Rotrückenskalar und Diskus

  • Das seh ich auch so. Erstmal is Nitrat in den üblichen Konzentrationen meines Wissens nicht giftig für die Fische ( im Gegensatz zu Nitrit) und 20 mg/l halte ich sogar für das Pflanzenwachstum sinnvoll.


    Man muss halt sehen, wie sich die Werte ändern wenn die Tiere größer werden. Die haben, wie gesagt, keinen schlechten Umsatz.

    Aber du hast auch ne großzügige Filteranlage.

    Wöchentlicher Wasserwechsel bei der Beckengröße bringt natürlich ordentlich Liter auf den Zähler. Zumal du ja auch sicher versuchen wirst das Wasser etwas weicher und saurer zu halten. Das wird mit paar 100l Leitungswasser jede Woche schwer.

  • Das seh ich auch so. Erstmal is Nitrat in den üblichen Konzentrationen meines Wissens nicht giftig für die Fische ( im Gegensatz zu Nitrit) und 20 mg/l halte ich sogar für das Pflanzenwachstum sinnvoll.

    Es gibt wissenschaftliche Untersuchungen zu dem Thema und Nitrat ist für Fische auf Dauer ebenfalls schädlich. Wenn es nur um die Fische geht, dann sollte man null Nitrat anstreben. Für die Pflanzen sind 10 mg/l völlig ausreichend und das wäre dann auch der maximal Wert, den ich im Aquarium akzeptieren würde. In natürlichen Gewässern, die nicht vom Menschen eutrophiert sind, findet man keine höheren Nitratkonzentrationen.


    Eine gute Möglichkeit Nitrat zu senken sind Schwimmpflanzen.

  • Hi,


    Halt ich immer etwas für kritisch, wenn man allgemein von "wissenschaftlichen Untersuchungen/Studien" spricht. Das machen einige politische Fraktionen zur Genüge.


    In meinen Recherchen habe ich stets gefunden, dass es bezogen auf Nitrat kein direktes toxisches Wirkprinzip gibt, zumindest unterhalb der üblichen Grenzwerte, sondern dass es sich hier mehr um einen indirekten Indikator für weitere damit verbundene Schadstoffbelastungen und Keimdichten handelt.


    Sicherlich hast du Recht, dass in natürlichen unbelasteten Gewässern die Nitratwerte im Allgemeinen weit unter 10 mg/l liegen.

    Gerade Schwarzwasser, wo Diskus und Skalar herkommen, weißt eher Werte im Mikrogramm auf.


    Die Güteklassen der Gewässer werden aber wie angesprochen durch verschiedene Faktoren und nicht ausschließlich durch den Nitratgehalt festgelegt.


    Aquaristisch ist das aus meiner Sicht somit nur bedingt übertragbar.

    Wenn wir von Wildfängen aus Schwarzwasserhabitaten sprechen, dann geb ich dir recht sollte man deutlich stärker auf den Nitratgehalt achten. Aber auch da ist der Nitratgehalt bezogen auf die Vitalität der Fische nur als indirekten Indikator für weitere und tatsächlich ungünstige Faktoren für zu verstehen.


    Ergo, ich gebe dir völlig recht, dass wir uns nicht an den oberen Grenzwerten ( < 50 mg/l) orientieren sollten und deine Empfehlung 10 mg/l gerade für sensible Arten genau richtig ist. Trotzdem würde ich mir im Fall von Stevens Becken erstmal bei 25 mg/l noch keine übertriebenen Sorgen machen aber natürlich im Auge behalten.


    Die Frage ist tatsächlich, in wie weit man hier außerhalb von Besatzdichte gegensteuern kann. Mit gehäuften Leitungswasserwechseln in Bezug auf den reinen Nitratgehalt erreicht man annehmbar nicht viel. Das hängt vom Leitungswasser ab, was bekanntlich durchaus schon Werte von 20-30 mg/l aufweisen kann. Aber man reduziert z.B. Keimdichten damit was gerade für diese Schwarzwasserfische durchaus sinvoll ist.


    Nitratfilter oder schnell wachsende Pflanzen reduzieren zwar effektiv das Nitrat/Phosphat , wirken sich aber nur bedingt auf die Keimbelastung im Wasser aus.


    Ich halte das Setup von Steven auch bei dem aktuellen Nitratwert weiter für gut. Gebe aber zu bedenken, dass der Besatz größer wird, der Futterumsatz ggf. noch steigt. ( wobei Jungfische möglicherweise in der Bilanz vieleicht sogar problematischer sind?) und

    häufiger WW mit Leitungswasser bei dem Volumen erstmal der Wasserrechnung erklärt werden muß. Zudem andere förderliche Faktoren, wie pH und natürliche Huminsäuren, durch WW immer wieder verändert werden, was mir persönlich bei diesen Arten weniger gefällt.


    Ich möchte nicht wissen, wo die Werte in einigen Malawi oder anderen Gesellschaftsbecken Becken liegen, wahrscheinlich häufig über 50 mg/l, wenn man manches Algenwachstum sieht. Hier würd ich eher mal den Finger heben und auf die Wasserbelastung hinweisen.

  • Ja sorry, ich habe die direkten Links zu den Studien nicht mehr. Ist schon ein paar Jahre her. Diese wurden natürlich an Nutzfischen (Forellen oder so) gemacht (für Studien an Zierfischen hat leider keiner das Geld). Mit steigenden Nitratwerte lebten die Fische kürzer.


    Diskus sind mit die heikelsten Fische, die man im Süsswasserbereich pflegen kann. Und wenn man das machen will, dann muss die Pflege auch entsprechend sein und dazu gehört peinlichste Wasserhygiene einschliesslich niedrigsten Nitratwerten. Das ist kein Skalarbecken mehr.


    Den Nitratwerten werden m.E. von vielen Aquarianern zu wenig Beachtung geschenkt, bzw. hohe Werte als nicht schädlich abgetan. Auf die Dauer ist das aber nicht gut für die Fische.

  • Guten Abend.


    Ui, ich wollte euch eigentlich nur mein Becken vorstellen und keinen Ärger oder keinen Stein ins Rollen bringen.


    Aber meine Meinung :wenn wir den Punkt Natur und natürlichen Lebensraum der Fische betrachten, dann stelle ich mir die Frage wer kann genau das gleiche bieten wie die Tiere in Natur vorfinden? Das gleiche könnten wir sogar auf andere Tiere wie Vögel oder Hasen usw übertragen. DAS FUNKTIONIERT BEI NIEMANDEN. Das was wir als Hobby ausüben ist aus meiner Sicht eine Versuch einen kleinen Teil des natürlichen Lebensraum nach zubilden. Ich bin sogar so frech zu behaupten das niemand seine Tiere im Aquarium zu 100% so pflegt wie es in Natur wäre. Für mich ist das unmöglich selbst wenn alle Werte ok sind...... Was ist mit Platzangebot und Futter???



    Aber ich glaube so fast jeder von uns versucht schon das beste zugeben damit es jedem Tier gut geht.



    Also Nitrat hin oder her...... Ich Wechsel jeden samstag 50%wasser und meine Heizung läuft auf ca 29,5 Grad. Dazu haben die kleinen kerle ca 960 l Wasser und werden 5 x täglich gefüttert.

    Ich denke die Umstände könnten schlechter sein. Im Filterbecken befinden sich erlenzapfen und etwas Torf zwecks huminsäure. Sogar Sonnenaufgang und sonnenuntergang wird dank Juwel-Technik simuliert 😂😂. Ja auch etwas hornkraut als Nitrat killer wäre super und würde ich gern nehmen. Habe leider bis jetzt nix an Pflanzen in direkter nähe bei ebay gefunden.


    Also kurz gesagt :Ich versuche schon mein bestes so wie wahrscheinlich fast jeder andere. Zum probieren wäre ja auch ein diskus nicht gerade preislich ein Schnäppchen.



    Ps :Leitungswasser hat ca 10mg/l Nitrat



    Gruß Steven

  • Alles gut, ich seh das gar nicht als Ärger, oder hobby ! War nur ne Diskussion. Ich glaube auch, dass wir bissel aneinander vorbeigeredet haben.

    Das man in solchen Becken, mit hohem Futterumsatz auf den Nitratwert achten muss, sind sich glaube alle einig. Brauch man meist gar nicht messen sondern erkennt der erfahrene Aquarianer meist schon an gewissen Folgeerscheinungen.

    Die Frage is halt nur, ob die Auswirkungen auf die Gesundheit der Fische unmittelbar mit dem Nitrat selbst oder eher mit damit automatisch verbundenen anderen Faktoren ( Nitrit, Keimbelastung, sonstige Schadstoffe oder vieleicht sogar auch Verfettung durch Mästung von Zuchtfischen ( Forellen) zusammenhängen.

  • Hey Steven, ich habe deinem Beitrag etwas die Schärfe genommen..

    Und ..., sei es gewiss, es ist eine gute und überdenkenswerte Diskussion über die Nitratgeschichte geworden, worüber ich froh bin,

    da braucht sich niemand angegriffen fühlen....