Kampffisch gesucht

  • Guten Morgen!

    Moosbart

    Das ist aber sehr basisch. Hast du diesen Wert selbst gemessen, oder von deinem Wasserversorger?

    Beste Grüße

    Detlev

    Ja stimmt. Da habe ich wohl nicht aufgepasst. Normaler Weise weiß ich bescheid, ich bitte um Nachsicht. :D


    Hier der gewünschte Link.


    Stefan_L : Zucht kommt in der Bedeutung des Wortes für mich erstmal nicht in Frage. Vor allem aus dem Grund, dass ich mit den vielen Becken in den Keller ausweichen müsste. Die Option hatte ich schon früher in Erwägung gezogen, aber dann wieder verworfen. Wenn ich mich jetzt um Becken und Bewohner kümmere, hat meine Familie wenigstens noch Zugriff auf mich und kann teilhaben. Würde ich mich im Keller um diverse kleine Becken kümmern (ich las etwas von täglichem Wasserwechsel - was nach allem, was ich aus diesem Forum aufgeschnappt habe übertrieben wäre... trotzdem müsste man sich um Futter kümmern und die Tiere aufmerksam beobachten) wäre das nicht mehr der Fall.


    Für die Arterhaltung würde ich mit jeder Menge Pflanzen als Reviertrennung und reichlich kleinen Verstecken (die Röhren für Garnelen, "Kokosnussbungalows", flachen Schieferdächern und tiefen, schattigen Krautecken sorgen. Ich hoffe, durch den Mattenfilter, ggf. einer rückseitigen Filtermatte, allerlei Insektenfallen (ich las im Forum von Drosophila- und Mottenfallen) für ein reichhaltiges Futterangebot für groß und Klein sorgen zu können. Aber das würde ich alles genaustens von euch gegenprüfen lassen. ;)

  • Um diese Wasserhärte werden Dich viele Aquarianer beneiden. Der mittlere pH-Wert von 9,17 ist tatsächlich vom Versorger, knapp unter dem Grenzwert von 9,5 !


    Frag dort doch mal nach ob und wie sie den pH-Wert einstellen.


    Ca:Mg ist etwas groß , mag aber nicht störend sein da das Wasser sehr weich ist (also nix mit B. simplex und anderen Fischen die hartes Wasser bevorzugen).


    Mit einer mittleren Beleuchtungsstärke wirst Du vermutlich sehr gutes Pflanzenwachstum haben bei moderatem Besatz mit Fischen und gutem Pflanzenwuchs bei CO2-Düngung.


    Viel Spaß bei der Planung der für Dich und Dein Wasser passenden Fische!

  • Ja, das Wasser hier schmeckt auch enorm gut - nicht nur den Fischen!


    Vielleicht hat ja schon jemand einen Stamm von B. siplex an weiches Wasser gewöhnt. (Ich träume gerne! :D)

    Wie müsste man da vorgehen? Das angesprochene Gepansche mit Salzen wäre ja nur "vorrübergehend" (ein paar Jahre/Generationen vermutlich). Nichts, was ich wirklich anstrebe, aber die Theorie interessiert mich.


    Die Planung werde ich auf jeden Fall zur Prüfung ins Forum stellen, bevor ich mir allzu arge Schelte von euch Meistern einhandle. ;)

  • Moosbart

    Wobei das Aufhärten Deines Wassers mit wesentlich weniger Gepansche vonstatten geht als das Entsalzen! Du musst hier nicht stundenlang Wasser auffangen, Restwasser ablaufen lassen und anschließend das entsalzte Wasser mit Ausgangswasser mischen, sondern nur Deinem Ausgangswasser den Aufhärter (gelöste Salze) zugeben.

  • Da Rubras Maulbrüter sind , aber dies nur die Männer tun, und in fast 14 Tagen Brutzeit keine Nahrung zu sich nehmen (können!),

    anschließend von sexual völlig ausgehungerten Weibchen sofort zur erneuten Eiablage bzw. besser Eiübernahme gedrängt werden,

    haben Männchen einen sehr schweren Stand....

    Ach Bernd endlich spricht mir mal einer aus der Seele.

    Ich sag auch immer, etstmal wieder auftanken lassen, bevor es weiter geht.

    Aber die Frauen wollen das manchmal einfach nicht verstehen!

  • Insgesamt zielte die Frage darauf ab, wieviel Liter ich pro Fisch veranschlagen müsste. Bei allen Fischen in dem verlinkten Gutachten (siehe weiter oben) stehen Haltungsformen und Beckengröße drin. Ich habe auch schon gesehen, dass ihr "X,Y" Angaben macht (vermutlich Männchen zu Weibchen?). Mir ist eine in Erinnerung geblieben, dass eine Angabe die Summe von fünf Tieren ergab. Ich lehne mich wohl nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass das nicht für Bettas in einem 60 Liter Becken funktioniert - die ja Gesellschaftsfische (Harem) sind.

    1. Liter pro Fisch mag bei Guppys eine Faustformel ergeben, bei vielen Labyrinthern oder Welsen zählt ehe die Fläche, weil sie nicht unbedingt die gesamte Höhe des Beckens nutzen. Aber bei Liter pro cm geht es derbe gesprochen doch nur das Vollkacken des Wassers. Außerdem spielt die Einrichtung eine Rolle: Ich kann ein Aquarium so gestalten, dass es gerade ein Revier gibt, aber auch so, dass mehrere Reviere gebildet werden können.

    2. Die Schreibweise 1,2 bedeutet ein Männchen, zwei Weibchen. 1,1,60 würde bedeuten, dass es sich um je ein Männchen und ein Weibchen sowie 60 Fische derselben Art unbestimmten Geschlechtes handelt. 1,1,60 könnte z.B. ein Paar Channa gachua mit seinen halbwüchsigen Jungen sein.

    3. Damit wären wir wieder bei der Beckengröße: Nehmen wir ein Meterbecken mit 250 l brutto als Beispiel. Wenn wir Glaswände, Bodengrund, Einrichtung, Abstand der Wasseroberfläche zur Beckenkante abziehen, gehen wir mal von 200 l netto aus. Dort setzt man 6 C. gachua vom 10 cm kurz vor der Geschlechtsreife ein. Das sind also 60 cm Fisch auf 200 l. Die wachsen nun, erwartete Endgröße 20 cm, also 120 cm Fisch auf 200 l, was die gängige Faustregeln als problemlos ansehen. Dennoch ist das Aquarium zu klein, denn mit 13 cm bildet sich ein Paar und weist die andern vier in die Schranken, möglicherweise gibt es die ersten schwerverletzten und toten Artgenossen. Spätestens wenn sich ein zweites Paar gebildet haben sollte oder etwa 17 cm erreicht sind, ist das Aquarium aufgrund des Aggressionsverhaltens zu klein, obwohl aufgrund der Literfaustregel noch Platz für weiter Tiere sein sollte. Nun hat der veranwortungsvoll Halter nur das Paar im Aquarium gelassen und es zieht Junge auf. Sagen wir, 60 Junge sind irgendwann 3 cm groß. Dann sind wir bei 180 cm für die Jungen und 2x20 cm für die Eltern. Plötzlich erscheint das Becken überbesetzt. Dennoch funktioniert es völlig problemlos und auch die Wasserwerte sind bei den üblichen Wechselintervallen unkritisch.

    Was ich damit sagen will: Wieviele Fische in welchem Volumen vernünftig gehalten werden können, hängt von Art, Größe (nicht nur Länge: Ein 40-cmFlösseaal hat etwa dasselbe Volumen wie ein 15-cm-Barsch. Alter, Lebensphase, genauen Beckenmaßen und der Einrichtung ab.

    3. Keine Bettaart ist ein Haremsfisch, die Maulbrüter sowieso nicht. In der Natur leben die Schaumnestbauer zur Fortpflanzungszeit oft paarweise, wobei das Männchen das Innenrevier mit dem Nest aggressiv auch gegen das Weibchen verteidigt, während das Weibchen ein Revierverteidigt, da das Männchenrevier in seinem Mittelpunkt hat. Setzt man zu einem Männchen mehrere Weibchen, führt das zunächst dazu, dass die die Aggression des Männchens auf diese verteilt und alle Weibchen überleben. Bei den beengten Verhältnissen im Aquarium kann es dann nach dem Ablaichen, wenn das beteiligte Weibchen das Revier mit dem brutpflegenden Männchen zu verteidigen sucht, massive Probleme geben, zumal die anderen Weibchen dann womöglich auch das Bedürfnis haben, mit dem einzigen Männchen abzulaichen. Daher wird oft empfohlen, das Männchen alleine zu halten und laichwillige Weibchen nur zum Ablaichen hinzuzusetzen. In ausreichend großen Aquarien können Paarhaltung und Haremshaltung funktionieren.


    Aus eigener schmerzvoller Erfahrung kann ich dir nur raten, hier einen grossen Männchenüberhang einzukalkulieren...

    Da Rubras Maulbrüter sind , aber dies nur die Männer tun, und in fast 14 Tagen Brutzeit keine Nahrung zu sich nehmen (können!),

    anschließend von sexual völlig ausgehungerten Weibchen sofort zur erneuten Eiablage bzw. besser Eiübernahme gedrängt werden,

    haben Männchen einen sehr schweren Stand

    Oft wird ja empfohlen, doppelt so viele Männchen wie Weibchen zu halten. Mit einer Triohaltung habe ich bei großen Maulbrütern schlechte Erfahrung gemacht: Das laichende Paar ist das andere Männchen so aggressiv angegangen, dass ich es entfernen musst. Paarhaltung hingegen funktioniert problemlos, wenn man

    a. das Männchen zum Ende der Maulbrutpflege separiert und nach dem Entlassen ein paar Tage gut füttert, ehe man es zum Weibchen zurücksetzt.

    b. auch das Weibchen nicht füttert (oder nur ganz wenig für einige Tage nach dem Laichen), solange das Männchen trägt, so dass es keinen Laich ansetzt. Nach Entlassen der Junge bekommen beide wieder Futter und laichen nach einiger Zeit gemeinsam wieder.

    Maulbrütende Kampffische kann man auch mit gehaltvollem Futter wie Wachsraupen der passenden Größe schnell wieder zu Kräften bringen.

    daher halte ich nur Fische die mit meinem Leitungswasser gut klarkommen und sich dort auch ohne Tricks vermehren.

    Mir macht es nichts aus, zur Zucht auch schon mal zu panschen, aber aufwachsen sollten die Fische bei mir nach Möglichkeit in Leitungswasser. Das erleichtert auch die spätere Abgabe.

    Dauerhaft vermehren klingt auch irgendwie nach Inzucht und Missbildung. Wie kann man dem vorbeugen? Klar, frische Gene von befreundeten Haltern, aber man will ja vielleicht auch Zuchterfolge in Farbe und Form erzielen (ich erstmal nicht, Zucht soll teuer sein...trotzdem kann man ja den Nachwuchs etwas beeinflussen). Gibt es eine Faustformel à la "nicht mehr als fünf Generationen" oder so?

    Kann, aber muss nicht. Alle Goldhamster in Gefangenschaft stammen wohl von einem einzigen Geschwisterpaar ab.

    Ich habe seit 25 Jahren einen vitalen Inzuchtstamm des Lebendgebärenden Limia perugiae. Auf der anderen Seite hatte ich in einem Inzuchtstamm (mangels Kenntnis der Herkunft war keine Einkreuzung "frischen Blutes" sinnvoll und für eine Linienzucht fehlte mir der Platz) von C. gachua irgendwann fehlfarbene Jungfische (die als Halbwüchsige wieder völlig normal gezeichnet waren) und einzelne Mopsköpfe dabei und etwas später hatte ich zwar noch gesund erscheinende Tiere, die aber nicht zur Fortpflanzung schritten. Ob hier Inzuchtdegeneration der Grund war, weiß ich nicht.

    Kleine Frage noch: B. simplex und (z.B.) B. smaragdina (also zwei unterschiedliche Arten) sollte man vermutlich nur bei sehr viel Platz halten, oder? Wie ist es da mit der Fortpflanzung?

    Ich hatte schon B. imbellis und B. enisae vergesellschaftet und beide pflanzten sich fort. Auch der Mosaikfadenfisch lässt sich gut mit maulbrütenden Kampffischen vergesellschaften, ebenso Maulbrüter miteinander, wenn sie nicht nahe miteinander verwandt sind. Schaumnestbauer sind nur dann miteinander zu vergesellschaften, wenn es Platz für genügend Reviere gibt.

  • Wow! Danke Klaus, das ist eine Menge Input. Ich habe die Katze noch nicht aus dem Sack gelassen, aber ich werde versuchen meiner Frau das Becken schmackhaft zu machen, das Heike hier vorgestellt hat. Das würde zwar größere Aktionen bedeuten, aber es würde gut in unserem Wohnzimmer aussehen. Vor diesem Hintergrund, könnte ich mir dann auch vorstellen, zwei Pärchen unterschiedlicher Bettas zu halten. Was sonst so an Besatz sinnvoll wäre, würde ich dann zusammen mit meinen Mädels überlegen, die bestimmt mitreden wollen.