Regentonnenbiotop - Wasserflöhe (Daphnia pulex) gegen Mückenlarven

  • Hallo ihr Lieben,

    Wasserflöhe zu züchten ist doch relativ einfach und unkompliziert.

    Einfach eine Regentonne oder ein Speißfass draußen halbschattig aufstellen ,

    etwas Erde und altes Laub rein, ein paar Tage stehen lassen und dann mit einer

    Tüte Wasserflöhe von einem Kollegen oder aus dem Fachmarkt "animpfen".

    Mit Trockenhefe vorsichtig füttern und nach ein paar Tagen kann man ernsten.

    Bei regelmäßiger Fütterung kann man da reichlich Wasserflöhe abernten.

    Ich züchte eher die kleinen Flöhe, damit kommen meine Schwertträger bestens zurecht.

    Mückenlarven gibt es dann noch kostenlos dazu.

  • Diese Jahr habe ich die falschen Fische oder die falschen Mücken. Bisher habe ich 1-mal frische schwarze Müla verfüttert, es waren nicht mal viele, trotzdem ist die Hälfte davon wenige Tage später "indoor" geschlüpft. Danach habe ich nur noch die Mückenschiffchen in die Becken gegeben, selbst da sind welche ausgeflogen. Jetzt ist für dieses Jahr Schluß damit, in meinem Wasserflohfass tauchen kaum mal schwarze Mückenlarven auf, schätze da ist zu wenig Laub drin. Deswegen habe ich für Müla immer einen großen Eimer mit einer Handvoll Brennnessel drin, stinkt ein bischen aber lockt die Mücken, mit dem habe ich jetzt die Tomaten gegossen. Meine Wasserflöhe muss ich füttern (Hefe und Spirulina), das Fass steht zu dunkel für grünes Wasser. Neulich habe ich was gelesen, der kippt, einmal am Anfang des Jahres, einen halben Liter Urin in sein Fass=O leider weiß ich nicht mehr wie groß das ist. Jedenfalls soll das eine ganze Saison als Futter für Algen reichen. Ausprobiert habe ich es nicht. fie

  • Der Trick mit dem Urin ist ein alter Hut..


    Früher wurde damit Wäsche gewaschen, geputzt, als Medizin verwendet, Leder gegerbt und Lebensmittel "veredelt" ..


    Der Spruch "Geld stinkt nicht" stammt, wenn ich mich nicht irre, als der Römerzeit und bezieht sich auf die Erhebung von Steuern auf das Sammeln von Urin für die Reinigung von Wäsche und gerben von Leder..

  • Neues aus der Regentonne:


    Ende April dieses Jahres konnte ich "Wolken" von Wasserflöhen in der Regentonne feststellen. Ich hatte auch ein paarmal mit dem Kescher welche "abernten" können und der Fütterung meinem Aquarium zuführen können. 2-3 mal wöchentlich habe ich mit in Wasser gelöstem Spirulinapulver zugefüttert.


    Seit Anfang Juni überwiegt jetzt der Besatz mit schwarzen Mückenlarven. Die Wasserflohpopulation wurde stark zurückgedrängt. Ich kann nur hin und wieder einzelne Wasserflöhe in der Tonne beobachten.


    Vielleicht sind die schwarzen Mückenlarven Nahrungskonkurrenten gegenüber den Wasserflöhen?!


    Die schwarzen Mückenlarven werden aber sowohl von meinen Betta rubra als auch von den Macrobrachium assamense gierig verschlungen. Allerdings haben die Garnelen dabei größere Schwierigkeiten, schwarze Mückenlarven zu erbeuten.

  • ... Seit Anfang Juni überwiegt jetzt der Besatz mit schwarzen Mückenlarven. Die Wasserflohpopulation wurde stark zurückgedrängt. Ich kann nur hin und wieder einzelne Wasserflöhe in der Tonne beobachten.


    Vielleicht sind die schwarzen Mückenlarven Nahrungskonkurrenten gegenüber den Wasserflöhen?!

    Genau das habe ich beim Lebendfutter keschern 'draußen' auch wiederholt beobachtet.

    Leben in ein und demselben, 'isolierten' Wasserkörper sowohl Wasserflöhe als auch Schwarze Mückenlarven, überwiegen - in jedes Mal auf's Neue überraschenden Verschiebungen der Mengenanteile zueinander - fallweise mal mehr die einen, mal mehr die anderen.

  • Ich vermute die Ursache eher an unterschiedlichen Bedürfnissen bzgl. Wasserzustand/-bewegung oder Lichtverhältnisse, die je nach Wetterbedingungen sich ändern.
    Wasserflöhe sind vorwiegend Filtrierer, schwarze Mückenlarven aber essen sich zersetzende pflanzliche Stoffe, die nicht aus dem Wasser gefiltert werden können sondern rumliegen.
    Rumliegenden verrottendes Pflanzenmaterial ist deren Nahrungsbasis.
    Kann man auch sehen, wenn man die Mückenlarven beobachtet: Zum Fressen tauchen sie ab zum Boden oder auf verrottende Oberflächen.

    Regenwetter ist den Mückenlarven abträglich, da dadurch die Wasseroberfläche so stark bewegt wird, dass sie nicht mehr richtig an ihr atmen können. Gleiches gilt für durch Wind stark bewegte Wasseroberflächen, während gut bewegtes Wasser die Menge schwebender Nahrungspartikel für Wasserflöhe erhöhen dürfte, so als Beispiel

  • Was mir zu erabos/Erichs Beitrag noch spontan einfällt.

    Wasserflöhe findet man nach meinen Erfahrungen nie an warmen 'Stellen'.

    Ich vermute, der wassertemperaturabhängig niedrigere Sauerstoffgehalt ist hier der limitierende Faktor.

    Schwarze Mückenlarven sind in der Hinsicht deutlich temperaturunabhängiger.


    Ich weiß gerade nicht, ob die 'Schwarzen' zusätzlich zum atmosphärischen Sauerstoff auch den im Wasser gelösten veratmen können.

  • Bei der Frequenz wie schwarze Mückenlarven zum Atmen auftauchen und, wenn man sie immer wieder verscheucht irgendwann immer mehr das Verscheuchen ignorieren, um endlich an die Wasseroberfläche zu kommen, dann dürfte der aus dem Wasser aufgenommene Anteil nicht zum Überleben reichen.
    Andernfalls wäre es auch unverständlich warum sie alle bei stärkerem wasserplatschenden Dauerregen verschwinden/sterben.

  • Vielleicht sind die schwarzen Mückenlarven Nahrungskonkurrenten gegenüber den Wasserflöhen?!

    Keine Ahnung warum, aber in Regentonnen gibt es entweder Wasserflöhe oder schwarze MüLa, in nennenswerter Anzahl. In meinem Fass sind überweigend nur Flöhe. Für die MüLa stelle ich immer einen Wassereimer mit etwas Brennnessellaub auf, diese Brühe würden Flöhe vermutlich gar nicht überleben, Mücken zieht es an.

    In Waldtümpeln habe ich auch schon beide zusammen gefunden.


  • Rumliegenden verrottendes Pflanzenmaterial ist deren Nahrungsbasis.
    Kann man auch sehen, wenn man die Mückenlarven beobachtet: Zum Fressen tauchen sie ab zum Boden oder auf verrottende Oberflächen.

    Ebenso ist auch die Ernährung sehr unterschiedlich. Einige strudelnWasser und ernähren sich von Bakterien.[1][2]

    Wiki


    Nichts genaues weiß man nicht.

  • Jau, merci für die Korrektur, die hiesigen schwarzen Mückenlarven strudeln also auch Schwebestoffe (Detritus und Bakterien), einmal an der Wasseroberfläche atmend hängend und abgetaucht auf der Oberfläche verrottenden Materials. Das taugt also nicht als spekulative Grundlage, warum sich die Wasserflöhe und Stechmückenlarven sich in ihrer Dichte abzuwechseln scheinen, kann man also aus der Denkbarkeitsliste streichen.

    Kennst du evtl Quellen, die einem das Phänomen eingrenzen könnten?

  • Das hat mich jetzt mal dazu angeregt zu recherchieren, ob es arbeiten zu dem Phänomen der abwechselnden Dichte von Wasserflöhen und Mückenlarven gibt, vor allem da es mich jedesmal "ärgert", wenn ich sehe, dass meine Wasserkübel statt die gewünschten Schwarzen Mückenlarven plötzlich fast nur noch Wasserflöhe liefern :)

    Und es gibt tatsächlich Arbeiten, die das reine Spekulieren - aus dem man nicht gut sinnvollen Handhabungen ableiten kann - überflüssig machen und mir ermöglichen, meine entsprechenden Wasserpfützen gezielt in Richtung der von mir bevorzugten Mückenlarven gegenüber den Wasserflöhen zu fördern.

    Im Kern laufen die Arbeiten darauf hinaus, dass jede unserer Spekulationen tatsächlich summarisch etwas beiträgt :)

    Was aus meiner Sicht aber wichtig ist:
    Es ist wohl der Wasserfloh, welcher in seinen durch äußere Einflüsse auftretenden Dichteschwankungen eher die Schwankungen der Schwarzen Mückenlarven antreibt als umgekehrt.
    Die Stechmücken meiden/verringern offenbar die Eiablage in Gewässern, wo die Wasserflohdichte ihnen zu groß ist - aber auch wo ihre eigene Dichte zu groß ist.

    Will ich also die Mückenlarven fördern, könnte es funktionieren die Wasserflöhe möglichst weitgehend herauszufangen.
    Sollen die Mückenlarven möglichst unterbrechungslos verfügbar sein, muss ich sie selbst regelmäßig ausdünnen.