Megaphobema mesomelas - Kokonbau die 2te...

  • Hallo,


    (siehe auch https://de.wikipedia.org/wiki/Megaphobema_mesomelas

    & mein Thread dazu in einem VS-Forum: https://vogelspinnenforum.ch/i…on-Megaphobema-mesomelas/ )


    diese Spinnenart pflege ich erst seit 2011 und das hat folgende Gründe:

    1.) Diese recht hübsche Art ist eigentlich schon sehr lange bekannt im Hobby und nicht auch grad neuerding beschrieben (O. P.-Cambridge, 1892), allerdings war sie bis etwa vor 10 Jahren sehr schwer im Handel oder über Hobbyhalter zu bekommen und entsprechend hoch war der Preis (wir reden hier von z.T. weit über 200€ pro Tier!).

    2.) Die Unterbringung, richtige Pflege und Zucht der Tiere ist schon eine echte Herausforderung und gelingt bei Vogelspinnen-Standardverhältnissen (22-25°C, rel. LF 60-70%) einfach nicht. Die Tiere kommen nämlich aus dem Hochland von Monte Verde in Costa Rica und dort herrscht ein für tropische Verhältnisse eher unangenehmes Klima (1.500 - 2.700 m üNN mit 15-20°C und 80-100 % rel. LF) Es gibt Hinweise, dass Tiere der Art zwar auch wärmer gehalten werden können, dann aber scheinbar unfruchtbar werden.


    Jedenfalls habe ich 2011 zwei Jungtiere der Art relativ günstig bekommen und festgestellt, dass die sich bei mir im Keller in Fußbodennähe (max. 21°C zu erwarten) richtig gut machen und wirklich hübsch sind - schwarz-rote Vogelspinnen gefallen mir eigentlich gar nicht so, aber diese Tiere haben eine auch eher langegstreckte Körperform und dabei trotzdem schöne kräftige Beine und eine sehr kurzhaarige, dicht-samtige Behaarung... echt toll! Die Art wächst recht langsam und erst 2016 waren beide adult. Die Paarung hat super geklappt, der Kokonbau auch, aber leider muss irgendwie Schmutz reingekommen sein und die Eier sind leider verschimmelt.


    Mittlerweile hatte ich mir aber noch einige Tiere dazugeholt und letztlich eine schöne Zuchtgruppe von 3 Weibchen und 4 Männchen (Jungtiere verschiedenen Alters) aufgebaut. Im letzten Jahr ist dann auch das zweite Weibchen und noch ein Männchenadult geworden - etwas komplizierte Verpaarungsversuche folgten und, zur Sicherheit!, in diesem Frühjahr noch einmal und siehe da - das zweite, kleinere Weibchen baut wieder einenn Kokon (da sie das tatsächlich außerhalb der Höhle gemacht hat, konnte ich schöne Bilder machen):

    IMG_E6576.JPG

    Das Spinne der ersten Lage (wie eine Hängematte).


    IMG_6592.JPG

    Das Zusammenziehen der Matte nach der Eiablage.


    IMG_6597.JPG

    Der fertige Kokon...


    Diese Art bracht sehr lange für ALLES, also werde ich wahrscheinlich mind. ein halbes Jahr warten müssen um zu erfahren, ob dabei was rausgekommen ist - mal sehen... ;-)

  • Hallo Karsten,


    obwohl ich ein reines Wassertier bin, ist es auch mal schön aus der Terraristik zu lesen! Mir war gar nicht bewußt, wie hoch solche Achtbeiner gehandelt werden können.
    :respekt:


    Mir bleibt es auch nur hier davon zu lesen, da meine bessere Hälfte eine ausgeprägte Arachnophobie besitzt. Bei uns ist deswegen in jeder Etage ein Spinnenterrorist installiert *lolol*  (ich meine Staubsauger).


    Wünsche weiterhin gute Geduld, die ja auch toll zur Aquaristik passt!


    VG

    Mirko


  • Hallo Mirko,


    Danke für die guten Wünsche! Das wird tatsächlich ein Geduldsspiel werden - beim ersten Kokon meines großen Weibchens hat sich erst nach 6-8 Wochen rausgestellt, dass es nichts wird. Bei den meisten Vogelspinnenarten ist das die normale, gesamte Zeitungsdauer, aber bei M.mesomelas eben nur das erste Viertel... da kann u.U. viel schief gehen.

    Diese und ähnliche Probleme bei der Haltung und Nachzucht dieser Art führten in der letzten Zeit zwar dazu, dass man die Art jetzt auch öfter angeboten bekommt, aber leider sind das oft Wildfangtiere oder Kokons von schon befruchteten Wildfangweibchen (die dann auch mal als DNZ angeboten werden, aber eigentlich keine sind). Deshalb finde ich es wichtig, die Tiere im Terrarium aktiv zu vermehren - eigentlich die Intension jedes Hobby-Züchters.


    Wegen der Preise - wie bei jedem Hobby gibt es immer mal Ausreißer nach oben, je nach Bedarfs-/ Angebotsverhältnis und Bereitschaft der Halter, unvernünftig hohe Preise hinzublättern. Es kann mittlerweile vorkommen, dass neu entdeckte Arten, die dazu noch hübsch gemustert sind und noch nicht nachgezüchtet wurden, durchaus zeitlich begrenzt exorbitante Preise erzielen - da muss man auch schonmal im Extremfall 500 € oder mehr für eine 0,5 cm kleine Babyspinne hinblättern (z.B. in 2018/19 für Typhochlaena seladonia)!

    Die Regel ist das zum Glück nicht, aber in den letzten 10-15 Jahren ist dieser Hang zu völlig überteuerten und exquisiten "Luxus-Artikeln" (a la die jeweils aktuelle Variante des Apfel Smartphones) immer mehr geworden; hängt wohl auch mit der medialen Erziehung und der damit einhergehenden "Geltungssucht" zusammen, denke ich...


    Jedenfalls drücke ich mir jetzt selbst sehr die Daumen - für dieses und hoffentlich jedes weitere, kommende Mal der Nachzucht dieser Art.