzere Lebenserwartung
    20°C bis 24°C: normale warme Haltungsumgebung
    16°C bis 19°C: würde ich kühle Haltung nennen, die Guppies haben da keine Probleme
    15°C und etwas darunter (also eigentlich im Messungenauigkeitsbereich der typischen Aquarienthermometer von +/-2°C) Problembereich
    <= 12°C: Sterbebereich

  • Es wurde ja schon darauf hingewiesen :) aber ich möchte es nochmal deutlicher machen ;)

    ~: Die Tilde steht in der Regel für "ungefähr (gleich)"
    -: Das Minuszeichen markiert in der Regel negative Werte

    Wichtig bei Zitaten detlev ist also auch die zittrige Hand korrekt mitzuzitieren :)))

    erabo

    Laut Wikipedia : "Zwei Tilden übereinander bilden das Ungefähr-Zeichen"

    Sieh es mir bitte nach dass ich am Handy in der einen Tilde ein Minuszeichen sah.

    Anja hat es ja schon auf den Punkt gebracht: "Holzauge sei wachsam". :)

    Beste Grüße

    Detlev

  • Ab welcher Temperatur 'fallend' konkret könnte man von einer 'Kältekammer' für Guppies sprechen?...

    Da gibt es verschiedene Ansichten. Wenn ich vom Wachstum der Jungfische ausgehe liegt die untere Temperaturgrenze für die dauerhafte Haltung bei 21-22°, bereits bei 20° merkt man deutlich ein langsameres Wachstum. Wenn es unter 20° geht wird das zwar ausgehalten, mehr aber auch nicht. Temp. unter 16° verträgt schon nicht mehr jeder Guppy, so ungefähr bei 12° ist dann die physiologische Grenze, darunter funktioniert der Metabolismus des Guppys nicht mehr. Aber in den beheizten Guppybächen halten sich die Fische in den wärmsten Zonen bis 29° auf, eine Ausdehnung auf natürliche Gewässer im Sommer, erfolgt praktisch gar nicht, obwohl die dann auch über 20° liegen.

  • Ich möchte allen an diesem Austausch hier - selbst schreibend oder aber interessiert mitlesend - sagen, mir persönlich gefällt das Informationen JENSEITS der Temperaturkomfortzone von Guppys sammeln sehr.


    Es gibt einen ja ganz gewiß nicht unpopulären 'Strom' in der Aquaristik, der mir von Grund auf einfach ein viel zu sehr eingeschränktes Blickfeld hat bzw. beibehält.

  • Naja,

    Wenn es unter 20° geht wird das zwar ausgehalten, mehr aber auch nicht.

    Doch, zumindest bei mir war da immer auch "mehr", nämlich ausreichende Vermehrung.

    Langsames Wachstum ist gegenüber schnellerem kein Nachteil aus "Guppy-Sicht". Dieses ist typischerweise auch mit einem längeren Leben verbunden und wenn es nicht mit einer Einstellung der Vermehrung gekoppelt ist, steckt da kein grundsätzliches Problem drin.

    Stellt man sich vor, dass eine sich aktiv vermehrende Population einmal in einem kühleren und einmal einem wärmeren Gewässer existiert, so könnte die kühler lebende Population die verringerte Vermehrungsrate durch häufigere Reproduktionszyklen in Folge des längeren Lebens ausgleichen, während die wärmer lebende Population die kürzere Lebenserwartung mit größerer Vermehrungsrate ausgleicht, wobei bei beiden dann eine Grenze erreicht wird, bei der die Reproduktionsrate die jeweiligen Ausfälle nicht mehr ausgleichen kann.
    Das definiert dann die temperaturmäßigen Grenzbereiche für die nat. Populationen.

    Wenn ich vom Wachstum der Jungfische ausgehe liegt die untere Temperaturgrenze für die dauerhafte Haltung bei 21-22°, bereits bei 20° merkt man deutlich ein langsameres Wachstum.

    Deutlich langsameres Wachstum - s.o. - ist aber keine objektive Definition für eine untere Grenze, sondern eine Halter-/Vermehrer-/Züchtersubjektive.
    Ich z.B. verbinde langsameres Wachstum wegen der damit gekoppelten längeren Lebenserwartung mit einer positiven subjektiven Wertung.
    Die objektive Wertung (Überlebensfähigkeit der Population in einem gegebenen Lebensraum) kann eigentlich nur auf Basis konkreter Verhältnisse zwischen Vermehrungsrate und Ausfallrate im jeweiligen individuellen Lebensraum stattfinden (s.o.) und hat rein gar nichts damit zu tun, welche Vorstellungen sich ein Mensch davon macht, wo sich seine Guppies am wohlsten fühlen.
    Leben testet eigentlich immer die Grenzen aus und ist in den meisten Fällen weg vom AmWohlstenGefühl.


    ... Guppybächen ...im Sommer ... obwohl die dann auch über 20° liegen.

    Natürliche Gewässer in Deutschland liegen selten konstant über 20°C, sondern folgen dem Tagesverlauf, kühlen Nachts als deutlich aus.
    Dann kommt noch die Einschränkung "im Sommer" bei ausreichend warmen Nächten dazu.
    Das schränkt dann die Zeitdauer, die ein Guppy, der sich dahin bewegt hat überleben kann deutlich ein und könnte schon für sich ausreichen zu erklären, warum dort praktisch keine Guppies nachgewiesen werden, sondern die Massen oberhalb zu finden sind.
    Dann kommt dazu, dass Guppies für die erfolgreiche Vermehrung in Gegenwart von Fischfressern Bereiche mit gutem Pflanzenwuchs als Schutz für die Jungfische benötigen. Auch das fällt in hiesigen Fließgewässern im normalen Temperaturbereich meist deutlich karger aus, als in den mit einer Vielzahl tropischer und subtropischer Pflanzen bewachsenen künstlichen Warmbächen. Weiterhin nimmt in den kühleren Bereichen (eines nat. Einmündungsbaches) die Zahl der heimischen Kleinfischfresser deutlich zu, was auch wieder schon für sich allein für obiges als Begründung ausreichen könnte.

  • Die objektive Wertung (Überlebensfähigkeit der Population in einem gegebenen Lebensraum) kann eigentlich nur auf Basis konkreter Verhältnisse zwischen Vermehrungsrate und Ausfallrate im jeweiligen individuellen Lebensraum stattfinden (s.o.) und hat rein gar nichts damit zu tun, welche Vorstellungen sich ein Mensch davon macht, wo sich seine Guppies am wohlsten fühlen.
    Leben testet eigentlich immer die Grenzen aus und ist in den meisten Fällen weg vom AmWohlstenGefühl.

    Sehr gut ausgedrückt..... und jetzt machen wir uns auf die Suche nach verwilderten Guppypopulationen irgendwo auf der Welt, in einem Gewässer das dauerhaft unter 20° bleibt und sie das mehrere Jahre mitmachen. Schätze nicht das welche gefunden werden, es wird schon schwierig werden verwilderte Populationen zu finden die regelmäßig mehrere Monate unter 20° leben müssen.


    Die Fischfresser gehen schon auch in die Warme, lediglich der früher geheime, jetzt leere Guppybach ist dafür nicht unbedingt geeignet, er hat einen Abfluss durch den zwar Fische raus können aber nicht so gut rein. Man könnte mal mit Leuten Kontakt aufnehmen die den Warmbach in Villach gut kennen, von dort ist mir bekannt das z.B. Döbel auch im warmen Teil vorkommen. Vor ca. 20 Jahren habe ich mal versucht eine Liste der Guppystandorte in D und A zu machen und habe aufgegeben. Für wirklich verlässliche Angaben hätte ich die alle selbst aufsuchen müssen, teilweise war es schon schwierig festzustellen ob man überhaupt von derselben Lokalität spricht.

  • Ich glaube, das Fische oftmals mehr Kälte vertragen, als gedacht.


    Die Population Guppys, um die es hier im Thread speziell geht, ist in Lateinamerika groß geworden und nicht in Hochleistungszuchtanlagen.


    Vermutlich haben schon die Generationen vor ihnen lernen müssen, mit nicht ganz perfekten Bedingungen klar zukommen und bei nicht perfekten Bedingungen zu überleben.


    Wir haben so ein Beispiel im Familienumfeld

    Das Aquarium steht in einer Küche. Dachgeschoss - Wohnung.

    Im Sommer wird's richtig heiß, sehr warm und im Winter ziemlich kalt, weil kaum geheizt wird.

    Dem Becken habe ich letzten Winter eine Heizung spendiert, die aber mehr aus, wie an ist - weil die Aquarienbesitzer eine Heizung irgendwie unnötig, unpraktisch oder sie keinen Zugang dazu finden.


    Die integrierte Aquarienbeleuchtung (in der Abdeckung) ist auch schon seit Jahren defekt, wird nicht ersetzt.

    Fische & Pflanzen müssen mit unterschiedlichen Tageslichtverhältnissen und mit Temperaturschwankungen übers Jahr klarkommen - siehe da, es funktioniert.


    Im Aquarium leben u. a. Welse und Platys.

    Früher auch Black Mollys und Schwertträger.


    Mollys sind als Wärmeliebhaber bekannt und dennoch kamen sie viele Jahre sehr gut damit zurecht.


    Die Platys vermehren sich regelmäßig.

    Im Sommer allerdings deutlich mehr und häufiger.

    Im Winter gibts auch Nachwuchs, aber deutlich weniger und in größeren Intervallen.

    Auch die Welse sollen schon Nachwuchs produziert haben.

  • Liebe Leute,

    ganz, ganz herzlichen Dank dafür, dass Ihr mir mit Euren Beiträgen ein bisschen die Angst genommen habt, dass meine Fischlein während meines Urlaubs erfrieren könnten. :schreck:


    Ich habe mich auch sehr gefreut, dass sich so eine lebhafte und (für mich zumindest) lehrreiche Diskussion entwickelt hat.


    Ich hätte ja niemals-niemals-nicht gedacht, dass mich jetzt im hohen Alter noch die Aquaristik packt. :löl:

  • ... Ich hätte ja niemals-niemals-nicht gedacht, dass mich jetzt im hohen Alter noch die Aquaristik packt. :löl:

    Trotz schwindender Körperkräfte, zunehmender Vergeßlichkeit und wachsender Beschwerden hat 'das Alter', finde ich, parallel ganz klar auch sein Gutes.

    Manche leckeren 'Früchte' - das meine ich jetzt bewußt sehr allgemein - präsentieren sich einem oft erst im Alter.

    Bei Dir ist es - unter anderem? - die Freude an der Aquaristik.

  • Ich hab nochmal nachgelesen.

    Du betreibst Dein 60 l-Guppy-Becken mit einem 50 Watt-Heizstab (in Chile gekauft).

    Das sollte eigentlich, sofern das Gerät nur 'halbwegs' zuverlässig arbeitet, in einem nicht beheizbaren, aber geschlossenen Raum wirklich ausreichen, um die Fische sicher durch die zentralargentinischen Winternächte zu bringen.