Aquariumregal 1 + 2 und drumherum

  • Der getürmte Artgenosse scheint niemandem zu fehlen.

    Natürlich, die anderen weinen, erkennbar an den nassen Augen! :D

    Ich wunderte mich letztens über eine Wabenkröte (so etwas ähnliches wie ein Krallenfrosch) hinter der Filtermatte, denn da war an allen vier Seiten überhaupt kein Platz. Die quetschte ihren keilförmigen Körper dann mit kräftigen Beinschlägen - immer der Nase nach - zwischen Schwamm und Frontscheibe durch, denn sie wollte auch etwas vom Futter abbekommen.

  • FloKri ..


    Großes Dankeschön.. Deine spannenden, lustigen und mitreißenden Berichte lese ich mit Begeisterung..


    Obwohl ich bisher weder Garnelen, noch die von Dir erwähnten Fische gehalten habe, kann ich schon allein beim Lesen Deine Begeisterung teilen. gamer


    Interessiert lese ich auch die Berichte über Deine Pflanzen..Erfolg und kleine Misserfolge liegen eben manchmal eng beieinander.. popcorn


    PS. Dieses Forum ist definitiv ein Gewinn für alle Aquarien- und Terrarienverrückte.


    Ich bin immer wieder total begeistert, daß es dieses Forum mit all den interessanten Mitgliedern gibt.

  • Hallo ihr Lieben

    und danke, für eure netten Worte - tut immer gut, sowas zu lesen :daumen hoch:


    Diese Woche bin ich meinem eigenen Thema fremdgegangen und habe unter unserem Channa-Stammtisch andri4 auf sein neu eröffnetes Thema "neues Chann Becken" geantwortet.


    Unter anderem seht ihr ein paar Bilder aus meinem Vortrag, den ich letzte Woche in Österreich gehalten habe und bekommt auch eine kleine Zusammenfassung eines Ausschnitts davon. Ich wünsche viel Spaß beim Lesen!



    PS: Meinen Channa gehts gut und es gibt keine Ausfälle oder Probleme zu verzeichnen. Aufgrund meiner vergangenen Coronainfektion hat sich halt alles andere wieder mal verschoben. Langsam könnte man meinen, man hat sich mittlerweile an sowas gewöhnt. Es ist aber immer noch nervig ...

  • Servus miteinander,


    seit dem letzten großen Update, ist viel passiert und heute holen wir etwas Zeit auf.


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    Leider ist bei den neuen 150er-Becken noch nichts passiert. Alleine die Anlieferung war wieder ärgerlich. Es wurden zwar die Aquarien geliefert und die Qualität ist okay, aber die Unterlagen dafür, wurden vergessen. So warten die beiden Becken noch heute darauf, dass sie wieder weg- und ein zweites Mal - dann mit Unterlage - auf den Unterbau gestellt werden. Die Unterlagen wurden zwar ein paar Tage später nachgeliefert, aber trotzdem steht halt alles noch da, wie am Anfang. Auch die Schienen für die Abdeckscheiben wurden nicht geliefert, da sie auch mein Händler nicht erhalten hat. Angeblich kommen die ja in zwei Wochen, aber auch darauf warte ich aktuell noch. Dasselbe mit den Abdeckscheiben an sich: Sie wurden zwar mitgeliefert, aber ohne ausgesparte Technikecke, wo ich die Kabel aus dem Aquarium führen könnte. Und ja, auch auf diesen Ersatz warte ich noch immer, so wie mein Händler darauf, dass ich die Rechnung bezahle …

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    Hier seht ihr im Detail, die Führungsschienen, für die beiden Schiebetür-Teile in der Mitte, unterhalb der Querstrebe, welche extra dafür unterhalb der Längsstreben eingeklebt wurde. Die dafür vorgesehenen PE-Platten habe ich natürlich auch noch nicht, aber das ist aktuell meine kleinste Sorge, bezüglich des Regal 2.


    Meinen Urlaub nutzte ich für einen großen gärtnerischen Rundumschlag:

    Als erstes habe ich meine große Alocasia cuprea „Red Sectret“ in einen größeren Topf und sie gleichzeitig tiefer ins Substrat gesetzt. Ihre Wurzeln kamen schon oben aus dem Topf heraus und auch die Wurzeln unten im Übertopf waren ordentlich. Diese Aktion nahm sie ohne Komplikationen hin. Im August hatten wir auch noch herrliches Wetter dafür und alle Pflanzen hatten danach noch Zeit, sich einzugewöhnen, bevor es kühler und dunkler wurde.

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    Der nächste auf meiner Liste, war mein Philodendron „Silver Sword“. Auch ihm gönnte ich einen durchsichtigen Topf. Im Vergleich zur Pflanze, war das Wurzelwerk echt überschaubar. Seitdem die Pflanze im durchsichtigen Topf und in einem Untersetzer steht, scheine ich die Wassergaben besser abschätzen zu können. Mittlerweile ist ein - wenn auch noch etwas zögerliches - Wachstum feststellbar.

    Einen Topf mit drei Stammstecklingen meiner Monstera deliciosa, habe ich auch geleert. Einer der Stecklinge hat die Umstellung nicht geschafft und die langen Wurzeln sowie das Stammstück sind weggegammelt. Ich nahm alles heraus, säuberte das Substrat und setzte alles wieder in den ursprünglichen Topf. Dass man das mineralische Substrat wiederverwenden kann, zahlte sich bei allen meinen Umtopfaktionen aus. Alle Wurzelballen blieben nämlich weitestgehend unangetastet. Ich setzte die Pflanzen nur in einen neuen Topf und füllte wieder mit altem Substrat auf. Meistens brauchte ich nur noch wenig neues Material, um den neuen Topf schließlich aufzufüllen. Mein Ficus benjamina kam auch aus seinem alten Selbstbewässerungstopf heraus, in einen durchsichtigen Topf. Er hatte ebenfalls eher wenige Wurzeln. Auch hier nahm ich eine Reduzierung der Wassergaben vor, damit er mehr Wurzeln „auf Wassersuche schickt“.

    Der kleine, kletternde Ficus pumila zog aus dem 60er aus und ans Fensterbrett zu den Orchideen. Ich weiß einfach noch nicht so ganz, wohin damit und an diesem Platz hat er verhältnismäßig viel Licht - auch im Winter - und kann dort mal der Dinge harren.

    Aufgrund der schlechter werdenen Lichtverhältnisse unter dem Dachfenster, habe ich mich dazu entschlossen, die drei Alocasia amazonica „Polly“ in meinem Wohnzimmer an die Balkontüre - neben die A. cuprea - zu stellen. Die neu austreibenden Blätter der drei Schönheiten, entwickelten sich prächtig und ohne den kräftezehrenden Blüten, erreichten sie auch eine Größe, welche mich durchaus zufriedenstellte.


    Auch bei meinen Kleinen ging`s weiter. 4 Stecklinge der Raphidophora tetrasperma konnte ich endlich eintopfen. 5 Stecklinge im Wasserbecher waren immer noch nicht richtig bewurzelt. Also: abwarten.

    Der junge Philodendron „Pink Princess“ war nun auch bereit in mineralisches Substrat umzuziehen. Entlang des Topfbodens, schob sich nämlich schon eine Wurzel entlang, was mich ermutigte, diesen Schritt zu gehen.

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    3 von 7 Jungpflanzen der Alocasia baginda „Dragon Scale“ sind ebenfalls in mineralisches Substrat umgezogen. Die Blätter sahen kräftiger aus, als die blanken Wurzeln. So entschied ich eben nur die drei kräftigsten Pflanzen umzusetzen. Die anderen bettete ich in ihrem Becher wieder in Sphagnum.

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    Die große, einst stark geschwächte Alocasia baginda „Dragon Scale“, erholte sich gut auf der Beleuchtung der Pflanzenbox unterm Dachfenster und treibt weiterhin ordentlich Wurzeln. Ihr gönnte ich im August auch die erste Düngung und das gleich mit der vollen Dosis, was ihr keineswegs schadete.

    Aufgrund der ungeahnt wenigen Wurzeln der "Dragon Scale"-Jungpflanzen, entschied ich mich bei den "Polly"-Jungpflanzen noch mit dem Umtopfen zu warten. Zwar durchzogen die Wurzeln schon im August den Boden und die Blätter waren teils erstaunlich groß, aber ich wollte das Glück nicht zu sehr herausfordern. Da die "Dragon Scala"-Jungpflanzen in ihrem neuen Topf alle gut weitergewachsen sind, hätte es den "Pollys" wohl auch nichts ausgemacht, aber Geduld ist weder bei den Fischen, noch bei den Pflanzen ein schlechtes Motto.

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    Dann war auch wieder mal Sommerfest unserer Orchideengruppe in der Gärtnerei Kopf. Im August blüht noch nicht viel. Als Liebhaber der Gattung Masdevallia, freute ich mich besonders über diese schöne Blüte einer Hybride. Normalerweise bevorzuge ich ja die Naturformen, aber sowas gefällt mir durchaus auch – aber nein, ich habe sie nicht erworben. Stehen ja schließlich schon genug Pflanzen zuhause rum - nicht nur über, sondern auch unter Wasser.

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    Die Pflanzen in meiner Pflanzenbox habe ich aus ihren Töpfen genommen. Diese nehmen eh nur Platz weg und die in der Box befindlichen Aufsitzerpflanzen, brauchen das Substrat eigentlich eh nur, um daran festwachsen zu können. Da ich grobes Lavagranulat als Substrat gewählt hatte, sind beim Austopfen viele Steinchen an den Wurzeln hängen geblieben. So halten die Gewächse nun ihre Position am Boden und werden nicht von der Strömung weggetrieben. Im Zuge des Austopfens, habe ich die Pflanzen mit Easycarbo behandelt, da in der Box noch immer die Cladophora-Algen herrschen. Auch nach täglicher Beigabe ins Wasser - über eine Woche - sind in der Box immer noch überall mal diese Plagegeister zu sehen. Ich kann mich wohl vom Gedanken verabschieden, sie jemals ganz los zu werden. Die Sporen sind sicher schon in meiner ganzen Anlage verteilt und somit schaue ich etwas besorgt Richtung neues Aquascape im 60er, für welches die Planung langsam aber sicher anläuft. Wenn ich für meinen Vortrag in Österreich bin, möchte ich in Wien bei Liquid Nature vorbeischauen und Hardscape shoppen (und so viel kann ich für nächstes Mal schon verraten: diesen Plan habe ich durchgezogen!!!)

    Im 100er-Scape sind die kleinen Flossensauger kräftig am Fressen. Die großen Geschwister sehen neben ihnen auf einmal ganz erwachsen aus, obwohl sie es noch lange nicht sind. Ab einem gewissen Alter, geht das Wachstum echt träge voran. Ich glaube, dass das am begrenzten Nahrungsangebot im Aquarium liegt. In der Natur fressen die wahrscheinlich 24/7. Im Aquarium ist das problematisch - noch dazu, wenn man Beifische mit im Aquarium pflegt. Auch die Anzahl der Jungfische ist recht überschaubar. Hi und da taucht mal ein neuer kleiner Zwerg auf, aber das war`s dann auch. Mal abwarten, wie sich das noch entwickelt. An zu wenig Futter kann`s jedenfalls nicht liegen (aber eben nur einmal täglich).

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    In der oberen Becknreihe im Regal 1, begint sich das Javafarn aktuell braun zu färben. Es wird fleckig und die Blätter fallen ab. Vielleicht liegt es im mittleren Becken an zu vielen Nährstoffen, wo es hingegen in den anderen beiden Becken zu wenige abbekommt. Ach, man steckt nicht drin. Ich habe mir vorgenommen im Bom mehr Wasserwechsel durchzuführen. Vielleicht erledigt sich das Problem von alleine.

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    Die jungen Channa harcourtbutleri wachsen wie blöd. Nach wie vor ist die linke Hälfte vom stärksten Tier besetzt und kein anderes will sich dort länger aufhalten. Der Rest scheint sich damit aber auch abgefunden zu haben. Es könnten sogar immer noch alle 21 sein, welche ich eingesetzt habe. Die Einrichtung und die Pflanzen machen ein Nachzählen schwer und eine genaue Angabe unmöglich. Eines weiß ich aber sicher: Farbwunder werden es nicht - Überraschung …:D

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    Der hinter den Filterschwamm gesprungene Auranti ist wieder vorne anzutreffen. Er kam wieder von alleine auf den „richtigen Pfad“. Langsam werden die Tiere aber echt zu groß, für solche Spielchen. Trotzdem ist die Gruppe auffallend harmonisch und jedes Tier fügt sich gut in die Rangordnung ein. Dies könnte an einem deutlichen Weibchenüberschuss liegen. In dieser Größe, tu auch ich mich schwer die Geschlechter zu bestimmen. Hilfreich ist jetzt vor allem der blaue Saum in der Rückenflosse, aber die Beleuchtung macht es manchmal nicht leicht die Realität vom Wunschdenken zu unterscheiden. Das dominante Tier - sicher ein Männchen - steht jedenfalls schon lange fest und das Tier an seiner Seite wird dann ein Weibchen sein. Dann ist die Geschlechtsbestimmung ganz einfach.

    Außer, mein Männchen tut mir den Gefallen und sorgt mit seiner Partnerwahl für eine Schlagzeile 8|. Mir soll`s recht sein 8)!

  • September-Update (1 / 4)


    Der September startete für mich mit einer Reise nach Österreich. Im Rahmen meines Vortrags, besuchte ich mit meinem Gastgeber am Freitag, (2. September) zuerst den Tiergarten Schönbrunn. Natürlich ging es uns nicht um die Elefanten oder die lustigen Äffchen. Wir schauten ins Untergeschoss des Aquariums. Und da sieht es halt so aus, wie es in vielen Zuchtkellern aussieht. Schläuche, Kabel und diverse Behälter stehen griffbereit oder liegen rum und die Aquarien sind weder schön eingerichtet, noch sind die Scheiben geputzt. Auch in Wien kocht man nur mit Wasser!

    Spezialisiert hat man sich hier auf die Nachzucht von Killifischen - genauer gesagt: die Arterhaltung von Fischen der Gattung Aphanius. Ich - total unerfahren in Sachen Killi - war etwas erstaunt über die teils erschreckend kleinen Flossen, an den oft recht massigen Fischen. Auch, wenn ich nie was mit Killis anfangen konnte, so war ich doch recht angetan von der ein oder anderen Art. Und wieder einmal hat ein Blick über den eigenen Tellerrand nicht geschadet.

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    Im Untergeschoss leben aber nicht nur Killifische, sondern auch andere aquatile Kuriositäten. Angefangen bei teils sehr seltenen Buntbarschen, üder diverse Amphibien, bis hin zu Seepferdchen ist hier eine große Bandbreite der Aquaristik vertreten.

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    Von den Seepferdchen werden auch ein paar Arten vermehrt. Ihre Becken sind kleine Spezialanfertigungen. Mit einer eingeklebten, schräggestellten Glasleiste entlang der Rückscheibe, wird der Wasserstrom von unten wieder nach oben gelenkt, was die toten Futtertiere recht gut in der Schwebe hält. So ist man hier nicht zu 100% auf Lebendfutter angewiesen.

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    Auch mit teils von Forschugsreisen selbst mitgebrachten Wasserpflanzen wird experimentiert. Die kleine Seerose rechts im Bild ist z. B. eine kleine botanische Besonderheit. Genau so, wie die kleinen Schwertpflanzen, welche um sie herum gruppert sind. Und neben dem Becken, sah ich dann die Düngerflaschen, welche ich auch für meine Aquascapes verwende. Seid also ganz beruhigt: "Die im Zoo" haben auch nur die Mittel zur Verfügeng, die wir auch nutzen können. Hier muss ebenso gedüngt und das Wasser gewechselt werden. Natürlich sind es in solchen Hälterungsanlagen andere Dimensionen und man kann es sich in solchen Spezialräumen durch verschiedene Vorrichtungen (z. B. Wasserabfluss im Boden) schon leichter machen, aber im Grunde tun wir alle das Gleiche, wenn nicht sogar dasselbe.

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    Eine weitere Kunst, die in Schönbrunn scheinbar zur Perfektion getrieben wurde, ist die Vermehrung von Quallen. Als ich erwähnte, dass ja auch Berlin dafür bekannt ist, dass dort viele Quallen gezogen werden, wurde nur geschmunzelt. Mir wurde dann erzählt, dass in Schnönbrunn über 80 (!!!) Arten nachgezüchtet werden. Und so sieht dass dann aus. Eine Reihe "Marmeladengläser" und Kleinstaquarien in einem großen, flachen Becken. In manchen der Behälter kommt aus einem kleinen Luftschlauch hin und wieder eine Blase raus und in manchem, teilweise sehr "dreckigen" Glas, befinden sich "einfach nur Wasser" und die winzigen Miniquallen. Diese leben je nach Art zuerst fest auf den Glaswänden. Später lösen sich dann die einzelnen Schirmchen und leben dann als eigenständige Qualle weiter. Der Wiederspruch von diesen grazilen, so sensibel erscheinenden Wesen, in dieser so primitiv und plum wirkenden Konstruktion aus diversen Behältern, faszinierte mich schon sehr. Sicherlich steckt in Wahrheit wieder einmal viel mehr dahinter, als man sieht und nicht umsonst ist die Vermehrung von Quallen kein Alltagsgeschäft in vielen Tierparks. Um so schöner, dass es in Schönbrunn so schön klappt!

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    Ein Nachteil solcher Kurzausflüge hinter die Kulissen ist, dass sie so kurz sind. Auch für die Schauaquarien blieb keine Zeit mehr, dabei ist es der Tiergarten Schönbrunn in Wien als ältester Zoo der Welt sicherlich wert, mindestens einen ganzen Tag darin zu verbringen. Die historischen Gebäude und Anlagen wurden liebevoll renoviert und auch aquaristisch hat Schönbrunn einiges zu bieten. Fahrt da unbedingt mal hin und seht euch das an, was mir dieses Mal entgangen ist!


    So sind wir also weiter in den Süden gefahren - nach Pfaffstätten, um genau zu sein. In einer kleinen, gemütlichen Weinstube, trafen wir uns mit den anderen Teilnehmern der Labyrinthfischzuchtgruppe des ÖVVÖ. Es blieb eine überschaubare Gruppe, aber das Thema stieß auf großes Interesse und so kam ich den ganzen Abend von einem interessanten Gespräch ins nächste und schon ging es auf Mitternacht zu. So schnell, wie alles begonnen hat, endete der erste Tag in Österreich dann leider auch wieder. Dann hieß es: ausruhen und Kräfte sammeln für morgen. Am nächsten Tag, sollte es nämlich ins Haus des Meeres gehen - natürlich auch hier Backstage - und ich wollte unbedingt noch zu Liquid Nature, DEM Aquascaping-Laden in Österreichm, denn ich brauchte unbedingt Wurzeln und Steine für mein 60er-Scape, welche ja noch immer ohne Wasser daheim auf mich wartete.

  • September-Update (2 / 4)


    Am Samstag (3. September) ging es dann in der Früh los, zum Haus des Meeres. Das Haus des Meeres stellt man sich am besten als vertikalen Tierpark, mit dem Schwerpunkt Meerwasseraquaristik vor. In und um den Flakturm - welcher zur Zeit des 2. Weltkriegs auch als Feuerleitturm genutzt wurde - hat man große Aquarien eingebaut, welche mit den Jahren durch viele - teils begehbare - Gehege und "Erlebnisräume" ergänzt wurden. In den - aus gegebenen, baulichen Gründen - etwas verschachtelten Gängen und Räumen dieses "Tropenturms" mitten in Wien, kann man viele Stunden wandeln und auch in vielen "kleineren" Aquarien und Terrarien spannende Beobachtungen machen. Der Blick von der Dachterrasse mit darauf befindelicher 360° OCEAN SKY Restaurant Bar, runden das ganze Erlebnis spektakulär ab. Meinem Begleiter und mir, war das aber zuerst mal egal. Wir gingen zielstrebig in den Keller.


    Dort empfing uns erst mal der Tierbestand des Brackwasseraquariums, welches in der Schau gerade umgestaltet wurde. Schnell wurden wir uns einig, dass solche Pools, die einfachste und kostengünstigeste Lösung sind, wenn es darum geht, Fische erst mal irgendwo unterzubringen. Und mal erhlich: Solange die Wasserwerte sitmmen, ist unseren Fischen kurzfristig vieles andere ziemlich egal. So schwammen da also Flossenblätter, Argusfische und die anderen Brackwasserbewohner um den selbst gebauten Rieselfilter ihre Bahnen und harrten der Dinge.

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    Wir waren aber eigentlich wegen was anderem da. Im Gegensatz zum Tiergarten Schönbrunn, engagiert sich das Haus des Meeres für den Erhalt von Hochlandkärpflingen. Das hat sich, wie ich aus den Gesprächen erfahren konnte, aus einem Zufall heraus ergeben und so kam es dazu, dass aktuell in der Zuchtanlage um die 30 Arten an Hochlandkärpflingen schwimmen - das ist fast jede bekannte Art! Es sind schon etwas kantige, graue Mäuse. Wenige stachen da mit ihrer Körperform oder Farbe hervor und ich verstehe, warum Hochlandkärpflinge in der Aquaristik quasi keine Rolle spielen. Wenn man dann aber von den Anpassungen und Eigenheiten der verschiedenen Arten im Biotop erfährt, schlakert man mit den Ohren. Von Räubern über Algenfresser ist da alles dabei. Manche Arten sehen sogar anders aus, wenn man sie im Freiwasser, oder in den dichten Pflanzenbeständen am Ufer fängt. Die entwickeln sich auseinander, oder haben das schon?! Spannende Geschichte!!! Seit Jahren gibt es auch ein Projekt, welches die Halter dieser Tiere weltweit verknüpft, da immer wieder Populationen aussterben - nicht nur in den Aquarien, sondern auch in der Natur. Etwas Sorge bereitete im September der Umstand, dass der Großteil der Kärpflinge, seitdem sie in die neue Anlage gezogen sind, die Vermehrung eingestellt hat. Niemand wusste warum und wie lange die Enthaltsamkeit noch andauern würde. Da solche Phänomene auch bei privaten Beständen immer wieder auftreten, wird sehr auf einen gewissen Grundstock an Fischen pro Art geachtet, bevor Fische wieder abgegeben werden. Zu schnell kann was passieren und zu schnell ist manche Art in der Vegangenheit schon für immer verschwunden.

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    Nach einer gepflegten Tasse Wiener Melange, machten wir uns dann auf den Weg, den Turm zu erobern - auf Anraten hin, von oben nach unten, da dann die Schwerkraft hilft. Uns half erst Mal der Aufzug. Nicht nur durch ihn ist der Turm auch für Rollstuhlfahrer erkundbar! Man hat sowohl die Aquarien, als auch die anderen Gehege gut in den vorhandenen Platz integreiert. Die Anatomie eines gemeinen Turmes besticht aber grundsätzlich eher selten mit Weitläufigkeit. In einem größeren Vorraum im oberen Bereich, befand sich ein freistehendes Becken (geschätzt 200x70x80 cm) mit herrlichen Rotrücken-Skalaren. Leider gingen diese neben den kitschigen und - verzeiht mir bitte - potthässlichen Diskuszuchtformen gänzlich unter.

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    Von da aus gings dann weiter in den nächsten Raum zu den Hammerhaien und dann wieder ins Treppenhaus. Es sind schon viele Räume, Türen und Gänge, aber hinter jeder Biegung wartet was spektakuläres auf den Besucher und das "Sich-in-den-Gängen-verlieren" wird zum Abenteuer. Nicht zuletzt auch wegen den immer wieder atemberaubenden Blicken aus dem Turm, hinaus auf die Dächer und Straßen von Wien!

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    Die "kleine" Grundfläche des Turms, bringt neben den Nachteilen, auch Vorteile mit sich. Man kann in die Höhe bauen! Dies geschah nicht nur mit den Freiflugflächen der Vögel und im Tropenhaus. Auch ein Meerwasserbecken wuchs in die Höhe - in die Höhe von zwei Stockwerken! Neben Schwarzspitzenriffhaien und einem mutigen Fuchsgesicht (der kleine, gelbe Fisch unter den riesigen Falterfischen), ist darin auch eine Meeresschildkröte beheimatet und ein Zackenbarsch, den man von unten betrachtet glatt mit einer fetten Robbe verwechseln könnte. Auf dem Foto sieht man nur den unteren Teil des Beckens. Oben steht man dann auf dem steinernen Balkon, den man oden im Bild noch sehen kann. Ein wahrlich beeindruckendes Bauwerk! Und alle stehen sie da, mit ihren Handys und machen Bilder und Filme. Ich hatte meine Kamera dabei und alle beiden Akkus extra voll aufgeladen. Plötzlich bemerkte ich aber, als ich den Akku wechslen wollte, dass mein zweiter Akku fehlt. Es half nichts, er blieb verschwunden (bis ich ihn am Sonntag dann, am Boden im Auto wieder fand!). Und so stand ein weiterer Depp mit Handy vor dem Becken - ich.

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    Neben dem Engagement für die Natur, hat das Haus des Meeres seine Geschichte nicht vergessen. Und so wird in einem Nebenraum auch auf die Geschichte des Gebäudes eingegangen. Neben alten Möbeln, Karten und alten Arbeitsutensilien, findet man auch alte Plakate und Warnhinweise in diesem Raum: "Halt! Nach Fliegerangriffen keine Privatgespräche auf dem Fernsprecher!!!"

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    Nicht alle Aquarien waren "mit Salz inviziert". Ein "kleineres" Amazonas-Becken, hielt sich standhaft in einem Zwischenraum. Der Fischbesatz war wenig überraschend - nur die Rochen fehlten noch, um das Klischee zu komplettieren. Überrascht war ich von dem einzelnen - sicher riesigen, doch hier klein wirkenden - Altumskalar, welcher etwas eingeschüchtert in der Nähe einer Wurzel stand. Über die größere Gruppe gelb, schwarz gestreifter Leporinus (Salmler) habe ich mich hingegen sehr gefreut. Sowas sieht man eher selten in solchen Becken. Die Gestaltung über Wasser erinnerte mich etwas an ein Sea Life und wirkte etwas künstlich. Ich kann aber verstehen, dass man auch aus Kostengründen irgendwo Abstriche machen muss und im Großen und Ganzen bildete die Rückwand ja doch einen schönen Rahmen für die Hauptakteure im Wasser.

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    Mein Highlight an diesem Tag fand ich allerdings über Wasser. In einem großen Terrarium im oberen Bereich des Turm, leben zwei Komodowarane. Ich als Echsen- und vor allem Waranfan war sofort Feuer und Flamme! Ich weiß nicht, ob mittlerweile geklärt ist, ob die Tiere aktiv giftig sind, oder ob es "nur" die Bakterien im Mund sind, welche so gefährlich sind. So viel ich gehört habe, steht auch das Thema Jungfernzeugung im Raum - also Nachwuchs ohne Männchen. Da bin ich allerdings nicht im Thema. Ich weiß nur, dass mich Warane faszinieren und dabei vor allem die großen Arten. Gerade die Großen werden sehr zutraulich. In vielen zoologischen Einrichtungen werden diese Tiere mit Target-Stab trainiert und ab und zu wird ihnen unter Aufsicht auch mal Freilauf ausserhalb ihres Geheges gewährt. Ich glaube aber, dass es klüger für mich ist, bei meinen überschauber großen Unterwasser-Raubtieren zu bleiben.

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    Auf dem Balkon, rund um das Gehege der Warane, genießen übrigens noch Riesenschildkröten einen exklusiven Blick über Wien. Wie gesagt, man hat sehr viel aus den baulichen Gegebenheiten für die Tiere herausgeholt! Ein wirklich spannendes Gebäude, mit vielen Tieren zum Entdecken und herrlichen Ausblicken. Wer mal in Wien ist, sollte unbedingt mal einen Tag für das Haus des Meeres einplanen. Kleiner Tipp zum Schluss: an sonnigen Tagen ist die Schlange an der Kasse kürzer!!!

    Es werden jetzt übrigens auch Bemühungen unternommen, im Rahmen von Artenschutz und Arterhaltung Privatleute, Zoos und andere öffentliche Einrichtungen miteinander zu verbinden. Unter anderem aufgrund der hohen Anzahl an Fischarten, ist es keiner Einrichtung möglich, alles zu pflegen und zu erhalten. Das erste Treffen diesbezüglich fand kurz nach meiner Reise an. Mal sehen, was sich mit der Zeit daraus ergibt. Schließlich sind auch viele unserer Schlangenköpf mit keinem großen Verbreitungsgebiet gesegnet. Stabile Aquariumbestände wären daher auch für uns erstrebenswert.

    Ach ja, und jetzt schnell noch zu Liquid Nature. Wo ist nur wieder die Zeit geblieben?

  • September-Update (3 / 4)


    Ja, nach den beeindruckend großen Aquarien, folgten also dann beeidruckende, kleine Aquarien. In der Blindengasse in Wien, befindet sich DER Aquascaping-Shop Österreichs - Liquid Nature. Ein kleiner, aber feiner Laden! In nur neun Fisch-Verkaufsbecken, schwimmen - dem Grundkonzept des Ladens entsprechend - ausschließlich fürs Aquascaping geeignete Fische. Kleine Salmler und Barben machen den Hauptteil davon aus. Ergänzend sind immer wieder tolle Zwergbuntbarsche in den Becken und wer eine Putzkolonne fürs Aquarium braucht, wird auch stets fündig. Obwohl es sich um eine Verkaufsanlage handelt, sind die Becken dekorativ eingerichtet und bepflanzt, was sehr ungewöhnlich für solche Anlagen ist. Mittlerweile hat man im Laden aber Übung darin, Fische aus voll eingerichteten Becken herauszufischen, da auch aus jedem Aquascape in der Galerie, Fische verkauft werden.

    Neben der Fischanlage steht ein großes Becken für die Wasserpflanzen und auch hier haben sich die Betreiber des Ladens was einfallen lassen. Viele der angebotenen Pflanzen, kauft man nämlich bereits in der submersen Wuchsform. Vielfach werden ja die Pflanzen an Land (also emers) gezogen und beim Händler plötzlich untergetaucht verkauft, was dazu führt, dass sich die Pflanzen vom Wuchsbild her umstellen müssen, aus dem Grund oft Blätter verlieren oder gar ganz absterben. Stefan Graf - Mitgründer von Liquid Nature - betreibt privat noch eine kleine Pflanzenanlage, um diesem Problem entgegen zu wirken. In dieser werden die Stängelpflanzen im Wasser vermehrt. Dies hat eben die Vorteile, dass sich die Pflanzen beim Kunden nicht mehr umstellen müssen und sofort weiterwachsen und sie auch bereits so aussehen, wie sie im Kundenaquarium aussehen werden. Viele Pflanzen sehen emers ganz anders aus, als submers. Dies ist auch bei den beliebten Bucephalandra-Sorten so, weshalb auch diese bei Liquid Nature zum Teil selber submers vermehrt werden. Dadurch zeigen nämlich auch viele "Bucen" schon im Verkaufsbecken ihre wahre Farbenpracht.

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    Es dauerte keine fünf Minuten und wir wurden gefragt, ob wir denn gerne einen Kaffee hätten und so trank ich - genüsslich durch den Laden spatzierend - meine zweite Melange an diesem Tag - ich trinke fast nie Kaffee, aber da ich schon mal in Wien war ...

    So gefallen einem auch die etwa 14 Ausstellungsbecken in der Galerie gleich noch viel besser. Viele der Scapes kannte ich schon vom "betriebseigenen" Youtubekanal, welche heißt, wie der Laden. Alle Aquarien waren in einem top Zustand und auf dem ersten Blick auch algenfrei - und ganz erhlich, warum hätte ich lange nach ihnen suchen sollen?! Eines meiner Lieblingsbecken war ein etwas "wildes" OASE Scaperline 100 (das 100x50x50 cm Becken auf dem Bild). Die gegenüber liegenden Aquarien machten leider ein reflektionsfreies Fotografieren unmöglich und so machte ich auch nicht viele Bilder.

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    Da sich die Produktentwickler im Aquascaping schon lange nicht mehr auf das Leben im Wasser beschränken, sind auch da und dort emers wachsende Wasserpflanzen zu bestaunen - bei diesem 60er Becken mit einer DOOA Mist Wall in sehr üppiger Form. Wassernabelarten - vor allem Hydrocotyle tripatita, hier aber H. leucocephala - sind sehr dankbare, emers wachsene Pflanzen. Aber auch den altbekannten Konkofarn hält hier nichts davon ab, die Oberfläche zu durchbrechen (dabei ganz wichtig: NICHT besprühen, da sich die Blätter sonst nicht an das Raumklima anpassen und vertrocknen). Ich weiß nicht so recht, was ich von diesen stylischen Lösungen - für welche man auch richtig Kohle hinlegen muss - halten soll. Ich hatte an meinen emersen Wasserpflanzen immer so schnell Schädlinge dran, dass mir die Lust auf solche oder ähnliche Haltungsformen vergangen ist.

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    Mittlerweile entfernen sich die Hersteller auch weiter weg vom Wasser. Die ersten kleinen Terrarien mit Weißglas und viel (teils technischen) Chichi, kamen auf den Markt und plötzlich steht einem eine ganz neue Welt offen. Okay, neu ... nicht wirklich. Terrarien gibts ja schon länger, aber jetzt wird halt - wie bei den Aquarien auch - viel Wert auf Optik gelegt. Endlich mal - auch meiner Meinung nach. Die Preise sind aber eben auch dementsprechend gesalzen. Man könnte schon von einem Meerwasserterrarium sprechen. Aber die Leute, denen die Optik und ein paar Zusatzfeatures eben wichtig sind, nehmen solche Angebote dankend an. Und im richtigen Blickwinkel betrachtet oder fotografiert, beamt man sich definitiv in eine andere Welt.

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    Im Laden verteilt und zwischen den Schauaquarien stehen auch überall kleine Wabikusa - mit Wasserpflanzen bestückte Soilbälle, bepflanzte Gefäße oder "trocken betriebene", kleine Aquarien. Da ist ein Steckenpferd von Stefan und ich muss zugeben: so kleine Pflanzenarrangements, welche noch dazu nicht veralgen können, haben schon ihren Reiz (solange man sich keine Schädlinge einfängt). In der Sandkiste neben dem kleinen, im Bild gezeigten Glaskästchen, begann ich dann ziemlich schnell damit, Steine und Wurzeln für mein 60er-Scape zusammen zu tragen. Dort vesuchte ich und probierte rum und machte und tat, bis dann mal ein grober Entwurf stand.

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    Stefan war an dem Samstag leider nicht im Laden und so fragte ich seinen Geschäftspartner und Mitgründer Philipp Schwarz nach seiner Meinung. Die erste Frage war: "Soll es ein Wettbewerbsbecken werden?" und ich bejate. Sogleich flog ein großer Schwung weiterer Wurzeln auf den Tisch, gefolgt von ein paar mehr Drachenstein-Brocken. So wenig wie der Blick über den Tellerrrand, schadet es meistens andere Leute, mit mehr Erfahrung um ihre Meinung und ggf. Hilfe zu bitten. Sofort war die Wirkung des Scapes um ein Vielfaches besser. Dann tat ich noch meinen Teil - mit noch mehr Wurzeln dazu - und schon drängte mich meine Begleitung zum Aufbruch, weil wir jetzt wirklich bald los müssten, da wir am Abend ja noch zum Grillen eingeladen waren.

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    Um mein Vortragshonorar + x erleichtert und eine große, stabile Tragtasche mit Steinen und Wurzeln schwerer, verließen wir dann Liquid Nature in Richtung Auto. Ich wusste gar nicht mehr, dass wir so weit weg geparkt hatten.

    Eine Dame auf ihrem Fahrrad wäre beinahe gegen ein Verkehrsschild gefahren, als sie uns beide die schwere Tasche mit den Wurzeln und Steinen schleppen sah. Diese kosteten mich zwar einiges, aber ihr Blick war umbezahlbar!!!

  • September-Update (4 / 4)


    Beladen mit ordentlich vielen "Bastelutensilien", ging es dann zurück. Schließlich brauchten die Fische meines Gastgebers noch Futter und sein kleiner Hund wollte noch mit zum Grillen genommen werden (aber erst mal dringend vor die Tür). In den Aquarien schwamm größtenteils alles mögliche. Bärblinge, Killis und Grundeln genau so wie kleine rote Kampffische. Am meisten beeindruckte mich aber ein Männchen von Malpulutta kretseri. Wow, sind diese kleinen Labyrinther schön! Noch dazu, wenn sie so lange Flossen haben, wie dieses eine Männchen. Die anderen Individuen der Gruppe waren auch toll, aber dieses Tier erfüllte optisch einfach jeden Wunsch. Bei aller Bewunderung diesen tollen Fischen gegenüber, verliebt habe ich mich an diesem Wochenende aber, als ich in folgende Augen sah ...

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    Indische Zwergschlammspringer, lautete das Zauberwort. Eine ganze Schar davon und einer putziger, als der andere! An diesem Abend hatten wir aber keine Zeit mehr, um vor dem Becken zu sitzen. Schließlich wurden wir erwartet und hatten - nebenbei bemerkt - jetzt auch echt Hunger. Also, ab ins Auto und los. Zu unserem Entsetzen fanden wir den Grill kalt vor, aber die warme Begrüßung und die ersten Neckereien zwischen Ösis, Bayern und Piefkes (hoffentlich liest das von denen jetzt keiner - ich meins ja nicht so:saint:) verkürzten die Wartezeit aufs Essen. Wir hatten einen schönen und langen Abend. Auch, wenn es mal kurz vor Wolkenbruch aussah, blieben wir trocken und fielen spät nachts in unsere Betten.

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    Am nächsten Morgen - also Sonntag, den 4. September - hatten wir mal Zeit und so ging es nach dem Frühstück zu den Schlammspringern. Deren Terrarium war simpel aufgebaut. Zwei große Wurzeln lagen im flachen Brackwasser. Das Standard-150cm-Terrarium ließ keinen hohen Wasserstand zu, aber den Tieren reichte es. Rechts war der Sand aufgeschüttet und zumindest teilweise noch "trockenen Fußes" begehbar, den Großteil der Landzone, machten aber die Wurzeln aus. Als Beleuchtung dient eine billige 10 Watt LED-Funzel und bewegt wird das Wasser von einer wiklich kleinen Pumpe, welche das Wasser ansaugt und gleich hinter den Wurzeln wieder ausspuckt. Das ist auch alles an Technik. Im Zimmer ist es warm genug und bis zu dem Zeitpunkt funktionierte das Ganze auch ohne Filterung. Wie das funktioniert entzieht sich meiner Kenntnis, da ich wirklich nicht im Brackwasser zuhause bin. Ich kann nur berichten, dass die Fische alle gesund und auch munter waren.

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    Dann gab es endlich Futter - schwarze Mückenlarven, auf der Wurzel angerichtet. Die große bedienten sich natürlich zuerst und das Gerangel im Aquarium nahm zu. Ernsthafte Auseinandersetzungen blieben aber aus. So nutzte ich die Gunst der Stunde, um ein paar Fotos zu machen. Dabei plauderten wir über dieses und jenes und die letzten Tage. Langsam mussten wir aber wieder einmal aufbrechen. Es ging noch nach Himberg. Dort fand an dem Tag eine große Fischbörse statt und dort sollten mich meine Eltern wieder aufsammeln. Nach einer Börsenrunde, bei der ich nochmal das ein oder andere bekannte Gesicht entdeckte und mich nochmal bedankte und verabschiedete, ging es wieder Richtung Heimat. Hatten wir in Österreich mit 26°C, 27 °C und mehr noch Hochsommer, so fuhren wir jetzt immer mehr in den nassen, kalten Herbst hinein und zuhause angekommen, war der Sommer dann endgültig Geschichte.

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    Da sie vor der Abreise noch gewässert wurden, haben die Alocasien und die anderen Pflanzen den Kurzurlaub gut ohne Pflege überstanden. Auch den Fischen fehlte nichts. Sie freuten sich aber schon auf ihre Futterration. Ende September setzte ich meine letzten Jungpflanzen der Alocasia "Dragon Scale" in mineralisches Substrat (alle in einen Topf). Die schon vorher umgetopften Jungpflanzen (Bild) entwickelten sich so gut, dass ich mich jetzt auch traute, die anderen ebenfalls noch umzusetzen.

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    Da es nun so bitterkalt wurde, entschloss ich mich auch, unsere im Garten ausgepflanzte (selbst gezogene Feige) zu entlauben. Sobald es nämlich einmal friert, werden die Blätter braun, dann matschig und sind als Garnelenfutter nicht mehr zu gebrauchen. Deshalb nahm ich dem Strauch an aufeinanderfolgenden Tagen mehr und mehr seiner grünen Blätter. Ein FeigenBAUM kann sich bei uns nicht entwickeln, da die Spätfröste im Frühjahr dem Baum alle Triebe bis kurz über den Boden abfrieren. Deshalb fängt er immer wieder neu von unten an, was ihn aber auch so jedes Jahr auf ca. 2m Höhe wachsen lässt. Aber genug von der Botanik. Die Blätter trocknete ich also über ein paar Tage im grünen Zustand auf den Fliesen im Wohnzimmer mit Fußbodenheizung und Kachelofen. Da kam ganz schön was zusammen. Man muss nur auf den klebrigen, weißen Saft aufpassen, welcher aus den Schnittstellen austritt und giftig ist. Die kleineren Blätter und ein paar große, überbrühte ich wenige Minuten mit heißem Wasser und frohr sie ein. Aufgrund der Platzverhältnisse in meinem kleinen Gefrieschrank, der mir als reines Fischfutterlager dient, habe ich die meisten Blätter aber getrocknet. Besser das, als im Winter mit leeren Händen da zu stehen, oder das Zeug kaufen zu müssen, was ich jetzt kostenlos im eigenen Garten sammeln konnte.

    20220920_194345_bearbeitet_kl.JPGGrößenvergleich - meine Hand und zwei Feigenblätter

    Die Brennnesselvorräte sind jetzt eh schon wieder überschaubar. Aber diese wilden Pflanzen sind jetzt nicht mehr rentabel genug zum Sammeln (zu kleine Triebe nach der Blüte) und ausserdem wollte ich dann doch nicht bei Regen und Wind aus dem Haus.


    In den Aquarien hat sich nichts geändert. Die neun Aurantis sind gut verträglich und bis auf kleine Zurechtweisungen seitens des dominanten Männchens, gibt es keine nennenswerten Zwischenfälle. Langsam werden sie halt etwas träger, aber das liegt eben an der Jahreszeit. Die Harcourtbutleri werden etwas friedlicher. Die kälteren Temperaturen führen scheinbar dazu, dass das dominante Tier, welches ja im linken Abteil seinen Platz beanspruchte, etwas milder zu seinen Artgenossen wurde. So zeigen sich auch links immer mal mehrere Jungfische gleichzeitig. Es sind noch mindestens 16 Tiere und ein winziges Zwerglein (gut einen Kopf kleiner als alle anderen und deutlich kleiner, als der größte Artgenosse) ist immer noch da. Schon seit Wochen warte ich eigentlich darauf, dass dieses Tier plötzlich nicht mehr da ist, aber der Kleine schwimmt mit bei den Großen an der Frontscheibe. Er ist auch immer bei der Fütterung anwesend und kriegt auch was ab.

    Noch immer füttere ich kleines Frostfutter, also Weiße Mückenlarven, ausgewachsene Artemia (wobei die aktuelle Tafel zum Großteil aus recht kleinen Tieren besteht) und kleines Krill. Das bekommen auch die - im Vergleich zu den Harcourtbutleri - schon stattlichen Aurantis. Ab und zu gibts bei diesen aber auch zerschnittene Sandgarnelen (gekocht, komplett mit Schale). Am Anfang habe ich den Kopf noch abgetrennt und nicht verfüttert und den Rest zweimal zerteilt. Mittlerweile nehme ich nur noch den Kopfpanzer ab und schneide die Tiere einmal auseinander. Das dient immer noch dazu, dass alle Channa genug abbekommen, weil ich so das Futter besser vertielen kann und das dominante Tier länger braucht, bis es satt ist und die anderen wieder verscheucht. Für mich ist gleichmäßiges Wachstum und damit einigermaßen gleiche Kraftverhältnisse innerhalb einer Channagruppe ein wichtiger Faktor, um Verletzungen und Todesfälle (ggf. Kannibalismus) zu vermeiden.

    Schließlich heißt es Kann-Ibalismus und nicht Muss-Ibalismus. Man kann ihn also vermeiden und sollte das auch, weil er eben auftreten kann, wenn man nicht aufpasst (außer bei wenigen - meist großen, offenbrütenden - Arten, wo man ihn gar nicht vermeiden kann, weil er wohl auch eine Anpassung an nahrungsarme Labensräume darstellt - wie wahrscheinlich auch die Nähreifütterung mancher Arten).


    Ich hoffe, euch hat meine erste Monatszusammenfassung gefallen! Rechnet jetzt aber bitte nicht jeden Monat mit einem so außergewöhnlichen Bericht, wie diesen September! Zumindest bis ins Frühjahr werde ich jetzt meinen Bericht monatlich zusammenfassen. Es passiert schlichtweg zu wenig, für häufigere Berichte. Sollte sich das im nächsten Frühjahr ändern, kann ich ja auch wieder umstellen. Das gibt mir auch die Zeit, mich anderweitig im Forum (und wo anders) einzubringen, da ich regelmäßig verfolge, was sich hier unter den Channa-Leuten sonst so tut. Außerdem habe ich mir ja aus Wien neues Spielzeug mitgenommen. Das muss noch verarbeitet werden! ODer mach ich es doch wieder anders?!:D

    20220905_210258_bearbeitet_kl.JPGEs wird voller und voller. So viel sei noch verraten: hier war noch immer nich Schluss!

    Ich wünsche euch an dieser Stelle mal eine gute Wintersaison 22/23 und, dass eure Fische wohl genährt und gesund in den Winter starten. Und euch wünsche ich viel Spaß in eurer gewonnenen Freizeit. Während eure Tiere schlafen, sollt ihr viel Spaß mit Freunden auf Familien- und Weihnachtsfeiern haben. Wir lesen uns dann hier wieder in Richtung des ersten Advents. Bis dahin!

  • überbrühte ich wenige Minuten mit heißem Wasser

    Dem Foto nach zu urteilen die Hand gleich mit. =O

    Piefkes

    :evil:

    Indische Zwergschlammspringer

    Hatte ich auch mal, die Zucht ist aber sehr kompliziert. Sie lassen sich gut vergesellschaften mit Ostseegarnelen, die man für kleines Geld als Futtertiere im Folienbeutel bekommt. In dem Terrarium hatte ich zuvor Unken aufgezogen und Bodengrund und Wasser dringelassen und dann das Wasser aufgesalzen. Einige im Boden nicht gefundene Turmdeckelschnecken haben sich auch unter Brackwasserbedingungen gut vermehrt. Später sind dann alle umgezogen in ein Aquarium mit höherem Wasserstand und Filter. Den Wasserteil haben sie aber praktisch nicht genutzt außer zum anfeuchten, fressen und ggf. einander ausweichen. Gut als Futter eignen sich auch terrestrische Insekten, damit gibt es tolle Jagdszenen.

  • Ankündigung:


    Servus ihr Lieben.

    Ich weiß, das hier wird für viele zu weit weg sein, aber ich möchte es euch trotzdem mal mitteilen:


    Am 25. November wiederhole ich um 19 Uhr in den Räumlichkeiten des Post Sportvereins Straubing, meinen Vortrag

    "Channawahnsinn - Geschichten aus dem Heim für Schwererziehbare"!

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    Adresse für eure Navis - und ich meine damit nicht die blauen Bewohner von Pandora (die schreibt man - glaube ich - auch anders ;))

    Geltolfinger Rennweg 25, 94315 Straubing (da hinten gibts keine Straßenbeleuchtung - bitte Handyakku laden für Taschenlampe!)


    Ich würde mich freuen, wenn jemand den Weg dorthin findet.

    Bis dahin eine schöne Zeit!