Vielleicht entstehendes Projekt mit Channas

  • Guten Tag ihr Channaholiker , ich bins Luis.


    Mein Vater erlaubt mir ein neues Becken aufzustelen , wenn ich entweder zum Endjahr oder zum nächsten Halbjahr , einen Zeugnisdurchschnitt von 2,0 oder besser habe. (also aufm Schulzeignis , bin erst 14 )


    So , nun zu den Begebenheiten:


    Platz wäre für ein 120*50*50 Becken.

    Abdeckung würde ich mir selber mit meinem Vater bauen und da würden dann auch ein paar LEDs Licht spenden.

    Einrichtung ist alles möglich , da es nicht unbedingt optisch schön aussehen muss , sondern es muss den Fischen gefallen.


    So , an Futter , wären Mückenlarven und kleineres , uninteressanteres Zeug , Stinte und ab und zu bestimmt auch Fischfilet aus dem Supermarkt , möglich.


    Die Raumtemperatur liegt im Winter bei ca.18 Grad und im Sommer bei bis zu 28 Grad. Somit würden doch nur tropische Arten gehen oder?

    An eine Winterruhe möchte ich noch nicht rann , da der Keller nur 13 Grad hat und der Rest des Hauses höchstens auf 17 Grad abfällt.


    So und jetzt zur interessantesten Frage : BESATZ?


    Welche wären eurer Meinung nach geeignet?

    Gachua

    Pulchra

    oder welche noch????

    Außerdem wollt ich Fragen : Wenn man sich eine Jungfischgruppe kauft und sich dann ein Paar bildet , bleiben die Anderen übrig.

    Wenn ich für die aber keinen Platzt habe , muss ich sie abgeben. Würde überhaupt irgendwer 3 oder 4 Jungfische aufnehmen , bei ebay oder hier???


    Also falls ihr noch irgendwelche Daten braucht um mir zu helfen , fragt bloß.


    LG Luis


    PS: Das Projekt steht noch in den Sternen und wenn dann startet es erst in ca. 1nem Jahr

  • Hallo Luis,

    Du bist schon auf dem richtigen Weg mit deinen Gedanken und Ideen.

    Die beiden Arten sind für Einsteiger genau richtig. Aber immer nur eine Art im Becken, nicht beide gleichzeitig.

    Die Suchfunktion hier im Forum hilft dir zu den vielen bereits geschriebenen Channa Beiträgen zu kommen und dich zu belesen.

    Ein Zweitbecken ist für Channa Halter fast unentbehrlich, falls es mal Streit zwischen den Geschlechtern gibt, oder sich aus einer Gruppe ein Pärchen gebildet hat. Wo ein Aquarium Platz findet, da hat auch darüber oder darunter ein zweites Becken Platz. Alternativ sollte eine Beckenabtrennung parat liegen. Wenn du die Tiere inserierst, kannst Du mit etwas Glück überzählige Tiere wieder weitergeben. Kleinere seltene Arten finden eher einen neuen Besitzer als die weit verbreiteten Arten, die kann man kaum mal verschenken. Sicherheitshalber kann man versuchen statt einer Gruppe ein Pärchen zu erwerben.

    Eine zur Zeit neu eingeführte Art ist z.B. Channa brunnea, bis 15cm auch für kleine Becken und erst kürzlich neu beschrieben. Nahe verwandt mit Channa bleheri. Auch ganz hübsch und momentan leicht zu haben ist Channa andrao.

    Empfehlenswert auch das Buch über Schlangenkopffische von Pascal Antler.

    Also dann viel Spaß beim Mitlesen und einfach an entsprechender Stelle Fragen stellen, falls etwas ungeklärt bleibt.

    Viel Glück mit deinen Zensuren, ist sicher zur Zeit nicht ganz einfach beim homeschooling!:thinking:


    MFG

    Mike

  • Hi Leute , ich werde dann wohl doch erst nochmal ein bisschen weiter lesen und mich aber trotzdem höchstwahrscheinlich für Channa pulchra entscheiden , da diese mir ausgesprochen gut gefallen.


    Bei Fragen schreib ich noch. Aber die Noten müssen sowieso erst mal stimmen und das ist , genau richtig erkannt Mike , im Lockdown nicht sehr leicht. Der Wunsch nach einem neuen Becken , wird aber einen guten Durchschnitt hervorrufen.:phatgrin::phatgrin::phatgrin::phatgrin:

  • Hallo Luis


    Bei 18°C kann man sich im Übrigen auch mit einigen subtropischen Arten beschäftigen. Es muss nicht immer die Überwinterung in Boxen sein. Entscheidend sind Futterpause, ggf. Temporäre Absenkung des Wasserstandes und entsprechende Einrichtung, Höhlen usw.

    Bei der Beckengröße kannst du dich mit Arten bis ca. 25 cm beschäftigen. Für Pulchra wirds langfristig schon bissel eng, zumal auch nicht ganz ohne.


    Tatsächlich würde ich dir eher eine chanba gachua Art für den Anfang empfehlen. Schau mal im Forum unter thailändischen TH 03/02 oder indischen spec. blue bengalen. Letztere gibt es auch in einer farbmutierten Form, die hier im Forum unter "gescheckt" beschrieben wurde.


    Einzeltiere sind natürlich schwerer zu vermitteln. Aber nicht selten haben Halter auch mal ein Tier aus einem bestehendem Paar verloren und suchen dann das passende Einzeltier. ( ganz häufig immer wieder durch Beckenflucht was bei eurem Abdeckungsprojekt besonders zu beachten ist) Gruppen auch von 3-6 Tieren werden natürlich bevorzugt. Um so kleiner die Gruppe, um so eher wird natürlich nach der Geschlechterverteilung gefragt.


    Was du als Anfänger auf jeden Fall nicht machen solltest, die irgendwelche Einzeltiere besorgen und daraus eine Gruppe oder Paar zusammenstellen. Da brauchs schon Erfahrung mit der Gattung.


    Also bis zum Projekt, ruhig hier das Channa-Portal mal durchstöbern. Solltest du da nichmal auf spezielle Fragen stoßen, kannst dann nochmal in dem Thema nachhacken.


    Neben der schon empfohlenen Lektüre von Pascal wäre noch die Seite Channamania von Dominik Niemeyer zu empfehlen.


    Grüße Heiko

  • Okay , auch dir ein großes Dankeschön für deine Antwort.


    Dann muss ich das mit den Pulchras wohl nochmal überlegen.

    Gibt es eigentlich auch Channas die man in so einem Becken dauerhaft in einer kleinen Gruppe (4-6 Tieren) alten kann oder ist das eher nicht ratsam??


    Ich werde wie gesagt mich nochmal gründlich belesen und dann weiter machen.


    LG Luis


    PS: Channamania ist schon ein fester Bestandteil meines Gehirns;)vain:phatgrin::phatgrin:

  • Eher weniger!

    Es gibt Arten, wie bleheri oder andrao, die vergleichsweise lang bis zur Geschlechtsreife und Paarbildung brauchen. Da werden Gruppen immer durchaus über 2-3 Jahre gepflegt.


    Aber spätestens mit der Paarbildung kommt es auch bei diesen Arten irgendwann zur Auflösung der Gruppe.

    Es gibt auch Einzelberichte wo Leute auch adulte Tiere, ich kenne das sogar bei pulchra oder asiatica ( Pharao ) über mehrere Jahre in einer Gruppe pflegen. In diesen Gruppen ist aber auch zumeist die Paarbildung ausgeblieben. Möglicherweise liegt es an der Geschlechterverteilung oder ,gerade bei subtropischen Arten, an einer dauerhaft warmen Haltung. Manche dieser Fälle sind echt nicht so recht zu erklären.

    Aber man sollte aus diesen Beispielen nicht darauf schlussfolgern, dass eine Gruppenhaltung grundsätzlich möglich ist. Die Betreffenden sind eher meist etwas verwundert darüber, dass sich kein Paar findet, denn das ist zumeist das Ziel.


    Nochmal zu pulchra.

    Es gibt seit 1-2 Jahren eine etwas abweichende, sogenannte pulchra red, Variante. Wir haben diese Art in unserer Grupoe auch vertreten. Sogar aktuell Nachwuchs. Anfangs dachten wir, die werden sich genauso wie sonstige pulchra entwickeln. Akso Endgröße bis um die 30 cm.

    Aktuell sieht es aber so aus, dass due Tiere doch etwas ruhiger sind und im Wachstum eher nicht so kräftig sind. Das muss man natürlich jetzt über die nächsten 1-2 Jahre noch weiter beobachten. Aber so ein Bauchgefühl und die ersten Erfahrungen sprechen ein wenig dafür.

    Vielleicht wäre das eine mögliche Art im nächsten Jahr für dich und dein 120x50.


    Grüße Heiko

  • Hallo Leute ,

    Die Pulchra red wären auch Kandidaten. Die hab ich schon in einem alten Thread erspäht.


    Das mit der Gruppenhaltung war aber auch nur so ein Gedanke um dann keine Tiere abgeben zu müssen. Aber lieber geb ich 3 Tiere ab als das ich das Paarungs und Brutpflegeverhalten nicht sehen kann.


    LG Luis

  • Hallo Luis,

    Willkommen hier im Forum!

    Wie schon oben geschrieben, schau am besten erstmal das Channa Portal durch. Hier findest du schon eine ganze Menge an hilfreicher Information - ist quasi alles aus erster Hand hier zusammen getragen und entsprechend wertvoll.

    Ich bin zur Zeit leider recht ausgelastet... Home Office und nebenbei Lehrer im Home Schooling ist schon echt zeit- und nervenraubend und die subtropischen Channa kommen ab demnächst auch wieder in Fahrt.

    Viel Spaß beim Entdecken!

  • Hallo,

    Empfehlenswert auch das Buch über Schlangenkopffische von Pascal Antler.

    Ein sehr empfehlenswertes Buch, an dem Nora Brede einen ebenso großen Anteil hatte. Mein Anteil daran ist eher bescheiden und beschränkt sich auf ein Foto.

    Gibt es eigentlich auch Channas die man in so einem Becken dauerhaft in einer kleinen Gruppe (4-6 Tieren) alten kann oder ist das eher nicht ratsam??

    Ich habe im August 2018 eine Sechsergruppe halbwüchsiger Channa andrao im Handel erworben. Ich setzte sie in ein 80er Aquarium vom Typ Dschungel, d.h. mit einem dichten Bestand an Nixkraut und einigen Javafarnen. Einige Korkröhren schwammen an der Oberfläche. Nach der Überwinterung bei einer Tiefsttemperatur von 18°C erhöhe ich die Futtermenge und plante den Umzug in ein Meterbecken, der sich wegen chronischen Beckenmangels bis zum Juli hinzog. Dann entkrautete ich das 80er und fand zwei winzige Jungfische, die sich problemlos aufziehen ließen.


    Die Sechsergruppe lebt immer noch im Meterbecken, das mit Hornfarn und Javafarn verkrautet ist und in dem Korkröhren schwimmen. Ab und zu sehe ich einen mit vollem Maul, verpasse aber immer den richtigen Moment des Separierens. Die beiden Jungfische setzte ich halbwüchsig zu der Gruppe, alle acht leben heute noch, Streit ist selten und führt selten zu Verletzungen, genaugenommen habe ich bisher nur einmal Maulzerren beobachtet und nur zweimal je ein Tier entdeckt, dass Spuren von Maulzerren zeigte. Weitere Jungfische entdeckte ich keine mehr.


    Langes Geschreibsel, kurzer Sinn: C. andrao ist eine der hübschesten und eine der kleinsten Channaarten, gleichzeitig ist sie trotz der subtropischen Herkunft ausgesprochen pflegeleicht und - wenn meine Gruppe den Regelfall darstellt - in einem versteckreichen Becken dauerhaft als Gruppe zu halten. Dabei ist es auch möglich, nachträglich ausreichend große Artgenossen einzugliedern.


    Channa gachua pflege und vermehre ich seit 1999. Diese und alle anderen Channaarten, die ich hatte, C. pulchra eingeschlossen, sind bedeutend aggressiver als meine C. andrao. Von meiner ersten Sechsergruppe verlor ich auf Grund meiner Unerfahrenheit (Literatur gab es praktisch keine und das Internet steckte in den Kinderflossen) vier in Folge der Paarbindung. Auch Erfahrung schützte mich nicht immer davor, dass ab und zu Tiere tödlich verletzt wurden, einmal starb das Weibchen eines Paares, das mehrer Bruten erfolgreich aufgezogen hatte, an schweren Verletzungen durch das Männchen: Abends noch Harmonie, morgens ein sterbendes Weibchen im Becken. Seit der Verwendung schwimmender Korkröhren passender Größe hatte ich keine Todesfälle mehr bei den C. gachua.

    Mehrfach fand sich ein Pärchen in einer Gruppe von 10 bis über 20 Geschwistern und laichte ab, konnte dann die Jungen bis zum Freischwimmen beschützen. Ein Paar zog sich hinter die Filtermatte in den etwa 8 cm breiten Zwischenraum (50 cm hoch, 50 breit) zurück und er spuckte dort die Brut aus. Ich konnte die Familie umsetzen.


    Leider starb der Stamm dann aus - mangels Kenntnissen der Herkunft konnte ich keine anderen Tier einkreuzen, ich weiß aber nicht, ob es Inzucht war. Im Handel entdeckte ich dann eine Gruppe geschlechtsreifer Blue Bengalen, in der augenscheinlich nur zwei Weibchen schwammen. Zwei Wochen später hockte ein Männchen brütend unter einer Wurzel und ein Weibchen hielt den Rest auf Distanz, Verletzungen gab es keine. Ich kaufte das Paar, die anderen sechs fanden einen andern Kunden.


    Also meine Empfehlung: Versuche eine Gruppe C. andrao zu erwerben.


    Viel Erfolg, Klaus


    PS: Den Notenschnitt schaffst Du locker!

  • Christian Kanele hatte damals mal einen Vortrag über seine Reise nach Nordost Indien den FO verschiedener subtropischer Channaarten gehalten. U.a. war er am FO von c. andrao und hat die Tiere vor Ort gefunden.

    Er meinte, die Damen fand er in Gruppen in den vegetationsreichen ( Gras/Schilf) Bereichen. Die Böcke hockten eher einzeln in teils sehr tiefen Höhlen.


    Bei andrao hört man das tatsächlich immer wieder.

    Auch Maik ( Flussmonster ) hat diese Erfahrungen gemacht. Selbst die Vergesellschaftung mit microctenopoma fasciolatum hat geklappt und die Buschfische hatten Nester, die Andrao Jungtiere.


    Ich weiß halt nicht ob man das auch in jedem Fall empfehlen sollte, ob man von solchen Voraussetzungen von Beginn an ausgehen sollte.

    Ich denke persönlich, es kommt immer bissel auf das Becken an, auf die Geschlechterverteilung.

    Desshalb hab ich auch geschrieben, "grundsätzlich" eher nicht!


    Grüße Heiko




    PS: Den Notenschnitt schaffst Du locker!
    "Sprach der Lehrer!"😂